Balkontomaten – geeignete Sorten und Tipps zur Pflege

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Balkontomaten
Balkontomaten

Es ist nicht so, dass grundsätzlich jede Tomate überall wächst. So gibt es Sorten, die unbedingt im Freiland angebaut werden sollten. Andere wiederum eignen sich hervorragend zur Kultvierung in Pflanzgefäßen. Welche dies sind und wie man Balkontomaten kultiviert, erfahren Sie hier.

Was sind Balkontomaten?

Bei den Balkontomaten handelt es sich um kleinbleibende Tomaten Sorten. Die geringe Größe hat den Vorteil, dass sie sich problemlos in Pflanzgefäßen auf Balkonen oder Terrassen kultivieren lassen. Sie sind dahingehend gezüchtet, dass sie zwar kleiner und weniger ausladend als andere Tomatenpflanzen sind, jedoch trotzdem einen hohen Ertrag bringen. So braucht man auf die leckeren, gesunden Früchte nicht zu verzichten, wenn man keinen eigenen Garten hat. Diese sind jedoch der Pflanzengröße angepasst etwas kleiner als Gartentomaten.

Balkontomaten – Überblick über die Sortenvielfalt

Verschiedene Tomatensorten
Verschiedene Tomatensorten

Generell werden Balkontomaten in drei verschiedene Kategorien aufgeteilt:

  • Buschtomaten
  • Cocktailtomaten
  • Hängetomaten

Dadurch ist für jeden Geschmack, für jeden Balkon und für jeden zur Verfügung stehenden Platz etwas dabei.

Buschtomaten

  • Bajaja ist einer der ertragreichsten Balkontomaten. Bis zu 700 süße, saftige Früchte kann sie pro Saison hervorbringen – und dass bei einer Wuchshöhe von 35 cm.
  • Balkonstar erfreut sich aufgrund der kurzen Reifezeit großer Beliebtheit. Sie wird bis zu 60 cm hoch und bringt bis zu 50 g schwere Früchte hervor.
  • Losetto bringt rote, runde Tomaten mit einem süßlichen Geschmack hervor. Die Pflanze wird etwa 30 cm hoch und gilt als extrem robust.
  • Primabell ist mit ihren 25 cm Wuchshöhe eine sehr kleine Balkontomate und gilt deswegen als Zwergtomate. Dies gleicht sie jedoch mit einem sehr hohen Ertrag aus.
  • Rotkäppchen wird maximal 1 m hoch und bringt dunkelrote Früchte hervor. Dies geschieht bereits früh im Jahr.
  • Snowberry und Vilma zählen zu den Riesen unter den Buschtomaten: sie können bis zu einem Meter hoch werden und bilden unendlich viele, kleine Früchte.

Cocktailtomaten

Für Balkone sind Cocktailtomaten der Klassiker schlechthin. Sie bilden viele Früchte und haben eine sehr lange Erntezeit. Zu beachten ist jedoch die Wuchshöhe, die durchaus sehenswert ist. Für kleine Balkone sind viele dieser Sorten nicht besonders empfehlenswert.

  • Angora Super Sweet bildet knackige, rote Früchte bei Wuchshöhen bis zu 2,50 m.
  • Black Cherry wird bis 2,50 m hoch und bildet besonders aromatische, dunkle Früchte.
  • Black Zebra Cherry sieht besonders dekorativ aus mit ihren dunkelrot-grün-gestreiften Früchten. Sie kann bis zu 1 m hoch werden.
  • Cuban Yellow Pipe wird bis zu 2,50 m hoch. Sie besticht durch ihre gelben Früchte und ihren hohen Ertrag.

Balkontomaten – hängende Sorten

Hängende Sorten snd sehr beliebt
Hängende Sorten snd sehr beliebt

Die Ampeltomaten erfreuen sich großer Beliebtheit, weil sie zum einen in Hängeampeln kultiviert werden können und demzufolge wenig Platz benötigen, zum anderen auch aus Balkonkästen herunterhängen können.

  • Balconi Red ist hervorragend zur Ampelhaltung geeignet. Sie ist ausgesprochen pflegeleicht und bildet sehr süße Früchte.
  • Tumbling Tom Red bildet viele süßliche, winzige, rote Früchte. Die Pflanze ist ideal für Hängeampeln; ihre Triebe hängen lang herab, so dass die Früchte wie Weintrauben geerntet werden können.
  • Tumbling Tom Yellow ist identisch mit der Red, nur mit dem Unterschied, dass sie gelbe Früchte hervorbringt. Pflanzt man beide Tumbling Toms nebeneinander in Blumenkästen, so bilden ihre hängenden Triebe mit den verschiedenfarbigen Tomaten einen sehr dekorativen Anblick.

