Sommerwiese anlegen – das muss ich dabei beachten

Lesezeit: 6 Min.
Sommerwiese
Sommerwiese

Wenn Rasenmähen nicht zu den liebsten Hobbys gehört, da Herz aber für Blumen schlägt, könnte man sich als Gartenbesitzer überlegen, eine Sommerwiese anzulegen. Diese ist nicht nur pflegeleicht und bietet einen wunderschönen Anblick: sie dient zudem als Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten. Beim Blumenwiese Anlegen sind einige kleine Tipps zu beherzigen, die wir Ihnen nachfolgend erläutern möchten.

Was ist eine Sommerwiese?

Der Begriff Sommerwiese verursacht bei vielen Menschen ein wunderbares Gefühl: sie assoziieren ihn mit bunten Blumen, Schmetterlingen, Bienen und anderen Insekten, einem süßlichen, angenehmen Duft sowie warme Temperaturen. So ganz verkehrt ist dies nicht: eine Sommerwiese- auch als Wildblumenwiese bekannt – ist tatsächlich ein Areal, auf dem kein Rasen kultiviert wird, sondern blühende Pflanzen wachsen dürfen. Diese wiederum verströmen den nasenfreundlichen Duft und locken besagte Insekten an.

Kann ich sie selber anlegen?

Es ist sehr gut möglich, eine Sommerwiese selbst anzulegen. Hierfür bedarf es keine besonderen Vorkenntnisse; lediglich etwas Platz und ein geeigneter Boden sind notwendig.

Vorteile

Solch eine Sommerwiese bringt so mache Vorteile mit sich. Zum einen stellt sie eine Nahrungsquelle für Insekten dar und bietet ihnen sowie anderen Tieren einen Lebensraum. Im Zuge fortschreitender Urbanisierung haben es die kleinsten Lebewesen in unserer Welt häufig sehr schwer, geeignete Plätze zum Leben und Essen zu finden. Dank der Blumenwiese haben sie eine Heimatgefunden.

Doch auch, wer kein so großes Herz für Insekten hat, wird eine Sommerwiese zu schätzen wissen, und zwar aus dem einfachen Grund, dass sie wunderschön aussieht. Die verschiedenen Pflanzen wachsen harmonisch miteinander und bestechen durch ihre farbige Blütenpracht. So bekommt man eine außergewöhnliche, farbenfrohe Dekoration, die zudem noch pflegeleichtwären – womit wir bei einem weiteren Vorteil wären.

Eine Sommerwiese macht nicht viel Arbeit: sie muss weder regelmäßig gemäht, gedüngt oder gewässert werden. Auf kargen Böden, auf denen ansonsten nicht allzu viel gedeihen kann, kann solch eine Wiese entstehen. Ein Hobbygärtner, der einen natürlichen Anblick schätzt und sich nicht gerne allzu viel Gedanken um die Pflege machen möchte, wird mit einer Blumenwiese voll auf seine Kosten kommen.

Der richtige Standort für eine Sommerwiese

Ein sonniger Standort ist unabdingbar
Ein sonniger Standort ist unabdingbar

Für eine üppig blühende Sommerwiese sollte der Standort zwingend sonnig sein. Unter Bäumen sowie auf anderweitig beschatteten Plätzen wird es nicht möglich sein, solch ein Areal anzulegen. Dieses muss im Übrigen nicht besonders groß sein: bereits eine Fläche von 100 m2 ist ausreichend, um dieses besondere Biotop zu kreieren.

Dieser Boden ist geeignet

Im Gegensatz zu anderen Pflanzen benötigen die Gewächse einer Sommerwiese einen mageren, trockenen Boden – nicht umsonst wird solch eine Wiese auch als „Magerwiese“ bezeichnet.

Geeignete Blumen

Kornblumen sind ebenfalls sehr gut geeignet
Kornblumen sind ebenfalls sehr gut geeignet

Heimische Wiesenblumen sind besonders gut dazu geeignet, auf einer Sommerwiese kultiviert zu werden. Dadurch wird nicht nur der Fortbestand der – teilweise vom Aussterben bedrohten – Gewächse gesichert: Bienen und andere Insekten kennen diese Pflanzen und werden sie demzufolge als Nahrungsquelle akzeptieren. Sehr gut geeignet sind unter anderem:

  • Gänseblümchen
  • Löwenzahn
  • Margerite
  • Pechnelke
  • Schafgarbe
  • Scharfer Hahnenfuß
  • Schlüsselblume
  • Wiesen-Bocksbart
  • Wiesen-Glockenblume

Für welche sich individuell entscheiden wird, hängt vom persönlichen Geschmack ab.

Gartenbista-Tipp: Im Fachhandel sind bereits fertige Sommerwiesenblumen-Mischungen erhältlich.

Was gehört noch auf eine Sommerwiese?

Neben den oben erwähnten Blumen sollten auch andere Gewächse nicht fehlen:

  • Brennnesseln
  • Disteln
  • Gräser
  • Klee
  • Kräuter

Boden für eine Sommerwiese vorbereiten

Boden gründlich umgraben
Boden gründlich umgraben

Leider ist es in den allermeisten Fällen nicht so, dass man einfach Blumen aussäen kann und sodann eine Sommerwiese hat. Zunächst muss der Boden darauf vorbereitet werden. wie dies individuell zu geschehen hat, hängt davon ab, wofür das Areal zuvor genutzt worden ist. Befand sich Rasen oder sonstiger Bewuchs auf der Fläche, so muss dieser abgetragen und restlos entfernt werden. Bitte auch an Wurzeln und sonstige Rhizome denken!

