Selbstversorger Garten – von der Planung bis zur Ernte

Lesezeit: 16 Min.
Selbstversorger Garten - der Traum vieler Hobbygärtner
Selbstversorger Garten – der Traum vieler Hobbygärtner

Häufig ist Obst und Gemüse, welches im Handel erhältlich ist, mit Pflanzenschutzmitteln behandelt worden. Auch die Herkunft ist nicht immer eindeutig. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen dazu tendieren, einen Selbstversorger Garten anzulegen und diesen zu bewirtschaften. Mit der richtigen Planung und Vorbereitung ist dies gar nicht so schwer.

Eckpunkte eines Nutzgartens

Manch ein Gartenbesitzer fühlt sich wie Christoph Columbus, als dieser die Neue Welt entdeckte: er plant, einen Selbstversorger Garten anzulegen und denkt, dies wäre ein absolutes Novum. Ist es jedoch nicht. Blicken wir einige Jahrzehnte zurück, so wird uns auffallen, dass sehr, sehr viele Menschen ihre Gärten weniger für Zier- als für Nutzpflanzen verwendet haben. Den ganzen Sommer wurde angebaut, bewirtschaftet und geerntet, anschließend konserviert, so dass während der kalten Jahreszeit immer selbst angebautes Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stand.

Dadurch, dass das Einkaufen immer mehr erleichtert wurde, die Gärten eher Erholungs- denn Arbeitszwecken dienten und die Menschen im Allgemeinen den eigenen Anbau nicht mehr so wertschätzten, ging diese Tradition immer mehr verloren. Nun erlebt der Selbstversorger Garten jedoch eine Renaissance: immer mehr Menschen legen Wert auf ökologischen Anbau und scheuen sich zudem nicht, sich die Hände für frisches Gemüse schmutzig zu machen. Nun ist Wissen um das Anlegen und Kultivieren eines solchen Gartens jedoch immer mehr in Vergessenheit geraten. Während unsere Groß- und Urgroßmütter noch aus dem Effeff wussten, wann sie welches Obst und Gemüse anzubauen hatten, müssen wir dies wieder neu erlernen. So unterliegt jeder Nutzgarten fünf Eckpunkten, die allesamt wichtig sind:

  • Planung
  • Anlegen
  • Kultivieren
  • Ernten
  • Konservieren

Selbstversorger Garten – Voraussetzungen

Größe, Lage & Zeit sind entscheidend
Größe, Lage & Zeit sind entscheidend

Generell gibt es verschiedene Voraussetzungen zum Anlegen eines Nutzgartens:

  • Größe
  • Bodenqualität
  • Zeit

Sie alle sollten zwingend im Vorfeld geklärt werden, bevor es an die weitere Planung geht.

Größe

Nun kann man sich nicht einfach hinstellen und sagen, dass man einen Selbstversorger Garten anlegen möchte, ohne dass der passende Platz dafür zur Verfügung steht. Mit ein paar Quadratmetern Bodenfläche lassen sich vielleicht Kräuter anbauen, aber längst nicht genug Ertrag erzielen, um sich selbst oder gar mehrere Personen davon zu versorgen. Grundsätzlich geht man davon aus, dass für eine vollständige Versorgung pro Person 100 m2 zur Verfügung stehen sollten – und das lediglich für Gemüse. Obstbäume, die ebenfalls in einem solchen Garten nicht fehlen dürfen, werden nochmals gesondert behandelt.

Steht solch ein Areal nicht zur Verfügung, so kann man gegebenenfalls die Art des Selbstversorgergartens etwas variieren:

  • 75 m2 pro Person, wenn die Versorgung größtenteils aus dem eigenen Garten erfolgen soll
  • 50 m2 pro Person bei einer nur teilweise erfolgenden Versorgung
  • Kleine Areale, wenn nur bestimmte Gemüsesorten kultiviert werden sollen

Gartenbista-Tipp: Wer seine Kartoffeln nicht selbst anbauen möchte, benötigt nur etwa die Hälfte der oben angegebenen Fläche!

