Marder vertreiben aus Haus, Dachboden und Auto – so geht´s!

Marder, Steinmarder
Marder, Steinmarder

Marder sind ausgesprochen possierliche Tierchen: mit ihren Knopfaugen und ihrem vorwitzigen Schnurrbart bieten sie einen wirklich niedlichen Anblick; auch ihr feiner Pelz ist ein echter Eyecatcher. Aufgrund dieses Pelzes wurde das Nagetier extrem gejagt; in den 1950-er Jahren galt er hierzulande beinahe als ausgerottet. Inzwischen hat sich die Population wieder erholt – und zwar so sehr, dass sich kaum jemand über den Anblick eines Marders freut. Dies gilt vor allem dann, wenn er sich auf Dachboden, in Motorräumen und ähnlichen Unterschlüpfen einnistet. Da Marder nicht nur Fraßschäden verursachen, sondern auch eine Gefahr für die hygienischen Zustände sind, hilft nur eines: Marder vertreiben. Welche Möglichkeiten gibt es?

Marder vertreiben – Tipps von Gartenbista

Marder vertreiben Tipps für Schnellleser

  • Aus Häusern fernhalten: Lücken im Dach verschließen; Einschlupflöcher verschließen; Äste mindestens zwei Meter vom Dach entfernt; Baumstamm mit Alu umwickeln
  • Einzug beenden: Lärm; Gerüche; Reinigen
  • Indizien für Marder: Kot; Pfotenabdrücke; Reste von Beutetieren
  • Von Dachböden vertreiben: Lärm; Gerüche; Reinigen; Licht
  • Aus Autos vertreiben: Kükendraht; Marder-Spray; Menschen- oder Tierhaare; Motorreinigung
  • Marder töten: nicht gestattet!; Ausnahmen: durch Fachleute (Jäger) mit Genehmigung zwischen Oktober und Februar
  • Alternativen: Tierschutzverein; Marderverein; Autowerkstatt
  • Vorteile Marder: Entsorgung von Tierkadavern, Fruchtresten; frisst Schnecken und andere Schädlinge; ernährt sich von Mäusen und Ratten
  • Marder anlocken: Holzstapel; Holzhaufen; Marderhaus
Marder im Garten
Marder im Garten

Wissenswertes über Marder

Marder (Mustelidae) sind in ganz Europa und Asien vertreten; in Deutschland leben lediglich zwei Arten:

  • Baummarder
  • Steinmarder

Erstere leben ausschließlich in Waldgebieten und würden gar nicht auf die Idee kommen, sich in urbanen Gegenden anzusiedeln. Anders hingegen ist die Situation bei Steinmardern: diese Marderart hat keinerlei Scheu, in menschlichen Bereichen zu leben – manchmal enger an Menschen, als diese es wünschen….

Marder können nicht nur sehr gut klettern, sondern auch bis zu 2m hoch springen. So gelangen sie ganz entspannt in Häuser hinein und haben die unpassende Angewohnheit, sich auf Dachböden einzuquartieren. Sie tun dies nicht etwa, weil es ihnen dort so gut gefällt, sondern weil ihnen im Laufe der Zeit immer mehr ihres natürlichen Lebensraums genommen worden ist. Viel lieber würden sie in Bereichen wohnen, die eher ihrem Naturell entsprechen als ein Dachboden: ausgehöhlte Baumstämme, Holzhaufen, Felsspalten und ähnliche Verstecke. Dort können sie in aller Ruhe leben und ihren Nachwuchs großziehen – aufgrund der ständig wachsenden Bevölkerungsdichte und der Tatsache, dass immer mehr Natur Bebauungen weichen muss, ist den Steinmardern häufig ein solches Plätzchen nicht mehr vergönnt. So kommt es, dass sie immer öfter in menschliche Behausungen einkehren – und dort auf Dachböden. Diese Anwesenheit bleibt meistens nicht lange unentdeckt, denn Marder machen Lärm: sie sind nachtaktiv, und erledigen so sämtliche Tätigkeiten zu einem Zeitpunkt, an dem Menschen eigentlich ihre Ruhe haben wollen: sie rennen umher, Fangen Beutetiere, paaren sich und tragen gelegentlich sogar Revierkämpfe aus.

Marder von Häusern fernhalten

Leben sie auf einem Dachboden, so verursachen die Marder dort in der Regel Schäden: sie nagen Isolierungen an, wodurch die Wärmedämmung nicht mehr vollumfänglich gegeben ist. Dies wiederum führt nicht nur zu höheren Heizkosten, sondern im schlimmsten Fall sogar zu Schimmel.

