Walnussbaum pflanzen, schneiden und vermehren

Während Haselnusssträucher in vielen heimischen Gärten zu finden sind, gelten Walnussbäume immer noch als etwas Besonderes. Kein Wunder: sie können nicht nur enorm hoch (bis 30 m), sondern auch sehr alt werden (200 Jahre und mehr). Wenn man sich dafür entscheidet, einen Walnussbaum im eigenen Garten zu pflanzen, sollte man einige Punkte beachten – dann steht einer üppigen Ernte der beliebten Nüsse nichts im Wege…

Walnussbaum Pflanzen – Steckbrief von Gartenbista:

Walnussbaum pflanzen: Anleitung

  1. Standort: Zunächst muss der optimale Standort für einen Walnussbaum gefunden werden. „Optimal“ heißt in diesem Fall nicht nur, dass ausreichend Platz vorhanden sein muss, damit sich der Baum in der Höhe und Breite entwickeln kann; es muss auch ein zweiter Walnussbaum in der Nähe sein, wenn der Baum Früchte bilden soll. Walnussbäume sind nämlich keine Selbstbestäuber und benötigen somit immer einen Partner. Das Pendant muss allerdings nicht zwangsläufig auch auf dem eigenen Grundstück angesiedelt werden; angrenzende Gärten reichen völlig aus.
  2. Pflanzzeit: Der optimale Zeitpunkt zum Pflanzen eines Walnussbaumes ist der Herbst.
  3. Pflanzloch: Das Pflanzloch, in welches der Nussbaum gesetzt werden soll, muss doppelt so groß sein wie der Wurzelballen. Nachdem der Baum eingesetzt und ausreichend gewässert wurde, wird das Loch mit Erde aufgefüllt, die gründlich festgetreten wird.
  4. Pflanzpfahl: Ein zusätzlich eingesetzter Pfahl hilft dem jungen Walnussbaum, stabil und gerade zu wachsen.
  5. Angießen: Auch in der Folgezeit ist auf eine ausreichende Bewässerung zu achten.

Walnussbaum schneiden im August

Erst, wenn Walnussbäume ein Alter von 60-80 Jahren erreicht haben, hören sie auf zu wachsen. Dass sie selten höher als 30 m werden, liegt daran, dass sie sehr langsam wachsen. Dennoch sollten sie natürlich geschnitten werden, zum einen, um sie von Wildwuchs zu befreien, zum anderen, damit ihre Höhe noch überschaubar bleibt.

Das Positive an Walnussbäumen ist, dass sie sich sehr gut schneiden lassen, und zwar ganzjährig während der Vegetationsperiode. Dennoch  ist es sinnvoll, sie zu einem Zeitpunkt zu schneiden, an dem sie nicht „voll im Saft stehen“, das bedeutet im August. Walnussbäume neigen nämlich dazu, aus ihren Wunden stark zu „bluten“, und insbesondere im Frühjahr beziehungsweise Frühsommer wäre dies besonders extrem der Fall. Hinzu kommt, dass der Walnussbaum im August sein gesamtes Laubkleid trägt; so kann man sehr schön sehen, an welcher Stelle er zu sehr zu Ausschweifungen neigt.

Je nachdem, ob der Walnussbaum mehr in die Höhe oder in die Breite gehen soll, wird der Schnitt gemacht. bei älteren Bäumen besteht sogar die Möglichkeit, die Krone komplett zu entfernen, was zu einem enormen Zuwachs in der Breite führt. Umgekehrt ist es der Fall, dass ein Walnussbaum an Höhe zulegt, je mehr ihm die Seiten gestutzt werden. Generell ist es wichtig, beim Schneiden auf die „Augen“ zu achten; dies sind Erhebungen an Zweigen, aus denen Austrieb kommt.

Ein Schnitt sollte immer circa 1 cm über solch einem Auge erfolgen. Dabei sollte sämtliche Äste, die nach innen wachsen, entfernt werden, dasselbe gilt für kranke.

