Nachhaltigkeit im eigenen Garten: So gelingt es

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Nachhaltigkeit im Garten
Nachhaltigkeit im Garten

Gärten sind eine gute Sache für den Menschen, aber auch für die Natur. Das klingt sehr logisch, sind Gärten doch grüne Oasen in Städten oder ergänzen auch das idyllische Dorfleben. Es wäre doch absurd, zu glauben, dass daraus auch etwas Schlechtes entstehen könnte. Doch es stimmt: Auch Gärten können aus Umweltsicht negativ zu bewerten sein. Das ist immer dann der Fall, wenn Hobbygärtner sich noch nicht mit Nachhaltigkeit auskennen. Zum Glück lässt sich mit vielen kleinen Tricks (aber auch mit großen Veränderungen) schnell erreichen, dass der eigene Garten nachhaltig und umweltfreundlichen gestaltet ist.

Nachhaltigkeit beim Einkauf

Hochwertige Gartenmöbel
Hochwertige Gartenmöbel

Der erste Schritt auf dem Weg zu einem nachhaltigen Garten dürfte sehr leicht verständlich sein: Wer Dinge für seinen Garten kauft, sollte darauf achten, dass diese der Umwelt nicht schaden. Dabei gibt es viele Ansatzpunkte, denn Menschen investieren jährlich oft mehrere Tausend Euro in ihre Gärten.

Ansatzpunkte für den Kauf von Gartenmöbeln und -utensilien:

  • Recycling
  • Wiederverwendbarkeit
  • Langlebigkeit
  • Umweltschonung

Umweltschonende Dinge im Garten sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Viele Handschuhe, die bei der Gartenarbeit verwendet werden, sind beispielsweise aus Material, das nicht einfach recycelt werden kann. Schlimmer noch, manchmal werden umweltschädliche (oder hautschädliche) Farbstoffe und Chemikalien verarbeitet.

Auch bei Gartenmöbeln sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass man nicht die Plastikvarianten beim Discounter um die Ecke wählt. Die sehen nicht nur etwas billig aus, sie sind es auch und sind somit alles andere als umweltfreundlich. Nachhaltige Gartenmöbel sind stabil gebaut, aus recycelbarem Material und meist sehr langlebig. Das hat den Vorteil, dass man sie bei einer Neugestaltung des Gartens nicht wegwerfen muss, meist findet sich jemand, der die Möbel gerne noch übernimmt.

Strom ist ebenfalls ein Punkt, an dem auf Nachhaltigkeit gesetzt werden kann. Viele Menschen wollen sich das Leben erleichtern, indem sie auf elektrische Gartengeräte setzen. Diese sind jedoch Stromfresser und bestehen aus vielen Einzelteilen, die meist um die halbe Welt transportiert wurden. Wo es möglich ist, sollte daher lieber auf Handgeräte gesetzt werden.

Gartenbista-Tipp: Ist ein Elektrogerät trotzdem notwendig, sollte darauf geachtet werden, dass es ein stromsparendes Modell ist – das schont langfristig nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.

Nachhaltigkeit beim Wasser

Regenwassertonne für Bewässerung
Regenwassertonne für Bewässerung

Neben dem Stromsparen ist ein weiterer Punkt bei der Nachhaltigkeit sehr wichtig: das Wasser. Denn da es so einfach aus dem Hahn kommt und die Rechnung immer erst später ins Haus flattert, ist es manchmal etwas schwierig, Wasser zu sparen – es fühlt sich nun mal nicht an, als wäre es notwendig.

Doch gerade im Garten gibt es tolle Möglichkeiten, nicht auf Wasser aus der Leitung zu setzen – mindestens eine Regentonne ist Pflicht. Denn das Wasser, das durch die Regentonnen aufgefangen wird, ist meist relativ unbelastet und somit hervorragend geeignet, um die Pflanzen im Garten zu bewässern.