Lage

Um sich optimal entwickeln zu können, benötigen Pflanzen Sonne und Nährstoffe. Leider werden diese wichtigen Kriterien häufig nicht bedacht, wenn es um die Planung eines Selbstversorgergartens geht. Spätestens beim Ausbleiben einer üppigen Ernte wird dies bereut; man sollte sich also bereits im Vorfeld Gedanken um die Lage der Beete sowie den Boden machen. Ideal ist ein Standort, wenn er folgende Kriterien aufweist:

  • Geschützt
  • Luftig, jedoch windgeschützt
  • Sonnig
  • Warm

Die meisten Grundstücke haben irgendwo solche Plätze, die zur Nutzfläche gemacht werden können.

Bodenqualität

Der Standort alleine ist jedoch nicht ausschlaggebend; auch der Boden sollte den Pflanzen genehm sein:

  • Durchlässig
  • Humusreich
  • Locker
  • Wasserspeichernd

Leider sind die meisten Böden von sich aus nicht so – im Gegenteil. Sie sind häufig nicht durchlässig genug, so dass sich Staunässe bilden kann. Dieses Problem kann behoben werden, in dem etwas Sand unter die Erde gemischt wird. Arbeitsaufwändiger hingegen ist die Verbesserung des Boden in Richtung Nährstoffe. Ist die Erde nicht nährstoffreich genug, bietet sie im wahrsten Sinne des Wortes keinen guten Nährboden für Gewächse und muss demzufolge verbessert werden. Eine gute Methode, um dies zu erledigen, ist eine Gründüngung im Herbst. Lupinen, Senfsaat und andere geeignete Pflanzen werden ausgesät. Sie entwickeln sich, lockern den Boden auf, und beim Verrotten geben sie Nährstoffe an ihn ab. So verbessern sie ganz nebenbei das Bodenleben. Zusätzlich sollte im Frühjahr reifer Kompost in die Erde eingearbeitet werden.

Zeit

Ein wichtiger Faktor, der von vielen Pflanzenfreunden vergessen wird, ist die Zeit. Ein Garten braucht viel Aufmerksamkeit und Pflege, ein Gemüsegarten noch mehr. Ein Selbstversorger Garten hingegen ist noch eine Stufe arbeitsintensiver: es gibt ständig etwas zu tun:

  • Beete vorbereiten
  • Aussaat
  • Pflanzen
  • Gießen/Düngen
  • Schädlingskontrolle
  • Unkraut jäten
  • Ernten
  • Konservieren
  • Vorbereitung der Beete für die folgende Saison

All diese Tätigkeiten sind mehr oder minder sehr arbeitsintensiv und vor allem: während der Saison fällt ständig etwas an. Man kann es sich also nicht nach Feierabend auf dem Sofa gemütlich machen in der Hoffnung, dass die Pflanzen irgendwie wachsen werden. Täglich müssen zwischen 30 und 60 Minuten eingeplant werden – und zwar im Jahresdurchschnitt. Bedenkt man, dass im Winter so gut wie keine Arbeit anfällt, kann man sich leicht vorstellen, wie groß der Arbeitsaufwand tatsächlich ist. Dazu muss man bereit sein, und noch ein anderer wichtiger Faktor sollte im Vorfeld bedacht werden: die Urlaubszeit. Wenn man Jahr für Jahr – vielleicht sogar in der Hauptsaison – für mehrere Wochen verreisen möchte, sollte man bereits beim Anlegen eines Nutzgartens wissen, in wessen treue Hände man ihn während dieser Zeit legen möchte. Einfach wird es nicht, eine adäquate Vertretung zu finden, denn auch diese muss täglich bereit sein, die Pflege zu übernehmen.

Körperlich alles fit?

Auch die körperliche Fitness ist nicht unerheblich: ist man derart eingeschränkt, dass man sich weder bücken kann noch umgraben oder ernten, sollte man sich eventuell von dem Traum eines eigenen Selbstversorgergartes verabschieden. Gartenarbeit ist – teilweise – hart. Gelenke, Rücken, Knie und Hände leiden durchaus, wenn sie die Tätigkeiten verrichten müssen. Startet man schon angeschlagen in sein Projekt, so ist dieses bedauerlicherweise zum Scheitern verurteilt.

Hochbeete könnten Abhilfe schaffen: sie ermöglichen ein rückenschonendes Gärtnern. Es ist jedoch fraglich, ob sie in derart ausreichender Menge gebaut werden können, um tatsächlich der kompletten Selbstversorgung dienen zu können. Dennoch sollte man diese Option nicht außer Acht lassen.

