Kartoffeln pflanzen & lagern – Anleitung & Ernte

Kartoffeln pflanzen
Kartoffeln pflanzen

Kartoffeln sind nicht nur ein sehr beliebtes Gemüse mit vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten, sondern auch einfach im Anbau und in der Pflege. Entgegen landläufiger Meinungen benötigt der Hobbygärtner auch nicht zwangsläufig eine riesige Fläche für eine derartige Pflanzung, sondern kann auch eine kleinere Menge Pflanzen für eine geringere Ernte setzen. Bei Frühkartoffeln bietet sich ohnehin an, nur so viele anzubauen, wie auch sofort nach der Ernte gegessen werden, da diese Sorte nicht gelagert werden kann. Wir besprechen unter anderem wie man Kartoffeln pflanzen kann.

Kartoffeln – Steckbrief Gartenbista.de

Kartoffeln pflanzen

Obwohl Kartoffeln zu den eher bescheidenen Pflanzen gehören, wäre für sie ein sonniger Standort in einem Beet aus Komposterde optimal für das Kartoffeln anbauen. Es empfiehlt sich, Saatkartoffeln aus dem Fachhandel zu verwenden; keimende Knollen aus dem Vorjahr eignen sich zwar auch für einen Anbau, gewährleisten aber keinen so großen Ertrag. Generell sollten die Kartoffeln vorgekeimt werden, am besten in einer mit Sand und Humus gefüllten Kiste, die an einem warmen, hellen Ort steht. Sobald kein Frost mehr zu erwarten ist, können Kartoffeln gesteckt werden, aber bitte nicht an eine Stelle, an der im Vorjahr Artgenossen gepflanzt waren, da eine Übertragung von (Pilz-) Krankheiten zu befürchten ist. Nur alle drei Jahre sollten Kartoffeln auf demselben Beet gesteckt werden. Wichtig beim Kartoffeln Anbauen ist auch, dass der Boden trocken ist; ist er zu feucht, fangen die Knollen an zu faulen.

Im Abstand von 30 cm werden die Saatkartoffeln in die Erde gebracht, wobei der Abstand der Reihen zueinander circa 50 cm betragen sollte. Ist die Saatkartoffel zu groß, wird sie durchgeschnitten und ihre Schnittstelle in Holzasche gedippt, damit sie nicht fault. Sind alle Knollen in der Erde, werden die Reihen angehäufelt. Dies dient nicht etwa einer optischen Auflockerung, sondern dem Zweck, dass die Pflanzen mehr Wurzeln und Knollen bilden.

Kartoffelanbau: Zeitpunkt

a) Kartoffelsorten, frühe Pflanzzeit

Kartoffel in der Erde
Kartoffel in der Erde

Als „frühe Pflanzzeit“ wird beim Kartoffel Anbau die Zeit von März bis April bezeichnet. Diese Sorten sind ein wenig resistenter gegen eventuelle Spätfröste als andere Kartoffel Sorten. Die meisten der frühen Sorten können bereits im Juli geerntet werden.

Kartoffel Sorte „Alexandra“: Alexandra ist eine ovale Kartoffelsorte, welche eine tiefgelbe Farbe besitzt und festkochend ist. Das Besondere an Alexandra ist, dass sie gegenüber Nematoden resistent ist. Für ein optimales Ernteergebnis sollte Alexandra auf nährstoffreichen Böden angepflanzt werden.

Kartoffel Sorte „Gunda“: Gunda ist ebenfalls oval und von gelber Farbe. Die mehlig kochende Gunda ist ganz besonders ertragreich, außerdem lassen sich diese Kartoffeln sehr gut lange lagern. Auch Gunda hat gerne nährstoffreiche Böden und ist resistent gegen Nematoden.

Kartoffel Sorte „Sieglinde“: es gibt keine Kartoffel Sorte, welche länger im Kartoffel Anbau genutzt wird als die Sieglinde. Bis heute zählt sie zu den beliebtesten Kartoffel Sorten in Deutschland; nicht umsonst wurde sie zur „Kartoffel des Jahres 2010“ gekürt. Ihre Knollen sind oval-länglich, ihr Fleisch gelb. Auch die Sieglinde lässt sich sehr gut lange lagern

Kartoffel Sorte „Solist“: Die Solist besticht vor allem durch ihre Optik: rundlich-ovale Knollen mit einer sehr glatten Schale. Das Fruchtfleisch ist hellgelb. Solist ist eine der frühesten Speisekartoffeln überhaupt und extrem robust.

b) Kartoffelsorten, normale Pflanzzeit

Die eigentlich übliche Pflanzzeit für den Kartoffel Anbau ist der April; ihre Erntezeit beginnt im August.