Man hat dann die Wahl zwischen der Gießkanne – was viel Schleppen bedeutet – oder einem Bewässerungssystem. Teil des Bewässerungssystems kann es sein, durstige Pflanzen so zu platzieren, dass sie bei jedem Regenguss automatisch Wasser abbekommen. Ausgefallenere Bewässerungssysteme verbinden Regentonnen mit Schläuchen (Achtung: Auch hier wieder auf Qualität und Nachhaltigkeit achten), die das Wasser automatisch zu den Pflanzen transportieren.

Gartenbista-Tipp: Auch der Abwasch oder das Putzen des Gartenhäuschens kann mithilfe des Regenwassers erledigt werden. Bei Putzmitteln muss aber noch einmal besonders darauf geachtet werden, dass es möglichst schonend ist, da sonst Pflanzen und Böden unter den Chemikalien leiden.

Nachhaltigkeit durch Vielfalt

Naturfreundlicher Garten
Naturfreundlicher Garten

Nachhaltigkeit lässt sich nicht nur durch das Vermeiden von Dingen wie Plastik oder Stromfressern erreichen, sondern auch durch Hinzufügen von Dingen. Damit ist die Vielfalt gemeint, die im Garten herrschen kann.

Vielfalt kann bei der Entsorgung, beim Bepflanzen und bei der Wegegestaltung genutzt werden. Bei der Entsorgung ist es möglich, dass nicht nur auf Mülltonnen gesetzt wird, sondern auch auf Komposte. Natürlich sind Mülltonnen erst einmal wichtig – bei Sturm müssen sie gut befestigt sein, damit nicht etwa Müll durch den Garten fliegt und für Jahre in der Natur (nicht) verrottet. Der Kompost kann auch später noch zum Düngen genutzt werden, was ebenfalls Ressourcen spart.

Die Wegegestaltung ist oftmals eine Herzenssache. Man sieht wunderschöne Steine im Baumarkt oder hat ein bestimmtes Design im Kopf, das den Garten erhaben aussehen lässt. Das Problem dabei ist, dass jeder zusätzlich gefestigte Weg Platz für Grünes wegnimmt. Daher gilt hier ganz klar: Weniger ist mehr.

Gartenbista-Tipp: Bei Pflanzen ist Vielfalt besonders wichtig. Monokulturen zerstören Böden und sind für viele Insekten nicht geeignet. Verschiedene Gemüse- und Obstsorten sind genauso wichtig wie Zierpflanzen aller Art. Das macht den Garten nicht nur bunter, es macht ihn auch nachhaltiger, da Insekten sich wohler fühlen und die Böden sich besser regenerieren können.

Nachhaltigkeitskiller im Garten

Es gibt ein paar Dinge in Gärten, die der Nachhaltigkeit ganz besonders schaden. Leider sind es auch die Dinge, die oftmals viel Spaß machen oder besonders schön und bequem sind. Fakt ist, dass jede kleine Veränderung schon zu mehr Nachhaltigkeit führen kann – es darf also jeder selbst entscheiden, wie viel er verändern möchte.

Doch Pools, Steingärten und Pestizide wirken der Nachhaltigkeit so stark entgegen, dass man es sich wirklich zweimal überlegen sollte. Pools werden mit Chemikalien gereinigt und nehmen viel Platz weg, der für Pflanzen genutzt werden können. Steingärten sehen oftmals sehr schön aus, doch sie „töten“ die Böden, auf denen sie angelegt werden und es gibt keinerlei Artenvielfalt durch sie. Insektengifte belasten Böden, Pflanzen, das Wasser und oftmals sogar die Menschen selbst – es sollte immer nach Hausmittelalternativen gesucht werden, wenn Schädlinge zum Problem werden.

Symbolgraphik: © lovelyday12 – stock.adobe.com; Alex – stock.adobe.com; schulzie – stock.adobe.com; Christine Kuchem – stock.adobe.com


• 15. November 2021 • Kategorie: Garten

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