Haselnussstrauch / Haselnuss pflanzen & schneiden

Haselnüsse sind sehr nährstoffreich
Haselnüsse sind sehr nährstoffreich

Ein Haselnussstrauch beziehungsweise -baum ist in vielen heimischen Gärten zu finden. Gründe hierfür gibt es en masse: zu einen sind diese Pflanzen ausgesprochen anspruchslos und pflegeleicht, zum anderen sind natürlich auch ihre Früchte (sprich: die Haselnüsse) unglaublich beliebt. Nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren, wie Eichhörnchen und Mäusen. Warum? Diese Tiere sind schlau; sie wissen, dass die Nüsse ungemein nährstoffhaltig (Eiweiß, Fette) sind, und was sich bei Menschen als ungewolltes Hüftgold am Körper breit macht, hilft den Tieren, den Winter zu überstehen…

Haselnussstrauch Pflanzen – Steckbrief von Gartenbista

Haselnussstrauch Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: hell; sonnig; windgeschützt
  • Boden: nährstoffreich; locker
  • Pflanzen: Herbst
  • Heckenpflanzung: sehr gut geeignet
  • Vermehrung: Stecklinge; Absenker; Aussaat
  • Gießen: junge Sträucher sowie in Kübelhaltung
  • Düngen: einmal jährlich mit Kompost
  • Schneiden: im Herbst
  • Überwintern: winterhart; in Kübelhaltung schützen
  • Ernte: Ende September/Anfang Oktober
  • Lagern: trocken; erst vor dem Verzehr knacken
  • Krankheiten: keine bekannt
  • Schädlinge: Haselnussbohrer (Haselnusskäfer)
Haselnussstrauch
Haselnussstrauch

Wissenswertes über den Haselnussstrauch

Der Haselnussstrauch gehört zur Familie der Birkengewächse Er ist unter verschiedenen Namen bekannt: Haselstrauch, Gemeine Hasel oder einfach Haselnuss.

Von den weltweit 15 vorhandenen Arten ist lediglich eine einzige in Europa vertreten: die Corylus avellana. Sie wächst an Waldrändern ebenso gerne wie auf Brachflächen oder in heimischen Gärten. Die Beliebtheit des Gehölzes rührt zum einen sicherlich daher, dass es zu den ersten gehört, die im Frühjahr Blüten bilden: bereits im Februar blühen die Kätzchen, so dass jedem Betrachter klar wird, dass ein Ende des Winters in Sicht ist. Zum anderen sind Haselnusssträucher verschieden einsetzbar: ob als blickdichte Hecke oder als Solitärstrauch, sie bieten immer einen schönen Anblick und bringen zudem noch die begehrten Haselnüsse hervor. Dies ist am besten möglich, wenn eine zweite Hasel in der Nähe steht: Haselnusssträucher sind zwar Selbstbestäuber und benötigen deswegen nicht zwingend einen Artgenossen, um Früchte hervorbringen zu können. Die Anwesenheit weiterer Sträucher fördert jedoch die Fruchtbildung und somit den Ertrag.

Die Hasel gehört zu den wertvollsten heimischen Gehölzen, da sie einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leistet: sie bietet vielen Vögeln, Kleinsäugern und Insekten ein geschütztes Zuhause und versorgt sie zudem mit Nahrung. So trägt sie in hohem Maße zur Erhaltung der Artenvielfalt bei.

Als Strauch kultiviert, kann die Hasel bis zu acht Meter hoch werden. Eine ebensolche Breite ist nichts Ungewöhnliches.

Haselnussstrauch oder Haselnussbaum?

Auch, wenn im Allgemeinen immer von „Haselnussstrauch“ gesprochen wird: es gibt durchaus auch Haselnussbäume. Bevor solch eine Pflanze im Garten Einzug hält, sollte daher gründlich überlegt werden, welches „Modell“ in Frage kommt. Immerhin können diese Gewächse eine Höhe von 8 m erreichen (was ein pfiffiger Gartenbesitzer aber mit einem gekonnten Schnitt zu verhindern weiß…). Generell ist es so, dass die Sträucher  natürlich einfacher abzuernten sind.

