Die Eisheiligen – Datum, Namen und Bedeutung für die Pflanzenwelt

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Die Eisheiligen bringen Kälte mit...
Die Eisheiligen bringen Kälte mit…

Häufig wird im Zusammenhang mit gärtnerischen Tätigkeiten von den Eisheiligen gesprochen. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine willkürliche Bezeichnung, sondern um die Namen von Märtyrern und Bischöfen, die auch „die gestrengen Herren“ oder „Eismänner“ genannt werden. Sie alleine wären nicht populär, würden sie nicht in Zusammenhang mit bestimmten Bauernregeln gebracht, welche sich auf einen Zeitpunkt im Mai beziehen. Wann diese Tage konkret sind und was sie mit Gartenarbeiten zu tun haben, haben wir für Sie recherchiert.

Was sind die Eisheilige?

In ländlichen Regionen kennt wohl jedes Kind den Satz „die Pflanzen dürfen erst nach den Eisheiligen raus“. Bauern und Hobbygärtner schienen sich vor diesen zu fürchten, da sie offenbar verantwortlich für einen Ernteausfall sein konnten. In der kindlichen Fantasie stellte man sich bläulich-blasse, riesige Personen vor, die irgendwann im Mai ankamen und für Angst und Schrecken sorgten. Ganz so ist es nicht: die Eisheiligen sind keine Personen im eigentlichen Sinne, sondern Gedenktage an Märtyrer und Bischöfe, die in einem bestimmten Zeitraum im Mai stattfinden.

Das Unbehagen, welches mit ihnen in Verbindung gebracht wird, ist dennoch nicht unbegründet. An diesen Tagen ist es für gewöhnlich ein letztes Mal vor dem Sommer richtig kalt – auch Temperaturen unter 0 Grad sind nachts möglich. Ein derartiger Kälteeinbruch ist sowohl für den kommerziellen als auch den privaten Anbau von Nutzpflanzen häufig sehr schädlich: so können Knospen an Obstbäumen erfrieren, wodurch die Obsternte entfällt; bereits gesäte oder gepflanzte Jungpflanzen erfrieren einfach. Auch die Samen selbst können erfrieren. Doch selbst, wer lediglich Zierpflanzen kultiviert, ist zurecht besorgt: auch von Hortensien, Clematis und Co können junge Triebe sowie die Knospen erfrieren, was entweder zum Absterben der Pflanze oder zumindest zu einem weniger schönen Escheinungsbild führt.

Sind Eisheilige und Schafskälte dasselbe?

Während die Eismänner im Mai auftreten, ist die Schafskälte später: der 11. Juni wird als der Tag angesehen, an dem es mit größter Wahrscheinlichkeit noch einmal sehr kalt werden wird.

Entstehung der Maifröste

Die sogenannten Maifröste sind auf klimatologische Ursachen zurückzuführen. Anfang Mai herrschen in Mitteleuropa oft bereits hohe Temperaturen. Diese werden gelegentlich durch kalte Polarluft unterbrochen, welche vom Norden kommt. Ein klarer Himmel sorgt dann für eine Abstrahlung dieser Luft, welche nachts zu Bodenfrost führen kann.

Seit wann gibt es sie?

Erstmalig fanden die Eisheiligen im Mittelalter Erwähnung. Gemäß damaliger Bauernregeln sollte keinesfalls Saat ausgebracht werden, bevor diese Tage vorbei sind.

Wie heißen sie?

  • Die Nelke wurde von Maifrösten überrascht...
    Die Nelke wurde von Maifrösten überrascht…

    Mamertus (französischer Bischof, 5. Jahrhundert)

  • Pankratius (Märtyrer, 4. Jahrhundert)
  • Servatius (Belgischer Bischof, 4. Jahrhundert)
  • Bonifatius (Märtyrer, 4. Jahrhundert)
  • Sophia („Kalte Sophie“), Märtyrerin aus dem 2. Jahrhundert

Im Übrigen sind nicht in allen Bundesländern sämtliche Eisheiligen relevant. Regional können es statt der fünf auch nur vier oder sogar nur drei sein.

Gehört die Kalte Sophie tatsächlich zu den Eisheiligen?

Etwas irreführend ist die Bezeichnung „gestrenge Herren“, wenn man weiß, dass die Kalte Sophie ebenfalls zu den Eisheiligen gezählt wird. Dies ist jedoch tatsächlich der Fall: der letzte Tag der Maifröste ist ebendieser Dame gewidmet, so dass sie allem Gendertum zum Trotz auch ein Eismann ist.

Wann sind die Eisheiligen?

