Steineiche (Quercus ilex) – Samen, Standort, Winterhart

Die Steineiche (Quercus ilex)  – ein außergewöhnlicher Baum für Individualisten

Steineiche (Quercus ilex) - Samen, Standort, Winterhart
Steineiche (Quercus ilex) – Samen, Standort, Winterhart

Die asymmetrischen, knorrigen Formen, die viele Menschen von der Steineiche im Bonsai-Format kennen, prägen auch die große Steineiche (Quercus ilex).

Allerdings ist diese in voller Pracht und Größe in Deutschland nur selten anzutreffen. Die Überwinterung der nicht 100 % frostharten Bäume ist heikel, weswegen sie oft eher als Kübelpflanzen gehalten werden und während der kalten Monate ins Winterquartier umziehen.

Die Steineiche (Quercus ilex) auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: Quercus ilex
  • Ordnung: Fagales (buchenartige Gewächse)
  • Familie: Fagaceae (Buchengewächse)
  • Gattung: Quercus (Eichen)
  • Heimat: die Steineiche ist im Mittelmeerraum beheimatet, sie wächst vor allem in den Gebieten von Nord-Spanien bis Nordwest-Frankreich an den Küsten des Mittelmeers.
  • Immergrün: die Steineiche ist immergrün.
  • Alter: Quercus ilex erreicht ein Alter von 200 bis 500 Jahren.
  • Wuchshöhe: die normale Wuchshöhe liegt zwischen fünf und 20 Metern. In Einzelfällen kann sie eine Wuchshöhe von bis zu 30 Metern erreichen.
  • Wachstum: Quercus ilex ist ein eher langsam wachsender Baum. Gerade deshalb eignet er sich jedoch gut zur Kübelhaltung.
  • Charakteristische Form: der Baum hat eine breite und ausladende Krone, die oft asymmetrisch wächst und dadurch die charakteristische Form des Baumes prägt.
  • Blüte: Quercus ilex ist getrenntgeschlechtig. Die erste Blüte tritt erst nach etwa 30 bis 40 Jahren auf.
  • Blütezeit: der Baum blüht in den Monaten April/Mai.
  • Frucht: die Frucht ist die ca. 2 cm große sogenannte Eichel.
  • Winterhärte: da der Baum nicht 100 % winterhart ist, kann er in Deutschland im Freiland nur in sehr milden Regionen wie beispielsweise in den Weinbauregionen des Rheins überwintert werden.
  • Kulitivierung: sehr oft wird Quercus ilex aufgrund der eingeschränkten Winterhärte als Kübelpflanze gehalten.

Steineiche (Quercus ilex) – der ideale Standort

Als mediterraner Baum liebt die Steineiche natürlich die Sonne. Am liebsten ist ihr ein warmer, sonniger bis leicht halbschattiger Standort.

Sie kommt nicht gut mit Trockenheit zurecht und bevorzugt einen leicht feuchten Boden, aus diesem Grund fühlt sie sich im Freiland in der Nähe von Teichen oder an Bachufern besonders wohl.

Der immergrüne Baum ist nicht besonders empfindlich gegen Wind, solange dieser nicht zu kalt ist und verträgt daher auch einen leicht zugigen Standort. Ein warmer und zugleich luftiger Standort kommt ihm am meisten entgegen.

  • Steineiche im Kübel: bester Standort

Da die Steineiche in Deutschland meist im Kübel gehalten wird, ist die Wahl des richtigen Standortes nicht allzu schwer, denn der Kübel kann im Bedarfsfall mit der Sonne mitwandern und im Verlauf des Jahres immer wieder umgestellt werden.

Gartenbista-Tipp: Um den Baum leicht bewegen zu können, ist es hilfreich, das Pflanzgefäß, das bei einer etwas größeren Steineiche schon ein gutes Gewicht erreichen kann, auf einen Untersatz mit kleinen Rädern zu stellen.

  • Bester Standort für die Steineiche bei Pflanzung im Freiland

Soll Quercus ilex ins Freiland gepflanzt werden, was nur in milden Regionen Deutschlands zu empfehlen ist, sollte der Standort im Winter nicht in der prallen Sonne liegen, da eine zu starke Einstrahlung der Wintersonne die Rinde schädigen kann.

Der immegrüne Baum entwickelt im Lauf der Jahre tief ins Erdreich reichende Pfahlwurzeln. Bei der Wahl des geeigneten Standortes sollte daher immer darauf geachtet werden, dass die Wurzeln keine Leitungen, Rohre oder ähnliches beschädigen können, indem ein genügend großer Abstand gewahrt wird.

Ähnliches gilt für die sehr ausladend wachsende Baumkrone, auch hier muss der spätere Raumbedarf schon beim Pflanzen beachtet werden.