Haselnussstrauch braucht hellen Standort

Zum optimalen Gedeihen braucht die Haselnuss einen hellen, möglichst sonnigen Standort. Auch ein habschattiges Plätzchen ist möglich; im Schatten hingegen werden die dekorativen Gehölze nicht so gut gedeihen.

Wenn möglich, sollte der Standort zudem windgeschützt gelegen sein: je weniger Winden die Haselnusssträucher ausgesetzt werden, desto buschiger und dichter können sie wachsen.

Gartenbista-Tipp: Bei der Wahl des Standorts die zu erwartenden Ausmaße der Haselnuss beachten!

Haselnussstrauch bevorzugt nährstoffreichen Boden

Um optimal gedeihen zu können, braucht die Hasel einen nährstoffreichen Boden. Dieser sollte zudem noch durchlässig und locker sein. Ist dies per se nicht der Fall, so sollte die Erde vor dem Pflanzen mit etwas Sand verbessert werden. Aber Achtung: beim Untermischen darauf achten, dass der Boden nicht zu sandig wird, denn dann wird der Haselstrauch nicht gut gedeihen können. Dasselbe gilt im Übrigen für sehr nasse sowie nährstoffarme Böden: sind nur solche Gegebenheiten vorhanden, sollte auf ein Haselnuss Pflanzen verzichtet werden.

Haselnussstrauch mit Früchten
Haselnussstrauch mit Früchten

Haselnussstrauch im Herbst pflanzen

Der beste Zeitpunkt zum Haselnussstrauch Pflanzen ist der Herbst vor dem ersten Frost. Sollten die Haselnüsse wurzelnackt sein, empfiehlt es sich, sie vor der Pflanzung für einige Stunden in einen Wassereimer zu stellen.

Das Pflanzen selbst ist in wenigen Schritten erledigt:

  • Pflanzloch ausheben, welches etwas größer als der Wurzelballen ist
  • Aushub mit Kompost mischen
  • Haselnussstrauch einsetzen
  • Pflanzloch mit Aushub auffüllen
  • Gründlich wässern

Haselnussstrauch als Hecke pflanzen

Die Hasel ist optimal für eine Heckenpflanzung geeignet, da sie schnell wächst und zudem noch dicht wird. Auch wird durch mehrere Sträucher die Bildung von vielen Früchten gewährleistet.

Für eine Haselnusshecke werden grundsätzlich zwei Sträucher pro laufenden Meter einkalkuliert; das Pflanzen selbst erfolgt genauso wie die Pflanzung von Solitärsträuchern.

Gartenbista-Tipp: Haselnuss abwechselnd mit Ebereschen und Holunder als Naturhecke pflanzen!

Haselnussstrauch in Kübelhaltung

Auch, wenn sich viele Hobbygärtner dies aufgrund des schnellen Wachstumes kaum vorstellen können: eine Hasel kann sehr gut im Kübel kultiviert werden. Dies liegt daran, dass sich das Gehölz im oberen Teil nur so weit ausbreitet, wie es im unteren Teil Platz hat. Ein in einem Pflanzgefäß gehaltener Haselstrauch wird demzufolge niemals dieselben Ausmaße annehmen wie einer, der in freier Natur gepflanzt worden ist.

Regelmäßige Wassergaben sind sinnvoll, wobei nach Möglichkeit kalkarmes Wasser verwendet werden sollte. Zudem sollten Haselsträucher einmal jährlich eine Gabe Kompost bekommen.

Im Winter sollten die Kübel mit einer Folie oder einem Frostschutzvlies umwickelt werden, um Frostschäden an den Wurzeln zu verhindern. Kleine Pflanzgefäße werden in ein helles, frostfreies Winterquartier gebracht, wo sie bis zum Frühjahr verbleiben.

