Hecke richtig schneiden: Welcher Zeitraum ist der beste?

Frühlingszeit, alles grünt und sprießt – auch die Hecken. Die logische Konsequenz: in manch einem Hobbygärtner wächst der Wunsch, diese zu stutzen und/oder in Form zu bringen. Doch dieser Gedanke führt immer wieder zu Irritationen, denn zum einen besteht die Frage, wann man Hecken schneiden sollte beziehungsweise darf, zum anderen ist es auch nicht unerheblich, wie dieser Schnitt erfolgen soll.

Gesetzliche Grundlagen zum Heckenschnitt

Sobald sich erste Blätter und Triebe zeigen, möchte mancher Hobbygärtner seiner Hecke einen Schnitt verpassen; kaum hat er die Heckenschere in der Hand, kommt schon ein empörter Nachbar an und meint, dass dies verboten sei. Der fleißige Hobbygärtner weiß nichts davon. Wer hat Recht? Grundsätzlich ist es so, dass Tiere und Vogelarten während der Brutzeit in Ruhe gelassen werden sollen. Somit ist ein radikaler Rückschnitt zwischen dem 01. März und dem 30. September nicht gestattet. Die gesetzliche Grundlage hierfür findet sich in § 29 Abs. 3 NatSchG. Doch gilt diese Regelung auch für Gartenbesitzer?

Jein. Grundsätzlich ist es zwar so, dass auch in Gärten der radikale Rückschnitt während dieser Zeit nicht gestattet ist. Ein bloßes Zurückschneiden ohne einen schädigenden Eingriff hingegen ist gestattet [OLG Karlsruhe, 03.07.2002,1 Ss 266/01]. Wenn also ein Gartenbesitzer nur zarte, neue Triebe und/oder Triebspitzen entfernen möchte, ohne die Substanz der Hecke anzugreifen, so darf er dies durchaus tun. Allerdings ist es empfehlenswert, trotzdem betreffende Hecken vorher darauf zu kontrollieren, ob dort Vögel brüten, und falls dies der Fall sein sollte, den Schnitt auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Der richtige Zeitraum zum Hecken schneiden

Viele Hecken werden am besten direkt vor dem Austrieb geschnitten. Zu ihnen zählen beispielweise der Liguster, die Buchsbäume oder die Hainbuche.

Bei Blütenhecken, zum Beispiel die Zierkirschen, ist dieser Zeitpunkt nicht ratsam: schneidet man sie im Frühjahr, vernichtet man dadurch die Blütenanlagen vom Vorjahr, welche bereits vorhanden sind. Von daher ist es ratsam, den Schnitt erst nach der Blüte vorzunehmen.

Generell sollte der Tag, an dem das Hecke – Schneiden stattfinden soll, sonnig und vor allem frostfrei sein.

Was aber ist mit der alten Gärtnerregel, dass der beste Tag zu Schneiden der Johannistag (24. Juni) sein soll? Prinzipiell ist es so, dass dieser Tag wirklich sehr geeignet ist, doch die Erkenntnisse früherer Zeiten sind neuerlichen gewichen (nicht nur auf der Basis des Naturschutzgesetzes): es wurde festgestellt, dass es für Hecken am günstigsten ist, wenn sie zwei Mal jährlich einen Schnitt verpasst bekommen. Der erste, radikalere sollte im Februar erfolgen. Februar ist insofern der geeignetste Monat, als dass nicht nur die Triebe noch nicht im Saft stehen, sondern auch noch keine (brütenden) Vögel vorhanden sind. Der zweite Schnitt sollte dann zu Beginn des Sommers erfolgen, wobei dieser nur sehr zart sein sollte.

Wer seine Hecke nur einmal im Jahr schneiden möchte, sollte sich den Herbst für diese Tätigkeit vormerken. Dabei ist zu beachten, dass selbst die spätesten Brüter, wie beispielsweise der Grünfink, Ende August mit ihrer Brut fertig sind. Danach kann die Heckenschere ungeniert geschwungen werden…

Hecke schneiden: So geht’s!

Welchen Schnitt die Hecke tatsächlich erhalten soll, bestimmt in der Regel der Gartenbesitzer selbst. Der sinnvollste ist allerdings das sogenannte „Trapezprofil“, bei dem die Basis der Hecke breit gehalten und die Krone schmal geschnitten wird. Die Seitenflächen werden bei diesem Schnitt schräg gehalten. Dies hat den Vorteil, dass sämtliche Teile der Hecke die Sonnenstrahlen genießen können – auch die weiter unten gelegenen Blätter. So gelingt dann der richtige Heckenschnitt.

Generell gilt, dass die Breite der Hecke dem natürlichen Wuchs der individuellen Pflanze angepasst werden muss.

Einen bestimmten Rhythmus, in welchen Abständen der Schnitt erfolgen sollte, gibt es nicht. Es ist aber empfehlenswert, diesen ein Mal jährlich durchzuführen. Ein sogenannter Verjüngungsschnitt, bei dem dicke Äste heraus geschnitten werden, sollte hingegen nur alle zwei bis drei Jahre stattfinden.

 

Graphik: © Marina Lohrbach-Fotolia.com


1 Kommentar

  1. Guten Tag ihr Lieben.

    Ich bin kein Gärtner. Habe aber ein kleines Wochenendggumdstück. Ich geniesse es , dort zu sein um meinen Alltagsstress abzubauen. Ich kann auch nur zu bestimmten Zeiten raus fahren. Hecke schneiden ist nur im März möglich. Saisonauftakt. Im Februar gibt es noch frostige Zeiten. Deshalb bin ich mir nicht sicher ob man da Hecke schneiden sollte…???
    Liebe Grüße Tina.

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