  • Steineiche: bevorzugter Boden

Quercus ilex hat vor allem als Jungpflanze ein sehr filigranes und empfindliches Wurzelsystem. Damit die feinen Wurzeln Wasser und Nährstoffe aufnehmen können, braucht der junge Baum unbedingt einen lockeren und gut durchlässigen Boden.

Im Freiland bevorzugt die Steineiche daher einen humusreichen Boden, dem zur besseren Durchlässigkeit kleine Steine oder Kies beigemischt werden sollten. Im Kübel sollte die Pflanzerde mit Kies, Blähton oder anderen Mitteln zur Auflockerung gemischt werden.

Steineiche Pflege Tipps

Die Steineiche zählt zu den pflegeleichten Pflanzen im Garten.

  • Steineiche gießen

Im Sommer sollte sie nie völlig austrocknen, weshalb bei anhaltenden Trockenzeiten und warmen Temperaturen auch im Freiland immer wieder der Feuchtigkeitsgehalt der Erde geprüft werden muss. Vor allem als junge Pflanze, deren Wurzeln noch nicht allzu tief reichen, muss sie gegebenenfalls sogar täglich gegossen werden.

Im Kübel braucht sie immer regelmäßig Wasser, hier sollte darauf geachtet werden, dass das Substrat immer leicht feucht bleibt. Das Gießwasser sollte immer nur an den Wurzeln gegeben und nicht über den gesamten Baum gegossen werden.

Im Winter verringert sich der Wasserbedarf, doch ganz ohne kommt sie auch während der kalten Monate nicht aus.

Junge Bäume im Freiland können bei langanhaltenden Trockenperioden an frostfreien Tagen zurückhaltend gegossen werden, Kübelpflanzen brauchen regelmäßig ein wenig Wasser, sodass sie nicht vollständig austrocknen.

Gartenbista-Tipp: Um dem Austrocknen des Bodens vorzubeugen, kann eine Mulchschicht über den Wurzeln aufgebracht werden.

  • Steineiche düngen

Was die Düngung angeht, ist sie ebenfalls eher anspruchslos. Im Freiland reicht es, einmal im Frühjahr und einmal im Sommer mit Kompost oder einem entsprechenden organischen Volldünger zu düngen.

Im Kübel sollte während der Vegetationsphase alle 14 Tage mit einem handelsüblichen Volldünger gedüngt werden. Steineichen im Kübel sollten außerdem spätestens alle zwei Jahre umgetopft werden.

  • Steineiche schneiden

Ein Schnitt ist nicht zwingend erforderlich. Ihre charakteristisch asymmetrisch knorrige Form erreicht sie meist allein und ohne Eingreifen am schönsten.

Dennoch ist sie schnittverträglich und will man mit der Gartenschere Hand anlegen, sollte das am besten im späten Winter oder im sehr zeitigen Frühjahr geschehen. Dazu wählt man einen frostfreien und trockenen Tag ohne Sonne.

Folgende Dinge müssen beim Schnitt beachtet werden:

  • Nicht bis ins alte Holz schneiden.
  • Kranke, beschädigte und tote Zweige herausschneiden.
  • Nach oben oder innen wachsende Triebe auslichten.
  • Zu lange und aus der Form wachsende Äste über einem nach außen zeigenden Auge schneiden.

Gartenbista-Tipp: Zum Schneiden muss eine scharfe Garten- oder Astschere benutzt werden, da stumpfes Schneidwerkzeug die Zweige und Äste quetscht und beschädigt.

Die Samen der Steineiche (Quercus ilex)

Eicheln - die Samen der Steineiche (Quercus ilex)
Eicheln – die Samen der Steineiche (Quercus ilex)

Die Steineiche bildet nach der Blüte zwei bis drei Zentimeter große Eicheln – die Samen der Steineiche – die im Herbst reif sind.

Die erste Blüte der Steineiche zeigt sich jedoch erst, wenn der Baum etwa 30 bis 40 Jahre alt ist, sodass vorher auch nicht mit Früchten zu rechnen ist.

Vor allem auf der Iberischen Halbinsel kommt den Früchten eine besondere Bedeutung zu. Die Bäume werden dort in Hainen gepflanzt, die die Bezeichnung Dehasa tragen. Dabei handelt es sich um Weideland, das auch als Hutewald oder Waldweide bezeichnet wird.

Die halbwilden, iberischen Schweine werden zur Mastzeit im Herbst, die zeitgleich mit der Reife der Eicheln stattfindet, auf diesen Weiden gehalten und fressen dort die Eicheln. Diese Form der Ernährung ist maßgeblich für den charakteristischen Geschmack, die Farbe und die Konsistenz des iberischen Schweinefleisches verantwortlich.

  • Kann man die Samen der Steineiche essen?