Walnussbäume vermehren über Früchte

Die Vermehrung von Walnussbäumen erfolgt über ihre Frucht; die Walnuss. Im Herbst wird eine solche Walnuss (bitte keine aus dem Supermarkt; diese keimen in der Regel nicht) 5-10cm tief in die Erde stecken. Die Sämlinge sollten im ersten Jahr bereits an ihren endgültigen Standort umgepflanzt werden.

Walnüsse Krankheiten, Schädlinge

Der Bakterienbrand ist eine häufig bei Walnussbäumen auftretende Krankheit. Sowohl an den Triebspitzen, als auch auf den Blättern und Früchten bilden sich schwarze Flecken. Insbesondere junge Bäumchen erkranken am Bakterienbrand, der leider nicht heilbar ist.

Auch gegen die Marssonina-Krankheit gibt es leider kein wirksames Mittel. Die Symptome hierbei ähneln derer beim Bakterienbrand, wobei hier nur ältere Bäume betroffen sind.

Gelegentlich werden Walnussbäume auch von Pilzen befallen, die durch ein spezielles Pflanzenschutzmittel vernichtet werden können. Das Problem hierbei ist aber häufig, dass die Walnussbäume derart hoch sind, dass der Hobbygärtner gar keine Chance hat, sämtliche betroffenen Pflanzenteile zu erreichen. Teilweise hilft auch ein großzügiges Entfernen der betroffenen Pflanzenteile.

Blatt- und Schildläuse sind häufig auf Walnussbäumen anzutreffen; eine Bekämpfung ist allerdings nur dann notwendig, wenn der Befall extrem stark ist. Dasselbe gilt für Schmetterlingsraupen, die die saftigen Walnussblätter gerne als Mahlzeit annehmen.

Walnüsse ernten

Wenn im Herbst die Außenschalen der Früchte aufplatzen, sind die Walnüsse reif und fallen von selbst vom Baum. Sie sollten langsam getrocknet werden, am besten auf einer Heizung oder Fensterbank, und können im trockenen Zustand mehrere Monate gelagert werden. Sinnvoll ist, sie in einem Netz an einem nicht zu warmen Ort aufzubewahren.

Heilwirkung von Walnüssen

Neben dem guten Geschmack erfreuen sich Walnüsse ebenfalls großer Beliebtheit aufgrund ihrer Heilwirkung. Insbesondere bei Hautproblemen und Magen-Darm-Beschwerden kann ein Tee aus Walnussblättern  unterstützend eingesetzt werden:

  • Akne
  • Diabetes
  • Ekzeme
  • Gicht
  • Hautentzündungen
  • Magen-Darm-Entzündungen
  • Pickel
  • Rheuma
  • Verstopfung

Hierfür wird ein Tee aus zwei Teelöffeln getrockneten Walnussblättern hergestellt (Blätter mit heißem Wasser übergießen und 10 min ziehen lassen), der sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden kann.

Doch nicht nur die Blätter, sondern auch die grünen, unreifen Früchte besitzen eine Heilwirkung: bis Johannistag (24. Juni) können sie für die folgenden Zwecke geerntet werden (Voraussetzung, dass sie noch komplett durchstechbar sind):

  • Förderung der Durchblutung
  • Reinigung des Blutes
  • Stärkung der Leber

Generell sind auch die reifen Walnüsse gesund: ihnen wird eine Gefäß fördernde Wirkung nachgesagt…

… auf jeden Fall sind sie lecker…

Bitte beachten Sie, dass gartenbista-Artikel nicht den fachlichen Rat eines Arztes, Heilpraktikers oder Physiotherapeuten ersetzen können. Außerdem übernehmen weder der Autor noch gartenbista das Risiko für eine Eigenbehandlung aufgrund dieses Artikels.

Graphik: © M. Schuppich-Fotolia.com


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