Zebragras pflanzen: Pflege, Schneiden und Überwintern

Zebragras
Zebragras (Miscanthus)

Sie möchten Zebragras pflanzen? Erfahren Sie alles, was Sie über das Ziergras mit den gelben Querstreifen wissen sollten. Hoher Wuchs und auffällige gelbe Querstreifen auf den üppig wachsenden grünen Halmen – das attraktive Gras ist ein Blickfang in jedem Garten.

Eines der beliebtesten Ziergräser in deutschen Gärten

Das Zebragras ist ursprünglich in Asien, vorwiegend in China beheimatet und ist eine Unterart des China-Schilfs. Es gehört zur Familie der Süßgräser und ist auch unter den Namen Zebraschilf oder Stachelschweingras bekannt, alle Bezeichnungen verweisen auf die charakteristischen Querstreifen auf den Halmen.

Die auffälligen Streifen sind hellgelb oder weißlich und von weither sichtbar. Sie geben dem Zebragras sein unverwechselbares Aussehen und machen das Ziergras zu einem beliebten Blickfang in deutschen Gärten.

Die Wuchshöhe beträgt etwa 150 Zentimetern, mit Blüten 180 Zentimeter. Die Blüten sind rot-braun und fedrig, können in deutschen Gärten allerdings nur selten bewundert werden, da das Zebragras in den kurzen mitteleuropäischen Sommern meist nicht zur Blüte kommt.

Das Zebragras, das es sowohl mit aufrechten als auch mit überhängenden Halmen gibt, eignet sich sehr gut als attraktive Solitärpflanze oder als Sichtschutz.

Es ist ungiftig für Mensch und Tier und kann daher bedenkenlos in allen Gärten gepflanzt werden. In seiner Heimat in Asien wird es wie andere Süßgräser auch kommerziell als Futterpflanze angebaut.

360°-Video von dem Miscanthus

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie das Zebragras (Miscanthus) aussieht.

360°-Video von dem Zebragras (Miscanthus)- Gartenbista-Videostudio, gedreht im August

Eigenschaften im Überblick

  • Wachstum: schnellwachsendes, attraktives Ziergras
  • Winterhärte: winterhart
  • Verwendung: gut als Sichtschutz geeignet
  • Anbau: Beet, kann auch im Kübel gehalten werden
  • Pflege: anspruchslos und pflegeleicht

Optimaler Standort zum Pflanzen

Das Zebragras liebt einen vollsonnigen Standort. Zwar geht es an halbschattigen oder schattigen Plätzen nicht ein und gedeiht auch dort recht gut, doch ohne ausreichende Sonne verliert es seine charakteristischen hellen Querstreifen auf den Halmen.

Neben dem Licht ist auch die Wärme der Sonne notwendig, um die attraktiven Streifen zu erhalten. Da es feuchte Böden liebt, ist es auch optimal geeignet, um die Ränder von Gartenteichen zu bepflanzen.

Staunässe muss aber auch bei dem Zebragras vermieden werden. Am besten ist ein nährstoffreicher, durchlässiger Boden geeignet. In einem Lehm-Sandgemisch mit etwas Kies untergemischt gedeiht das Zebragras besonders gut, da dieser Boden auch seinem Bedürfnis nach einem pH-Wert zwischen 4,6 und 7,5 entgegenkommt.

Gartenbista-Tipp: Wird es dem Zebragras zu kalt, verblassen die Streifen ebenfalls. Ein etwas windgeschützter, sonniger Standort ist daher ideal für das Zebragras.

Was ist bei dem Pflanzen zu beachten?

Zebragras pflanzenZebragras kann das ganze Jahr über gepflanzt werden, vorausgesetzt es ist frostfrei. Der ideale Zeitpunkt ist jedoch im Herbst.

Die Pflanze wird einfach in ein genügend großes Pflanzloch gesetzt, welches mit passendem Substrat aufgefüllt wird.

Anschließend muss nur noch die Erde angedrückt und die Pflanze gut gewässert werden.

Da sich das Zebragras sehr stark und schnell vermehrt und ausdehnt, sollte gerade bei der Pflanzung in Beeten eine Wurzelsperre eingesetzt werden.

  • Pflanzung als Solitärpflanze

Als Solitärpflanze benötigt das Zebragras etwa einen Quadratmeter Raum, werden mehrere Pflanzen gesetzt, sollte mindestens ein Meter Abstand zwischen den Pflanzlöchern bestehen.

Vor allem bei den überhängenden Sorten kann dieser Abstand noch etwas vergrößert werden, da sie mehr Platz benötigen als die aufrechtstehenden Arten.

  • Pflanzung im Kübel

Bei einer Pflanzung im Kübel sollte eine Drainageschicht aus Kies in das Pflanzgefäß gefüllt werden, um Staunässe zu vermeiden.

