Nistkasten aufhängen oder selber bauen

 

Eine Welt ohne Vögel – für viele Menschen unvorstellbar. Und doch tut die Menschheit so einiges dafür, dass der Vogelbestand in den vergangene Jahren beziehungsweise Jahrzehnten immer geringer geworden ist: Rodung von Wäldern, massiver Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft, der zur Vernichtung der Nahrung führt, um nur einige Beispiele zu nennen. Alte Baumbestände sind kaum noch vorhanden, so dass die sich dort befindliche Nistplätze in Form von Naturhöhlen nicht mehr verfügbar sind; in den immer größer werdenden urbanen Gegenden bieten sich überhaupt keine Lebensräume für Vögel.

Nistkästen im Garten: Unterschlupf für Vögel

Naturschützer schlagen Alarm: mehr als die Hälfte der heimischen Vögel ist mittlerweile als gefährdet eingestuft beziehungsweise weist Besorgnis erregende Bestandsverluste auf. Ein Ende dieses Aussterbens ist nicht in Sicht, wenn nicht jeder einzelne etwas zum Bestandserhalt der Vögel beiträgt.

Jammern nützt nichts, davon verbessert sich die Situation der heimischen Vögel definitiv nicht. Gartenbesitzer sollten sich daher überlegen, ob sie eventuell den Vögeln eine Art „zweite Heimat“ in Form von Nistkästen bieten möchten. Diese dienen nicht nur ihrem eigentlichen Zweck – dem Nisten und der damit verbundenen Arterhaltung -, sondern werden auch sehr gerne als Unterschlupf für kalte Tage benutzt. Deswegen ist es ratsam, die Nistkästen ganzjährlich hängen zu lassen. Einwände, es würden auch andere Tiere wie beispielsweise Fledermäuse als Unterschlupf nutzen, gehen nicht konform mit dem Tierschutzgedanken: egal welchem, Hauptsache es wird einem Tier geholfen.

Nistkästen selber bauen

Einen Nistkasten kann man in so ziemlich jedem Baumarkt beziehungsweise Fachhandel kaufen. Noch interessanter – insbesondere für Kinder – ist es hingegen, diesen selbst zu bauen. Dabei sollte man auf einige Gegebenheiten achten, wie etwa die Vogelart, von der nicht nur die Größe des Kastens an sich, sondern auch die des Einflugloches ist. Welche Größe ein Nistkasten für spezielle Vögel haben sollte, erfahren Sie hier.

Tolle Bauanleitungen gibt es beispielsweise hier oder hier; zudem bietet der BUND den Kauf eines Bausatzes für Nistkästen an.

Nistkästen im Garten: Nistkästen aufhängen Bei der Wahl der optimalen Stelle für Nistkästen sollte beachtet werden, dass diese nicht von Mardern und Katzen erreicht werden können

Generell können Nistkästen an Mauern Balken, Bäumen etc. angebracht werden – überall dort, wo sie recht geschützt in einer Höhe von mindestens 2 m sein können.

Das Einflugloch des Nistkastens muss immer nach Osten beziehungsweise Südosten zeigen und leicht nach vorne geneigt sein, damit es nicht in den Kasten hineinregnet. Auch sollte ein Platz gewählt werden, der nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist, da die Gefahr einer zu starken Aufheizung im Inneren des Nistkastens besteht.

Noch mehr Tipps rund um das Aufhängen von Nistkästen erfahren Sie hier.

Nistkästen in freier Wildbahn

Nun ist nicht jeder in der glücklichen Lage, einen eigenen Garten zu besitzen und somit einen Nistplatz für Vögel einrichten zu können. Doch auch Nicht-Gartenbesitzer können etwas für den Artenschutz tun: Nistkästen in freier Wildbahn aufhängen. Nun ist es nicht unbedingt so, dass in jedem Park und an jedem freistehenden Baum ein solcher Nistkasten erwünscht oder erlaubt ist. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollte man sich deshalb zunächst nach genehmigten Plätzen hierfür erkundigen. Bei einem Aufhängen von Nistkästen an unbeobachteten Stellen ist zudem zu beachten, dass sie in einer Höhe von mindestens 4 m angebracht werden sollten. Auch ist es mit dem Anbringen alleine nicht getan: um Krankheiten beziehungsweise Bakterienbildung zu verhindern, sollten Nistkästen unbedingt gereinigt werden. Auch eventuell entstandene Schäden müssen kontrolliert werden; am besten jährlich, mindestens aber alle zwei Jahre, und zwar im Herbst, wenn die Brutzeit vorbei, die Winterzeit aber noch nicht eingetreten ist.

Der einfachere Weg, etwas für die heimische Vogelwelt zu tun, ist der Beitritt zu einer Gruppe Naturfreunde, die dasselbe Interesse haben. Ob NABU oder ein anderer Naturschutzbund beziehungsweise –verein: in der Gemeinschaft macht Naturschutz nicht nur mehr Spaß, sondern ist auch noch effektiver…

Graphik: © Anja Kaiser-Fotolia.com


, Kategorie: Garten

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