Tigerschnegel im Garten ansiedeln – so geht´s

Tigerschnegel, Limax maximus
Tigerschnegel, Limax maximus

Weichtiere ohne Gehäuse verursachen für gewöhnlich großes Unbehagen bei Gartenbesitzern, da sie häufig Fraßschäden an den Pflanzen verursachen. Nicht aber der Tigerschnegel: er ist zwar mit Nacktschnecken verwandt, jedoch frisst er seine Artgenossen und ist somit ein Nützling, den Sie ansiedeln sollten.

Wissenswertes

Der Tigerschnegel (Limax maximus) ist eine Nacktschnecke. Eigentlich müsste er aufgrund seiner Zeichnung „Leopardenschnegel“ heißen: auf brauner oder grauer Grundfarbe zeigen sich dunkle Flecken wie bei einem Leoparden. Am hinteren Körperende gehen diese jedoch in ein Streifenmuster über.

Ursprünglich stammt der Tigerschnegel aus Südeuropa, ist aber inzwischen auch in Mitteleuropa beheimatet. Er ernährt sich von abgestorbenen Pflanzenteilen und Pilzen, jedoch auch von anderen Nacktschnecken sowie deren Eiern. Dadurch verringert er deren Population, was wiederum eine geringere Gefahr für Pflanzen in heimischen Gärten bedeutet. Der bis zu 20 cm lange Limax ist also ein echter Nützling, und jeder kann sich glücklich schätzen, ihn in seinem Garten zu haben. Ob dies der Fall ist oder nicht, bleibt häufig unentdeckt: diese Nacktschnecken verstecken sich tagsüber und kommen nur nachts hervor.

Tigerschnegel – Schädling oder Nützling

Aufgrund der Tatsache, dass der Limax maximus seine Artgenossen sowie deren Eier frisst, ist er definitiv ein Nützling. Darüber hinaus ernährt er sich lediglich von abgestorbenen Pflanzenteilen und niemals von frischen, so dass liebevoll gehegte Pflanzen im Zier- oder Nutzgarten verschont bleiben.

Wenn ein Hobbygärtner eine dramatisch hohe Anzahl Nacktschnecken in seinem Garten hat, sollte er sich Tigerschnegel zur Hilfe holen.

Anleitung zum Ansiedeln

Damit sich der Schnegel heimisch fühlt, sollten folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Ausreichend Nahrung (eiweißreich)
  • Unterschlupf

Als Unterschlupf eignen sich dunkle und feuchte Plätze:

  • Asthaufen
  • Dachziegel
  • Größere Steine
  • Holzstapel
  • Laubhaufen

Gartenbista-Tipp: Gelegentlich verstecken sich Tigerschnegel im Keller. Sollten sie auch nachts dort sein, bitte ins Freie bringen.

Tigerschnegel anlocken

Für gewöhnlich tauchen die Schnegel von ganz alleine auf, wenn es ausreichend Nahrung für sie gibt. Wer also Nacktschnecken im Garten hat, bekommt in der Regel Besuch der Nützlinge. Manchmal jedoch nicht. Im Fachhandel ist daher es möglich, Tigerschnegel zu kaufen. Wer jedoch Eigeninitiative ergreifen möchte, kann den Nützling auch selbst anlocken.

Dies kann durch Futter geschehen. Der Limax liebt Champignons, und so können diese Pilze kleingeschnitten im Garten verteilt werden.

Ist der Tigerschnegel erst einmal da, wird er bleiben: der Nützling ist sehr standorttreu. Aufgrund dessen sowie seiner schnellen Fortpflanzung muss man sich bei seiner Anwesenheit zukünftig keine Gedanken mehr um andere Nacktschnecken machen.

Ist Tigerschnegel giftig?

Es ist zwar eher unwahrscheinlich, dass jemand einen Tigerschnegel verzehren möchte, jedoch ist dies theoretisch möglich. Der Limax ist nicht giftig und sondern auch keine giftigen Substanzen ab, so dass er unbesorgt in die Hand genommen werden kann.

Gefährdung

Die Population von Tigerschnegeln nimmt immer mehr ab. In Schleswig-Holstein sowie Oberösterreich gilt der Nützling bereits als potenziell gefährdet. Wer diese Weichtiere anlockt und ihnen im eigenen Garten ein Zuhause gibt, rettet so nicht nur seine Pflanzen vor anderen Nacktschnecken, sondern trägt auch zum Fortbestand des Limax maximus bei.

 

Symbolgraphiken: © Imke – Fotolia.com



, Kategorie: Garten

4 Kommentare

    1. Also in meinem Garten ist kaum noch eine braune Nacktschnecke zu sehen, seitdem der Tigerschnegel Einzug gehalten hat. Mich freut´s dass er da ist 🙂

  1. Also in meinem Garten ist kaum noch eine braune Nacktschnecke zu sehen, seitdem der Tigerschnegel Einzug gehalten hat. Mich freut´s dass er da ist 🙂

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