Haselnussstrauch Vermehrung durch Stecklinge

Eine Hasel lässt sich sehr gut durch Stecklinge vermehren. Hierfür werden im Herbst ca. 20 cm lange, kräftige Zweige abgeschnitten:

  • Blätter im unteren Drittel entfernen
  • Zweige mit dem unbelaubten Teil in Pflanzgefäße mit Anzuchterde stecken
  • Kräftig angießen
  • Gefäße an einen hellen, geschützten Standort stellen

Nun wird es einige Wochen dauern, bis sich Wurzeln bilden. An frostfreien Tagen sollten die jungen Haselsträucher gegossen werden. Im folgenden Frühjahr werden sie an ihren endgültigen Standort ausgepflanzt; alternativ kann dies auch im Herbst geschehen.

Haselnussstrauch Vermehrung durch Absenker

Auch ist eine Haselnuss Vermehrung durch Absenker möglich; dies kann ganzjährig geschehen:

  • Tiefhängende Zweige auf den Boden ziehen
  • Zweige so in die Erde drücken, dass etwa 20 cm herausschauen
  • Mit einem Stein beschweren oder mit Draht fixieren, damit die Zweige am Boden bleiben

Nach einigen Monaten haben die abgesenkten Triebe Wurzeln gebildet. Nun können sie von der Mutterpflanze abgeschnitten, ausgegraben und an dem gewünschten Standort wieder eingepflanzt werden.

Haselnussstrauch Vermehrung durch Aussaat

Theoretisch besteht die Möglichkeit, Haselnusssträucher durch Aussaat zu vermehren. Von diesem Procedere ist jedoch aus zweierlei Gründen abzuraten: zum einen ist es zeitintensiv und nicht zwingen von Erfolg gekrönt; zum anderen entstehen durch die Aussaat lediglich Wildformen, die keine Erträge bilden.

Haselnüsse
Haselnüsse

Haselnussstrauch Pflege Tipps

  • Gießen: Junge Haselsträucher, die sich noch im Wachstum befinden, sollten in langen Hitzeperioden sowie an heißen Tagen gründlich gegossen werden. Dasselbe gilt für jene Exemplare, die im Kübel kultiviert werden. Ausgewachsene Haselnüsse hingegen benötigen keine zusätzlichen Wassergaben mehr.
  • Düngen: Eine einmalige Gabe Kompost jährlich im Frühling hilft den Haselnusssträuchern, sich optimal zu entwickeln.

Haselnussstrauch richtig schneiden

Ein Haselnussstrauch beziehungsweise –baum kann geschnitten werden, muss aber nicht. Dennoch ist ein regelmäßiger Rückschnitt aus zweierlei Gründen sinnvoll: zum einen kräftigt der Verlust von Wildwuchs die bestehenden Zweige sowie sorgt für vermehrten Neuaustrieb, zum anderen möchten die meisten Gartenbesitzer ihre Haselnüsse problemlos ernten – was bei einem Baum von 6m oder 8 m Höhe nicht unbedingt gegeben ist…

Aufgrund der Tatsache, dass die Hasel ein ausgesprochener Frühblüher ist, darf der Schnitt nicht im Frühjahr erfolgen. Dies hätte zur Folge, dass sicher keine beziehungsweise nur wenige Blüten und demzufolge kaum Nüsse bilden. Demzufolge muss der Rückschnitt nach der Ernte im Herbst erfolgen, und zwar – je nach Bedarf – alle zwei bis drei Jahre:

  • Gerade wachsende Wildtriebe am Ansatz abschneiden
  • Bestehende Triebe auf zwei Drittel einkürzen
  • Zweige, die keine Früchte gebildet haben, entfernen
  • Zu dicht stehende Triebe entfernen

Haselnusssträucher überwintern

Haselsträucher sind komplett winterhart und benötigen deshalb keinen speziellen Winterschutz, sofern sie im Freiland ausgepflanzt sind. In Kübelhaltung hingegen sollte ein Schutz erfolgen: das Pflanzgefäß wird mit einer Folie oder einem Frostschutzvlies umwickelt; kleinere Gefäße werden in ein helles, aber frostfreies Winterquartier gebracht.

