Bohnen roh essen – darum sollte ich das lieber lassen

Lesezeit: 4 Min.
Bohnen roh essen?
Bohnen roh essen?

Wenn sie so schön grün und knackig aussehen und vielleicht gerade frisch gepflückt wurden, möchte man gerne Bohnen roh essen. Rohkost ist lecker, gesund – und leider bei diesem Gemüse nicht angebracht. Ursächlich hierfür sind Inhaltsstoffe, welche eine delikate Mahlzeit schnell zu einem gesundheitlichen Alptraum werden lassen.

Grüne Bohnen als Rohkost?

Während einige Gemüsesorten fantastisch als Rohkost geeignet sind, ist dies bei anderen nicht der Fall. Zu diesen gehören Bohnen. Sie sind recht verlockend, wenn sie so knackig grün frisch gepflückt werden, so dass man sehr leicht auf den Gedanken kommen könnte, sie zu essen. Unglücklicherweise sind sie nicht zum Rohverzehr geeignet. Sie enthalten Phasin, eine Eiweißverbindung, welche als gesundheitsgefährdend einzustufen ist.

So wirkt Phasin

Das Phasin besteht aus verschiedenen Komponenten:

  • Alanin
  • Arigin
  • Asparaginsäure
  • Glutaminsäure
  • Lysin
  • Serin
  • Tyrosin

Es ist in verschiedenen rohen Gemüsesorten enthalten; unter anderem auch in Bohnen.

Zunächst möchte man denken, dass eine Eiweißverbindung ja nichts Negatives sein kann – schließlich sind Proteine wichtig für den menschlichen Organismus. Bei Phasin hingegen handelt es sich um eine Verbindung, die keinen positiven Effekt mit sich bringt. Es sorgt dafür, dass sich die roten Blutkörperchen zusammenkleben, was dazu führt, dass der Sauerstofftransport behindert wird. Dies wiederum bringt unangenehme Symptome mit sich:

  • Bauchkrämpfe
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden

Leider treten diese Beschwerden nicht unmittelbar nach dem Verzehr von rohen Bohnen auf, sondern erst einige Stunden später. Dann ist es jedoch bereits zu spät, die Mahlzeit zu beenden.

Rote Bohnen roh essen?

Auch rote Bohnen kann man nicht roh essen. Kidneybohnen sind in gekochtem Zustand sehr gesund, da sie unter anderem die Körperzellen schützen und für starke Nerven und Muskeln sorgen. Diese positiven Wirkungen werden jedoch nicht auftreten, wenn man sie roh isst. Grundsätzlich sollten sie vor dem Verzehr mindestens acht Stunden eingeweicht und anschließend gekocht werden. Bitte hierfür frisches Wasser verwenden.

Weiße?

Ebenso gesund und eine wunderbare Proteinquelle sind auch weiße Bohnen. Sie werden hierzulande im Fachhandel oder auf dem Markt noch in ihren Schoten verkauft und erfreuen sich großer Beliebtheit – nicht zuletzt wegen der vielzähligen Verwendungsmöglichkeiten. Doch egal, ob man sie in Salat geben möchte, als Gemüsebeilage verwendet oder einen Eintopf zubereiten möchte: sie müssen immer gekocht werden, da auch sie in rohem Zustand das Phasin enthalten.

Sind rohe Bohnen giftig?

Es ist tatsächlich so, dass rohe Bohnen als giftig eingestuft werden. Sämtliche Arten sowie Sorten sind voller Phasin, so dass von ihnen eine gesundheitliche Gefahr ausgeht. Dabei gilt: je älter Bohnen sind, desto höher ist die Konzentration des Phasins sowie der anderen Inhaltsstoffe.

Gartenbista-Tipp: Auch andere rohe Hülsenfrüchte enthalten Phasin, beispielsweise Linsen. Erbsen hingegen nicht, so dass man sie problemlos roh essen kann.

Für Erwachsene?

Wenn große Mengen rohe Bohnen gegessen werden, so kommt es zu besagten Vergiftungserscheinungen. Bei grünen Bohnen spricht man bei besagten Mengen von etwa einer Handvoll; bei roten Bohnen reichen hingegen schon 5-6 Samen aus.

Kinder?

Aufgrund des geringeren Körpergewichtes sind Kinder noch gefährdeter, wenn es um den Verzehr von rohen Bohnen geht. Bereits eine geringe Menge von fünf bis sechs Bohnen reicht aus, um schwere Vergiftungssymptome auszulösen. Werden große Mengen verzehrt, kann es sogar zu tödlichen Vergiftungen kommen.

Dürfen Tiere Bohnen roh essen?

Ebenso wie bei Menschen führen rohe Bohnen auch bei Hunden, Katzen du anderen Säugetieren zu schweren Vergiftungserscheinungen. Die Verklumpung der roten Blutkörperchen wird sogar im Bereich der Rattenbekämpfung verwendet, wenn Giftköder mit derartigen Stoffen versehen werden. Diese sind zwar chemisch hergestellt, jedoch ist ihre Wirkungsweise identisch.

Aufgrund der starken Giftigkeit sollten Haustiere keinesfalls rohe Bohnen essen. Selbst im Garten geht eine Gefahr von ihnen aus. Ein neugieriger Hund oder eine verspielte Katzen können schnell mal eine Hülse schnappen und sie zerbeißen.

Bohnen nicht roh verzehren!

Während in rohen Bohnen das Phasin in rauen Mengen vorhanden ist, ist dies im gekochten Zustand nicht mehr der Fall: Im Zuge des Kochvorgangs zerfällt es und wird somit unschädlich, Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Bohnen mindestens 10 Minuten lang gekocht werden.

Bohnen aus der Dose können im Übrigen kalt gegessen werden: sie sind entgegen landläufiger Meinung nicht roh, sondern bereits gegart.

Zubereitung

Ob frisch oder getrocknet: Bohnen müssen vor dem Verzehr gekocht werden. Bei grünen Bohnen reichen 10 Minuten vollkommen aus.

Das Wasser, in welchem die Bohnen gekocht worden sind, enthält übrigens ebenfalls Phasin, und zwar nicht gerade wenig. Demzufolge sollte es keinesfalls getrunken, sondern weggeschüttet werden.

Gartenbista-Tipp: Tiefgekühlte Bohnen haben eine kürzere Kochzeit.

Video-Tipp der Redaktion: Bohnen einkochen

In folgendem Video wird schön anschaulich erklärt, wie sich Bohnen druch Einkochen konservieren lassen:

Was ist noch interessant für unsere Leser?

Diese Fragen stellen unsere Leser häufig:

Was tun, wenn man rohe Bohnen gegessen hat?

Als Erst-Hilfe-Maßnahme sollte zunächst viel getrunken werden. Anschließend sollte man schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Haben Haustiere an dem ungekochten Gemüse geknabbert, müssen sie umgehend einem Tierarzt vorgestellt werden.

Kann man Stangenbohnen roh essen?

Auch Stangenbohnen sind nicht zum Rohverzehr geeignet. Grundsätzlich sollte man sich merken, dass keine Bohne roh gegessen werden sollte.

Sind gelbe Bohnen roh giftig?

Ob grün, rot oder gelb: sämtliche Bohnen sind in rohem Zustand giftig. Erst beim Kochen wird das gesundheitsschädliche Phasin neutralisiert.

Symbolgrafiken: © karepa – stock.adobe.com

 


• 17. Dezember 2021 • Kategorie: Gemüse

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Du kannst unter Pseudonym kommentieren. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.