Rasensand richtig anwenden – so entfaltet er seine volle Wirkung

Lesezeit: 5 Min.
Rasensand dient der perfekten Grünflächenpflege
Rasensand dient der perfekten Grünflächenpflege

Nicht nur auf Profisportplätzen, sondern auch in heimischen Gärten trägt Rasensand zu einer schönen und gesunden Grünfläche bei. Leider ist dies noch nicht allen Hobbygärtnern bekannt, dabei ist das Procedere denkbar einfach. Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen zusammengefasst, inklusive einer Kurzanleitung.

Was ist Rasensand?

Die Bezeichnung „Rasensand“ ist selbsterklärend. Es handelt sich dabei um einen Sand, welcher für Rasenflächen geeignet ist; in diesem Fall zu deren Verbesserung.

Wozu dient er?

Der Sand trägt nachweislich zu einem gesunden und kräftigen Rasen bei. Er sorgt dafür, dass die Bodenbelüftung sowie die Wasserdurchlässigkeit verbessert werden. Dies wiederum verhindert Staunässe und führt dazu, dass die Rasenwurzeln gut belüftet werden. Zudem können sie leichter Nährstoffe aufnehmen. So ist das Rasen Sanden als eine wichtige Pflegemaßnahme anzusehen.

Besonders eignet sich diese Maßnahme bei verdichteten Böden. Ist die Rasenfläche bereits gut durchlüftet oder gedeiht auf sandigem Untergrund, wird das Rasen Sanden zwar nicht schaden, jedoch kaum einen großen Erfolg mit sich bringen.

Welcher Sand ist geeignet?

Rasensand
Rasensand

Nun ist es leider nicht so, dass jeder Sand verwendet werden kann. Handelsüblicher Bausand beispielsweise ist zum Rasen Sanden gänzlich ungeeignet. Im Fachhandel ist spezieller Rasensand erhältlich. Dieser ist jedoch meistens ziemlich teuer. Alternativ kann Quarzsand verwendet werden, welcher sollte folgende Eigenschaften aufweisen sollte:

  • Gewaschen
  • Kalkarm
  • Maximal 2 mm Körnung
  • Möglichst runde Waschung

Gartenbista-Tipp: Spielsand kann ebenfalls zum Rasen Sanden verwendet werden.

Wo kann man Rasensand kaufen?

Es gibt verschiedene Quellen, in denen man Rasensand kaufen kann:

  • Baumärkte
  • Gartencenter
  • Internet

Wer keinen speziell ausgewiesenen Rasensand, sondern Quarzsand haben möchte, sollte diesen am besten im örtlichen Baumarkt kaufen.

Gartenbista-Tipp: Fragen Sie nach Rheinsand, der qualitativ hochwertig und zudem preisgünstig ist!

Selber machen?

Leider ist es nicht möglich, Rasensand selber zu machen. Dies liegt schlicht und ergreifend daran, dass eine Produktion von Quarzsand in heimischen Gärten nicht vonstattengehen kann. Im Gegensatz zu Kompost handelt es sich dabei um kein Substrat, welches durch Verrottung entstehen könnte.

Was bedeutet eigentlich „Rasen sanden“?

Beim Rasen Sanden wird Sand auf die Grünfläche aufgetragen und in die Grasnarbe eingearbeitet. Hierbei ist es jedoch nicht ausreichend, den Sand einfach auf den Rasen zu werfen und zu hoffen, dass der gewünschte Erfolg eintritt.

Rasen sanden – Vorbereitung

Vor dem Sanden mähen und vertikutieren!
Vor dem Sanden mähen und vertikutieren!

Nun ist es leider nicht so, dass man einfach seinen Rasen mit Sand bestreut. Vorher sind einige Maßnahmen durchzuführen. Nur dann wird das Rasen Sanden zum gewünschten Erfolg führen, denn ist der Rasen zu hoch oder gar verfilzt, kann der Sand nicht gut eingearbeitet werden. Demzufolge wird er auch nicht die angestrebte Wirkung entfalten.

Zuerst muss die Rasenfläche gemäht werden. Es ist sinnvoll, eine Schnitthöhe von 2- 3 cm einzustellen.

Nach dem Mähen muss die Grünfläche vertikutiert werden. Diese Maßnahme dient zum einen dazu, die unerwünschten Verfilzungen zu lösen. Zum anderen werden dadurch Unkraut und Moos entfernt. Wichtig ist, dass sowohl in Längst- als auch in Querrichtung vertikutiert wird.

