Krokusse pflanzen, vermehren & giftig? Pflege Tipps!

Krokus, Crocus
Krokus, Crocus

Der Winter ist noch nicht so wirklich vorbei, der Frühling aber auch noch nicht so richtig da: in dieser Interimszeit zeigen sich im Garten die Krokusse und deuten mit ihrem Erscheinen an, dass ein Ende der kalten Jahreszeit in Sicht ist. Weltweit gibt es über 80 verschiedene Arten von Krokussen, von denen sogar einige duften.

Krokusse sind extrem pflegeleicht und benötigen eigentlich keine Hilfe, um sich im Garten auszubreiten und dort wohlzufühlen. Wer aber dennoch ihren Wuchs ein wenig beeinflussen möchte, sollte einige Tipps beachten.

Krokus, Crocus Pflanzen – Steckbrief von Gartenbista

Krokus Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: möglichst sonnig
  • Boden: humusreich
  • Pflanzen: September/Oktober
  • Zimmerkultivierung: September/Oktober
  • Umpflanzen: nach der Blüte, wenn grüne Blätter getrocknet sind
  • Vermehrung: Tochterzwiebeln; Aussaat
  • Gießen: nur im Pflanzgefäß
  • Düngen: nur, wenn die Krokusse im Rasen kultiviert werden
  • Überwinterung: winterhart
  • Schneiden: nicht notwendig
  • Krankheiten: keine bekannt
  • Schädlinge: Wühlmäuse
  • Giftig: schwach giftig für Menschen, stark giftig für Haustiere
  • Heilwirkung: nein
Krokuswiese
Krokuswiese

Wissenswertes über Krokusse

Die Krokusse, Crocus, gehören zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae), innerhalb derer sie mit über 100 Arten vertreten sind. Weltweit sind die Zwiebelgewächse überall in gemäßigten Breiten zuhause und gehören zu den beliebtesten Frühjahrsblühern. Bereits ab Ende Januar bis in den April hinein verschönern sie die ansonsten noch sehr karge winterliche Landschaft, wobei die kleinblütrigen Arten etwas eher blühen als jene mit größeren Blüten. Einige duften zart.

Die Blüten selbst sind weiß, gelb, violett, blau orangefarben oder gestreift und können sowohl becher- als auch kelchförmig sein.

Krokusse erreichen Wuchshöhe zwischen 5 und 10 cm, sind also eher kleine Pflanzen. Sie bilden meistens sechs schmale, grüne Laubblätter aus, die in der Regel alle einen weißen Mittelstreifen haben.

ün des Rasens. Einfach die Krokuszwiebeln auf die Rasenfläche werfen; sie bleiben dort liegen, wo sie gelandet sind, und beginnen ebenda zu wurzeln.

360°-Video vom Krokus (Crocus)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie Krokusse (Crocus) aussehen.

360°-Video von Krokussen (Crocus)- Gartenbista-Videostudio, gedreht im März

Krokusse bevorzugen sonnigen Standort

Der kleine Frühlingsblüher gedeiht eigentlich an jedem Standort. Allerdings sollte bedacht werden, dass sie sich grundsätzlich der Sonne entgegen strecken. Ist diese nicht mehr vorhanden, schließen sich die Blüten umgehend wieder. Wenn möglich, sollte dem Crocus also ein sonniges Plätzchen zur Verfügung gestellt werden. Dieses bietet einen weiteren Vorteil: tanken sie genügend Sonnenenergie, werden die Blüten besonders groß und erstrahlen in leuchtenden Farben.

Krokusse brauchen humusreichen Boden

Um sich optimal entwickeln zu können, brauchen Krokusse einen frischen und humusreichen Boden, der zudem noch möglichst durchlässig sein sollte. Ist die Erde zu schwer und nass, werden sie sich nicht besonders gut entwickeln können. Besonders nach der Blüte ist zu viel Feuchtigkeit im Boden tödlich für die kleinen Zwiebeln. Um eine gute Durchlässigkeit zu erreichen, muss gegebenenfalls beim Pflanzen Sand unter die Erde gemischt werden.

