Chinakohl Anbau, Pfanzen, Ernte & Krankheiten

Der Countdown läuft: wer noch in diesem Jahr Chinakohl im eigenen Garten anbauen möchte, sollte sich schnellstmöglich ans Werk machen, denn Anfang August ist definitiv der letztmögliche Zeitpunkt, dies zu tun. Sät man diese beliebte Kohlsorte nämlich zu spät aus, kann sich der Kopf nicht mehr entwickeln (wird Chinakohl hingegen zu früh ausgesät, schießt er zu hoch!). Also, ran an die Arbeit!

Chinakohl – Steckbrief von Gartenbista:

Chinakohl im eigenen Garten anbauen

Chinakohl bevorzugt ein windgeschütztes Plätzchen, möglichst sonnig oder halbschattig. Da dieser Kohl – wie die meisten seiner „Artgenossen“ – ein Starkzehrer ist, empfiehlt es sich, das Beet im Vorfeld mit Kompost zu versorgen.

Die Aussaat erfolgt Mitte/Ende Juli bis Anfang August, und zwar in Töpfen oder direkt an Ort und Stelle (wobei eine Direktsaat in Reihen empfehlenswert ist). Die Samen sollten nicht tiefer als 2 cm in die Erde gesetzt werden. Zwischen den einzelnen Pflanzen wie auch zwischen den Reihen sollte ein Abstand von 40 – 50 cm eingehalten werden, damit die Kohlköpfe genug Platz haben, um sich zu entwickeln (kleine Chinakohlköpfe sind zwar ausgesprochen lecker, lassen sich aber nicht gut einlagern). Also bitte gegebenenfalls pikieren J.

Die Beete müssen regelmäßig gehackt werden. Eine gleichmäßige Wässerung ist ebenso notwendig wie eine Düngergabe (diese circa alle 10-14 Tage).

Tipp: mindestens drei Jahre warten, bis auf demselben Beet wieder Chinakohl angepflanzt werden kann!

Chinakohl ernten & Chinakohl lagern

80 – 90 Tage nach der Aussaat kann der Chinakohl bereits geerntet werden, sobald sich feste Köpfe gebildet haben. Dazu werden die Kohlköpfe mitsamt der Wurzel ausgegraben und an einen ruhigen, möglichst kühlen Ort gebracht (beispielsweise in einen Kellerraum). Dort werden die Wurzeln in ein Behältnis mit feuchtem Sand gesteckt, in dem sie bis zum Gebrauch verbleiben. So kann er mehrere Wochen lagern. Optional kann der Chinakohl auch in einer Erdmiete oder einem Kühlschrank gelagert werden. Für den Aufenthalt im Kühlschrank empfiehlt es sich, den Kohl in ein feuchtes Tuch einzuschlagen.

Ein Einfrieren beziehungsweise ein Einkochen des Chinakohls ist hingegen ganz und gar nicht zu empfehlen, da bei diesen Lagerungsmethoden die Blätter ihre Knackigkeit verlieren.

Krankheiten und Schädlinge bei Chinakohl

Die Kohlhernie macht auch vor Chinakohl nicht halt. Erkrankte Pflanzen erkennt man daran, dass sie welk werden und verkümmern. Die Blätter werden schlaff, es bilden sich Verwachsungen an ihnen und später eine Fäulnisschicht. Leider hilft nur ein komplettes Entfernen der betroffenen Pflanzen.

Wie alle Kohlsorten, ist auch der Chinakohl im wahrsten Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen für Kohlweißlinge und deren Raupen sowie Erdflöhe. Die Kohlweißlinge legen zwischen April und Juni sowie Juli bis August ihre Eier auf die Blattunterseite der Pflanzen. Die Raupen schlüpfen und fressen sich ins Innere des Gemüses, so dass der gesamte Kohl ungenießbar ist. Hier gegen helfen nur eine regelmäßige Kontrolle der Blätter und ein sofortiges Entfernen der Eier.

Die Erdflöhe kommen überwiegend bei starker Trockenheit. Da ihr Schaden am Chinakohl enorm ist (sie fressen Löcher in die Blätter; ihre Larven fressen die Wurzeln an beziehungsweise auf, so dass die Pflanze eingeht), ist es vorbeugend unbedingt notwendig, das Chinakohlbeet immer gleichmäßig feucht zu halten.

Chinakohlrezept: Chinakohl in der Pfanne mit Balsamico

Rezepte für die Zubereitung von Chinakohl gibt es viele. Kein Wunder; dieses Gemüse schmeckt sowohl roh als Salatkreation als auch gedünstet, gekocht oder geschmort. Ein ganz besonderer Gaumenschmaus ist Chinakohl in der Pfanne gedünstet:

  • Etwas Öl in einer Pfanne mit hohem Rand erhitzen
  • Kleingeschnittene Zwiebeln darin glasieren
  • Chinakohl nicht zu fein hacken und ebenfalls in die Pfanne geben
  • Unter Rühren solange schmoren, bis er weich ist
  • Chinakohl mit Pfeffer und Salz abschmecken
  • Mit Balsamico abschmecken

Tipp: Chinakohl auf einem Salatteller anrichten und frisches Weißbrot dazu reichen – kalorienarm und lecker!

Graphik: © Swetlana Wall-Fotolia.com


2 Kommentare

  1. Hallo,
    ich hätte eine Frage: Ich habe zum ersten Mal Chinakohl im Garten und die Blätter haben ganz fiese Stacheln, kenne ich vom gekauften Chinakohl nicht. Was ist das?

    1. Also von einem Chinakohl mit stacheligen Blättern habe ich noch nie etwas gehört. Bist du dir ganz sicher, dass es sich wirklich um Chinakohl handelt? Vielleicht hast du dich geirrt, oder der Händler, bei dem du das Saatgut/die Setzlinge gekauft hast, hat diese falsch etikettiert…
      Am besten, du schneidest einige dieser Blätter mal ab und zeigst sie dem Fachhändler oder einem Gärtner. Vielleicht kann er dir weiterhelfen….

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