Schnecken im Garten: Hausmittel

Kaum sind die ersten Pflänzchen in den Beeten, sind auch schon ungebetene Gäste da, deren Anwesenheit nicht nur Unbehagen beim Hobbygärtner hervorruft, sondern auch die Pflanzen nachhaltig bis zum Eingehen schädigen können: Schnecken. In heimischen Gärten sind sie in verschiedenen Formen anzutreffen; besonders häufig vertreten sind die Wegschnecken (gehören zu der Kategorie der Nacktschnecken) und die Schnirkelschnecken (Gehäuseschnecken). Feuchtes Wetter sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen die Population dieser Weichtiere; bei Wärme ziehen sie sich zurück.

Schnecken im Garten  – Gartenbista.de

Woran ist der Befall von Schnecken im Garten zu erkennen?

So manch ein Gartenbesitzer traut seinen Augen nicht, wenn er morgens eine Inspektion seiner Beete vornimmt: Halbe Erdbeeren hängen an den Sträuchern; Löcher und Fraßstellen an Gartenpflanzen; Salate, die aussehen, als wären sie zerpflückt worden; Stängel ohne Blattwerk… Derartige Schäden könnten durchaus auch von Vögeln oder Igeln hervorgerufen worden sein, doch zwei Indizien deuten darauf hin, dass hier eindeutig Schnecken im Garten am Werk waren: massenhaft Schleimspuren sowie haufenweise Kot. Schnecken sind nachtaktiv; bereits ein einziges ausgewachsenes Tier kann innerhalb einer Nacht eine Blätterfläche in der Größe einer Serviette völlig kahl fressen. Oft genug sind die am Vorabend noch freudig gegossenen neuen Sämlinge komplett der Fresslust der Schnecken zu Opfer gefallen – völlig kahle Restbestände ist das Einzige, was auf deren Existenz noch hindeutete…

Da Schnecken Zwitter sind, haben sie keinerlei Probleme mit ihrer Arterhaltung. Über 400 Nachkommen pro Jahr von einer einzigen Schnecke sind keine Seltenheit. Wenn diese Tiere nicht zu einer Riesenplage werden sollen, bleiben dem Hobbygärtner nur zwei Alternativen: auf natürliche Feinde der Schnecken hoffen oder selbst zur Vernichtung schreiten.

Pflanzen, die bei Schnecken sehr beliebt sind

Gemeinhin herrscht die Meinung, dass Schnecken alle Pflanzen gleich gerne mögen und sich somit auch auf alles stürzen. Das ist nicht wahr! Schnecken haben genau wie Menschen bestimmte Vorlieben beziehungsweise Abneigungen, was ihren Speiseplan betrifft. So schätzen sie ganz besonders

  • Tagetes,
  • Dahlien,
  • Salat,
  • Petunien
  • grünen Salat.

Wer auf diese Pflanzen nicht verzichten möchte, kann zu einem Trick greifen: Petunien und Co. in eine Ampel pflanzen und diese in einer gewissen Höhe aufhängen – die Schnecken werden dort nur schwerlich herankommen…

Pflanzen, die bei Schnecken nicht beliebt sind

Glücklicherweise gibt es genügend Pflanzen, die nicht unbedingt auf dem Speiseplan von Schnecken stehen. Zu diesen zählen in erster Linie stark riechende Kräuter:

  • Lavendel
  • Kapuzinerkresse
  • Thymian
  • Rosmarin

Auch bestimmte Blüh- und Zierpflanzen bleiben weitestgehend von Schnecken verschont:

  • Geranien
  • Nelken
  • Fetthenne

Darüber hinaus gibt es einige Pflanzen, die schön aussehen, aber giftig sind und somit auch nicht von Schnecken begehrt werden:

  • Fingerhut
  • Maiglöckchen
  • Eisenhut

Auch auf Salat braucht man als Gartenbesitzer nicht wegen Schnecken zu verzichten: aus undefinierbaren Gründen stehen die Weichtiere nur auf grüne Sorten; wer also roten Salat anbaut, könnte durchaus erfolgreich damit sein…

Natürliche Feinde der Schnecken im Garten

WeinbergschneckeRäuberische Käfer fressen die Eier der Schnecken, die ansonsten kaum oder nur sehr schwer zu vernichten sind. Leider gibt es diese in heimischen Gärten nicht in ausreichendem Maße. Bei Igeln und Vögeln stehen Schnecken auch auf dem Speiseplan, doch auch sie schaffen es nur in äußerst seltenen Fällen, einen Garten weitestgehend schneckenfrei zu halten.

Möglichkeiten zur Schneckenvernichtung

Es gibt diverse Möglichkeiten, seinen Garten von Schnecken zu befreien beziehungsweise seine Pflanzen vor ihnen zu schützen. Doch wie gut sind diese wirklich? Immer wieder heißt es, „Schnecken sollen eingesammelt werden“. Ja, und was dann? Sie über den Gartenzaun zu werfen, würde nicht nur das nachbarschaftliche Verhältnis trüben, sondern auch wenig effektiv sein, weil die Schnecken wieder zurückkehren könnten. Wer sich die Zeit und Mühe machen möchte, kann sie ins freie Feld bringen; Wälder, Feldmarken und Wissen eigen sich für eine derartige „Auswilderung“ hervorragend. Aber nicht zu nahe am heimischen Garten… Ansonsten gibt es natürlich weitere Alternativen:

  • Salathauben. Wie kleine Mützen sehen diese Hauben aus, die über sämtliche Pflanzen gestülpt werden können und somit den Schnecken keine Nahrung offerieren können. Doch dies Procedere ist nicht nur ausgesprochen mühsam (die unteren Ränder müssen in der Erde fixiert werden, damit die ungebetenen Gäste nicht heimlich hineinschlüpfen), sondern sieht im Ergebnis auch recht eigenartig aus. Bei 2-3 Pflanzen mag es noch zu ertragen sein, aber bei 50 oder mehr ist der Anblick mehr als gewöhnungsbedürftig. Davon abgesehen: bei Regen oder starkem Wind kann sich die Fixierung schnell lösen und die Pflanze steht wieder schutzlos da.
  • Schneckenzaun. Ein Schneckenzaun ist ein kleines Zäunchen, welches eine nach hinten überstehende Kante besitzt. Klettert die Schnecke an ihm hoch, rutscht sie an dieser Kante ab und kann so das Beet nicht erreichen. Eine effektive Abwehrmaßnahme, die allerdings nicht ganz billig ist. Diese Zäunchen gibt es auch elektrisch geladen; sobald eine Schnecke sie erklommen hat, bekommt sie einen Elektroschock, der zwar nicht tödlich, aber abschreckend ist. Nicht nur der hohe Preis, sondern auch die Tatsache, dass die Kontakte bei Regen und Feuchtigkeit sehr kurzschlussanfällig sind, ist für die meisten Gartenbesitzer ein Grund, sich gegen diese Methode zu entscheiden.
  • Bierfallen. Ein becherartiges Gefäß wird bis zum Rand in die Beete eingegraben und circa 4 cm hoch mit Bier gefüllt. Die Schnecken fallen hinein und ertrinken. Nachteil: auch andere Tiere fallen diesen Bierfallen zum Opfer; außerdem lockt der Bierduft noch mehr Weichtiere aus der Nachbarschaft an.
  • Salzfallen. Diese Fallen werden ebenso platziert wie die Bierfallen, nur mit einer Salzlösung gefüllt. Wenn die Schnecken hineinfallen, trocknen sie aus, ihre Schleimproduktion versiegt und sie ertrinken. Bei sehr hohem Salzgehalt lösen sie sich sogar auf. Um sicher zu sein, dass die Schnecken auch wirklich dieses Schicksal erleiden, können sie auch in einen mit Salzwasser gefüllten Behälter geworfen werden.
  • Überbrühen. Schnecken mit kochendem Wasser übergießen – nur etwas für ganz Hartgesottene; ebenso die Methode des Zerschneidens.
  • Schneckenkorn. Dieses Pflanzenschutzmittel zählt zu der Gruppe der Molluskizide und ist heutzutage so konzipiert, dass es zwar die Weichtiere vernichtet, für Igel, Bienen Haustiere und Vögel aber nicht schädlich ist. Schneckenkorn enthält neben dem tödlichen Wirkstoff in der Regel Kleie, Mehl und ein Vergällungsmittel, damit andere Tiere es nicht fressen. Die meist blaue Farbe der Pellets soll Vögel abschrecken. Schneckenkorn wirkt gegen alle Arten von Schnecken und ist normalerweise in zwei verschiedenen Varianten erhältlich: die „normale“, die lange wirksam ist, nach deren Anwendung aber Wartezeiten eingehalten werden müssen. Darüber hinaus gibt es die Bio-version mit Wirkstoffen aus der Natur, die schnell und zuverlässig wirkt, regenstabil ist und bei der keine Wartezeiten zur Ernte eingehalten werden müssen. Hat das Schneckenkorn seinen Dienst getan, wird es durch die natürlichen vorhandenen Bodenorganismen zu Wasser und CO2 abgebaut. Schneckenkorn wirkt bei richtiger Anwendung (Herstellungshinweise beachten!) immer. Wichtig ist, die Pellets einzeln um die Pflanzen herum zu legen, und nicht in Gruppen oder Haufen, wie es immer wieder gerne getan wird.
  • Nematoden. Gegen Nacktschnecken ist der Einsatz einer besonderen Spezies von Nützlingen ebenfalls erfolgreich: Nematoden. Diese Fadenwürmer sind im Fachhandel käuflich zu erwerben (beziehungsweise im Internet zu bestellen) und werden in das Gießwasser eingerührt. Durch das Gießen gelangen sie in den Boden, dringen so in die Nacktschnecken ein und infizieren sie mit Bakterien. Nach zwei bis drei Tagen sterben die infizierten Weichtiere, während Nematoden für Menschen und andere Nützlinge nicht schädlich ist.

Schnecken als Hustensaft

Vielleicht sind Schnecken doch nicht ausschließlich als Schädlinge zu betrachten; wenn man eines von Omas Rezepten für Hustensaft betrachtet, scheinen sie sich sogar als recht nützlich zu erweisen: abwechselnd eine Schicht Nacktschnecken und eine Schicht Zucker in ein großes Glas geben. Als Deckschicht Schnecken verwenden. 2-3 Tage stehen lassen, danach den gewonnenen Schleim durch ein Tuch pressen. Fügt man diesem Gebräu noch Alkohol zu, ist es über einen längeren Zeitraum haltbar. Wetten, dass kein Mensch mehr wagt, zu husten, wenn solch eine „Medizin“ in der Nähe ist?!?

Graphik: © openlens-Fotolia.com; © ted007 – Fotolia.com


1 Kommentar

  1. Nematoden gegen Nacktschnecken. Finde ich super! Aber leider in Österreich nicht zu bekommen. Sämtliche Anbieter anderer EU-Länder liefern nicht nach Ö. Ärgerlich – sehr ärgerlich. Dann müssen wir weiter zerschneiden, überbrühen und/oder salzen. Wenn das humaner ist?

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