Kartoffel Sorte „Bamberger Hörnchen“. Die gemeinhin als „Bamberger Hörnchen“ bezeichnete Kartoffel heiß eigentlich „La Ratte“. Ihre Knollen sind lang und fingerförmig gebogen. La Ratte ist eine festkochende Kartoffel mit gelbem Fruchtfleisch, die als eine der beliebtesten Kartoffel Sorten überhaupt gilt. Besonders empfehlenswert ist ihre Verarbeitung zu Kartoffelsalat, da ihr erstklassiger Geschmack in kaltem Zustand besonders gut zum Tragen kommt.

Kartoffel Sorte „Belana“: Die Belana ist resistent gegen Nematoden und freut sich über nährstoffreiche Bodenverhältnisse. Belana ist eine festkochende Kartoffel mit gelbem Fruchtfleisch. Sie eignet sich hervorragend für die Lagerung.

Frische Kartoffeln
Frische Kartoffeln

Kartoffel Sorte „Laura“: Laura ist eine eher bescheidene Kartoffelsorte ohne besondere Ansprüche an ihre Umgebung. Ihre Knollen sind glattschalig und rot; ihr Fruchtfleisch ist allerdings tiefgelb. Auch Laura ist resistent gegen Nematoden, doch ihre besondere Beliebtheit verdankt sie ihrem tollen Geschmack.

Kartoffel Sorte „Blue Congo“: die Blue Congo ist eine besonders auffällige Kartoffel, da sie eine blauviolette Schale

und ebensolches Fruchtfleisch besitzt, welches auch nach dem Kochen diese Färbung beibehält. Diese Kartoffel ist festkochend bis mehlig kochend. Die Blue Congo eignet sich ganz besonders gut für den Kartoffel Anbau in kühleren Regionen.

Tipps zur Ernte von Kartoffeln

Nach dem Kartoffeln anbauen können auch bald nach der Blüte die ersten Kartoffeln geerntet werden. Ob eine Knolle reif ist oder nicht, lässt sich ganz einfach feststellen: fühlt sie sich fest an und ist ihre Schale schwer ablösbar, kann sie gegessen werden. Wichtig: nach der ersten Ernte die Wurzeln vorsichtig frei legen und wieder anhäufeln.

Die „große Ernte“ findet im Hochsommer statt, sobald das Laub der Kartoffelpflanzen welk geworden ist. Am besten geeignet für diesen Event ist ein trockener Tag, damit die Knollen relativ sauber aus der Erde geholt werden können.

Gartenbista-Tipp: es müssen nicht alle Kartoffeln gleichzeitig geerntet werden, sondern immer nur nach Bedarf!

Wissenswertes im Umgang mit Kartoffeln

  • Knollen müssen immer mit Erde bedeckt sein
  • Sonnenlicht verfärbt die Knollen grün und regt die Produktion von Solanin an, welches giftig ist
  • Oberirdische Knollen (aus Blüten entstanden) sind ebenfalls giftig
  • Kartoffeln am besten in einem dunklen, luftigen, etwas feuchten Kellerraum lagern (ist es zu kalt, werden sie süß; ist es zu warm, fangen sie an zu keimen)

 Kartoffeln Lagern – das sollten Sie beachten

Nicht jede Kartoffelsorte eignet sich für eine Lagerung. Grundsätzlich ist es so, dass die frühen Kartoffelsorten sofort verzehrt werden sollten, während die späteren Sorten gelagert werden können.