Die Gedenktage der Eismänner wurden bereits im Julianischen Kalender festgelegt: gemäß diesem finden sie wie folgt statt:

  • 11. Mai: Mamertus
  • 12. Mai: Pankratius
  • 13. Mai: Servatius
  • 14. Mai: Bonifatius
  • 15: Mai: Sophia („Kalte Sophie“)

Nun kommt es allerdings zu einer kleinen Verschiebung, derer sich viele Hobbygärtner überhaupt nicht bewusst sind: sie zelebrieren die Eisheiligen Mitte Mai, obwohl sie seit der Kalenderreform im Jahre 1582 eigentlich einige Tage später stattfinden müssten. Betrachtet man den Gregorianischen Kalender im Zusammenhang mit seinem Vorgänger, so wird man feststellen, dass die Eisheiligen am 20. Mai beginnen müssten. Da jedoch die meisten der Bauernregeln aus die Zeit vor 1582 stammen, bleibt es dabei, empfindliche Pflanzen erst ab Mitte Mai ins Freie zu bringen – und nicht etwa erst Ende Mai. Durch die Erderwärmung ist dies in hiesigen Breitengraden durchaus möglich, da die gestrengen Herren längst nicht mehr so streng sind, wie sie es früher einmal waren.

Ändert sich das Datum jährlich?

Da die Gedenktage an die Heiligen feststehend sind, ändert sich auch das Datum der Eisheiligen nicht. Es kann zwar regionale kleine Unterschiede geben, wann sie beginnen und enden, dies ist jedoch der Tatsache geschuldet, dass die vom Norden aufziehende Kaltluft in südlichen Regionen Deutschlands erst einen Tag später auftaucht.

Welche Bedeutung haben die Maifröste für Pflanzen?

Erfrorene Gurkenpflanze im Mai
Erfrorene Gurkenpflanze im Mai

Es gibt viele Pflanzen, die nicht winterhart sind und demzufolge empfindlich auf Frost reagieren. Zu diesen gehören einjährige Sommerblumen, aber auch Gemüse wie Tomaten und Bohnen. Werden derartige Gewächse vor den Eisheiligen in die Erde gebracht und treten dann noch Maifröste auf, wird es passieren, dass die jungen Pflänzchen erfrieren. Demzufolge wird davon abgeraten, derartige Pflanzen vor Mitte Mai ins Freie zu bringen.

Auch Knospen und Blüten von Obstgehölzen sind in Gefahr: fallen die Fröste sehr heftig aus, erfrieren sie ebenfalls. Dies hat unweigerlich zur Folge, dass der betreffende Baum keine Früchte hervorbringen kann – die Ernte fällt in diesem Jahr aus.

Gartenbista-Tipp: Ungeachtet der Tatsache, dass Petunien, Geranien, Tagetes und andere Sommerblüher bereits im April im Handel erhältlich sind, sollten sie dennoch erst nach den Eisheiligen ins Freiland!

Bauernregeln zu Eisheiligen

Mancherorts werden Bauernregeln belächelt, aber sein wird doch mal ehrlich: sie haben sich jahrhundertelang bewährt. In einer Zeit, in der die Menschen keine Wettersatelliten und modernste Maschinen zur Bestimmung des Klimas hatten, haben sie genau nach diesen Regeln gelebt und sind bestens damit gefahren. Kein Wunder, dass manch ein naturverbundener Hobbygärtner auch heute noch nach den alten Bauernregeln gärtnert.

  • Vor Bonifaz kein Sommer, nach Sophie kein Frost
  • Wenn´s an Pankratius friert, wird im Garten viel ruiniert
  • Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder. Was der Frühling gebracht hat, zerstören sie wieder
  • Pflanze nie vor der Kalten Sophie
  • Nach Servaz hat der Frost keinen Platz

Was ist noch interessant für Hobbygärtner?

Diese Fragen stellen Hobbygärtner häufig:

Was kann ich vor den Eisheiligen pflanzen?

Sämtliche Zier- und Gemüsepflanzen, die nicht frostempfindlich sind, können vor den Eisheiligen ins Freie. Dasselbe gilt für Stauden und Sträucher. Auch können einige Pflanzen bereits ausgesät werden. im Zweifelsfalle einen Fachhändler fragen!

Kann man Geranien schon vor den Eisheilgen pflanzen?

Die Sommerblüher können zwar schon im April auf den Balkon, aber nur an einen geschützten Platz, wo sie sich abhärten können. Sie sollten nicht ins Freiland ausgepflanzt werden, so lange noch Spätfröste zu erwarten sind.

Welche Gemüse vertragen Frost?

Unter anderem gelten Feldsalat, Schwarzwurzeln, Wirsing-, Rosen- und Grünkohl und Möhren. Auch manche Kräuter sind winterhart und überstehen Fröste, beispielsweise Petersilie und Schnittlauch.

 

Symbolgraphiken: © Luca Lorenzelli – stock.adobe.com; M.V.schiuma – stock.adobe.com; Animaflora PicsStock – stock.adobe.com


• 3. Juni 2021 • Kategorie: Garten

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