Mieten möglich?

Es ist tatsächlich in vielen Städten möglich, einen Gemüsegarten zu mieten. Dabei kann man zwar nicht seiner Kreativität freien Lauf lassen – die Beete sind bereits bepflanzt beziehungsweise besät -, jedoch lässt sich so wunderbar Gemüse kultivieren und ernten. Diese Mietbeete sind übrigens auch für Neulinge im Bereich des Gemüseanbaus geeignet: Landwirte und andere Fachleute stehen einem mit Rat und Tat zur Seite.

Gibt es auch einen Selbstversorger Balkon?

Sollen nur einige wenige Gemüse- oder Obstsorten angebaut werden oder Kräuter, so ist ein Balkon hervorragend dazu geeignet. Als reine Quelle der Selbstversorgung leider nicht. Die hierfür benötigte Fläche ist einfach zu gigantisch, als dass sie aus Balkonen irgendwie durch Hoch- oder Etagenbeete kompensiert werden könnten.

Planung ist das A und O

Wenn der Plan gefasst wurde, einen Selbstversorgern Garten anzulegen, so möchte man am liebsten gleich damit loslegen – verständlich. Dennoch ist von überhasteten Aktionen abzuraten – so schwer es auch fallen mag. Eine sorgfältige Planung ist wichtig, und zwar in zweierlei Hinsicht:

  • Grundsätzlich (Anlegen von A – Z)
  • Individuell (jährlich)

Die grundsätzliche Planung befasst sich mit den ersten Schritten hin zu einem Nutzgarten; die individuelle hingegen erfolgt jedes Jahr aufs Neue. Dabei werden Faktoren wie Vorziehen von Pflanzen, Fruchtfolge und Mischkulturen berücksichtigt; eventuell auch eine sukzessive Vergrößerung der Nutzfläche.

Ermittlung des Bedarfs

Der Jahresbedarf an Obst und Gemüse sollte ermittelt werden
Der Jahresbedarf an Obst und Gemüse sollte ermittelt werden

Kaum jemand weiß tatsächlich konkret, wie viel Obst und Gemüse er jährlich verzehrt. Beim Planen eines Gartens zur Selbstversorgung sollte man den Bedarf jedoch in groben Zügen kennen. Nur so ist es möglich, die Menge anzubauen, die benötigt wird.

Die Ermittlung des Bedarfs ist ein etwas langwieriges Unterfangen. Ein paar Wochen lang sollte alles an Obst und Gemüse aufgeschrieben werden, was gekauft worden ist. anhand der so gewonnene Daten kann der jährliche Bedarf errechnet werden. Dabei sind jedoch auch saisonale Obstsorten zu berücksichtigen, die für die Wintermonate konserviert werden.

Diese sollte man auf keinen Fall vergessen: Anbau und Ernte sind in der kalten Jahreszeit nicht möglich, so dass Obst und die allermeisten Gemüsesorten auf Vorrat kultiviert werden müssen.

Tipp: Selbstversorger Garten jährlich vergrößern

Wenn ein Selbstversorger Garten angelegt wird, sollte man sich zunächst nicht übernehmen – egal, wie hoch der errechnete Bedarf ist. Es ist sinnvoller, ihn zunächst eher klein zu halten und gegebenenfalls jährlich zu vergrößern. Kommen peu à peu das eine oder andere Beet, ein Obstgehölz oder ein Beerenstrauch hinzu, so ist die damit einhergehende Arbeit leichter zu bewältigen, als wenn der Aufwand bereits im ersten Jahr anfällt.

Pflanzplan erstellen

Ist der Bedarf ermittelt, ist es sinnvoll, einen Pflanzplan zu erstellen. Es ist nicht jedermanns Sache; viele Hobbygärtner pflanzen einfach drauf los. Kann man machen, jedoch ist es bei einem so großen Projekt wie einem Selbstversorger Garten durchaus anzuraten, die Pflanzen mit Bedacht anzuwählen.

Welche Gemüsesorten für Selbstversorgung?