Marder verursachen neben Fraßschäden auch hygienische Probleme: durch den Kot und Urin, den sie absetzen, entsteht nicht nur ein beißender Gestank, sondern es bilden sich auch Bakterien. Darüber hinaus schleppen Marder Bautetiere ins Haus; in deren Kadavern siedeln sich Maden und Fliegen an, was ebenfalls nicht besonders hygienisch ist.

Damit erst gar keine Schäden durch Marder entstehen, müssen diese Raubtiere aus Häusern ferngehalten werden. Dies geschieht, indem sämtliche möglichen Zugänge verschlossen werden:

  • Lose Dachziegel ersetzen
  • Lockere Bretter des Dachstuhles befestigen
  • Lücken zwischen Dachpfannen und Dachrinne verschließen
  • Sämtliche Einschlupflöcher verschließen, beispielsweise mit Maschendraht

Auch dürfen Bäume, die in unmittelbarer Nähe des Hauses stehen, ihre Äste nicht näher als zwei Meter ans Dach heranbringen; es ist demzufolge wichtig, dass derartige Äste regelmäßig gekappt werden. zusätzlich sollte der Baumstamm mit einem Alu-Blech umwickelt werden; Marder haben keine Chance, an diesem glatten Material emporzuklettern.

Einzug von Mardern beenden

Ist ein Marder gerade im Begriff, sich auf dem Dachboden festzusetzen, so kann er unter Umständen von diesem Vorhaben noch abgebracht werden. Dabei liegt der große Vorteil in der Tatsache, dass Marder nachtaktiv sind und somit am Tag ruhen. Dieser Zeitraum muss genutzt werden:

  • Viel Lärm veranstalten: Poltern, laute Musik, Möbel verrücken
  • Starke Gerüche verbreiten: stark riechende reinigungsmittel, Parfum, Farben
  • Gründlich reinigen: den Dachboden komplett reinigen, dabei die besagten intensiv riechenden Putzmittel verwenden

Achtung: Es muss unbedingt eine Dachluke offen bleiben, wenn derartige Aktionen veranstaltet werden, damit der Marder die Chance hat, zu entkommen!

Steinmarder
Steinmarder

Indizien, die für die Anwesenheit eines Marders sprechen

In der Regel ist es so, dass ein Marder auf dem Dachboden solch einen Lärm verursacht, dass es jedem Hausbesitzer klar ist, womit er es zu tun hat. Manche dieser Raubtiere sind jedoch so diskret, dass zwar der Verdacht der Anwesenheit besteht, es jedoch einiger konkreter Indizien bedarf, um diesen Verdacht zu bestätigen. Demzufolge muss der Hauseigentümer auf Spurensuche gehen. Indizien, die für einen Marder auf dem Dachboden sprechen, können beispielsweise sein:

  • Kot mit Samen, Haaren etc. durchsetzt
  • Pfotenabdrücke
  • Beutereste

Gartenbista-Tipp: Um Pfotenabdrücke besser erkennen zu können, Mehl auf dem Fußboden streuen!

Marder von Dachböden vertreiben

Die Vertreibung eines Marders von einem Dachboden gleicht sehr jenen Maßnahmen, die zur Beendigung seines Einzugs erfolgen:

  • Lärm verursachen
  • Gerüche verteilen
  • Dachboden gründlich reinigen

Darüber hinaus hat es sich bewährt, den Steinmarder am erneuten Betreten des Hauses zu hindern. Dies kann wiederum sehr gut durch stark riechende Materialien erreicht werden, die direkt an den Einstiegsöffnungen platziert werden:

  • Toilettensteine
  • Lappen mit Parfum oder Benzin getränkt
  • Offene Farbdosen

Sollte der Dachboden sehr dunkel sein, ist es empfehlenswert, sehr helles Licht mit einem Bewegungsmelder zu koppeln. Sobald der Marder an der Lampe vorbeiläuft, wird es hell, was er gar nicht mag.

Auch können Menschenhaare oder Haare von Haustieren zur Marderabwehr ausgelegt werden; Marder mögen derartige fremde Gerüche nicht und werden demzufolge den Dachboden nicht mehr betreten.

Gartenbista-Tipp: Im Fachhandel ist spezielles Marder-Spray erhältlich, welches für die Raubtiere sehr unangenehm reicht und sie somit vertreibt!

Marderbiss
Marderbiss

Marder aus Autos vertreiben

Entscheidet sich ein Steinmarder dazu, im Motorblock eines Autos Unterschlupf zu suchen, so verursacht er dort meistens ebenfalls Schäden:

  • Kabel,
  • Isolierungen,
  • Schläuche

werden zerbissen, was dazu führt, dass bestimmte Funktionen des Fahrzeugs nicht mehr gegeben sind. Besonders dramatisch ist es, wenn Bremskabel einem Marderbiss zum Opfer fallen und angenagt werden, welche dann bei der nächsten Bremsung vollständig zerreißen und somit einen Totalausfall darstellen.

