Maiglöckchen sind giftig

Zur Familie der Spargelgewächse gehörend, können diese Pflanzen bis zu 30 Zentimeter hoch werden. An ihrem schmalen Stängel haben sie im unteren Teil 2-3 Paare aus langen, ovalen Blättern, während sich etwa ab der Mitte 5-12 weiße glöckchenartige Blüten bilden, die alle in dieselbe Richtung hängen. Diese Glöckchen, denen die Pflanze ihren Namen verdankt, verströmen einen intensiven Duft, der insbesondere von Insekten geliebt wird, die sich von ihm angelockt fühlen. Maiglöckchen sind überall in Europa, Nord-Asien und Nord-Amerika zu finden und treten meist in größeren Beständen auf. Das Interessanteste an ihnen ist ihr sogenanntes „Rhizom“, ihr Wurzelstock, der bis zu 50 Zentimeter tief wurzeln kann. Seine Ausläufer, die in alle Richtungen gehen, tragen zu der fast unkrautartigen Vermehrung der Maiglöckchen bei. Aus ihren Blüten bilden sich zwar auch Beeren, die im Hochsommer leuchtend rot sind, doch der darin enthaltene Samen trägt kaum zur Vermehrung bei, da er Kälte benötigt, um zu überleben.

Sie sehen wunderschön aus und zieren von April bis Anfang Juni viele heimische Gärten: die Maiglöckchen.

Vorsicht: Maiglöckchen sind giftig!

Maiglöckchen sehen zwar harmlos aus, aber alle Teile von ihnen sind giftig, wobei die höchste Konzentration in den Blüten und Samen zu finden ist: Sie enthalten herzwirksame Glykoside vom Cardenolidtyp, die beim Verzehr zu Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Blutdruckanstieg, Pulsrasen bis hin zum Kollaps oder Herzstillstand führen können: aber auch Durchfall, Erbrechen, Haut-und Augenreizungen sind möglich. Allerdings nimmt der menschliche Körper das Gift nur im geringen Umfang auf, so dass es meistens „nur“ zu Übelkeit und Erbrechen kommt. Trotzdem: sofort  Gegenmaßnahmen einleiten; das heißt, nach Möglichkeit Erbrechen herbeiführen und einen Arzt aufsuchen.

Doch das Gift hat auch seine nützlichen Seiten: eingesetzt in homöopathischen Präparaten, wirkt es unter anderem unterstützend bei Herzerkrankungen, Asthma, Epilepsie und Verstopfung.

Wenn Maiglöckchen zur Plage werden…

Durch ihre Rhizome gelingt es den Maiglöckchen nahezu spielend, innerhalb weniger Jahre ganze Gärten für sich einzunehmen. Ihre Ausläufer untergraben jegliche Hindernisse, ob nun in Form anderer Wurzeln, Gehwegbegrenzungen oder Platten. Diese Invasion führt dazu, dass Maiglöckchen schnell als Plage angesehen werden. Um sie dauerhaft und komplett zu entfernen, benötigt der Hobbygärtner sehr viel Zeit und Geduld. Trotz diverser Tipps, die überall diesbezüglich zu finden sind, hilft in Wirklichkeit nur eines: Wurzelstöcke immer und immer wieder entfernen, bis sich auch das letzte Rhizom geschlagen gibt. Dies Procedere kann sich über Jahre hinziehen…

Tipp: Wenn man diese Pflanzen „kontrolliert“ bei sich haben möchte, einfach in einen Pflanzkübel oder – kasten setzen. Die Rhizome haben keine Chance, deren Wände zu überwinden…

Graphik: © Bettina Blass-Fotolia.com


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