Ackerwinde vernichten: Bekämpfung und Beseitigung im Garten und Rasen

Ackerwinde, Convolvulus arvensis
Ackerwinde, Convolvulus arvensis

Zart, filigran und mit wunderschönen bläulichen oder rosafarbenen Trichterblüten ausgestattet: die Ackerwinde, Convolvukus arvensis. Die auch unter der Bezeichnung „Feldwinde“ bekannte Pflanze hat zwar optisch alles, was man sich von einem Ziergewächs wünscht, ist jedoch charakterlich nicht unbedingt der beste Freund des Hobbygärtners: die oberhalb der Erdoberfläche so zarten Pflänzchen bilden dichte, weitverzweigte Wurzeln, die immer wieder neue Pflanzen hervorbringen. So kommt es, dass innerhalb kurzer Zeit die Ackerwinde überall im Garten zu finden ist – auch an Stellen, an denen sie so gar nicht erwünscht ist. Dem Gartenbesitzer bleibt nichts Anderes übrig, die Ackerwinde zu bekämpfen. Welche Möglichkeiten gibt es, das Unkraut loszuwerden?

Ackerwinde vernichten – Tipps von Gartenbista

Ackerwinde vernichten – Tipps für Schnellleser

  • Methoden: ausgraben; Unkrautfolie; chemische Mittel
  • Ausgraben und Rigolen: Pflanzen entfernen; Erde ausheben; Wurzeln so gut es geht entfernen; Aushub durchsieben
  • Unkrautfolie: Beet umgraben; Unkraut und Wurzeln entfernen; Folie auf Beet Legen; fixieren; mindesten drei Jahre liegen lassen
  • Chemische Mittel: nicht empfehlenswert
  • Im Rasen bekämpfen: nur mit Unkrautstecher möglich; Effekt fraglich
  • Heißes Wasser: bei kleinen Wurzeln möglich
  • Ausbreitung vorbeugen: Wurzeln entfernen; kleine Winden herauszeihen; größere abschneiden; Konkurrenzpflanzen einsetzen
  • Kultivieren: im Kübel; Gefäß oberirdisch aufstellen oder ins Beet eingraben; Samen vor Reife entfernen
Biene auf einer Ackerwinde
Biene auf einer Ackerwinde

Wissenswertes über die Ackerwinde

Die Ackerwinde, Convolvukus arvensis, ist eine mehrjährige windende oder kriechende Pflanze aus der Familie der Windengewächse. Sie bildet kleine, trichterförmige Blüten die bläulich oder rosafarben sind, und besitzt sattgrüne, längliche Blätter. Gelegentlich wird sie mit der Zaunwinde verwechselt, jedoch hat diese nicht nur schneeweiße, sondern auch weitaus größere Blüten.

Ackerwinden kriechen entweder auf dem Boden herum oder machen dies, was sie am besten können: sie winden sich, und zwar um andere Pflanzen herum. Wie groß diese sind, ist der Ackerwinde egal: sie windet sich um alles, was ihr in den Weg kommt, so passiert es, dass ganze Stauden und Ziersträucher komplett unter der Convolvukus arvensis verschwinden.

Kaum eine Pflanze polarisiert nicht zuletzt deshalb derart wie die Ackerwinde: manche sehen in ihr einfach nur ein lästiges, penetrantes Unkraut, welches mit allen Mitteln vernichtet werden muss. Andere Hobbygärtner hingegen schätzen die zarte Pflanze sehr, da sie zum einen sehr dekorativ ist, zum anderen eine beliebte Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten darstellt. Besonders in Naturgärten ist die Convolvukus arvensis demzufolge sehr häufig anzutreffen, und wird von ihrem Besitzer als eine Bereicherung der Beete angesehen. Wird die kleine Ackerwinde unter Kontrolle gehalten, so ist sie definitiv eine Augenweide. Dies zu bewerkstelligen, erfordert allerdings viel Fachwissen, denn die eigentliche Problematik der Pflanze liegt unter der Erde: die Wurzeln. Convolvukus arvensis bildet ein Wurzelwerk aus, welches zwei Meter und mehr in die Tiefe gehen kann und zudem noch dicht verzweigt ist. Aus diesen Wurzeln entstehen ständig neue Pflanzen, so dass eine einzelne Pflanze innerhalb einer einzigen Vegetationsphase zu einer regelrechten Invasion werden kann.

