Giersch bekämpfen, vernichten & entfernen

Sie haben bei sich im Garten eine Pflanze, die sich wunderbar vermehrt und auch noch schöne weiße, doldenartige Blüten hervorbringt? Sicher freuen Sie sich im ersten Moment über das anscheinend genügsame, fleißig wachsende Pflänzchen…

Doch diese Freude wird sicherlich nicht allzu lange währen, denn bei dieser Pflanze handelt es sich um den sehr gefürchteten Giersch. Gefürchtet deswegen, weil er als eine der schlimmsten und dreistesten Unkrautsorten überhaupt gilt. Nicht selten wird innerhalb weniger Vegetationsperioden ein kompletter Garten vom Giersch regelrecht überwuchert werden kann.

Giersch bekämpfen mit Gartenbista-Tipps:

Giersch Verbreitung

Giersch vermehrt sich unglaublich schnell, weil er dies auf zweierlei Arten tut – und das meistens auch noch gleichzeitig. Zum einen bilden seine schönen weißen Blüten sehr viele Samen, die abfallen und an Ort und Stelle neue Giersche hervorbringen.

Zum anderen besitzt der Giersch ein gigantisches Wurzelwerk, welches extrem schnellwachsend ist und sich durch unterirdische Rhizome verbreitet, aus denen an jeder Stelle eine neue Pflanze entstehen kann. Diese Rhizome können eine Tiefe von 80 cm erreichen, was eine Entfernung der Pflanzen ziemlich erschwert.

Giersch vorbeugen

Wenn man Pflanzen jeglicher Art von anderen Gartenbesitzern geschenkt bekommt, sollten diese zunächst 14 Tage in einem Blumentopf deponiert und beobachtet werden. Zeigen sich Spitzen eines Gierschs, sollte das Wurzelwerk der betreffenden Pflanze genauestens kontrolliert werden.

Giersch entfernen und Wurzelsperre einbauen

Wenig erfolgreich ist oft:

  • Giersch abhacken: Der Giersch ist etwas zu schwächen, in dem er regelmäßig abgehackt wird, wobei die Betonung auf „regelmäßig“ liegt. Giersch gibt nicht so leicht auf; von daher ist eine derartige Prozedur recht langwierig.
  • Giersch umgraben: Umgraben von Flächen, auf welchen sich der Giersch breit gemacht hat, ist nicht sinnvoll, da dem Unkraut dadurch noch die Möglichkeit gegeben wird, sich zu vermehren. Besser ist es, mit einer Grabegabel den Boden vorsichtig zu locken und danach die Wurzeln des Gierschs möglichst restlos aus der Erde einzusammeln.
  • Giersch mit Folie abdecken: Häufig wird empfohlen, vom Giersch befallene mit einer Folie abzudecken und danach Rindenmulch darauf zu geben. Nach zwei Jahren sind die Wurzeln des Gierschs abgestorben. Seine Samen leider nicht. Dies bedeutet, dass  nach Entfernen der Folie zwar kein Unkraut mehr zu sehen ist, der Giersch aber immer noch in den Startlöchern (in diesem Fall: in den Samen) lauert, um erneut hervorzuschießen.

Die beste Methode:

Um seinen Garten gierschfrei zu halten, ist zu versuchen, dieses Unkraut erst gar nicht in den Garten zu lassen. Klingt seltsam, ist aber möglich: durch Eingraben einer sogenannten „Wurzelsperre“, welche aus undurchlässigem Gewebe sein muss und mindestens 80 cm tief in die Erde hinein sollte. Ein solches Procedere ist nur dann sinnvoll, wenn es sich entweder um ein sehr kleines Grundstück oder um eine konkrete Gefahr (sprich: der Nachbar hat Giersch in seinem Garten) handelt; ansonsten ist eine Wurzelsperre nicht in die Praxis umsetzbar.