Es gibt einige Klassiker, die in keinem Selbstversoger Garten zu fehlen scheinen: Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln. Einen Masterplan gibt es jedoch nicht. Vielmehr sollte das angebaut werden, was man selbst gerne isst. Es macht keinen Sinn, zentnerweise Kartoffeln einzulagern, wenn man ausschließlich Reis isst. Wer keine Zwiebeln mag, braucht sich nicht mit ihnen zu bevorraten.

Jene Hobbygärtner, die nahezu alles mögen, was pflanzlichen Ursprungs ist, können ihr Augenmerk auf andere Kriterien richten, wie beispielsweise die Haltbarkeit beziehungsweise Lagerfähigkeit. Grundsätzlich sind zum Lagern beziehungsweise Einkochen folgende Gemüsesorten hervorragend geeignet:

  • Bohnen
  • Chili
  • Erbsen
  • Gurke
  • Kartoffeln
  • Knoblauch
  • Kohlsorten
  • Kürbis
  • Meerrettich
  • Möhren
  • Paprika
  • Rote Bete
  • Zwiebeln

Andere Sorten sind auch sehr beliebt, jedoch überwiegend zum Sofortverzehr geeignet:

Neben diesen „Klassikern“ gibt es noch viele andere Gemüsearten, die sich durchaus in Hausgärten kultivieren lassen. Wie wäre es beispielsweise mit Topinambur? Er besticht wochenlang durch seine Blütenpracht und bringt darüber hinaus noch schmackhafte Knollen hervor. Oder Ingwer? Einfach zu kultivieren, sehr gesund und in vielerlei Hinsicht zu verarbeiten….

Obstbäume nicht vergessen

Was wäre ein Selbstversorger Garten ohne Obstbäume und -sträucher? Leider wird dabei häufig vergessen, dass sie Platz brauchen, und zwar sehr viel. Die Gehölze werden mit zunehmendem Alter immer breiter und höher, wachsen ausladend und/oder klettern. Ausgewachsene Obstbäume benötigen je nach Sorte zwischen 30 und 100 m2. Ein kleines Eckchen irgendwo im Garten ist demzufolge nicht ausreichend, und ein einzelner Baum deckt auch nicht zwingend den Bedarf einer ganzen Familie an Obst…

Wer nicht ganz so viel Platz zur Verfügung hat, kann auf Zwergobstbäume oder Säulenobst zurückgreifen. Diese Gehölze wachsen nicht so imposant, allerdings ist auch ihr Ertrag etwas geringer.

Gartenbista-Tipp: Spalierobst kann ebenfalls eine gute Alternative zu klassischen Obstbäumen sein.

Kräuter

In jeden guten Garten gehört ein Kräuterbeet, oder? Jein. Dies ist nur in jenen Fällen nötig, wenn der Hobbygärtner auch tatsächlich Kräuter zur Selbstversorgung braucht. In den allermeisten Fällen wird das so sein; was gibt es Schöneres, als einen Salat, ein Dressing oder einen Kräuterquark mitfrisch geernteten Kräutern herzustellen? Oder diese für die kalte Jahresszeit zu trocknen? Dennoch gibt es tatsächlich Menschen, die keinen Wert auf solche Pflanzen legen. Sie kultivieren vielleicht einen Schnittlauch oder eine Petersilie irgendwo in einem Gemüsebeet, wodurch ihr Bedarf an Würzkraut gedeckt ist.

Alle anderen jedoch sollten auf jeden Fall ein Fleckchen für das eine oder andere Kräuterbeet einplanen. Sehr gut lassen sich diese Pflanzen auch im Hochbeet kultivieren, wobei Rücksicht auf die unterschiedlichen Standortansprüche genommen werden kann.

Selbstversorger Garten anlegen

Tipp: Selbstversorger Garten zunächst auf dem Papier anlegen
Tipp: Selbstversorger Garten zunächst auf dem Papier anlegen

Die theoretische Planung sollte nun soweit abgeschlossen sein, dass näher ins Detail gegangen werden kann. Im Klartext bedeutet dies: das Anlegen des Nutzgartens. Dieses ist nicht identisch mit dem Anbau von Pflanzen – noch nicht. Zunächst müssen weitere grundlegende Schritte durchgeführt werden, bevor die Kultivierung begonnen werden kann.