Methoden zum Ackerwinde Vernichten

Wer sich dazu entschlossen hat, die Ackerwinden in seinem Garten zu vernichten, hat sich eine arbeits- und zeitintensive Aufgabe gestellt; die Bekämpfung ist vergleichbar mit der Giersch Bekämpfung und somit nahezu eine Lebensaufgabe. Wird die Convolvukus arvensis nur oberflächlich herausgerissen, so ist das Problem noch lange nicht gelöst, denn solange sich die Wurzeln in der Erde befinden, werden diese immer wieder aufs Neue Ackerwinden hervorbringen. Demzufolge muss das Übel im wahrsten Sinne des Wortes an der Wurzel gepackt werden, doch auch diese Aufgabe ist alles andere als einfach und erfordert viel Sorgfalt: verbleibt nur ein kleines Wurzelstückchen in der Erde, so wird dieses nach einer kurzen Ruhepause umgehend damit beginnen, neue Ackerwinden hervorzubringen. Es ist also unabdingbar, das komplette Wurzelwerk zu vernichten. Hierfür stehen dem Gartenbesitzer einige Methoden zur Verfügung:

  • Ausgraben und Rigolen
  • Unkrautfolie
  • Chemische Mittel
Ackerwinde
Ackerwinde

Ackerwinde vernichten durch Ausgraben

Eine Pflanze auszugraben, ist mühsam – vor allem, wenn sie ein derart dichtes und weitverzweigtes Wurzelsystem besitzt wie die Convolvukus arvensis. Dennoch ist es die effektivste Methode, das Unkraut zu vernichten, obwohl man sich nicht der Illusion hingegen sollte, dass tatsächlich die Ackerwinde restlos entfernt werden kann. Benötigt werden:

  • Feinmaschiges Durchwurfsieb
  • Grabegabel
  • Unkrautstecher

Das Procedere selbst sollte an einem möglichst sonnigen und windigen Tag durchgeführt werden, da derartige Witterungsbedingungen dazu führen, dass die ausgegrabenen Wurzelstücke schnell austrocknen:

  • Mithilfe des Unkrautstechers sämtliche oberirdischen Pflanzenteile entfernen
  • Während dieser Tätigkeit so viel Wurzelteile wie möglich zusammen mit der Ackerwinde herausziehen
  • Mit der Grabegabel etwa drei Spatentiefen den Boden ausheben
  • Jedes Wurzelteil entfernen – auch die allerkleinsten und in einen Behälter geben
  • Den Aushub etappenweise durch das Durchwurfsieb werfen
  • Vorgang gegebenenfalls wiederholen
  • Beim Sieben entdeckte Wurzelteilchen ebenfalls in den Behälter geben
  • Aushub zurück ins Beet geben
  • Entfernte Wurzelteile nicht auf dem Kompost entsorgen

Gartenbista-Tipp: Keinen Spaten verwenden, auch wenn dies auf den ersten Blick verlockend erscheint! Die Gefahr ist zu groß, dass zu viele Wurzelteile abgehackt werden und in der Erde verbleiben.

Ackerwinde mit Unkrautfolie bekämpfen

Auf Beeten, welche einige Jahre nicht benötigt werden, hat sich die Verwendung einer Unkrautfolie als sehr effektiv erwiesen. Diese schwarze Folie dient dazu, größere Flächen abzudecken. Sie ist zwar luft- und wasserdurchlässig, lässt aber keine Sonne durch, so dass keine Fotosynthese stattfinden kann. Ohne diese können Pflanzen nicht gedeihen, so dass sie irgendwann absterben; solch ein Vorgang dauert allerdings mindestens drei Jahre.

  • Beet umgraben
  • Unkraut und Wurzeln entfernen
  • Beet ebnen
  • Unkrautfolie ausbreiten
  • An den Seiten mit Heringen oder anderen Ankern befestigen
  • Rindenmulch, Kies oder Erde auf der Folie ausbringen

Sollen auf dem abgedeckten Beet Pflanzen gesetzt werden, so muss an jenen Stellen, an denen sie eingepflanzt werden sollen, die Folie x-förmig aufgeschnitten werden. Danach werden die Pflanzen in die Erde gebracht, wobei darauf zu achten ist, dass die Folienränder eng an dem Pflanzenhals anliegen.

Gartenbista-Tipp: Alternativ zur Unkrautfolie kann auch gewöhnliche schwarze Plastikfolie verwendet werden; diese sollte jedoch nicht zu dünn sein.

Ackerwinde, Convolvulus arvensis
Ackerwinde, Convolvulus arvensis

Ackerwinde mit chemischen Mitteln bekämpfen

Im Fachhandel sind chemische Mittel erhältlich, die gegen Ackerwinden und andere Wurzelunkräuter erfolgreich eingesetzt werden sollen. Diese Pflanzenschutzmittel werden auf die Blätter aufgetragen oder aufgesprüht und gelangen über diese in die inneren Pflanzenteile und die Wurzeln. Dort entwickeln sie ihre Wirkung. Solch ein Unterfangen ist jedoch – abgesehen von den Aspekten des Umweltschutzes – mit diversen Risiken verbunden:

  • Pflanzenschutzmittel wird niemals nur auf jene Pflanzen gelangen, welche vernichtet werden sollen, sondern auch auf andere, die sich in unmittelbarer Nähe befinden
  • Bodenlebewesen gehen durch chemische Mittel zugrunde
  • Kleinste Wurzeln überleben grundsätzlich, so dass irgendwann wieder neue Ackerwinden entstehen
  • Convolvukus arvensis entwickelt Resistenzen gegen verschiedene chemische Mittel bei regelmäßiger Anwendung

Wer dennoch die Ackerwinde mit der chemischen Keule vernichten möchte, geht wie folgt vor:

  • Pflanze bis auf 30 cm zurückschneiden
  • Pflanzenteile mit dem Mittel einpinseln oder es aufsprühen
  • So viele Teile wie möglich behandeln

Achtung: In einigen Bundesländern ist es verboten, Unkrautvernichtungsmittel anzuwenden! Vor einem geplanten Einsatz informieren, welche Regularien gelten!

