Warum wird der Regenwurm Bestand wird immer weniger?

Der Regenwurm Bestand wird immer geringer.
Der Regenwurm Bestand wird immer geringer.

Noch vor Jahren gehörte der Regenwurm in jeden Garten, auf jedes Feld. Er war der fleißige Helfer, der immer schuftete, nichts verlangte und auch sonst lautlos und genügsam seine Furchen  zog. Wissenschaftler haben ermittelt, dass Regenwürmer an der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Erde pro Jahr eine Arbeit im Wert von 250 Milliarden Euro verrichte. Ein gewaltiger ökonomischer Faktor also, den es zu hegen und zu pflegen gilt, zumindest zu erhalten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Der Regenwurm Bestand wird immer geringer.

Regenwurm Bestand wird weniger

Als Grund für den geringen Regenwurm Bestand nennt der WWF die Produktionsweise in der modernen Landwirtschaft. Ammoniak, das bei der Düngung mit Gülle auf die Felder ausgebracht wird, verätzt sie, intensive maschinelle Bodenbearbeitung zerschneidet sie und das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat vermindert die Fortpflanzung.

Hinzu kommt die heute weit verbreitete Monokultur, vor allem beim Maisanbau. Damit wird radikal das Ideal des nackten Bodens verfolgt.

  • Erntereste,
  • Spontanwuchs
  • oder Zwischenfrüchte

haben keine Chance. Doch gerade sie sind wichtige Lebensgrundlagen für Würmer. Der schwindende Bestand an Regenwürmern im Boden bleibe hiernach nicht ohne gravierende Auswirkungen auf das Ökosystem.

Lebensweise des Regenwurms

Warum kommt der Wurm bei Regen zum Vorschein?
Warum kommt der Wurm bei Regen zum Vorschein?

Wenn vom Regenwurm die Rede ist, dann geht es meist um den Aal- oder Tauwurm. Die landläufige Bezeichnung als Regenwurm, geht darauf zurück, dass die Würmer vor allem dann sichtbar werden, wenn es stark geregnet hat.

Allerdings kommt der Regenwurm nicht deshalb an die Oberfläche, weil er sonst in dem durchnässten Boden ertrinken würde. Biologen erklären das Phänomen damit, dass die Würmer Sauerstoff grundsätzlich nur über die Haut aufnehmen können. Am einfachsten gelingt die Aufnahme, indem sie ihn aus dem Wasser lösen.

Da der Wurm über keine Zähne verfügt, ernährt er sich von einem Brei aus organischem Material, das gerade verwest und bereits von Mikroorganismen vorverdaut wird. Dabei werden auch Bakterien, Pilze und Mineralien verarbeitet. Wählerisch ist der Regenwurm dabei nicht. Bei ihm wird der ganze Brei dann gut vermischt und anschließend ausgeschieden.

 

Warum Regenwürmer wichtig sind

Der Kot ist im Ergebnis ein sogenannter Ton-Humus-Komplex, ein überaus wertvoller Pflanzennährstoff. Dieser wird in allen Bodenschichten verteilt und wirkt als natürlicher Dünger. Kommt mineralischer Dünger zum Einsatz, verziehen sich die Würmer. Das Bodenleben verödet hiernach zunehmend. Der Gärtner kann mit Hilfe von Mulch und Gründünger sowie dem Anbau von Zwischenfrüchten im Winter und dem Einhalten von Fruchtfolgen auf dem Beet dafür sorgen, dass Mikroorganismen und Regenwürmer ausreichend Nahrung bekommen.
Gartenbista-Tipp: Wer seinem Garten dabei etwas auf die Sprünge helfen will, der kann auch Würmer käuflich erwerben. Die Preise liegen für 250 Gramm bei etwa 10 bis 15 Euro. Eine gute Investition ist das in jedem Fall: Einmal, um den natürlichen Kreislauf nachhaltig zu unterstützen. Zum Anderen, um die unbehandelten Bio-Erträge seines Gartens zu optimieren.

Wenn man das kontinuierlich betreibt, dann vermehren sich die Regenwürmer anschließend rege. Da es sich ausnahmslos um Zwitter handelt, können sich alle Würmer untereinander paaren und auch Nachwuchs als Eier ablegen. Die Geschlechtsreife lässt sich an dem markanten Körperring erkennen.

 

Mythos

Zu den Mythen gehört die Behauptung, man könne Regenwürmer auch teilen. Zwar überlebt ein Wurm solche Verletzungen durch Spaten und andere Werkzeuge oft, doch dann nur der vordere Teil. Das Hinterteil stirbt immer ab. Im Übrigen muss der verletzte Wurm auch erst wieder genesen und neue Körpersegmente bilden. Nicht immer ist das von Erfolg gekrönt.



Unser Buch-Tipp: Regenwürmer – Helfer im Garten: Lebendiger Boden – Gesunde Pflanzen – Reiche Ernte

Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © Harald Lange, Eaknarin – Fotolia.com


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