Rasen aerifizieren – so belüfte ich meinen Rasen richtig

Rasen aerifizieren
Rasen aerifizieren

Eine gesunde, gepflegte Grünfläche ist der Stolz so manches Hobbygärtners. Doch nur Mähen, Düngen und Sprengen reicht häufig nicht aus, um eine solche zu erhalten. Gelegentlich sollte man seinen Rasen aerifizieren, damit mehr Sauerstoff an die Wurzeln gelangen kann.

Was bedeutet Rasen aerifizieren?

Rasen Aerifizieren ist der Fachausdruck für Rasen Belüften. Dabei handelt es sich um eine Methode, die zur Rasenpflege angewendet wird und die darauf ausgerichtet ist, den Wurzeln der Gräser zu mehr Sauerstoff zu verhelfen. Der Grund hierfür ist leicht zu finden: bekommen die Wurzeln aufgrund verdichteten Bodens nicht genügend Sauerstoff, können sie sich nicht entwickeln und verkümmern. Zudem haben sie nicht genügend Kraft, um sich gegen Unkraut und Moos zur Wehr zu setzen, wodurch diese Pflanzen wiederum noch dominanter werden. Eine zusätzliche Schädigung erfolgt durch Staunässe, die sich zwangsläufig in einem verdichteten Erdreich bildet.

Beim Rasen Aerifizieren werden die Verdichtungen im Boden mit etwa 10 cm langen Bodennägeln aufgelockert. Aufgrund der Tiefe, die durch diese Nägel erreicht wird, ist die Auflockerung wesentlich effizienter als das Vertikutieren, bei dem lediglich die Oberfläche des Rasens mithilfe der Messer angeritzt wird.

Warum ich meinen Rasen aerifizieren sollte

Das Rasen Aerifizieren dient der mechanischen Belüftung des Bodens. Durch diese Methode wird die Bodenbeschaffenheit stark verbessert. Es gelangt Sauerstoff in die Erde hinein, welche lebensnotwendig für die Rasenpflanzen ist. Dadurch wachsen diese kräftig und sind widerstandsfähig gegenüber unerwünschten Wildgewächsen.

Auch vor dem Rasen Sanden sollte er aerifiziert werden. In die Löcher, die dabei entstehen, kann der Sand auch in tiefere Bodenschichten eindringen.

Gartenbista-Tipp: Ein positiver Nebeneffekt des Belüftens ist die Entfernung von Moos.

Wann ist der beste Zeitpunkt dazu?

Manch übereifriger Gartenbesitzer möchte am liebsten jeden Monat seinen Rasen aerifizieren in der Hoffnung, dass sich dieser dadurch zu einem beneidenswerten Prachtexemplar entwickelt. Leider wäre dies genau der falsche Ansatz, denn das Lüften ist zwar wichtig, jedoch darf man es auch nicht übertreiben. Ausnahmen bestehen lediglich bei stark beanspruchten Grünflächen wie beispielsweise Fußballfeldern: diese dürfen von März bis Oktober alle zwei Monate aerifiziert werden. Alle anderen Rasen sollten lediglich zweimal im Jahr mit einem Lüfter in Kontakt kommen, und das auch nicht zwangsläufig jährlich. Ist der Rasen einmal sorgfältig aerifiziert worden, reicht es aus, ihn erst in drei bis fünf Jahren erneut dieser Prozedur zu unterziehen.

Gartenbista-Tipp: Das Rasen Aerifizieren sollte grundsätzlich in einer trockenen Witterungsperiode durchgeführt werden.

Frühjahr?

Aerifizieren ist Teil der Rasenpflege
Aerifizieren ist Teil der Rasenpflege

Zwischen März und April wird das erste Mal gelüftet. Die Bodentemperatur ist hoch genug, dass ein Wachstum möglich ist, jedoch nicht so hoch, dass sie für die Rasenpflanzen eine Belastung darstellt.

Sommer?

Im Sommer ist es zu warm für eine derartige Maßnahme. Denn – darüber sollte man sich im Klaren sein – sie bedeutet in jedem Fall Stress für die Rasenpflanzen. Dieser würde sich erhöhen, wenn die Temperaturen zu hoch wären und/oder womöglich sogar eine längere Trockenperiode besteht. Das Gras hat im Sommer schon genug damit zu tun, um zu überleben, und sollte deswegen keinesfalls zusätzlich geschwächt werden.

Herbst?

Das zweite Mal wird zwischen September und Oktober aerifiziert. Der Rasen hat so noch genug Zeit bis zum Frosteintritt, sich zu erholen.

Oder Winter?

Jegliche Art von Rasenpflege ist im Winter äußerst unangemessen. Das Belüften bildet da keine Ausnahme und sollte tunlichst in der Vegetationsruhe unterlassen werden.

Rasen aerifizieren – Vorbereitung

Es ist nicht so, dass man einfach seinen Rasen lüften kann, ohne dass zuvor einige Maßnahmen ergriffen worden sind. Zunächst wird die gesamte Grünfläche auf eine Höhe von 2-3 cm gemäht. Gegebenenfalls muss danach noch vertikutiert werden. Dies ist besonders in jenen Fällen sinnvoll, in denen sehr viel Moos vorhanden ist. Würde ein derart verfilzter Rasen gleich gelüftet werden, wäre diese Maßnahme recht sinnlos: die Löcher könnten nur punktuell gesetzt werden, was wiederum auch nur eine punktuelle Sauerstoffversorgung zur Folge hätte. Der Erfolg wäre demzufolge überschaubar.

