Viola odorata, Duftveilchen: Standort, Aussaat & Heilwirkung

Schon 1829 schrieb der deutsche Dichter Eduard Mörike in seinem Werk „Er ist´s“ „Veilchen träumen schon, wollen balde kommen. Frühling, ja, du bists – dich habe ich vernommen.“ Bereits vor fast 200 Jahren galten Veilchen als offizielle Frühlingsboten; diesen Status haben sie bis heute inne. Zwar ist es inzwischen teilweise so, dass sie einige Wochen eher blühen als es früher der Fall war, aber dennoch gelten sie als der Frühlingsblüher schlechthin – nicht zuletzt wegen ihres schönen Duftes…

Viola odorata, Duftveilchen – Pflanzen Steckbrief von Gartenbista:

Wissenswertes über Duftveilchen

Weltweit gibt es über 500 Veilchenarten, von denen das Duftveilchen das bekannteste ist. Es wird zwischen 10 und 20cm hoch und bildet zarte violette Blüten, die den unvergleichlichen Duft verströmen. Die viola odorata wird auch gerne „Wetterpflanze“ genannt, da einige Sorten ihre Blütenfarbe bei Wetterwechsel ändern: rosafarbene Blüten werden bei Kälte blau; violette schieferblau. Veilchen bilden Rhizome, die, in der Erde überwintern und aus denen alljährlich erneut die beliebten Frühjahrsblüher austreiben

Doch Veilchen können noch mehr, als schön auszusehen und zu duften: neben ihrem Dasein als Zierpflanze wird sie auch als Heilpflanze und Küchenpflanze verwendet. Auch im Bereich der Kosmetikindustrie sind Veilchen sehr gefragt; ihr angenehmer Duft bildet eine ideale Grundlage für Kosmetik- und Pflegeprodukte jeglicher Art…

360°-Video vom Duftveilchen (Viola Odorata)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie ein Duftveilchen (Viola Odorata) ausschaut.

360°-Video vom Duftveilchen (Viola Odorata) – Gartenbista-Videostudio, gedreht im März

Duftveilchen Standort ist anspruchlos

Obwohl die Duftveilchen generell sehr anspruchslos sind, haben sie bestimmte Wünsche an einen für sie idealen Standort: halbschattig sollte dieser sein, denn direkte Sonneneinstrahlung mögen Veilchen gar nicht. Auch Staunässe behagt ihnen so gar nicht. Überhaupt ist der Wasserbedarf bei Duftveilchen ausgesprochen gering; auch Nährstoffe benötigen sie so wenig, dass eine zusätzliche Düngergabe seitens des Gartenbesitzers nicht notwendig ist.

Duftveilchen – Aussaat

Veilchen bestäuben sich selbst und bilden Samen, die häufig von Ameisen verschleppt werden. oft genug finden sich deshalb an den merkwürdigsten Stellen auf einmal eine Duftveilchenpflanze: im Gemüsebeet, mitten im Rasen, im Steingarten…

Wer selbst die Vermehrung beziehungsweise Aussaat von Duftveilchen in die hand nehmen möchte, muss die kleinen Samenkapseln einsammeln, bevor sie komplett reif sind. Ist dies nämlich der Fall, springen sie auf und werden von der Pflanze einfach weggeschleudert – kein guter Anfang für eine Duftveilchenzucht.

Also muss die Samenkapsel entfernt werden, wenn sie beginnt, sich zu verfärben. Danach wird sie in ein verschließbares Gefäß gesteckt, in dem sie in aller Ruhe platzen und ihre Samen wegschleudern kann. Drei Wochen sollten die Samenkörner in dem Gefäß verbringen, danach drei bis fünf Wochen in absoluter Kälte, gerne im Gefrierfach. Dies Procedere mag etwas seltsam anmuten, hat aber einen bestimmten Sinn: Duftveilchen sind Kaltkeimer, und bevor die Samen nicht Temperaturen um den Gefrierpunkt ausgesetzt waren, werden sie nicht keimfähig sein.

In der Zeit von August bis März können Duftveilchen direkt ins Freiland ausgesät werden. Die Samen hierbei bitte nur dünne mit Erde bedecken.

Selbstausgesäte Veilchen blühen erst ab dem zweiten Lebensjahr – also bitte nicht wundern und an den eigenen Anbauqualitäten zweifeln…

Duftveilchen Schädlinge, Krankheiten

Viola odorata bleiben von Parasiten und Krankheiten weitestgehend verschont. Die krautigen Pflanzen haben das Glück, zu einem Zeitpunkt zu blühen, an dem die wenigsten Schädlinge schon ihr Unwesen im Garten treiben, so dass es nur äußerst selten zu einem Schädlingsbefall an Duftveilchen kommt.

Duftveilchen (Viola Odorata)
Duftveilchen (Viola Odorata)

Duftveilchen Heilwirkung ?

Veilchen werden bei verschiedenen Erkrankungen zur Mitbehandlung eingesetzt, wobei sämtliche Pflanzenteile (Blüten, Blätter, Wurzeln)  Verwendung finden:

  • Blutgerinnung
  • Blutreinigung
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Bronchitis
  • Geschwüre
  • Halsschmerzen
  • Husten
  • Nieren- und Blasenbeschwerden
  • Schweisstreibung
  • Verstopfung
  • Wundbehandlung

Die Blüten werden von März bis Mai geerntet und danach getrocknet, so dass sie ganzjährig verwendet werden können. Wurzeln sollten am besten im September/Oktober geerntet werden.

Veilchentee herstellen

Für einen Veilchentee, der innerlich angewendet werden soll, benötigt man 10 g getrocknete Pflanzenteile, die mit heißem Wasser übergossen werden. 10 Minuten ziehen lassen.

Achtung: Veilchenwurzeln in zu großen Mengen innerlich eingenommen, wirken wie ein Brechmittel!

Bitte beachten Sie, dass gartenbista-Artikel nicht den fachlichen Rat eines Arztes, Heilpraktikers oder Physiotherapeuten ersetzen können. Außerdem übernehmen weder der Autor noch gartenbista das Risiko für eine Eigenbehandlung aufgrund dieses Artikels.

Graphik: © Andrea Wilhelm-Fotolia.com


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