Krokuszwiebeln im Herbst stecken

  • Krokuszwiebeln erhält man entweder im Fachhandel oder aber als Tochterzwiebeln. Hierfür müssen die Mutterzwiebeln nach der Blüte ausgebuddelt und auf eventuelle Tochterzwiebeln kontrolliert werden. Sind welche vorhanden, können sie entfernt und an einer beliebigen Stelle wieder in die Erde gesteckt werden.
  • Im September und Oktober können die kleinen Krokuszwiebeln 6-8cm tief in die Erde gesteckt werden, entweder einzeln mit einem Abstand von 5-10 cm zwischen den einzelnen Zwiebeln, oder aber in sogenannten „Horsten“ zu jeweils 15 – 20 Stück.
  • Sehr schön kommen Krokusse zur Geltung, wenn sie mitten im Rasen wachsen: ihre orangefarbenen, gelben, violetten, weißen, roten, blauen oder gestreiften Blüten setzen sensationelle Farbakzente in das ansonsten – jahreszeitlich bedingte – Grau-Braun-Grün des Rasens. Einfach die Krokuszwiebeln auf die Rasenfläche werfen; sie bleiben dort liegen, wo sie gelandet sind, und beginnen ebenda zu wurzeln. Bei dieser Art der Pflanzung ist jedoch zu beachten, dass die Krokusse nur die Nährstoffe bekommen, die der Rasen übrig lässt. Im schlimmsten Falle sind diese sind ausreichend, um die kleinen Frühlingsblüher ausreichend zu versorgen.
Biene auf Krokus
Biene auf Krokus

Krokusse im Haus kultivieren

Sehr gut lässt sich der Crocus im Haus kultivieren und kann dann dort den Frühling einläuten. Diese Anzucht erfolgt in wenigen Schritten:

  • Im Oktober Pflanzschalen mit einem Erde-Sand-Gemisch füllen (alternativ kann auch handelsübliche Blumenerde verwendet werden)
  • Schale an einen dunklen Ort stellen, an dem Temperaturen um 8°C herrschen
  • Optimal ist ein Kellerraum
  • Substrat gleichmäßig leicht feucht halten

Nun dauert es etwa 10 Wochen, bis die Zwiebeln bewurzelt sind. Im Dezember/Januar haben sie bereits kleine Krokusse gebildet. Nun müssen die Pflanzgefäße an einen hellen Standort gebracht werden, an dem Temperaturen von etwa 17°C herrschen. Sehr bald werden sich die Blüten öffnen; die Gefäße können sowohl weiterhin im Haus als auch auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten aufgestellt werden.

Nach dem Verblühen sollten die Krokusse in ein Gartenbeet gepflanzt werden. Dort haben sie die Möglichkeit, Nährstoffe für die nächste Wachstumsphase einzulagern. Die zwiebeln verbleiben so lange im Beet, bis ihre Blätter vertrocknet sind. Dann werden sie ausgegraben und den Sommer über an einem warmen und schattigen Ort gelagert. Im folgenden Herbst können sie erneut zur Anzucht verwendet werden, und zwar sowohl im Haus als auch im Freiland.

Gartenbista-Tipp: Sollte kein entsprechender Raum zur Anzucht vorhanden sein, kann die Pflanzschale auch mit einer dunklen Folie abgedeckt werden!

Krokusse umpflanzen?

Ein Umpflanzen erfolgt bei jenen Krokuszwiebeln, die den Sommer über nicht in der Erde verbleiben, quasi jährlich: jeden Herbst, wenn sie wieder eingepflanzt werden, bekommen sie einen neuen Standort. Dies macht den kleinen Frühlingsblühern nichts aus.

Auch Krokusse, die ganzjährig in der Erde bleiben, können an ein anderes Plätzchen versetzt werden. Dies geschieht grundsätzlich nach der Blüte, wenn die grünen Blätter eingetrocknet sind.

