Primel – Pflege, Standort, Vermehren und Überwintern

Wissen Sie, welche Pflanze als die ideale Frühjahrspflanze gilt? Die Primel, wobei eigentlich nicht von der Primel an sich gesprochen werden sollte, sondern von den Primeln, denn es gibt nahezu 500 Arten von ihnen. Die bekanntesten hierzulande sind die Becherprimeln, die Schlüsselblumen, die Aurikel, die Kissenprimeln und die Etagenprimeln.

Primel Pflanzen – Steckbrief von Gartenbista

Was Sie über Primeln wissen sollten…

Bereits ab Januar blühen die Primeln, und mit ein wenig richtiger Pflege tun sie dies bis in den Mai/Juni hinein, wenn ihnen regelmäßig die verwelkten Blüten entfernt werden. Doch keine Angst: Primeln sind extrem pflegeleicht und benötigen fast gar keine Aufmerksamkeit. Es gibt sie in allen erdenklichen Farben, von Weiß über Gelb, Orange, Rosa, Rot und Blau bis hin zu Violett. Neben ihrem fröhlichen Aussehen, welches dazu beiträgt, die trübe Winterstimmung zu vertreiben, besitzen Primeln auch noch eine Heilwirkung: sie wirken extrem schleimlösend, so dass sie gerne als Ergänzungsmittel bei Bronchitis und anderen Atemwegserkrankungen verwendet werden.

Einige Primelarten, beispielsweise die Becherprimel, sind für Tiere giftig; bereits kleine Menge können Magen-Darmbeschwerden hervorrufen.

360°-Video von der Primel (Primula)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie die Primel (Primula) aussieht.

360°-Video einer Primel (Primula) – Gartenbista-Videostudio, gedreht im März

Primeln Standort:  sonnig, nährstoffreich

Primeln wachsen eigentlich überall, wo sie hingestellt werden: ob auf Balkonen, als Bodendecker, im Steingarten oder als Beetpflanze: sie finden sich mit nahezu jeden Gegebenheiten ab. Wichtig ist nur, dass der Boden nährstoffreich ist und der Standort sonnig bis halbschattig gelegen ist. Dies gilt für alle Primelarten außer den Schlüsselblumen und den Aurikeln: sie benötigen trockene Bodenverhältnisse und einen vollsonnigen Standort.

Gepflanzt werden können Primeln eigentlich ganzjährig (also auch im Winter); allerdings ist es nicht ratsam, sie in bereits gefrorenen Boden einzubringen.

Primeln Pflege Tipps

  • Primeln gießen: Primeln benötigen viel Wasser, vor allem während der Blütezeit. Sie sollten regelmäßig gegossen werden, wobei Staunässe aber unbedingt zu vermeiden ist.
  • Düngen: Werden dem Beet, in welchem die Primeln wachsen sollen, im Frühjahr Kompost untergehoben, ist für den Rest des Jahres keine weitere Nährstoffgabe notwendig. Im Frühjahr freuen sich die Primeln über eine einmalige Gabe Kompost.
  • Schneiden: Primeln nicht zurückschneiden.
  • Blüte: Verblühte Blüten regelmäßig entfernen. Kissenprimeln im Sommer teilen. Dies fördert ihre Blütenbildung.

Primeln vermehren durch Selbstaussaat

Primrose on a bedPrimeln vermehren sich durch Selbstaussaat. Wer dennoch die Primel Vermehrung selbst in die Hand nehmen möchte, sollte im April/Mai Primelsamen in einen Kasten oder einem Teilstück von einem Beet ausbringen. Die kleinen Primelpflanzen haben dann den ganzen Sommer Zeit, heranzuwachsen.

Im Spätherbst müssen sie ausgegraben und in Töpfe gepflanzt werden. Diese Töpfe sollten in einem Raum überwintern, in dem Temperaturen zwischen 10°C und 12°C herrschen. Im kommenden Frühjahr sind die Pflanzen groß genug, um wieder ins Freie zu können – und wiederum durch ihren Anblick zu erfreuen….

Primeln überwintern

Primeln benötigen während des ganzen Sommers keinen Dünger, nur Wasser. Davon reichlich, denn sie lieben es gar nicht, wenn ihr Wurzelballen austrocknet. Deswegen regelmäßig gießen – mehr brauchen die Frühjahrsblüher nicht.

Die meisten Primeln sind so robust, dass sie den Winter ohne einen zusätzlichen Kälteschutz überstehen. Wer sich diesbezüglich unsicher ist beziehungsweise in Regionen, in denen harte Winter zu erwarten sind, können die Primeln vorsorglich mit etwas Reisig abgedeckt werden.

Tipp: Primeln, welche in Blumentöpfen gehalten werden, eignen sich in der Regel nicht zum Überwintern.

Primeln Krankheiten und Schädlinge

Von Krankheiten bleiben Primeln weitestgehend verschont; lediglich Pilzerkrankungen wie Grauschimmel können gelegentlich auftreten. Auch Wurzelfäule kann entstehen, wenn die Pflanzen zu viel Nässe ausgesetzt worden sind.

Schädlingsbefall hingegen kommt häufiger vor:

  • Blattälchen, deren Anwesenheit an glasigen Stellen auf den Blättern zu erkennen ist und gegen die nur ein Entfernen der betroffenen Pflanzenteile hilft;
  • Dickmaulrüssler, die einen massiven Blattfraß verursachen;
  • Gewitterfliegen, deren Anwesenheit schwer zu erkennen ist,
  • sowie Blattläuse und Spinnmilben (diese allerdings in der Regel nur, wenn die Primeln im Zimmer stehen und es dort zu warm ist).

Was tun, wenn die Primeln verblüht sind?

Primeln neigen dazu, nach ihrem Verblühen nicht mehr so schön auszusehen. Ihr dunkelgrünes Blattwerk reicht oft nicht aus, um ihnen ein Plätzchen im garten zu gewähren. Doch genau das sollte man als anständiger Gartenbesitzer tun: einen Platz, möglichst halbschattig, aussuchen und dort die Primeln einpflanzen. Manche Sorten blühen dann sogar ein zweites Mal im Sommer…

Graphik: © Yü Lan-Fotolia.com; © liliya kulianionak – Fotolia.com


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