Standort & Boden

Bezüglich des Standorts und der dort herrschenden Bodenverhältnisse sollte man sich inzwischen so weit sicher sein, dass an dem ausgewählten Plätzchen tatsächlich jene Bedingungen herrschen, die benötigt werden. Nun können dort die einzelnen Beete angelegt werden.

Sie sollten möglichst nicht breiter als 1,20 m und nicht länger als 5 m sein, da sich in der Praxis diese Größe als ideal zum Bearbeiten erwiesen hat. So können sämtliche Stellen problemlos erreicht werden, ohne dass auf dem Beet herumgetrampelt werden muss. So schön runde Beete aussehen mögen: im Nutzgarten sind sie unangebracht. Hier sollten sie eckig oder quadratisch sein, da sie sich so nicht nur leichter bearbeiten lassen, sondern auch mehr Pflanzen aufnehmen können als runde Exemplare.

Gartenbista-Tipp: Lage der Beete, ihrer Umrandungen sowie der Wege zunächst auf Papier skizzieren.

Wege

Keinesfalls sollten bei der Planung eines Selbstversorger Gartens die Wege vernachlässigt werden. Sie sollten so angelegt sein, dass sämtliche Beete gut erreichbar sind – möglichst auch noch mit Arbeitsgeräten oder sogar einer Schubkarre. Dies bedeutet, dass sie idealerweise eine Breite von 60 cm haben sollten; Hauptwege sogar von einem Meter. In der Praxis ist dies leider nicht immer möglich, da viele Hobbygärtner einfach nicht genügend Platz zur Verfügung haben. Schmaler als 30 cm sollten die Wege jedoch keinesfalls sein, da man sich ansonsten dort nicht mehr unfallfrei bewegen kann.

Beetumrandungen

Sind die Beete abgesteckt und die Wege festgelegt, wird es Zeit für die Umrandungen. Sie dienen nicht nur der Abgrenzung, sondern verhindern zudem, dass die Erde und mit ihr die Pflanzen auf die Wege fallen. Aus welchem Material die Beetumrandungen bestehen sollen, bleibt jedem selbst überlassen. So kann Holz oder Metall verwendet werden, Steine oder kleine Gewächse. Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile.

Bewässerung nicht vergessen

Brunnen: preisgünstig und praktisch
Brunnen: preisgünstig und praktisch

Um sich üppig entwickeln zu können, benötigen Nutzpflanzen Wasser. Nun ist es nicht im Sinne des Hobbygärtners, ständig Gießkannen aus dem Badezimmer nach draußen zu schleppen. Ergo muss eine Bewässerung her, und zwar möglichst in unmittelbarere Nähe des Nutzgartens. Idealerweise kann dort ein Brunnen installiert werden, so dass nicht das teure Wasser aus dem Wasserhahn verwendet werden muss. Ist dies jedoch nicht möglich, weil das Grundwasser viel zu tief liegt, muss ein herkömmlicher Wasseranschluss installiert werden. Bei sehr weitläufigen Nutgärten kann es durchaus hilfreich sein, mehrere Wasserquellen zu besitzen.

Auch Regentonnen können hilfreich sein. In ihnen wird Regenwasser gesammelt, welches nicht nur kalkfrei ist, sondern zudem quasi frei Haus geliefert ist. Beim Aufstellen dieser Tonnen ist jedoch zwingend darauf zu achten, dass sie mit einem Gitter abgedeckt werden. ansonsten kann es leider passieren, dass eine Katze, eine Maus oder ein anderes Tier in die Tonne hineinfällt, aus eigener Kraft nicht mehr herauskommt und elendig verendet.

Gartenbista-Tipp: Regentonne direkt unter der Regenrinne aufstellen!

Jeder Selbstversorger Garten braucht einen Komposthaufen

Kaum eine Nutzpflanze wird ohne Nährstoffe gedeihen. Diese können in Form eines fantastischen organischen Düngers verabreicht werden, der zudem nichts kostet: Kompost. Ob rohe Küchenabfälle oder Abfälle aus dem Garten: sie alle können auf einem Komposthaufen gesammelt und kompostiert werden.

