Mäuse bekämpfen im Garten

Mäuse gelten schon seit Jahrhunderten als der Schrecken eines jeden Gärtners oder Landwirts, weil sie durch ihren schnelle Vermehrung und ihren großen Hunger enorme Schäden anrichten können. Doch auch, wenn heutzutage die von ihnen ausgehende Gefahr längst nicht mehr so groß ist wie zu früheren Zeiten, so sind sie auch in heimischen Gärten nicht unbedingt gerne gesehen.

Hausmäuse, Spitzmäuse, Wühlmäuse

  • Hausmäuse leben, wie der Name vermuten lässt, meistens innerhalb eines Gebäudes. Es ist eher selten, dass sie in Gärten zu finden sind, und wenn, dann nur, wenn Küchenabfälle auf den Kompost gelegt werden (deswegen bitten derartige Abfälle immer unterheben) Sie werden 7-10 cm groß, haben eine braungraue Fellober- und eine helle Fellunterseite.
  • Spitzmäuse gibt es in allen möglichen Variationen. Ihre Größe variiert zwischen 4 und 17 cm, ihre Fellfarbe geht von braun über grau bis hin zu schwarz. Auffällig ist ihre lange, rüsselartige Nase. In heimischen Gärten sind sie zwar häufig zu finden, richten dort aber keine nennenswerten Schäden an.
  • Wühlmäuse sind nachtaktive Tiere, so dass ihre Anwesenheit meistens nur durch eingegangene Pflanzen erkannt wird (sie fressen deren Wurzeln). Sie werden bis zu 20 cm groß und besitzen schaufelartige Füße, mit denen sie sich in den Boden eingraben können. Da sie nicht nur Wurzeln, sondern auch Wurzelgemüse wie beispielsweise Karotten sowie ganze Pflanzen fressen, ist der von ihnen angerichtete Schaden enorm.

Mäuse bekämpfen im Garten

Wenn die Mäuse im Garten keine großen Schäden anrichten, sollten sie am Leben gelassen werden. Nimmt deren Belagerung aber unerträgliche Ausmaße an, muss sich der Hobbygärtner Gedanken um die Vernichtung der Nager machen. Als natürlichstes Bekämpfungsmittel zum Mäuse bekämpfen werden immer wieder Katzen erwähnt; nur leider hat die Praxis gezeigt, dass die heutigen Stubentiger nicht mehr als die Mäusejäger schlechthin gelten. Zu satt, zu faul, zu verwöhnt – gelegentlich erbarmt sich eine Katze und geht auf Jagd, aber als Patentrezept ist der Einsatz von Katzen nicht zu bezeichnen.

Generell ist der Herbst die beste Jahreszeit zur Bekämpfung von Mäusen im Garten.

Wühlmäuse bekämpfen

Wühlmäuse können durch stark riechende Substanzen vertrieben werden:

  • Lappen mit Terpentin getränkt
  • Holunderzweige
  • Zypressenzweige
  • Fischköpfe
  • Geruchsobjekte aus dem Fachhandel

Die Erdbautenvergasung ist ebenfalls gut geeignet, um die Feinde aus dem eigenen Beet zu vertreiben. Die Räuchermittel, die hierfür eingesetzt werden, sind ebenfalls im Fachhandel erhältlich.

Beim Aufstellen von speziellen Wühlmausfallen sollte darauf geachtet werden, dass diese a) an jedem Eingang des Baus aufgestellt, und b) nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Die hochsensible Wühlmausnase reagiert nämlich sehr empfindlich auf den menschlichen Geruch und könnte von daher bereits im Vorfeld misstrauisch werden. Als Köder eignen sich hervorragend Apfel- oder Selleriestücke.

Technische Geräte, die mit Schall- und Vibrationswellen agieren, gibt es ebenfalls im Fachhandel, genau wie Fallen mit Selbstschussanlagen… 😉

Das Pflanzen von Kaiserkronen im Garten soll abschreckend auf Wühlmäuse wirken. Ob dies tatsächlich der Fall ist, bleibt offen.

Hausmäuse bekämpfen

Auch, wenn diese Nager sehr niedlich aussehen können: es sind Schädlinge, und wenn ihre Population überhand nimmt, müssen sie vernichtet werden, um noch größere Schäden zu verhindern.

Die günstigste Methode ist das Aufstellen von Schlagfallen mit Getreidekörnern als Köder (entgegen landläufiger Meinungen sind Speck und Käse als Köder ziemlich ungeeignet). Eine Alternative sind spezielle Mäuseköder aus dem Fachhandel. Deren chemische Substanzen entziehen der Maus das Wasser im Körper, so dass sie vertrocknet. Kein schöner und vor allem langsamer Tod – aber effektiv.

Graphik: © shockfactor-Fotolia.com


7 Kommentare

  1. Hallo Elietta,

    mir gefällt, dass du auch auf nicht tödliche Methoden zur Vertreibung der Nager eingehst. Leider sind Mäuse wirklich schwer ohne loszuwerden.

    1. Ja, leider ist es schwierig, eine echte Mäuseplage in den Griff zu bekommen. Aber dennoch denke ich, man sollte alles ausprobieren, bevor man die radikalste aller Vernichtungsmethoden in Betracht zieht: den Tod der Nager…

  2. Toller Artikel 🙂

    die beste Methode bei großen Populationen ist leider der Einsatz von Gift. Da das weder besonders umwelt- noch tierfreundlich ist. Würde ich empfehlen zu Beginn bei kleinem Befall vom Mäusen (bis 10 Tiere) noch eine Lebensfalle zu verwenden.

    Da gibt es auch Gruppen-Lebendfallen für Mäuse, die sind mit dem richtigen Köder echt super:)

    Grüße
    Mike

  3. Hallo Gartenbista-Team.

    Wie ihr schon beschreiben habt, sollte man Mäuse unbedingt bekämpfen, da sie Schädlinge sind und das Problem keine überhand nehmen sollte. Wie schon die Vorkommentatoren beschreiben haben, Ist die Lebendfalle die tiergerechteste Variante. Allerdings bekommt man damit keine größeren Populationen in den Griff und die Fallen müssen stündlich kontrolliert werden, da die Mäuse starkem Stress ausgesetzt sind un nichts zu trinken haben. Der Einsatz von Schlagfallen oder Giftköder ist da schon effektiver. Entgegen dem Artikel muss ich aber sagen, dass in den chemischen Ködern Blutgerinnungshemmer enthalten sind und somit die Mäuse innerlich verbluten und nicht einfach qualvoll „austrocknen“. Dabei sollen die Mäuse angeblich keine Schmerzen haben.

  4. Ich finde die effektivste und tierfreundlichste Methode ist welche bei der die Maus sofort getötet wird. Lebendfallen klingen zwar im ersten Moment noch ganz gut, aber viele Mäuse sterben in den Dingern bevor sie geleert werden. Die häufigsten Gründe dafür sind Stress wegen der Situation oder weil die Maus verhungert/verdurstet ist, bevor die Mausefalle geleert wurde.

  5. Mich würde interessieren was mit den lebend gefangenen Mäusen geschehen soll? Mäuse leben meines wissens nach ja in Gruppen und haben, wenn sie allein, in einem weit entfernten Gebiet frei gelassen werden nur sehr geringe Überlebenschancen.

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