Rasenschnitt liegen lassen oder entfernen?

Rasenschnitt
Rasenschnitt

Die meisten Gartenbesitzer neigen dazu, nach dem Mähen den Rasenschnitt einzusammeln, damit die Rasenfläche genügend Luft bekommt. Dies ist nur bedingt sinnvoll. In bestimmten Fällen kann man den Rasenschnitt liegen lassen, ohne dass sich daraus negative Folgen ergeben. Im Gegenteil: richtig gemacht bringt das Liegenlassen große Vorteile.

Rasenschnitt liegen lassen – warum?

Sieht man eine abgemähte Rasenfläche, auf der der Rasenschnitt (= Mahd) liegengelassen wurde, so denkt man in erster Linie an einen faulen Gartenbesitzer. Solch eine Annahme ist grundlegend falsch, denn das Liegenlassen von Mahd hat nichts mit Bequemlichkeit zu tun. Vielmehr hat der Hobbygärtner die Vorteile dieser Technik erkannt und setzt sie nutzbringend auf seinem Rasen ein.

Das abgeschnittene Mähgut enthält Nährstoffe, welche anderen Pflanzen zugeführt werden können und diese stärken. Kurzen Grasschnitt kann man gleich an Ort und Stelle auf dem Rasen liegen lassen, so dass dieser eine Nährstoffversorgung enthält.

Voraussetzungen für das Liegenlassen des Rasens – Übersicht

Nun ist es leider nicht so, dass man grundsätzlich jeden Rasenschnitt liegen lassen kann. Vielmehr müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein, um dies praktizieren zu können:

  • Häufig mähen oder
  • Mulchmäher verwenden
  • Nur bei trockenem Wetter mähen
  • Nur kurzen Rasenschnitt verwenden
  • Schnitt mit Blütenständen besser kompostieren
  • Zu nassen Rasen abharken

Wöchentliches Mähen führt zu Rasenschnitt, der die optimale Länge zum Liegenlassen hat. Doch nicht nur das: durch häufiges Mähen wird das Mähgut auch feiner, so dass es insgesamt eine Struktur besitzt, die nicht nur zum Rasenschnitt liegen lassen, sondern auch zum Kompostieren hat.

Wer nicht so häufig Rasenmähen möchte, sollte sich für einen Mulchmäher entscheiden: er häckselt gleich beim Mähen die Grashalme so klein, dass sie ehr gut zum Mulchen verwendet werden können. Perfekt hierfür ist auch ein Mähroboter, der in solchen zeitlichen Intervallen seinen Job machen kann, dass die Mahd nur einige Millimeter groß ist.

Gartenbista-Tipp: Keinesfalls langen Rasenschnitt liegen lassen! Dieser würde tatsächlich zu einer verminderten Luftzirkulation führen, welche wiederum eine verstärkte Moosbildung hervorrufen kann.

Mähen bei trockenem Wetter

Ist der Rasen nass, lässt er sich nicht nur schwierig mähen: auch die entstandene Mahd wird sich nicht gleichmäßig über die Rasenfläche verteilen. Sinnvoll ist es deswegen, nur bei trockenem Wetter zu mähen, wenn man den Rasenschnitt liegen lassen möchte.

Warum Mulchen?

Rasenschnitt bietet zwei große Vorteile: er ist sowohl

  • nährstoffreich als auch
  • leicht verdaulich.

Demzufolge dient er nicht nur als Nährstofflieferant für andere Pflanzen, sondern auch für Nützlinge. Diese wiederum sorgen für eine Verbesserung des Bodens, wodurch eine bessere Kultivierung möglich ist.

Hinzu kommt, dass es sich beim Mulchen um eine preisgünstige Methode der Nährstoffversorgung handelt: zum einen wird Geld für andere Düngemittel gespart, zum anderen entstehen keine Kosten für die Entsorgung des Rasenschnitts.

Gartenbista-Tipp: Längere abgeschnittene Grashalme auf der Rasenfläche antrocknen lassen, dann zusammenharken und unter Bäumen und Sträuchern verteilen!

Richtiges Kompostieren

Rasenschnitt eignet sich hervorragend zum Kompostieren. Dabei ist jedoch einiges zu beachten:

  • Mahd etwas antrocknen lassen
  • Maximal 10 cm hohe Schichten Grasschnitt auf den Kompost legen
  • Zwischen den Grasschichten Schichten aus trockenen Gartenabfällen legen

Werden diese Tipps nicht beherzigt, wird der Rasenschnitt zwangsläufig faulen.

Gartenbista-Tipp: Anstelle der Schichten den Rasenschnitt vor dem Komposten mit trockenen Gartenabfällen vermischen!

Rasenschnitt als Dünger

Wer seinen Rasenschnitt liegen lassen möchte, tut seinem Rasen etwas richtig Gutes: diese abgeschnittenen Halme fungieren als Dünger und versorgen den Boden mit wichtigen Nährstoffen. Eine zusätzliche Gabe von Rasendünger ist nicht mehr notwendig.

 

Symbolgraphiken: © Andrea – Fotolia.com


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