Derartige Schäden werden nicht zwangsläufig von Kfz-Versicherungen übernommen.

Nun ist es allerdings nicht so, dass ein Marder in ein Auto klettert, um immer und ewig dort wohnen zu bleiben. Demzufolge hängen sie nicht mit Herzblut an einem Plätzchen im Auto und lassen sich relativ schnell von dort vertreiben:

  • Welligen Maschendraht („Kükendraht“) zwischen die Vorderräder legen
  • Anti-Marder-Spray
  • Haare von Menschen oder Haustieren auslegen

Gartenbista-Tipp: Motorreinigung durchführen, damit nicht versehentlich der Duft eines Marders über die Reviergrenze eines anderen geschleppt wird…

Vorteile eines Marders im Garten

Während Steinmarder auf dem Dachböden sowie in Autos große Schäden anrichten können, sind sie echte Helfer im Garten:

  • Sie ernähren sich von Mäusen, Ratten und anderem Kleingetier, welches man nicht zwingend in heimischen Gärten haben möchte
  • Steinmarder fressen Schnecken
  • Er verzehrt die Kadaver verendeter Kleintiere
  • Alte Fruchtreste werden von Steinmardern gegessen, so dass keine Käfer und andere Insekten angelockt werden können
  • Auch anderer organischer Müll, wie beispielsweise Brotreste, Knochen vom Grillfleisch etc. wird von Mardern verzehrt

Einen Marder im Garten wohnen zu haben, ist ein echter Gewinn, so dass es sehr sinnvoll ist, anstatt der Vertreibung alles daran zu setzen, dass sich dieses Tier im Garten heimisch fühlen kann. Anlocken statt Abschrecken.

Manch ein Gartenbesitzer traut dem Frieden nicht so recht, weil er befürchtet, dass eine Marderpopulation in seinem Garten dazu führen könnte, dass seine Nutz- und Zierpflanzen  an- oder sogar aufgefressen werden könnten. diesbezüglich besteht kein Grund zur Sorge:

Marder sind zwar Allesfresser, nagen aber keine Pflanzen oder deren Wurzeln an.

Steinmarder
Steinmarder

Marder anlocken

Einen Steinmarder im Garten zu haben, bringt viele Vorteile. Damit sich das kleine Raubtier aber auch tatsächlich dort ansiedelt, sollte ihm ein Lebensraum geschaffen werden, in dem er sich wohlfühlen kann. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen:

  • Holzstapel aufschichten
  • Holzhaufen aufstellen, der in der Mitte ausgehöhlt ist
  • Spezielles Marderhaus errichten

Gartenbista-Tipp: Einem Marder im eigenen Garten ein Zuhause zu geben, erledigt die Problematik anderer Marder im Hause: da die Raubtiere Einzelgänger sind und in einem Umkreis von einem Quadratkilometer keine Rivalen dulden, wird es kein anderer Marder wagen, in dieses Revier einzudringen.

Welche Alternativen zur Marder Vertreibung gibt es noch?

  • Örtlichen Tierschutzverein um Hilfe bitten
  • Marderverein in der Nähe kontaktieren
  • Autowerkstatt um Rat und Hilfe bitten

Marder töten?

Manch ein Hausbesitzer ist über die Anwesenheit eines Marders so wütend, dass er auf die Idee kommt, eine endgültige Lösung herbeizuführen – sprich, den Marder zu töten. Dies ist nicht gestattet! Man darf weder Marder erschießen, in Fallen töten, vergiften noch sonst mit irgendwelchen Methoden aus dem Leben reißen.

Gibt es dennoch keine andere Möglichkeit, die katzengroßen Raubtiere loszuwerden, so muss die Tötung durch einen professionellen Jäger geschehen. Wer also diesen Weg gehen muss, wendet sich an den zuständigen Jäger und beauftragt diesen mit der Vernichtung der ungebetenen Gäste. Dabei ist jedoch zu beachten, dass auch diese Profis nur mithilfe einer Genehmigung Marder erledigen dürfen; bei Steinmardern, die sich auf dem Dachboden aufhalten, wird diese Genehmigung in der Regel nicht erteilt. In der Regel wird es Jägern jedoch gestattet, die Raubtiere mithilfe einer Lebendfalle einzufangen und an einem anderen Ort wieder auszusiedeln.

 

Graphiken: © kyslynskyy – Fotolia.com (2); Joachim Neumann – Fotolia.com; Horst Schmidt – Fotolia.com; Langer – Fotolia.com


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