Es ist meistens allerdings so, dass sich die Verfilzungen zwar lockern, jedoch in der Rasenfläche verbleiben und nicht im Fangkorb landen. Dort sollten sie allerdings nicht bleiben, da sie schnell wieder zu einer Verdichtung der Fläche führen können. Um diese zu verhindern, sollte nach dem Vertikutieren die Rasenfläche gründlich geharkt werden. Manch ein Gartenbesitzer wird jetzt stöhnen und diese Maßnahme für überflüssig halten. Er wird jedoch erstaunt sein, wieviel gelöstes Unkraut, Moos und Verfilzungen beim Harken noch zum Vorschein treten. Auch, wenn das Procedere etwas umständlich ist: es ist notwendig, damit das Rasen Sanden erfolgreich sein kann.

Doch nicht nur Mähen und Vertikutieren sind sinnvoll: auch sollte der Rasen gelüftet werden. Bei diesem sogenannten Aerifizieren werden mit einem Rasenlüfter viele kleine Löcher in die Grünfläche eingearbeitet. Diese helfen dem Sand, in tiefere Bodenschichten einzudringen. Nach dem Lüften muss wiederum geharkt werden: die herausgeworfene Erde muss entfernt werden. Danach sollte der Rasen möglichst bis zum Sanden nicht mehr betreten werden.

Gartenbista-Tipp: Rasen grundsätzlich an trockenen Tagen lüften!

Anleitung

Zunächst müssen die vorbereitenden Maßnahmen durchgeführt werden. Sind diese erledigt, kann mit dem eigentlichen Rasen Sanden begonnen werden.

Als Faustregel gilt: 5 l Sand für 1 m2 Rasenfläche. Keinesfalls sollte zu viel gesandet werden, da dies wiederum zu einer Abmagerung des Bodens und somit einer Austrocknung des Rasens führen würde. In welcher Form der Sand ausgebracht werden soll, bleibt jedem individuell überlassen:

  • Mit der Hand
  • Mithilfe eines speziellen Streuwagens

Wichtig ist, dass der Sand gleichmäßig ausgestreut wird. Ist dies geschehen, wird er mithilfe eines Rechens oder eines Besens in den Boden eingearbeitet.

Gartenbista-Tipp: Bei starker Trockenheit ist es sinnvoll, den Rasen nach dem Sanden zu bewässern.

Rasensand oder Topdressing?

Ein kräftiges Grün kommt nicht von alleine...
Ein kräftiges Grün kommt nicht von alleine…

An für sich ist Rasensand vollkommen ausreichend für eine optimale Pflege der Grünfläche. Wie bei allen Dingen im Leben geht es jedoch noch einen Tick besser. In diesem Falle heißt das: Topdressing. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus

  • Dünger,
  • Gesiebtem Kompost, Lauberde oder Torf sowie
  • Quarzsand,

welche als besonders gehaltvoll angesehen wird und eine spezielle Wirkung erzeugt. Neben den üblichen Vorteilen, die das Rasen Sanden mit sich bringt, werden durch das Auftragen des Topdressings die Graspflanzen gestärkt, so dass sich schneller und kräftiger wachsen. Dies wiederum führt dazu, dass unerwünschte Beikräuter sowie Moos es noch schwieriger haben, sich auszubreiten.

Video-Tipp der Redaktion: So sanden Sie Ihren Rasen richtig

In folgendem Video sind alle wesentlichen Informationen rund um Rasensand sowie dessen Verwendung schön anschaulich erklärt. Anschauen lohnt sich!

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Wann Sand auf Rasen?

Der beste Zeitpunkt zum Rasen Sanden ist das Frühjahr, wobei die Temperaturen mindestens 10° C betragen sollten. Bei besonders problematischen Rasenflächen kann das Procedere ein zweites Mal im Herbst durchgeführt werden.

Kann man Erde auf Rasen streuen?

Erde auf Rasenflächen wird niemals dieselbe Wirkung erzielen können wie Sand. Eine derartige Maßnahme empfiehlt sich nur, wenn kleine Stücke der Grünfläche ausgeglichen und neuer Rasen ausgesät werden soll.

Wie oft soll man Rasen sanden?

Die Häufigkeit des Rasen Sandens ist abhängig von der individuellen Beschaffenheit der Grünfläche:

  • Ist der Boden stark verdichtet, ist es sinnvoll, zweimal jährlich (Frühjahr und Herbst) zu sanden
  • Bei gut durchlässigen Böden ist es vollkommen ausreichend, diese Maßnahme alle 2 – 3 Jahre durchzuführen

 

Symbolgraphiken: © singjal – stock.adobe.com; photka – stock.adobe.com; RCR-Foto – stock.adobe.com; sasha – stock.adobe.com


• 6. August 2021 • Kategorie: Garten

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