Laub entfernen oder liegen lassen?

Alle Jahre wieder… Der Herbst kommt, und die Bäume und Sträucher in heimischen Gärten werfen schnell ihr Laub ab, um von dieser Last befreit den Winter zu überstehen. Dieses Procedere findet nicht immer Beifall beim Gartenbesitzer. Kaum hat dieser die abgefallenen Blätter beseitigt und seine hierfür benötigten Geräte weggeräumt, liegt schon wieder neues Laub da, wo er es nicht unbedingt haben möchte: auf Beeten oder Rasenflächen. In diesem Zusammenhang stellt sich so mancher die Frage: ist es überhaupt sinnvoll, herabgefallenes Laub zu beseitigen?

Laub liegen lassen: sinnvoll?

Bei der Frage, ob Laub zusammengeharkt und beseitigt oder an Ort und Stelle legen gelassen werden soll, scheiden sich die Geister. Die einen plädieren für ein komplettes Aufsammeln der Blätter, um dem darunter liegenden Boden die Luft- und Wasserzufuhr nicht zu entziehen. Andere hingegen befürworten ein Liegenlassen. Und nicht etwa aus Faulheit, sondern aus einem guten Grund: Laub ist der beste natürliche Dünger, den ein Gartenbesitzer sich wünschen kann. Wer sein Laub im Herbst liegen und es verrotten lässt, tut seinem Boden etwas richtig Gutes. Darüber hinaus dient dieses Laub als Unterschlupf für Nützlinge wie Marienkäfer und Ohrenkneifer. Auch die Regenwürmer freuen sich sehr über herabgefallene Blätter: sie dienen ihnen als Futter für den Winter.

Auch als Frostschutz für Pflanzen ist herabgefallenes Laub sehr gut zu verwenden. Warum sonst raten Experten dazu, gegebenenfalls dieses Laub zu sammeln und Pflanzen damit abzudecken, die nicht das Glück haben, unter einem Laubbaum zu wachsen?

Ausnahme: Laub auf Rasenflächen. Dieses sollte unbedingt entfernt werden, wenn es überhand nimmt (damit sind nicht vereinzelte Blätter gemeint!). Bleibt es dort nämlich liegen, könnte der darunterliegende Rasen den Winter über auf die Idee kommen, zu verfaulen – und das muss doch nun wirklich nicht sein…

Dass Laub auf Geh- und Fußwegen aufgesammelt werden sollte, muss hier ja wohl nicht extra erklärt werden…

Laub harken oder Laubsauger benutzen?

Nun ist Laub harken nicht unbedingt eine Tätigkeit, die einen Gartenbesitzer zu wahren Begeisterungssprüngen animiert. Häufig ist die Arbeit mit einer Harke/einem Rechen und einer Schaufel sehr mühsam, und oft genug fallen Blätter, die sich bereits auf der Schaufel befinden, wieder herunter. Um dies zu vermeiden, ist der Einsatz eines Schneeschiebers sinnvoll. Seine Fläche fasst viel mehr Laub als eine herkömmliche Schaufel, und somit vereinfacht er diese Arbeit – zumindest ein wenig.

Wem dies auch noch zu mühselig ist, greift lieber zu einem Laubsauger. Dieser saugt die Blätter auf – wie der Name verrät – und zerkleinert sie – oder aber er bläst sie zu einer Stelle hin, an der sie ungestört liegen bleiben können/sollen. Dabei sollte aber beachtet werden, dass Laubsauger eher Lautsauger genannt werden sollen – sie verursachen einen enormen Lärm, der nicht nur tierische Gartenbewohner verschreckt, sondern weit über die eigenen Gartengrenzen hinaus noch zu hören ist.

Ganz besonders pfiffige Hobbygärtner erledigen die Arbeit des Laubentfernens mit einem Rasenmäher – gewöhnungsbedürftig, aber effektiv.

Laub entfernen: der richtige Zeitpunkt

Wenn man sich dazu entschieden hat, seine Blätter nicht den Winter über liegen zu lassen: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um herabgefallenes Laub zu entfernen? Auf diese Frage gibt es keine allgemeine Antwort. Wer möchte, sammelt mehrfach täglich alle bereits abgefallenen Blätter ein. Oder aber man wartet, bis alle Bäume von ihrem Blätterkleid befreit dastehen und macht sich dann an die Arbeit – je nach vorhandener Zeit, Lust und Wetterlage sind dies Entscheidungen, die jeder Gartenbesitzer für sich selbst treffen muss.

Laub harken: wohin mit dem Laub?

Wie bereits erwähnt, ist es ratsam, einige Blätter zum Abdecken von Pflanzen zu verwenden. Drüber hinaus ist Laub unentbehrlich für den Kompost und sollte deshalb auch genau dort abgelegt werden – allerdings nicht zu viel. Des Weiteren eignet sich Herbstlaub hervorragend zum Mulchen: eine circa 10 cm hohe Laubschicht unter Bäumen und Sträuchern ausbringen. Diese Blätter verrotten langsam vor sich hin und führen dem Boden wieder wertvolle Nährstoffe zu.

Achtung: größere Laubhaufen bitte nicht den Winter über liegen lassen. Es kann nämlich passieren, dass im Herbst sich dort Igel einen Unterschlupf suchen. Die Blätter nehmen aber im Laufe der Zeit zu viel Feuchtigkeit auf, so dass keine Wärmedämmung mehr gegeben ist und die Igel schlichtweg im Schlaf erfrieren. Ein Unterschlupf aus Reisig mit einigen Blättern hingegen ist perfekt für diese nützlichen Tiere.

Graphik: © M. Schuppich-Fotolia.com


3 Kommentare

  1. Vor dem Mulchen kann man Laub auch noch klein machen mit einem Laubsauger. So wird es schneller zersetzt (dauert im kalten Winter ja eh länger).

  2. Ich mache das Laub immer in Mitte November weg, warte halt bis alles abgefallen ist. Und den Laub verbrenne ich einfach mit einem schönen Lagerfeuer.

    Liebe Grüße

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