Während für den Hausgebrauch ein einziger Komposthaufen ausreichend ist, sollten für einen Selbstversorger Garten mehrere eingeplant werden. so hat man immer genügend organischen Dünger zur Hand und zugleich eine gute Möglichkeit, einen Teil seiner Gartenabfälle zu kompostieren.

Gartenbista-Tipp: Ein Schredder ist hervorragend dazu geeignet, kompostierbares großes Material wie Äste zu zerkleinern!

Gartengeräte

Die größte Motivation nützt nichts, wenn die Pläne nicht in die Tat umgesetzt werden können. Hierfür sind Gartengeräte unabdingbar. Im Fachhandel werden unzählige verschieden Arten angeboten, deren Nützlichkeit teilweise recht fragwürdig erscheint. Für welche man sich individuell entscheidet, obliegt jedem Hobbygärtner selbst, jedoch sollte folgende Grundausstattung vorhanden sein:

  • Astschere (groß)
  • Gartenschere (klein)
  • Gießwerkzeuge wie Kannen oder Gartenschläuche
  • Grabegabel
  • Grubber
  • Harke
  • Schaufel
  • Spaten

Beim Vorhandensein von Obstbäumen können Obstpflücker hilfreich sein, Astscheren am Stiel sowie eine Handsäge. Ist Rasen vorhanden, dürfen natürlich auch ein Rasenmäher sowie Vertikutierer nicht fehlen.

Viele vergessen auch, dass sie neben den langstieligen Geräten auch Handgeräte benötigen: kleine Grubber oder Schaufeln, mit denen Gewächse in die Erde gebracht oder aus ihr herausgeholt werden. auch eignen sie sich zum Entfernen von Unkraut oder einfach zur Auflockerung der Erde (gerade zwischen einzelnen Pflanzen ist es oft derart eng, dass kleine Geräte von Vorteil sind).

Wo werden diese gelagert?

Nun möchte man natürlich seine Gartengeräte nicht einfach auf seinem Grundstück herumliegen lassen. Zum einen sieht das nicht schön aus, zum anderen leiden sie doch arg darunter. Ein Schuppen muss also her. Idealerweise befindet sich bereits ein solches Gebäude auf dem Grundstück. Falls nicht, sollte es zwingend in der Nähe der Nutzfläche aufgebaut werden. Dabei ist darauf zu achten, dass es so stehen wird, dass es keinen Schatten auf die Nutzbeete wirft.

Das Tüpfelchen auf dem I: ein Gewächshaus

Gewächshaus
Gewächshaus

Wer genügend Platz hat, sollte sich unbedingt ein Gewächshaus aufstellen. Dieses muss nicht riesig sein, jedoch genügend Platz für die Anzucht von Gemüsepflänzchen bieten – und gegebenenfalls auch zur Kultivierung wärmeliebender Gewächse. Solch ein Gewächshaus sollte möglichst nahe am Wohnhaus stehen, um die regelmäßigen Besuche dort zu erleichtern. Auch zum Nutzgarten hin sollte kein allzu großer Abstand bestehen, damit das Hin- und Hertragen von Gewächsen nicht zur Mammutaufgabe wird.

Brauche ich spezielle Kleidung?

Gummistiefel können hilfreich sein...
Gummistiefel können hilfreich sein…

Das Bild einer gepflegten Dame, die in einem wallenden Sommerkleid im Garten steht und Rosen schneidet, hat mit der Realität eines Hobbygärtners nicht viel gemeinsam. Gartenarbeit ist ein schmutziges Unterfangen, welches nicht unbedingt in der besten Sonntagskleidung durchgeführt werden sollte. Es gibt allerdings auch keinen Grund, sich spezielle Arbeitskleidung – wie sie beispielsweise professionelle Gärtner tragen – zuzulegen. Dennoch sind einige Accessoires unverzichtbar:

 

  • Festes Schuhwerk
  • Gartenhandschuhe
  • Gummistiefel
  • Langärmelige Kleidung für Arbeiten an dornigen stacheligen Pflanzen

Zudem kann es hilfreich sein, eine Hose mit Kniepolstern zu besitzen: durch langes Knien – beispielsweise beim Unkraut Jäten – werden die Knie arg in Mitleidenschaft gezogen, was durch die kleinen Polster verhindert werden kann.