Krokus
Krokus

Krokusse vermehren sich selbst

Als Gartenbesitzer muss man für die Vermehrung seiner Krokusse nicht viel tun: sie erledigen diese weitestgehend alleine, da sie viele Tochterzwiebeln bilden. Diese können nach der Blüte, wenn die grünen Blätter vertrocknet sind, ausgegraben und sehr leicht von der Mutterzwiebel abgetrennt werden. Im Herbst werden die jungen Zwiebeln dann an den gewünschten Ort im Freien beziehungsweise in eine Pflanzschale gesteckt. Alternativ können sie auch an der Mutterzwiebel belassen und gemeinsam mit dieser im Herbst wieder in die Erde gebracht werden.

Krokusse durch Aussaat vermehren

Einige Krokussorten lassen sich durch die sogenannte Versamung vermehren. Einen zwingenden Grund, warum man als Hobbygärtner diese Methode praktizieren sollte, gibt es nicht. Die Vermehrung mithilfe der Tochterzwiebeln ist einfach und bei sämtlichen Sorten möglich, so dass sie empfehlenswert ist.

Krokusse Pflege Tipps

  • Gießen: Im Freien ausgepflanzte Krokusse müssen seitens des Gartenbesitzers nicht gegossen werden. Anders hingegen ist es bei jenen Pflanzen, die in Gefäßen kultiviert werden. Sie sollten regelmäßig Wasser bekommen, jedoch lediglich so viel, dass das Substrat gleichmäßig feucht ist. Keinesfalls darf es zu nass sein, da dies zu Fäulnis und somit zum Eingehen des Crocus führen kann.
  • Düngen: Ein Krokus, der im Beet oder Pflanzgefäß kultiviert wird, benötigt keinen Dünger. Steht er jedoch im Rasen, so sollte er während des Austriebs eine Gabe Volldünger verabreicht bekommen, da ansonsten das Gras die Nährstoffe verbraucht und dem kleinen Frühlingsblüher nicht genügend übrig lässt.

Krokusse richtig überwintern

Die Krokusse, die hierzulande kultiviert werden, sind komplett winterhart. Sie benötigen keinerlei unterstützende Maßnahmen, um die kalte Jahreszeit überleben zu können.

Krokusse schneiden?

Krokusse werden nicht geschnitten. Die verblühten Blüten verbleiben so lange an der Pflanze, bis sie sich quasi selbst aufgelöst heben. Die grünen Blätter hingegen müssen vertrocknen und können dann beim Ausgraben der Zwiebeln abgezupft werden. Keinesfalls sollten sie vorher abgeschnitten werden, da die kleinen Frühlingsboten Nährstoffe und somit Kraft aus ihnen ziehen.

Stehen die Krokusse mitten im Rasen, so ist es unvermeidlich, dass ihr Blattwerk dem Rasenmäher zum Opfer fällt. In der Regel ist dieses jedoch bereits so weit vertrocknet, dass sein Verlust keinerlei negative Auswirkungen auf die Pflanzen hat.

Krokusse im Schnee
Krokusse im Schnee

Krokusse Krankheiten und Schädlinge

Gegenüber Krankheiten und Schädlingen sind Krokusse weitestgehend immun. Lediglich Wühlmäuse können ihnen zu schaffen machen. Deren Aktivität bemerkt der Gartenbesitzer meistens erst im Frühjahr, wenn sein Krokusbestand nicht größer geworden, sondern im günstigsten Fall auf dem Stand des Vorjahres geblieben ist. ob es Sinn macht, die Nager zu bekämpfen oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Tipps zur Wühlmaus Vernichtung finden Sie hier.

Vorbeugend können die Krokuszwiebeln in Pflanzkörbe gesetzt werden, bevor sie in die Erde kommen. Die Nager haben keine Chance, an die Wurzeln heranzukommen, und werden solch ein Vorhaben schnell vergessen.

 

Graphiken: © bigi40-Fotolia.com; Jürgen Fälche – Fotolia.com; Marek Walica – Fotolia.com; alexkich – Fotolia.com; ChristArt – Fotolia.com

 

 


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