Giersch vernichten mit Pflanzenschutzmitteln

Wenn alle Strategien gegen eine Invasion des Gierschs nichts nützen, muss zu einem Pflanzenschutzmittel gegriffen werden. derartige Pflanzenschutzmittel werden entweder direkt auf den Giersch gesprüht. Leider ist es so, dass es heutzutage zwar einige derartige Pflanzenschutzmittel gibt, die auch tatsächlich aktiv zur Vernichtung des Gierschs beitragen, leider aber auch Pflanzen in seiner Umgebung abtöten. Von daher muss abgewogen werden, was dem Hobbygärtner lieber ist: ein Garten, der über kurz oder lang vom Giersch beherrscht wird und somit keinen Platz für andere Pflanzen mehr bietet, oder den Tod durch Vergiftung von unschuldigen Pflanzen auf dem Gewissen zu haben. Wie man sieht: die Pflanzen sterben so oder so…

Wenn man sich dazu entschließen sollte, dem Giersch mithilfe eines Pflanzenschutzmittels zu Leibe zu rücken, sollte man seine Ungeduld im Zaum haben und zwingend abwarten, bis der Giersch eine Höhe von mindestens 10 cm erreicht hat. Erst dann sind die Blätter groß genug, um genügend Wirkstoffe des Pflanzenschutzmittels aufzunehmen, um dem Giersch den Garaus zu machen.

Auch sollte beachtet werden, dass eine weitere Behandlung des Gierschs circa 3 Wochen später erfolgen sollte; nur so kann er weitestgehend ausgerottet werden.

Graphik: © emer – Fotolia.com


12 Kommentare

  1. Giersch ist ein wunderbares Gemüse, welches leicht nach Sellerie schmeckt! Also: essen und nicht vernichten! Ebenso suchen wir doch für viele Plätze im Garten nach erstklassigen Bodendeckern…Giersch ist so einer! Wenn ich die Blüten, die gerne von Schmetterlingen, Bienen und anderen Bestäubern besucht werden, nicht aussamen lasse sind sie bei weitem nicht soooo schrecklich wie beschrieben, sondern gut im Zaum zu halten….Freuen wir uns doch lieber an dieser vitalen Pflanze!

  2. Die Römer sind schuld. Sie haben den Giersch über die Alpen mitgebracht. Und zwar als Gemüse. Und er fühlte sich so wohl bei uns Germanen, dass er blieb. Meine Oma sagte immer: „Was du (im Garten) nicht vernichten kannst, musst du aufessen. Und das ist bei Giersch sogar richtig lecker: Die jungen Blätter schmecken gut in einem Wild-Salat zusammen mit Löwenzahn und Gänseblümchen oder auch als Spinatersatz

  3. Gegen die Massen an Giersch in unserem Garten können wir nicht anessen. Da die Nachbarn dieses Wildkraut nicht eindämmen, kämpfen wir gegen Windmühlen-Flügel.

  4. Hier mal ein Tipp der wirklich funktioniert.Pflanzen Sie neben den Girsch den sogenannten Gundermann,dessen Wurzeln umwachsen die Wurzeln des Girsch’s und tragen sehr stark zu dessen Eindämmung bei.So kann man ohne die Natur zu belasten sich Abhilfe leisten.Viele Grüsse

  5. In meinem Garten gibt es schon seit Jahrzehnten diesen Giersch, daneben und mitten drin gedeihen aber auch viele sogenannte nützliche Pflanzen, eben das ganz normale Gemüse. Ich nehme mir halt in bestimmten Abständen die Zeit, hacke den Boden rings um die Nützlinge auf und entferne Giersch samt Wurzeln dort, wo er lästig zu werden beginnt. Ganz entfernen lässt er sich ja doch nur mit brachialen Methoden und davon bin ich ein entschiedener Gegner. Auch im Garten sollte der Mensch „tolerant“ sein und dem sogenannten Unkraut eine gewisse Chance lassen. Ein gutes Beispiel sind meine Erdbeerbeete. Wenn die nämlich so richtig schön verunkrautet sind, dann tragen sie die meisten und schönsten und größten Früchte, denn unsere lieben Luftbewohner, vor allem die Amseln, können dann die schönen roten Früchten nicht so leicht erspähen oder vielleicht ist ihnen das Dickicht des Unkrauts und der vielen Erdbeerblätter zu unangenehm. Also: Alles mit dem gehörigen Maß angehen, auch das Unkraut und den ach so üblen Giersch!

  6. Wir haben festgestellt, daß Girsch den wir nicht gekackt haben jetzt von unseren vielen Schnecken aufgefressen wurde und jetzt nur noch die Stengel stehen. Also Geduld haben, nicht ärgern und immer die weißen Blüten abpflücken.

  7. Ich esse den Giersch auch! Da ich leider keinen Garten habe, gehe ich auf Spielplätze und Friedhöfe. Ich sammle gaanz viele „Unkräuter“ im Großstadtgewimmel!

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