Kohl anbauen: Sorten & Anbau-Tipps

collection cabbageKohl wird immer wieder gerne in heimischen Gärten angebaut. Zum einen ist er – nicht zuletzt aufgrund seiner Sortenvielfalt – ein ausgesprochen beliebtes Gemüse, zum anderen ist der Kohlanbau ziemlich einfach. Leider ist Kohl ein wenig anfällig für Schädlingsbefall, was viele Gartenbesitzer davon abhält, es doch einmal mit dem Kohlanbau zu versuchen. Doch wenn man einige Tipps beherzigt, wird man Herr der Schädlinge – und glücklicher Besitzer einer reichen Kohlernte…

Kohlsorten für den heimischen Garten

Prinzipiell kann jede Kohlsorte in heimischen Gärten angebaut werden. Dabei müssen jedoch die individuellen Ansprüche der jeweiligen Sorten beachtet werden. Sehr gut anbauen lassen sich folgende Sorten:

  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • Chinakohl
  • Grünkohl
  • Rosenkohl
  • Spitzkohl
  • Weißkohl
  • Wirsingkohl

360°-Video von dem Wirsingkohl (Brassica oleracea)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie der Wirsingkohl (Brassica oleracea) aussieht.

360°-Video von dem Wirsingkohl (Brassica oleracea)- Gartenbista-Videostudio, gedreht im Juni

Beete für den Kohl Anbau vorbereiten

Da Kohl generell ein Starkzehrer ist, benötigt er viele Nährstoffe. Um diesem Nährstoffbedarf gerecht zu werden, empfiehlt es sich, im Herbst des Vorjahres die Beete für den Kohl Anbau bereits vorzubereiten. Dies bedeutet, dass die Beete zum einen umgegraben werden müssen, zum anderen sollte gleich Dünger eingearbeitet werden. Sehr schön ist es auch, wenn auf die Oberfläche der Beete etwas Kalk gestreut wird.

Circa 14 Tage, bevor die Kohlpflanzen in die Erde kommen sollen, sollte noch einmal Dünger in die Erde eingearbeitet werden.

Kohl Anbau Tipps

  • Kohl kann entweder in Töpfen vorgezogen oder als Direktsaat ins Beet gebracht werden. Bei der Direktsaat werden lange Saatrillen gezogen, in die das Saatgut gelegt wird.
  • Da Kohl sehr lange braucht, bis er sich erntereif entwickelt, ist es empfehlenswert, andere Pflanzen zwischen die Kohlpflanzen zu setzen. Sehr gut geeignet sind hierfür Radieschen oder Salat.
  • Vögel sind sehr interessiert an den Blättern der jungen Kohlpflanzen. Um ein Abfressen zu verhindern, werden Schnüre an Stöcken in den Kohlbeeten gespannt, an welche Flatterbänder oder Plastikschnipsel gebunden werden.
  • Maden von Fliegen nagen sehr gerne an den Wurzeln von Kohlpflanzen. Damit sie diese nicht erreichen, sollten Filzreste oder Plastikfolie um die Kohlpflanzen ausgelegt werden.

Kohl: Schädlinge, Krankheiten

Eine regelmäßige Schädlings- beziehungsweise Krankheitskontrolle ist beim Kohl Anbau unerlässlich! In Anfangsstadien kann es hilfreich sein, Raupen einzusammeln, die sich auf den Kohlpflanzen befinden – irgendwann jedoch kommt meistens der Zeitpunkt, in dem der Befall derart stark ist, dass in simples Einsammeln nicht mehr ausreichend ist.

Die Raupen der Kohlmotte verursachen große Fraßschäden. Die circa 8 mm langen grünen Raupen siedeln sich in der Zeit von Juni bis September auf Kohlpflanzen an. Gegen diese Schädlinge muss zwingend ein Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden; wird nicht gegen sie vorgegangen, vernichten sie die gesamte Ernte.

Die Raupen des Kohlweißlings – des wohl bekanntesten Kohlschädlings – leben an der Blattunterseite der Kohlpflanzen. Die circa 25 mm langen, grünen behaarten Raupen des Kleinen Kohlweißlings sowie die 40 mm langen hellgelben und schwarzgefleckten Raupen des Großen Kohlweißlings fressen Löcher in diese Blätter hinein – und das bereits ab Ende Mai. Auch gegen diesen Schädling hilft nur der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels – ansonsten droht auch hierbei der Totalausfall der betreffenden Pflanze.

Auch die Kohleule – ebenfalls eine Falterart – legt ihre Eier auf Kohlblättern ab. Die Raupen, die aus diesen schlüpfen, sind zunächst grün, später hellgrün bis braun oderschwarz.

Der Erdfloh, ein circa 4 mm langer, ovaler blauschwarzer Floh, liebt Trockenheit. Er kann extreme Fraßschäden an Kohlpflanzen verursachen; dasselbe gilt für die Kohlblattlaus: diese Schädlinge saugen die Blätter aus, welche daraufhin ihre Farbe und ihren Saft verlieren. Und nicht nur das: durch die honigartigen Ausscheidungen der Blattläuse kommt es häufig zum Pilzbefall. Der Befall zieht sich durch die ganze Saison, so dass es auch hierbei zu einem Totalausfall der Ernte kommen kann. Nur der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels hilft.

Die Kohlhernie, ein Schleimpilz, äußert sich durch Wucherungen an den Wurzeln und ein gehemmtes Wachstum der betroffenen Pflanzen. Sind diese zu sehen, müssen die betroffenen Pflanzen umgehend entsorgt werden – sie haben keine Chance aufs Überleben und stecken nur unnötigerweise weitere Kohlpflanzen an.

Graphik: © Serghei Velusceac – Fotolia.com


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