Kultivierung in einem Selbstversorger Garten – Tipps

Wenn nun all diese grundlegenden Dinge erledigt sind, kann man sich endlich der Anzucht von Nutzpflanzen hingeben. Dabei sind auch wieder einige Kriterien zu berücksichtigen.

Gartenbista-Tipp: Als erstes Obstgehölze pflanzen!

Pflanzen vorziehen

Ob in einem Gewächshaus oder auf der Fensterbank: es macht durchaus Sinn, einige Pflanzen vorzuziehen. Tomaten und Gurken beispielsweise dürfen erst nach den Eisheiligen ins Freiland. Werden sie erst dann ausgesät, so verschiebt sich ihre Erntezeit ganz weit nach hinten – eventuell bis zum ersten Frost. Die Anzucht von Bohnen hingegen, Karotten und Radieschen sollte immer als Direktaussaat erfolgen.

Wer sich – gerade in den Anfängen der Selbstversorgung – unsicher ist, für welche Pflanzen eine Vorzucht sinnvoll ist, sollte sich im Vorfeld darüber informieren (Pflanzplan!). Auf der Samenpackung stehen für gewöhnlich diesbezügliche Hinweise, ansonsten kann ein Fachhändler zu diesem Thema befragt werden.

Mischkultur

Mischkultur ist sinnvoll
Mischkultur ist sinnvoll

Grundsätzlich trägt eine Mischkultur dazu bei, Schädlingsbefall und Krankheiten zu verringern. Dies bedeutet, dass die Beete nicht sortenrein bestückt werden, sondern mit verschiedenen Pflanzen, die denselben Nährstoffbedarf haben.

Diese Mischkultur ist kein Phänomen der Neuzeit: erinnern wir uns an die Nutzgärten unserer Großeltern, so wird uns auffallen, dass sich dort bereits verschiedene Gemüsesorten ein Beet teilten. Zwiebeln und Karotten beispielweise sind eine gern gesehene Kombination: während die Zwiebeln die Möhrenfliege fernhält, tut die Möhre dasselbe gegen die Zwiebelfliege. Eine Win-Win-Situation also…

Da sich jedoch nicht alle Pflanzen so wunderbar verstehen und in Harmonie miteinander leben, kommt wieder der Pflanzplan zum Tragen, der genau festhält, welche Gemüsesorte neben welchen anderen stehen darf.

Fruchtfolge

In zweierlei Hinsicht ist die Beachtung der Fruchtfolge sinnvoll: zum einen können Beete mehrfach im Jahr genutzt werden. Dies ist möglich, da einige Gemüsesorten sehr schnell wachsen und früh geerntet werden können. Die entsprechenden Beete sollten danach natürlich nicht leer bleiben, sondern zur Kultivierung anderer Pflanzen genutzt werden. sehr schlaue Hobbygärtner nutzen ihre Flächen sogar dreifach:

  • Im Frühjahr schnellwachsende Pflanzen wie Radieschen
  • Den Sommer über gedeihen Gemüsesorten, die etwas mehr Zeit benötigen, jedoch nicht erst im Herbst geerntet werden können, wie beispielsweise Zucchini
  • Nach dieser Ernte werden wieder schnellwachsende Gemüsesorten kultiviert; alternativ kann auf diese Beete das Wintergemüse wie späte Kohlsorten

Kleinere Flächen können zudem zu jeder Jahreszeit mit dem allseits beliebten Feldsalat bestückt werden.

Zum anderen ist die jährliche Fruchtfolge zu beachten: einige Gemüsesorten sollten keinesfalls auf demselben Beet wie im Vorjahr kultiviert werden, beispielsweise Tomaten oder Kohl. Hier bietet sich ein Wechsel des Beetes geradezu an.