Optimal zum Lagern sind:

  • Aula
  • Belana
  • Clivia
  • Granola
  • Gunda
  • Likaria
  • Sieglinde

a) Standort

Warum waren Kartoffelkeller optimal zum Kartoffeln Lagern? Aus zwei Gründen: zum einen waren diese Kellerräume schön kühl, zum anderen dunkel. Daraus lässt sich ableiten, dass Kartoffeln zum Lager einen kühlen und dunklen Ort benötigen. Ein herkömmlicher Kellerraum kann diese Ansprüche erfüllen, eventuell auch eine dunkle Speisekammer. Wichtig dabei ist auch die Raumtemperatur, die zwischen 4° und 10°C liegen sollte. Zu viel Wärme ist tödlich für Kartoffeln: sie fühlen sich an das Frühjahr erinnert und beginnen zu keimen. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sind ebenfalls nicht ratsam: Kartoffeln, die ein wenig Frost abbekommen haben, schmecken süß, da sich ihre Kartoffelstärke in Zucker umwandelt.

b) Kartoffeln alleine lagern

Kartoffeln sind bei ihrer Lagerung am liebsten unter ihresgleichen. Sie möchten definitiv nicht neben Obstsorten gelagert werden, welche Etylen ausstoßen, da dieses dazu führen kann, dass die Kartoffeln verderben. Wenn möglich, sollte sich also an dem Platz, an dem die Kartoffeln lagern, ausschließlich Kartoffeln befinden…

c) Behältnisse zum Kartoffeln Lagern

Die gute alte Kartoffelkiste ist auch in der heutigen Zeit noch das optimale Behältnis, um Kartoffeln darin zu lagern. Die Kiste sollte vordem Einfüllen der Kartoffeln mit Zeitungspapier ausgelegt werden.

Auch andere Holzkisten sowie Körbe eigen sich zum Kartoffeln Lagern, sofern sie offen und luftdurchlässig sind.

Achtung: keinesfalls geeignet zum Kartoffeln Lagern sind Behältnisse aus Plastik (Kartoffeln brauchen Luft!) sowie verunreinigte Behältnisse.

Kartoffeln lagern: Gartenbista-Tipps

  • Nicht waschen: Vor dem Lagern die Kartoffeln auf keinen Fall waschen! Falls zu viel Erde an ihnen klebt, diese mit einer trockenen Bürste wegbürsten.
  • Umschichten: Die Kartoffeln alle paar Tage umschichten, damit sich keine Fäulnis bilden kann.
  • Aussortieren: Verfaulte oder angeschlagene Kartoffeln sofort aussortieren.
  • Farnkraut: Gegen unerwünschte Nagetiere hilft es, Farnkraut neben den Kartoffeln auszulegen – Nagetiere mögen diesen Geruch überhaupt nicht und werden somit die Kartoffeln in Ruhe lassen.
  • Keime: Kartoffeln, die bereits Keime gebildet haben, sollten schnellstmöglich verzehrt werden.

Schädlinge und Krankheiten an Kartoffeln

Der bekannteste Schädling ist der Kartoffelkäfer. Dieser gelbbraun-gestreifte Käfer sowie seine Larven durchlöchern die Blätter der Kartoffelpflanzen. Ein konsequentes Einsammeln des Schädlings kann Abhilfe schaffen; ansonsten hilft nur der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels.

Blattläuse verschonen auch die Kartoffelpflanzen nicht. Die Gefahr bei einem befall mit ihnen liegt vor allem in der Übertragung von Viren, deshalb sollten sie konsequent bekämpft werden.

Krautfäule: die Blätter der betroffenen Pflanzen rollen sich ein, verfärben sich gelbgrün und braun, meistens an den Rändern. Ein weißer Saum, der sich um diese Flecken herum bildet, deutet ebenfalls auf den Befall mit diesem Pilz hin. Betroffene Knollen sollten bei der Ernte aussortiert und entsorgt werden (nicht auf den Kompost, da die Sporen überleben und mit dem Kompost weiter verbreitet werden).

Kartoffelkrebs, ebenfalls ein Pilz, befällt alle Pflanzenteile außer den Wurzeln. Zu erkennen ist ein Befall sehr gut an hellbraunen Wucherungen, die optisch sehr an Blumenkohl erinnern.

Es empfiehlt sich, entweder vorbeugend im Juni ein spezielles Pflanzenschutzmittel (Fungizid) einzusetzen, oder aber die Kartoffelknolle vor dem Einsetzen in die Erde zum Schutz gegen Bodenpilze zu beizen.

Symbolgrafiken: © TwilightArtPictures-Fotolia.com; © maho – Fotolia.com; © imaginatio-Fotolia.com


, Kategorie: Gemüse

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