Ackerwinde im Rasen bekämpfen

Während die Ackerwinden Vernichtung in Beeten ein schwieriges Unterfangen ist, ist sie im Rasen beinahe unmöglich, da ein komplettes Ausgraben den gesamten Rasen ruinieren oder zumindest groß Löcher auf der Rasenfläche hinterlassen würde. Die einzige Möglichkeit, die Ackerwinde zumindest im Zaum zu halten, ist die Verwendung eines Unkrautstechers. Mit dessen Hilfe wird die Convolvukus arvensis zumindest teilweise aus dem Erdboden gezogen, auch wenn das dichte Wurzelwerk nahezu unberührt bleibt. Ein solches Procedere muss regelmäßig wiederholt werden; es ist allerdings zu überlegen, ob es überhaupt sinnvoll ist: beim Rasenmähen wird der oberirdische Teil der Feldwinde sowieso abgeschnitten, so dass das zarte Herumstochern mit dem Unkrautstecher nicht wirklich zu mehr Erfolg führt.

Ackerwinde mit heißem Wasser vernichten

Wurzelunkraut wie die Ackerwinde kann mit heißem Wasser bekämpft werden – zumindest, solange es sich um kleine Pflanzen mit einem nicht allzu ausladenden Wurzelwerk handelt. Riesige Wurzeln hingegen zeigen sich von alternativen Methoden wie heißem Wasser gänzlich unbeeindruckt:

  • Wurzel bestmöglich freilegen
  • Wasserkocher an ein Verlängerungskabel anschließen
  • Wasser kochen
  • Auf Wurzeln gießen, solange es noch siedet

In der Regel können nach einigen Tagen die abgestorbenen Convolvukus arvensis eingesammelt werden; gegebenenfalls muss der Vorgang wiederholt werden, und zwar so lange, bis sich keine neuen Triebe der Ackerwinde mehr zeigen.

Bluehende Ackerwinde
Bluehende Ackerwinde

Erneute Ausbreitung verhindern

Wurde die Ackerwinde bekämpft, ist es wichtig, einer erneuten Ausbreitung vorzubeugen. Dies ist zwar arbeitsintensiv, aber unabdingbar:

  • Sämtliche Wurzelteile rigoros entsorgen (nicht auf dem Kompost!)
  • Neue Convolvukus arvensis sofort herausziehen
  • Größere Winden abschneiden

Letztere Maßnahmen dienen der Schwächung der Wurzel; vorausgesetzt allerdings, dass sie konsequent regelmäßig praktiziert werden. Gute Erfahrungen wurden auch gemacht, indem konkurrenzstarke Pflanzen neben bestehende Winden gesät werden, beispielsweise Tagetes oder die Schwarzäugige Susanne. Wichtig dabei ist, dass diese Pflanzen sehr eng gesät werden müssen, damit die Convolvukus arvensis keine Chance hat, sich auszubreiten.

Ackerwinden kultivieren

Gartenbesitzer, die die Schönheit der Convolvukus arvensis zu schätzen wissen und die zarte Winde kultivieren möchten, sollten die kontrolliert tun. Dies bedeutet, dass eine Ackerwinde nicht einfach ins Blumenbeet gepflanzt werden sollte, da sie sich dort zwangsläufig zu einem unterirdisch wuchernden Alptraum entwickeln würde. Viel sinnvoller ist es, Convolvukus arvensis in einen Kübel oder ein anders Pflanzgefäß zu setzen, welches unten keine Löcher besitzt. Dieses Gefäß wird dann entweder in ein Blumenbeet oder eine Rabatte gestellt, oder eingegraben.

Die Möglichkeiten der Gartengestaltung mithilfe von Ackerwinden sind mannigfaltig:

  • Begrünen von Mauern
  • Emporranken an Ziergittern oder Rankhilfen
  • Kriechend über den Boden
  • Dekoration von tristen Gehölzen

Achtung: Aus den kleinen Blüten bilden sich Samen, welche wiederum zu einer unerwünschten Vermehrung der Ackerwinde führen können. Bevor diese Samenkapseln reif sind, sollten sie abgeknipst werden; alternativ kann gleich die ganze Ranke abgeschnitten werden.

 

 

Graphiken: © Reikara – Fotolia.com; 500cx – Fotolia.com; blende11.photo – Fotolia.com; tinadefortunata- Fotolia.com; carmenrieb – Fotolia.com


, Kategorie: Garten

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