 

 

Gartenbista-Tipp: Sollte die Erde zu nährstoffreich sein, wird Sand in den Boden eingearbeitet.

Sommerwiese anlegen – Anleitung

Wenn jeglicher Bewuchs entfernt worden ist, wird die Fläche umgegraben, und zwar so tief wie möglich. Größere Erdklumpen werden zudem mit dem Spaten zerkleinert. Bei größeren Flächen kann dies ehr gut mithilfe einer Motorhacke erledigt werden.

Anschließend wird mit einem Rechen die Fläche eingeebnet. Danach sollte sie einige Tage lang ruhen, um sich zu setzen. Wer nicht so lange warten möchte, kann eine Walze zur Hilfe nehmen und mit dieser den Boden verdichten.

Samen nicht zu tief einharken
Samen nicht zu tief einharken

Nun ist es Zeit für die eigentliche Aussaat. Pro Quadratmeter sollten 5 – 10 g Saatgut einkalkuliert werden. Die Praxis zeigt jedoch, dass es sinnvoll ist, mehr zu verwenden. Die Samen sind sehr verlockend für Gartenvögel, Mäuse und andere tierische Bewohner, so dass sie manchmal schneller verzehrt werden, als dem Hobbygärtner lieb ist. Das Saatgut wird breitwürfig ausgebracht, während man über die vorbereitete Fläche geht, und anschließend einige Millimeter tief in den Boden eingeharkt. Zur endgültigen Verdichtung ist es notwendig, dass noch einmal mit der Walze über die Fläche gegangen wird.

Ganz fertig ist man danach immer noch nicht: die Bewässerung darf nicht außer Acht gelassen werden. Hierfür eignen sich Sprengregler, welche die Fläche gut durchfeuchten, ohne dass sich Pfützen bilden.

Gartenbista-Tipp: Dem Saatgut das natürliche Mineral Vermiculit hinzufügen, da dieses wasserspeichernde Eigenschaften besitzt.

Wege können sinnvoll sein…

So schön eine Sommerwiese auch aussieht: unbedingt betreten werden sollte sie nicht. die meisten Pflanzen reagieren recht empfindlich auf eine Belastung durch Tritte, so dass davon Abstand genommen werden sollte.

Nun ist es jedoch bei größeren Wiesen ungemein verlockend, sie zu durchqueren und sich an dem Anblick der Blüten und Insekten zu erfreuen. Hierfür ist es sinnvoll, kleinere Wege mitten durch die Fläche zu errichten. Diese müssen nicht gepflastert sein; es ist vollkommen ausreichend, sie einfach an den gewünschten Stellen in die Wiese einzumähen. Alternativ können bei der Aussaat die entsprechenden Stellen ausgespart und später mit Rasensamen bestückt werden (ist nicht ganz einfach).

Zeitpunkt

Optimal ist es, eine Sommerwiese zwischen März und Mai anzulegen. Zu diesem Zeitpunkt ist kein allzu strenger Frost mehr zu erwarten, so dass die Samen gut keimen können. Bereits im Jahr der Aussaat wird die Wiese sich prachtvoll entwickeln und Heerscharen von Insekten anlocken.

Gartenbista-Tipp: Die Aussaat an einem windstillen Tag durchführen, damit das Saatgut nicht davonfliegt.

Blumenwiese pflegen – Tipps

Eine Sommerwiese ist sehr pflegeleicht: sie benötigen weder Wasser noch Dünger. Auch ist es nicht notwendig, sie ständig zu mähen: ein einmaliges Jährliches Mähen erreicht vollkommen aus. Dieses wird im September durchgeführt.

Einzig im Jahr des Anlegens sollte zwei-, eventuell auch dreimal gemäht werden. diese Maßnahme dient dazu, Unkraut in Schach zu halten und die gewünschten Pflanzen zu stärken. Das erste Mal erfolgt bereits 10 Wochen nach der Aussaat; das zweite Mal im Spätsommer und das dritte Mal Ende September. Wird die Sommerwiese erst im Mai angelegt, so entfällt das Mähen im Sommer.

Video-Tipp der Redaktion: Bienenwiese anlegen

In folgendem Video wird erklärt, wie einfach man eine Bienenwiese anlegen kann:

Was ist noch interessant für Hobbygärtner?

Diese Fragen stellen Hobbygärtner häufig:

Ein- oder mehrjährige Blumen für eine Sommerweise?

Werden einjährige Blumen ausgesät, so muss das Procedere jährlich wiederholt werden. demzufolge sind mehrjährige Pflanzen besser geeignet, wobei auch bei dieser Entscheidung der persönliche Geschmack des Hobbygärtners berücksichtigt werden sollte.

Wie lange dauert die Entwicklung einer Sommerwiese?

Bis sie sich vollends entwickelt hat, benötigt eine Sommerweise etwa drei Jahre. Erst dann wird sie in ihrer üppigen Schönheit erstrahlen, wobei sie bereits auf dem Weg dorthin von Jahr zu Jahr bunter und fröhlicher wird.

Wie lange braucht eine Sommerwiese zum Keimen?

Die Samen für die Wiesenblumen sind Lichtkeimer und werden demzufolge nicht tief in den Boden eingearbeitet. Dies führt dazu, dass es sortenabhängig wenige Tage bis einige Wochen dauert, bis das Saatgut zu Keimen beginnt.

 

Symbolgraphiken: © meteo021 – stock.adobe.com; Georg Kippes – stock.adobe.com; vbaleha – stock.adobe.com; torte83 – stock.adobe.com; andiano_cz – stock.adobe.com


• 8. Juni 2021 • Kategorie: Garten

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