Balkontomaten pflanzen – Standort

Das A und O bei der Tomaten Kultivierung ist der optimale Standort. Dieser muss – genau wie bei Gartentomaten – sehr sonnig sein. Mindestens acht Stunden täglich sollte die Sonne dort erscheinen, da ansonsten der erhoffte Ertrag ausbleiben wird. Des Weiteren sollte das Plätzchen wind- und regengeschützt sein; auch Zugluft gilt es zu vermeiden.

Pflanzgefäße

Balkontomaten können in

  • Ampeln,
  • Kästen,
  • Kübeln sowie
  • Töpfen

kultiviert werden. Grundsätzlich muss das Gefäß jedoch einige Voraussetzungen erfüllen:

  • Mindestens 15 l Fassungsvermögen
  • Holz, Ton oder Kunststoff ist ideal
  • Unten müssen Löcher vorhanden sein, durch die überschüssiges Gießwasser ablaufen kann

Die Wahl des individuell richtigen Pflanzgefäßes richtet sich nach verschiedenen Kriterien:

  • Größe der Pflanzen
  • Sorten
  • Anzahl

Werden nur Zwergtomaten angebaut, reichen kleine Gefäße aus. Größere Balkontomaten sollten hingegen in einem Kübel kultiviert werden, während hängende möglichst in Blumenampeln oder Kästen gepflanzt werden, aus denen sie hinabhängen können. Auch die Anzahl der Tomatenpflanzen ist von Bedeutung. Selbst, wenn es sich um kleine Exemplare handelt, so sollte dennoch ein Abstand von etwa 60 cm zueinander eingehalten werden.

Substrat

Um ihren hohen Nährstoffbedarf zu decken, müssen Tomaten ein nährstoffreiches Substrat bekommen. Zudem sollte die Erde

  • kalkhaltig,
  • leicht sauer und
  • locker

sein und möglichst Wasser gut aufnehmen können.

Gartenbista-Tipp: Unten in das Pflanzgefäß eine Drainage legen.

Zeitpunkt

Tomaten vertragen keine Kälte und schon überhaupt keinen Frost. Aus diesem Grund sollten sie erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) dauerhaft auf den Balkon gestellt werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht schon vorher Frischluft schnuppern dürfen; im Gegenteil: der Aufenthalt im Freien härtet sie ab. Je nach Witterung und Lage können sie ab Ende April tagsüber stundenweise hinausgestellt werden, wobei die Temperaturen mindestens 10°C betragen sollten.

Balkontomaten Pflege

Tomaten sind ein wenig anspruchsvoll in ihrer Pflege – da bilden auch die Balkontomaten keine Ausnahme. Lediglich das Ausgeizen entfällt bei den meisten Sorten.

Gießen

Balkontomaten sind pflegebedürftig
Balkontomaten sind pflegebedürftig

Balkontomaten haben einen hohen Wasserbedarf und müssen nahezu täglich, an heißen Tagen auch zweimal täglich gegossen werden. Dies sollte möglichst morgens oder abends stattfinden, keinesfalls in der Mittagssonne. Auch darf kein Wasser auf die Blätter gelangen, sondern immer nur auf die Erde.

Wichtig ist, dass der Wurzelballen immer leicht feucht ist, ohne dass es zur Bildung von Staunässe kommt. Regelmäßiges Gießen ist unabdingbar, da ansonsten die Tomaten platzen können.

Gartenbista-Tipp: Wer seinen Tomaten etwas richtig Gutes tun möchte, der verwendet lauwarmes, kalkfreies Wasser.

Düngen

Optimal ist ein spezieller Tomatendünger aus dem Fachhandel, da dieser die Pflanzen mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Dieser wird zusammen in zwei- bis dreiwöchigem Rhythmus verteilt, bis sich die ersten Fruchtansätze zeigen. Danach wird wöchentlich Dünger verabreicht. Wichtig dabei ist, dass dieser grundsätzlich nur auf feuchtes Substrat ausgebracht wird, da es ansonsten zu Verbrennungen kommen kann.

Gartenbista-Tipp: Balkontomaten dürfen nicht mit Kompost gedüngt werden!

Wann kann ich Balkontomaten ernten?

Die Erntezeit der Balkontomaten ist abhängig von der jeweiligen Sorte. Pauschal lässt es sich an folgenden Kriterien erkennen, dass die Früchte reif sind:

  • Tomaten haben ihre endgültige Farbe erreicht
  • Haut ist weicher geworden
  • Früchte lassen sich leicht ablösen

Tipps & Tricks

Um sie zu stützen, sollten Balkontomaten Rankhilfen bekommen. Diese sollten bereits beim Pflanzen installiert werden.

Wie bereits erwähnt, ist es nicht notwendig, Balkontomaten auszugeizen. Wer es dennoch tun möchte, sollte darauf achten, dass die Geiztriebe nur abgebrochen beziehungsweise zur Seite geknickt werden. Niemals abschneiden oder ausreißen!

 

Symbolgraphiken: © ChiccoDodiFC – stock.adobe.com; PIXATERRA – stock.adobe.com (3)


, Kategorie: Gemüse

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