Pflege und Schneide

Die Pflege des eher anspruchslosen Zebragrases ist einfach. In erster Linie braucht es viel Wasser denn es reagiert schon auf kurze Trockenperioden recht empfindlich. Das Pflanzsubstrat sollte daher niemals austrocknen und das Zebragras sollte sowohl im Freiland als auch im Kübel regelmäßig gegossen werden.

Vor allem bei Kübelpflanzen kann es im Hochsommer bei hohen Temperaturen auch erforderlich sein, mehrmals täglich zu gießen.

  • Staunässe und Trockenheit: beides muss unbedingt vermieden werden

Staunässe verträgt das Zebragras jedoch ebenso wenig wie Trockenheit, sie führt schnell zu einer Wurzelfäule, die die Pflanze in kürzester Zeit absterben lässt. Auf einen ausreichenden Wasserablauf muss daher besonders bei Kübelpflanzen geachtet werden.

  • Düngen Sie mit Kompost

Im Sommer nimmt das Zebragras gern eine Düngung mit Kompost an. Zwar geht es auch ohne Dünger nicht ein, aber gerade wenn es nach dem Rückschnitt schnell wieder wachsen soll, ist ein regelmäßiges Düngen von Vorteil.

Schneiden

Einmal im Jahr sollte das Zebragras zurückgeschnitten werden. Der beste Zeitpunkt dafür liegt im Frühjahr, da sich das ungeschnittene Gras besser gegen die Kälte im Winter behaupten kann.

Wird erst im Frühjahr zurückgeschnitten, können weder Nässe noch Frost in die ungeschützte Pflanze eindringen und dort Schäden anrichten. Außerdem bietet das Zebragras im Winter vielen Insekten einen wichtigen Lebensraum zum Überwintern.

Woran erkennen Sie, dass der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt gekommen ist?

Der richtige Zeitpunkt zum Rückschnitt ist dann gekommen, wenn das Zebragras deutlich sichtbar von unten heraus austreibt. Da das Ziergras beim Rückschnitt nah über dem Boden abgeschnitten werden sollte, darf man allerdings nicht zu lange mit dem Rückschnitt warten, denn die neuen Halme dürfen auf keinen Fall beschädigt werden.

Am besten wartet man also, bis die ersten 5 bis 10 Zentimeter der neuen Halme zu erkennen sind und schneidet die alten Halme dann knapp darüber, etwa eine Handbreit über dem Boden ab. Das Schneiden erfolgt am besten mit einer scharfen Astschere.

Gartenbista-Tipp: Damit man nach dem Schneiden nicht alle Halme einzeln aufsammeln muss, bietet es sich an, die Halme vor dem Schneiden mit einem festen Strick oben zusammenzubinden. So kann das ganze Bündel auf einmal entsorgt werden und man erspart sich viel Arbeit.

Was tun, wenn Sie den Zeitpunkt zum Rückschnitt verpasst haben?

Hat man den Zeitpunkt zum Schneiden des Zebragrases verpasst, hilft nur noch, die alten Halme einzeln herauszuschneiden. Das macht mehr Arbeit, kommt aber, wenn man vorsichtig zu Werke geht und die neuen Halme nicht beschädigt, vom Ergebnis her aufs Selbe hinaus. Das Zebragras ist schnellwüchsig und hat bereits nach kurzer Zeit wieder seine ursprüngliche Höhe erreicht.

Vermehrung

Die Vermehrung von Zebragras geht am besten über die Teilung des Wurzelballens. Da die Pflanze in unseren Breitengraden fast nie zur Blüte kommt, scheidet eine Vermehrung über (selbstgezogene) Samen aus und auch Stecklinge lassen sich aus den Halmen nicht schneiden.

  • Vermehrung mit Samen

Im Handel sind jedoch Samen erhältlich, die entweder im Haus vorgezogen oder bei warmer Witterung direkt ins Freiland gesät werden können. Dabei gelten die gleichen Ansprüche an Standort und Pflege, die auch für die adulte Pflanze gelten.

  • Vermehrung durch Teilung

Für die Teilung wird die Pflanze nach dem Rückschnitt vorsichtig ausgegraben. Die überschüssige Erde wird abgeklopft und der Wurzelballen dann mit Hilfe eines scharfen Messers geteilt.

Die eine Hälfte des Wurzelballens wird wieder am alten Standort eingegraben, die andere Hälfte an dem neuen Standort eingepflanzt.

Bei älteren Pflanzen, die bereits einen sehr kräftigen und großen Wurzelballen ausgebildet haben, kann es durchaus notwendig sein, zum Teilen einen Spaten oder sogar eine Axt zu benutzen.

Da die Wurzeln des Zebragrases schnell wachsen und die Pflanze sich dadurch stark ausbreitet, sollten die Wurzelballen spätestens nach etwa drei Jahren jährlich einmal geteilt werden, auch wenn man die Pflanze nicht vermehren möchte.

