AdBlue gegen Unkraut – mit Harnstoff gegen Beikräuter?

AdBlue
AdBlue

Um lästige Wildgewächse aus ihren gehegten und gepflegten Beeten loszuwerden, kommen die Hobbygärtner gelegentlich auf die gewagtesten Ideen. So kursiert das Gerücht, dass AdBlue gegen Unkraut wirken soll. Ob dies tatsächlich so ist und ob dieses Mittel überhaupt verwendet werden darf, erläutern wir nachfolgend.

Was ist AdBlue?

AdBlue ist ein Handelsname für eine Harnstofflösung und heißt eigentlich Harnstoff AUS 32. Zunächst wird Harnstoff, der eigentlich ein Stickstoffdünger ist, aus Kohlendioxid und Ammoniak hergestellt. Die synthetische Aufbereitung erfolgt dann mit Wasser; die fertige Lösung ist 32 % -ig.

Inhaltsstoffe

AdBlue besteht aus Harnstoff und Wasser.

Anwendungsgebiete

Harnstoff an sich wird zum einen als Stickstoffdünger verwendet, zum anderen in der Chemischen Industrie eingesetzt. Er eignet sich hervorragend zum Imprägnieren sowie zur Herstellung von Klebemitteln. Dabei ist er absolut ungiftig, so dass er auch als Nahrungsergänzung für Rinder genutzt wird und sogar als Zutat in menschlichen Körperpflegeprodukten zu finden ist.

AdBlue ist nicht gegen Unkraut vorgesehen
AdBlue ist nicht gegen Unkraut vorgesehen

AdBlue hingegen ist ein eingetragener Markenname, der sich auf eine spezielle Harnstofflösung bezieht. Diese wird in der Autoindustrie überall dort eingesetzt, wo Dieselmotoren aktiv sind. Da der Name jedoch so angenehm in den Ohren klingt und zudem leicht zu merken ist, wird er häufig immer dann verwendet, wenn von einer Harnstofflösung die Rede ist – selbst, wenn diese von einem ganz anderen Hersteller ist. Man kennt dies von Papiertaschentüchern…

Wirkt AdBlue gegen Unkraut?

Die Wirkung von AdBlue gegen Unkraut ist nicht erwiesen; abgesehen davon ist dieses Mittel nicht zur Unkrautvernichtung zugelassen.

Mit Harnstoff Beikräuter bekämpfen

Harnstoff an sich besteht fast zur Hälfte aus Stickstoff. Erfahrene Hobbygärtner wissen, dass dieser als Düngemittel eingesetzt wird, jedoch erreichen handelsübliche Dünger niemals eine solche Konzentration.

Wirkungsweise

Wird stickstoffhaltiger Dünger auf Rasenflächen ausgebracht, trägt dies zu einem auffällig starken Wachstum bei. Doch nicht nur das: die einzelnen Pflanzen bilden mehr Halme, werden dadurch dichter und bekommen zudem eine schöne Farbe – sattes Grün, so, wie man es sich wünscht.

Ein gesunder, kräftiger Rasen wiederum ist widerstandsfähiger gegenüber Unkraut und schafft es auch, dieses zu verdrängen.

Gartenbista-Tipp: Falls eine Harnstoffdüngung durchgeführt werden sollte, unbedingt auf das richtige Mischungsverhältnisse achten!

Nachteile

Im ersten Moment klingt die Wirkungsweise fantastisch. Jedoch hat eine Harnstoffdüngung derart viele Nachteile, dass sie überwiegend im professionellen Gartenbau angewandt wird.

Zum einen muss man such darüber im Klaren sein, dass zwar Rasenpflanzen widerstandsfähiger werden, die Beikräuter mit der Zeit jedoch auch. Zunächst sind sie schockiert über den Kräftezuwachs der Graspflanzen, jedoch passt sich Unkraut schnell an die individuellen Gegebenheiten an. Dies hat zur Folge, dass durch den Stickstoff auch die unerwünschten Beikräuter größer und kräftiger werden.

Bei Verwendung von Harnstoff als Düngemittel bekommen die Pflanzen zwar Stickstoff in ausreichender Menge, jedoch fehlen ihnen andere wichtige Nährstoffe: Kalium, Kalk sowie Phosphate sind ebenso bedeutsam und müssen demzufolge zusätzlich verabreicht werden. Auch dabei kommt es auf das richtige Mischungsverhältnis an.

Ebenfalls ist zu beachten, dass Harnstoff eine versauernde Wirkung auf den Boden hat. Und dass auf zu sauren Böden kein Rasen wirklich gedeihen kann, sollte jedem klar sein…

Darf ich AdBlue gegen Unkraut im Garten einsetzen?

Zunächst einmal sollte man schauen, ob es irgendeine erwiesene Wirkung von AdBlue gibt. Der Harnstoff in dieser Substanz reicht nicht aus, um eine Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Demzufolge werden keine Pflanzen gestärkt und kein Unkraut geschwächt. Ein Einsatz scheint also unsinnig zu sein.

Unsinnig – und nicht erlaubt. AdBlue ist kein zugelassenen Unkrautvernichtungsmittel und darf deswegen in Hausgärten nicht als ein solches zum Einsatz kommen. Zuwiderhandlungen können mit erheblichen Bußgeldern geahndet werden.

Wird AdBlue gegen Unkraut verwendet, hat man also nicht den gewünschten Effekt, dafür im Zweifelsfall jede Menge Ärger am Hals…

Auf Wegen?

Weder auf Wegen noch in deren Ritzen oder versiegelten Flächen darf AdBlue gegen Unkraut eingesetzt werden.

Ist diese Harnstofflösung ein Hausmittel?

Definitiv ist AdBlue kein Hausmittel. Es besteht auch keinerlei Chancen, diese Mittel als ein solches anzusehen, da es keine der hierfür erforderlichen Voraussetzungen erfüllt.

Alternative Methoden zur Unkrautvernichtung

Unkraut lieber manuell entfernen
Unkraut lieber manuell entfernen

Tatsächlich ist die manuelle Entfernung von Beikräutern immer noch die beste und effektivste Methode zur Unkrautbekämpfung. Alternativ kann Unkraut mit kochendem Wasser übergossen werden; ebenfalls eine umweltfreundliche Methode.

Keinesfalls sollten Hausmittel wie Essig oder Salz verwendet werden, da diese mehr Schaden als Nutzen anrichten.

Gartenbista-Tipp: Eine dicke Mulchschicht auf den Beeten minimiert die Ansiedlung von Unkraut!

 

Symbolgraphiken: © fotolia67 – stock.adobe.com; The Toidi – stock.adobe.com; Janina Dierks – stock.adobe.com


, Kategorie: Garten

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