Nach dem Vertikutieren muss die Rasenfläche gründlich von ausgekämmtem Unkraut und Moos befreit werden. Am besten geschieht dies mithilfe eines Handrechens.

Geräte

Rasenlüfter
Rasenlüfter

Je nach Größe der zu bearbeitenden Fläche bieten sich zweierlei Gerätschaften an:

  • Mechanische Aerifizierer
  • Elektrische Lüfter

Dabei sind die beliebtesten Geräte mit sogenannten Spoons. Dabei handelt es sich um hohle Stacheln, die in den Boden gestochen werden, beim Herausziehen Erde mitnehmen und so den Rasen lüften. Sie sind sowohl als Handgeräte erhältlich als auch als elektrische Maschinen. Aufgrund ihrer Effizienz werden sie sehr gerne im privaten Bereich verwendet.

Weniger sinnvoll hingegen sind Aerifizierer, die lediglich Stacheln besitzen. Diese verdrängen lediglich die Ede, was dazu führt, dass die nicht durchstochene Fläche sich weiter verdichtet. Dasselbe gilt für Rasenlüfter, die dünne Klingen besitzen. Sie sind zwar im Handel erhältlich jedoch nicht wirklich effizient.

Eine Kombination aus Vertikutierer und Lüfter ist – wenn sie hochwertig ist – eine gute Gerätschaft. Es wird nicht nur Rasenpflege betrieben, sondern auch gleich herausgekämmtes Unkraut, Moss sowie Verfilzungen entfernt, wodurch die Arbeit wesentlich erleichtert wird.

Kaufen?

Bis vor wenigen Jahren waren qualitativ hochwertige elektrische Aerifizierer derart teuer, dass kaum ein Hobbygärtner eine derart hohe Investition tätigen wollte. Dies hat sich jedoch inzwischen geändert: die Preise sind gefallen, so dass ein solches Gerät mittlerweile erschwinglich geworden ist. Ob es sich dennoch lohnt, einen solchen Kauf zu tätigen, hängt sicherlich davon ab, wie oft dieses Gerät tatsächlich zum Einsatz käme. Für regelmäßiges Rasen Aerifizieren lohnt es sich sicherlich, soll dieses Procedere jedoch nur alle paar Jahre durchgeführt werden, sollte dieser Erwerb gründlich überlegt werden.

Oder lieber leihen?

In nahezu jedem Baumarkt sowie Gartenfachhandel sind Aerifizierer zu leihen. Der Mietpreis ist im Vergleich zum Kaufpreis deutlich geringer, was sich besonders in jenen Fällen positiv bemerkbar macht, in denen nicht oft gelüftet werden soll.

Rasen aerifizieren – so geht´s

Aerifizierer
Aerifizierer

Eine manuelle Aerifizierung ist für Flächen bis etwa 200 m2 sinnvoll. Hierfür werden oben erwähnte Handgeräte verwendet, möglichst mit Spoons:

  • Rasen vorbereiten
  • Mit dem Handlüfter im Abstand von 15 – 20 cm Löchern in den Boden stanzen
  • Dabei sollten pro Quadratmeter etwa 200 Löcher entstehen

Gartenbista-Tipp: Auch eine Grabegabel lässt sich zum Rasen Aerifizieren verwenden.

Für größere Flächen eignen sich elektrische Aerifizierer:

  • Grünfläche vorbereiten
  • Lüfter so aufstellen, dass entlang einer geraden Kante mit der Tätigkeit begonnen werden kann
  • Nägel mithilfe des Hebels in Bewegung setzen
  • Umgehend losgehen
  • Herausgeholte Erde keinesfalls wieder festtreten
  • Fläche reihenweise abschreiten

Genauso wichtig wie eine gründliche Vorbereitung ist beim Rasen Aerifizieren eine ebensolche Nachbereitung. Zu dieser gehört gegebenenfalls das Sanden. Sind größere kahle Stellen in der Grünfläche entstanden, sollten diese umgehend mit Rasen Samen gefüllt werden. Eine schnelle Nachsaat sorgt dafür, dass sich bald eine gleichmäßige Fläche bildet.

Tipps & Tricks

  • Während des Rasen Lüftens mithilfe eines maschinellen Gerätes nicht stehenbleiben! Wird eine Stelle zu stark behandelt, kommt es zu einer unerwünschten massiven Perforation.
  • Im Fachhandel gibt es sogenannte Rasenlüfterschuhe käuflich zu erwerben. Dabei handelt es sich um eine Art Pantoffeln mit langen Nägeln in der Sohle, die über die eigenen Schuhe gezogen werden. Mit diesen geht man dann die Rasenfläche ab und lüftet sie so. Diese Methode klingt recht spaßig, ist aber für kleine Areale durchaus sinnvoll.
  • Für das schnelle Rasen Lüften zwischendurch eignet sich ein einfacher Laubbesen. Mit diesem wird einmal im Frühjahr und eventuell noch einmal im Herbst die Grünfläche behandelt. Besonders bei sehr gepflegten und wohlgenährten Rasenflächen ist diese Methode vollkommen ausreichend, um sie mit genügend Sauerstoff zu versorgen.

 

Symbolgraphiken: © Alan – stock.adobe.com; bildergala – stock.adobe.com; Utirolf – stock.adobe.com; Surfin_Rox – stock.adobe.com


, Kategorie: Garten

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