Vielleicht finden sich ja im Freundes- oder Verwandschaftskreis auch dankbare Abnehmer. Durch das Teilen stellt man sicher, dass sich das Zebragras nicht zu sehr ausbreitet und andere Pflanzen verdrängt. Außerdem neigt das Zebragras stark dazu, mit der Zeit im Inneren zu verkahlen und stattdessen an den neuen, äußeren Ausläufern der Wurzeln üppig zu wachsen. Auch diesem Problem wird mit einer regelmäßigen Teilung entgegengewirkt.

Überwinterung

Miscanthus / ZebragrasZebragras ist sehr kälteunempfindlich und verkraftet Temperaturen bis zu -20° C sehr gut. Daher lässt es sich auch in unseren Breiten gut überwintern und braucht nur wenig Unterstützung, um die Frostperiode zu überstehen.

Die alten Halme sollte man über den Winter stehen lassen und erst im Frühjahr zurückschneiden, damit weder Nässe noch Kälte in die unterirdisch wachsenden Teile der Halme eindringen können, denn dort könnte es sonst zu Frostschäden kommen. Außerdem ziehen die unterirdischen Teile der Halme bei Frost wichtige Nährstoffreserven aus den Halmen.

  • Was tun, wenn der Winter besonders kalt ist?

Ist der Winter besonders kalt und frostig, kann man die Halme oben zusammenbinden, um das Gras noch besser zu schützen. Kübelpflanzen sollten generell zusammengebunden werden, um die Pflanze vor Schnee, Regen und Frost zu schützen.

Damit der Wurzelballen im Topf nicht einfriert, sollte der Kübel über den Winter an einen geschützten Standort verbracht werden, ideal ist ein windgeschützter, überdachter Platz, an dem die Pflanze vor Regen, Schnee und kaltem Wind geschützt ist.

Eine Styroporplatte unter dem Pflanzbehältnis schützt vor Frost, der aus dem Boden hochkriecht und sowohl der Topf als auch die zusammengebundenen Halme sollten am besten mit einem Vlies umwickelt werden. So geschützt übersteht das Zebragras auch im Kübel einen kalten Winter.

Krankheiten und Schädlinge

Spezifische Krankheiten oder Schädlinge, für die das Zebragras besonders anfällig ist, sind bei diesem robusten Ziergras nicht bekannt. Sollte die Pflanze von Schädlingen wie Blattläusen, Schnecken oder Käfern befallen werden, ist mit den jeweils gegen diese Schädlinge wirksamen Maßnahmen zu reagieren. Das gleiche gilt für auftretende Krankheiten.

Besonders zu erwähnen wäre hier nur die Wurzelfäule, die auftritt, wenn die Pflanze einer Staunässe ausgesetzt ist. Zwar liebt die Pflanze einen feuchten Boden, doch wenn sie ständig mit den Wurzeln im Wasser steht, stirbt sie sehr schnell ab und ist meist nach den ersten Anzeichen nicht mehr zu retten.

Wissenswertes

  • Nicht giftig: das Ziergras ist nicht giftig. Es ist sehr gut als Solitärpflanze oder als Sichtschutz geeignet.
  • Pflanzabstand: sollen mehrere Pflanzen gepflanzt werden, empfiehlt es sich, einen Abstand von mindestens einem Meter zwischen den einzelnen Pflanzen einzuhalten.
  • Staudenbeet: Zebragras kann auch in Staudenbeete gepflanzt werden. Besonders attraktiv ist es in Kombination mit gelbblühenden Stauden oder auch mit dem rotblühenden Frauenmantel.
  • Kombipflanze: wer es exotischer mag, kombiniert das Zebragras mit der Kugeldistel.
  • Wurzelsperre: bei der Pflanzung in Beeten sollte unbedingt eine Wurzelsperre verwendet werden, damit sich das Zebragras nicht zu sehr ausdehnt.
  • Platzsparende Art: wer eher wenig Platz im Garten hat, sollte sich für eine aufrechtstehende Art des Zebragrases entscheiden, da diese weniger Platz benötigen als die überhängenden Arten

Das ideale Ziergras für alle, die das Besondere lieben

Durch seine auffälligen Querstreifen ist das Zebragras ein schöner Blickfang im Garten. Die hübschen Halme entschädigen dafür, dass es in unseren verhältnismäßig kurzen Sommern fast nie zur Blüte kommt und machen es auch ohne Blüten zu einem attraktiven Highlight im Garten. Wer also einen anspruchslosen, pflegeleichten Hingucker im Garten sucht, der dennoch nicht zu bunt und auffällig sein sollte, der ist mit dem Zebragras gut beraten.

Fotos: © M. Schuppich, Christian Pedant – Fotolia.com


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