Haselnüsse ernten

Haselnusssträucher und –bäume versprechen eine reiche Ernte. Ende September/Anfang Oktober sind Haselnüsse reif, was sich sehr schön an der Braunfärbung der Nussschale erkennen lässt. Um an die begehrten Nüsse zu kommen, bieten sich dem Baumbesitzer zwei Möglichkeiten: er rüttelt an seinem Baum (dies ist insbesondere bei hochgewachsenen Haselnussbäumen sinnvoll), bis die Nüsse herabfallen, oder er pflückt sie einfach mitsamt ihrer Außenhülle ab.

Haselnuss am Strauch
Haselnuss am Strauch

Haselnüsse lagern

Sind die Haselnüsse geerntet, müssen sie vorsichtig aus ihren Außenhüllen befreit werden. Vorsicht ist insofern angebracht, weil viele Nützlinge, wie beispielsweise Marienkäfer, Schutz in diesen Hüllen suchen und/oder sie sich bereits als Winterquartier auserkoren haben.

Die Haselnüsse sollten in ihrer Schale getrocknet  und gelagert und erst vor dem Verzehr geknackt werden. Die Trocknung erfolgt am besten in einem Jutebeutel oder einem Gemüsenetz an einem warmen, trockenen Ort im Haus. Sind sie erst einmal getrocknet, können sie unbesorgt mehrere Monate gelagert werden, vorzugsweise in einer Kunststoffbox.

Haselnussstrauch Krankheiten und Schädlinge

Glücklicherweise zählt die Haselnuss zu den Gewächsen, welche nicht anfällig für Krankheiten oder sehr verlockend für Schädlinge sind. Lediglich der Haselnusskäfer, auch als Haselnussbohrer bekannt, kann eine gute Nussernte verhindern: er bohrt sich durch die Schale in die Nuss und verspeist den Kern, zusätzlich legt er auch noch seine Larven in der Schale ab. Einen derartigen Befall kann man sehr eindeutig an einem kleinen Loch in der Nussschale erkennen.

Die Vernichtung dieses Käfers ist nicht einfach. Prinzipiell müssten alle betroffenen Nüsse komplett entsorgt werden, aber da viele (wie beschrieben) verschleppt werden, ist eine derartige Entsorgungsmethode praktisch kaum umsetzbar.

 

 

Graphiken: © M. Johannsen-Fotolia.com; Tiler84 – Fotolia.com; M. Schuppich – Fotolia.com; kolidzei – Fotolia.com; sabyna75 – Fotolia.com

 

 


4 Kommentare

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    ist eine Pflanzung von der Haselnuss auch in den Wintermonaten noch möglich ?
    Für eine Antwort bin ich Ihnen sehr dankbar !

    Mit freundlichen Grüßen
    Karl-Friedrich Trachte

    1. Sehr geehrter Herr Trachte,

      der Haselnussstrauch zäht zu den robustesten heimischen Sträuchern überhaupt und ist zudem ausgesprochen frostresistent. Es spricht also nichts dagegen, eine Haselnuss auch im Winter zu pflanzen – vorausgesetzt allerdings, dass der Boden nicht so stark gefroren ist, dass kein Pflanzloch gegraben werden kann.

      Mit freundlichen Grüßen
      E. Becker

  2. Sehr geehrte Damen und Herren, würde gerne in meinem Garten den Haselnuss als Sichtschutz pflanzen. Habe eine Länge von 6,5m und eine Breite von 1m. Ist der Platz denn ausreichend? Wenn ja, wieviele Pflanzen würde ich brauchen um eine dichte Heckenscheren zu bekommen? Liebe Grüße S.Wiest

  3. Sehr geehrte Damen und Herren, würde gerne in meinem Garten den Haselnuss als Sichtschutz pflanzen. Habe eine Länge von 6,5m und eine Breite von 1m. Ist der Platz denn ausreichend? Wenn ja, wieviele Pflanzen würde ich brauchen um eine dichte Hecke zu bekommen? Liebe Grüße S.Wiest

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