Steineichen Samen (Eicheln) sind nicht giftig, sie sind auch für Menschen genießbar und sie schmecken ja nach Reifegrad süß oder bitter. Sie können sowohl in rohem, als auch in gegartem Zustand verzehrt werden. Hierzulande ernähren sich auch Eichhörnchen und andere Wildtiere von den Früchten.

Natürlich dienen die Früchte in erster Linie der Vermehrung der Steineichen und verschlägt es eine Eichel durch den Wind oder ein Tier in den Garten oder auch in den Balkonkasten, kann es durchaus vorkommen, dass dort eine kleine Steineiche zu wachsen beginnt.

Steineichen vermehren

Neben der Vermehrung über die Steineichen Samen – sprich die Eicheln – kann Quercus ilex auch über Steckhölzer vermehrt werden. Die schräg angeschnittenen Steckhölzer werden dazu in Anzuchtgefäßen mit einem feuchten Torf-Sand Gemisch gezogen.

Ist die Steineiche winterhart?

Die Steineiche (Quercus ilex) ist ein immergrüner Baum, der im Mittelmeerraum beheimatet ist. Er ist nur sehr bedingt winterhart.
Die Steineiche (Quercus ilex) ist ein immergrüner Baum, der im Mittelmeerraum beheimatet ist. Er ist nur sehr bedingt winterhart.

Der Baum ist bedingt winterhart, das bedeutet, er kann kurzzeitig Temperaturen bis zu -15° C aushalten, bei länger anhaltendem Frost wird er jedoch erfrieren.

Das ist jedoch nicht die einzige Gefahr, die der Steineiche im Winter im Freiland droht. Sie verträgt sehr schlecht Temperaturschwankungen, wie sie die starke und intensive Wintersonne mit sich bringen kann. Durch eine starke Sonneneinstrahlung im Winter platzt die Rinde auf und der Baum ist Krankheiten, Pilzen und Schädlingen schutzlos ausgeliefert.

Die Steineiche kann daher in Deutschland nur in sehr milden Regionen im Freiland gehalten werden und sollte an einem Standort stehen, an dem sie im Winter nicht der Sonne ausgesetzt ist. Alternativ kann sie auch durch Schattennetze oder ein Vlies vor der Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Steineiche im Kübel überwintern

Im Kübel kann die Steineiche relativ einfach überwintert werden, vorausgesetzt, man kann ihr ein geeignetes Winterquartier bieten.

  • Wahl des richtigen Standorts zum Überwintern der Steineiche: zum Überwintern bietet sich optimal ein ungeheizter, heller Wintergarten an, aber auch in einem hellen Treppenhaus fühlt sich die Steineiche im Winter wohl.
  • Frostfrei: wichtig ist, dass der Raum frostfrei ist und keinen großen Temperaturschwankungen unterliegt.
  • Ideale Temperatur: die ideale Überwinterungstemperatur liegt bei etwa 8° C.
  • Alternative: lässt sich kein heller, frostfreier Raum finden, kann die Steineiche auch in einem etwas dunkleren Raum wie einer Garage oder einem Kellerraum überwintert werden.
  • Bedarf an Tageslicht: ein gewisses Maß an Tageslicht benötigt sie jedoch und je dunkler sie steht, desto mehr Blätter wird sie im Winter verlieren. Diese wachsen jedoch im Frühjahr wieder.

Gießen und Düngen im Winter

Die Steineiche braucht auch im Winter etwas Wasser und sollte im Freiland an frostfreien Tagen mäßig gegossen werden. Im Kübel im Winterquartier sollte regelmäßig, aber nicht zu häufig und nur wenig gegossen werden. Düngen ist während der Winterruhe nicht notwendig.

Krankheiten und Schädlinge der Steineiche

Die Steineiche ist relativ robust und widerstandsfähig gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Mehltau oder Schildläuse können auftreten, können jedoch meist gut in den Griff bekommen werden.

Wirklich empfindlich reagiert die Steineiche jedoch auf Trockenheit, Frost – bei Kübelpflanzen besonders Spätfröste im Frühjahr -, Wintersonne und Schadstoffe in der Luft.

Die Steineiche (Quercus ilex) – eine ausgefallene Kübelpflanze für Garten, Terrasse und Balkon

Durch die knorrige Wuchsform bietet Quercus ilex, der im Kübel immerhin bis zu zwei Meter groß werden kann, eine ungewöhnliche und ausgefallene Dekoration für Terrasse und Garten. In Deutschland ist der immergrüne Baum aufgrund der mangelnden Winterhärte nicht allzu bekannt, sodass man mit einer Steineiche im Kübel sicherlich viele bewundernde und neugierige Blicke auf sich ziehen wird. Wer das Besondere liebt, liegt mit diesem attraktiven Baum genau richtig.

 

Fotos: © lfrabanedo, LianeM – Fotolia.com

 


, Kategorie: Garten

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