Chemie ist tabu

Es ist eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass in einem Selbstversorger Garten kein Platz für Chemie ist. Dies bedeutet, dass weder Insektizide, Pestizide noch chemische Düngemittel eingesetzt werden; niemand möchte Obst oder Gemüse essen, welches mit derartigen Substanzen verseucht ist. Was die Pflanzen benötigen, bekommen sie direkt aus der Natur:

  • Kompost, Rinderdung oder Stallmist als Nährstofflieferanten
  • Brennnesseljauche gegen Blattläuse
  • Nützlinge wie Marienkäfer helfen ebenfalls bei der Schädlingsbekämpfung, dasselbe gilt für Gartenvögel, Kröten, Igel und andere Tiere

Ernten & Konservieren

Erntezeit: Belohnung für die Mühe
Erntezeit: Belohnung für die Mühe

Nahezu ganzjährig gibt es in einem Selbstversorger Garten etwas zu Ernten – zum Glück, denn so bekommt man als Lohn für seine Mühe regelmäßig frisches Obst und Gemüse. In den Wintermonaten ist dies leider nur sehr eingeschränkt der Fall, so dass es unabdingbar ist, einen Teil seines Ertrages zu konservieren.

Erntezeiten beachten – Leerstände vermeiden

Ein ganz besonderes Augenmerk sollte auf die Erntezeiten gelegt werden, womit wir wieder bei den Themen Pflanzplan und Fruchtfolge wären. Beim Planen, welche Pflanzen wann wo in die Erde kommen, sind die oben erwähnten Punkte zu berücksichtigen. Durch die mehrfache Nutzung eines Beetes verdoppelt oder verdreifacht sich der Ertrag, was sich im Laufe eines Jahres durchaus bemerkbar macht.

Was tun bei Ernteausfällen?

Leider kommt es immer wieder vor, dass witterungsbedingt ein Großteil der Ernte ausfällt:

  • Spätfröste
  • Lange Hitzeperioden
  • Starkregen/Hagel

Gegen derartige Launen der Natur ist man als Hobbygärtner machtlos. Es gibt die Möglichkeit, einen teil seines Gemüses im Gewächshaus zu kultivieren, jedoch ist der dortige Platz im Normalfall niemals ausreichend, um den Jahresbedarf an Gemüse erzeugen zu können. So bleibt dem leidgeprüften Selbstversorger nichts anderes übrig, als viele schnellwachsende Pflanzen zu kultivieren – und darauf zu hoffen, dass es im Folgejahr besser wird…

Konservieren der Erträge

Konservierung der Erträge
Konservierung der Erträge

Glücklicherweise sind Ernteausfälle nicht so häufig, wie man befürchten muss. Dies führt dazu, dass man sich als Selbstversorger um das Konservieren seiner Erträge kümmern muss, um auch in der kalten Jahreszeit von seiner Gartenarbeit profitieren zu können. Hierfür stehen diverse Methoden zur Auswahl:

  • Einfrieren
  • Einkochen
  • Lagern
  • Saften
  • Trocknen

Für welche sich entschieden wird, hängt von der jeweiligen Gemüse- beziehungsweise Obstsorte ab.

Was ist noch interessant für Hobbygärtner?

Diese Fragen stellen Hobbygärtnerhäufig:

Welches Gemüse bringt viel Ertrag?

Der individuelle Ertrag ist von verschiedenen Faktoren wie Standort, Boden, Pflege und Wetter abhängig. Grundsätzlich kann jedoch gesagt werden, dass Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Kohl als besonders ertragreich gelten.

Und welches Gemüse macht viel Arbeit?

Es gibt einige Gemüsesorten, die als sehr sensibel und pflegebedürftig gelten. Zu diesen zählen unter anderem Fenchel, Blumenkohl und Chicorée. Im Gegenzug dazu macht Mangold kaum Arbeit: er wächst immer wieder nach und bringt bis zum ersten Frost gute Erträge.

Welches Gemüse verträgt Trockenheit?

Generell sollte eine regelmäßige Bewässerung durchgeführt werden. Einige Gemüsesorten kommen jedoch auch mit Trockenphasen gut zurecht, wie beispielsweise Mangold, Rote Bete, Karotten und Zwiebeln.

 

Symbolgraphiken: © Benshot – stock.adobe.com; galileo120 – stock.adobe.com; exclusive-design – stock.adoobe.com; Sonja Birkelbach – stock.adobe.com; REMINDFILMS – stock.adobe.com; mmphoto – stock.adobe.com; tinina67 – stock.adobe.com; photo 5000 – stock.adobe.com; Viktor Pravdica – stock.adobe.com; monticellllo – stock.adobe.com


• 8. Juni 2021 • Kategorie: Garten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Du kannst unter Pseudonym kommentieren. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.