Nachhaltiges Gärtnern in der Großstadt

Nachhaltiges Gärtnern
Nachhaltiges Gärtnern

Der Mensch sehnt sich wieder nach greifbaren Ergebnissen seiner Hände Arbeit. Die Entwicklungen des modernen Arbeitslebens machen einzelne Prozesse kleinteilig. Arbeitsteilung erhöht die Effektivität. Im Ergebnis mag das durchaus perfekt sein. Dennoch fehlt letzten Endes immer öfter das, was den Einzelnen mit dem Arbeitsergebnis identifiziert. Deshalb zieht es viele Menschen wieder verstärkt zu produktiven Hobbys, wie zum Beispiel nachhaltiges Gärtnern. Die Vielfalt ist bunt.

Nachhaltiges Gärtnern – Wo und Warum?

Auch nachhaltiges Gärtnern gehört dazu. Dass derlei gerade auch an einem Ort wie dem Tempelhofes Feld in Berlin reges Interesse auslöst, das mag überraschen. Letztlich zeigt sich aber hierin vor allem der Drang der Großstädter, mit den eigenen Händen wieder etwas zu bewirken und eigene Vorstellungen zu verwirklichen.

Freie Schrebergärten sind inzwischen in der Hauptstadt so rar geworden wie bezahlbarer Wohnraum. Dass dabei für manchen Betrachter auch maßlos übertrieben wird, das stört dort niemanden. Die Anhänger betrachten das nachhaltige Gärtnern als konsequente Umsetzung ihrer Ideale von Landwirtschaft.

Gartenbista-Tipp für Nichteingeweihte: Das Tempelhofes Feld ist ein stillgelegter Flughafen mitten in Berlin. Im Stadtbezirk Tempelhof starten und landen dort seit dem Jahre 2008 keine Flugzeuge mehr. Die Berliner hatten in einem Volksbegehren erreicht, dass es keine Bebauung des Areals geben darf. Seither tummeln sich die Hauptstädter auf dem insgesamt 355 Hektar großen Areal und betreiben dort unter anderem auch ihre Vorstellungen von Landwirtschaft.

Tempelhofes Feld – Vorgehen und Schutz

So werden jedes Jahr im August auch die weitläufigen Wiesen gemäht und das Gras zu Heuballen gepresst. Ganz wie auf dem Lande. Doch erfolgt das hier in Abstimmung mit der zuständigen Naturschutzbehörde. Dabei wird vor allem darauf geachtet, dass die Feldlerchen und andere Arten, die als Bodenbrüter in großer Zahl von April bis Juli im Schutz der hohen Wiesengräser brüten, samt Nachwuchs ihre Nester verlassen haben. 

Nach Freigabe werden die insgesamt mehr als 120 Hektar umfassenden Wiesenflächen des Areals in zwei Etappen und nach einem ausgeklügelten Mosaiksystem gemäht. Nach der Mahd der ersten Hälfte der Wiesen, wird die zweite Hälfte erst drei bis vier Wochen später in Angriff genommen.

Dies ermöglicht auch diversen Insektenarten und anderem Bodentieren, sich jeweils probate Schutzräume zu suchen. Ganz nach ländlicher Tradition werden anschließend die Heuballen noch einige Wochen an Ort und Stelle belassen, um dem Tempelhofer Feld ein besonderes Spätsommer-Flair zu verleihen.

Ernte

In anderen Arealen des Geländes haben sich weitere Großstädter mit dem Thema Nachhaltiges Gärtnern auseinandergesetzt.

So werden

angebaut, gehegt und geerntet. Wichtigstes Kriterium ist dabei die Vermeidung von künstlichem und auch tierischem Dünger. Die Ernte wird förmlich zelebriert und die Produkte eigenen Anbaus unter Interessenten zum Verzehr angeboten. Innovatives Gärtnern in der Großstadt als Ausdruck einer echten Sehnsucht.

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Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © Minerva Studio – Fotolia.com


, Kategorie: Garten

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