Kakaobaum (Theobroma cacao): Steckbrief, Pflanzen, Früchte & Pflege



Kakaobaum, Theobroma cacao

Kakaobaum, Theobroma cacao

Viele Pflanzenfreunde hegen den Wunsch, einen Kakaobaum, Theobroma cacao zu kultivieren: die stattliche Zimmerpflanze ist nicht nur ausgesprochen dekorativ, sondern kann sogar Früchte hervorbringen. Diese dienen in erster Linie ebenfalls der Dekoration – manch ein Optimist hingegen sieht in ihnen die Möglichkeit, Kakao und Schokolade selbst herzustellen. Obwohl die diesbezüglichen Chancen sehr gering sind, werden die Kakaobäume gerne in heimischen Wohnungen kultiviert. Für Anfänger ist dieses Pflanze jedoch nicht geeignet: es erfordert viel Fachwissen, um dem Gewächs die optimale Pflege zukommen zu lassen…

Kakaobaum, Theobroma – Steckbrief von Gartenbista

Kakaobaum Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: halbschattig; hohe Luftfeuchtigkeit; warm; hell
  • Substrat: Pflanzenerde mit Sand
  • Pflanzen: hohes Pflanzgefäß; Drainage
  • Umtopfen: wenn Wurzeln aus dem Pflanzgefäß herauswachsen
  • Vermehrung: Aussaat; Stecklinge
  • Gießen: regelmäßig, aber mäßig
  • Düngen: April bis September alle 14 Tage mit organischem Dünger
  • Besprühen: Regelmäßig mit kalkfreiem Wasser
  • Schneiden: nicht notwendig
  • Überwintern: kein Standortwechsel; Gießen reduzieren; Düngen einstellen
  • Ernten: kaum möglich
  • Krankheiten: Pilzerkrankungen
  • Schädlinge: Spinnmilben

360°-Video vom Kakaobaum

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie ein Kakaobaum (Theobroma cacao) aussieht.

360°-Video vom Kakaobaum – Gartenbista-Videostudio, gedreht im Oktober

Wissenswertes über den Kakaobaum

Der Kakaobaum gehört zur Familie der Malvenartigen, innerhalb derer er eine eigene Gattung bildet: Theobroma. Zu dieser gehört auch der Theobroma cacao, welcher zur Kakaogewinnung kultiviert wird. Ursprünglich sind die Kakaobäume in tropischen Gegenden beheimatet, wo sie in freier Natur wachsen und dort Wuchshöhen von 15 m erreichen können.

In den Tropen ist der Kakaobaum immergrün, besitzt bis zu 35 cm lange Blätter und bringt ab einem Alter von etwa 10 Jahren ganzjährig Blüten hervor, welche sich direkt am Stamm sowie an den Ästen bilden. Aus diesen entstehen 15 bis 25 cm lange Früchte, die gelb, gelbrot, rot oder braun sein können. Sie erinnern optisch an eine Gurke und beinhalten die Kakaobohnen. Diese werden zu Kakaopulver, Schokolade sowie Kakaobutter verarbeitet. Solch ein Verfahren ist jedoch ausgesprochen mühselig, so dass für einen gewöhnlichen Pflanzenfreund kaum Hoffnung besteht, Schokolade aus selbst angebauten Kakaobohnen herstellen zu können.

Kakaobaum Blätter

Kakaobaum Blätter

Hierzulande werden die Theobroma cacao ausschließlich als Zimmerpflanzen kultiviert, da die klimatischen Bedingungen im Freiland nicht geeignet sind. Selbst die Kultivierung im Zimmer ist relativ schwierig, da nicht nur die optimalen klimatischen Bedingungen nachempfunden werden müssen, sondern auch einige Pflege Tipps beachtet werden sollten. Anfänger im Bereich der Pflanzenpflege sollten lieber auf andere Zierpflanzen zurückgreifen und die Theobroma Kultivierung erfahrenen Pflanzenfreunden überlassen.

Kakaobaum Standort: Hell, keine direkte Sonne

Vorab gesagt: es ist schier unmöglich, optimale Standortbedingungen für einen Kakaobaum zu schaffen. Jene Bedingungen, die er aus seiner Heimat kennt und zum Gedeihen braucht, sind

  • Starke Helligkeit
  • Hohe Luftfeuchtigkeit
  • Halbschatten
  • Wärme.

Ein halbschattiges Plätzchen lässt sich innerhalb der Wohnung eventuell noch finden, jedoch muss dabei zwingend darauf geachtet werden, dass dieses auch hell ist.  Dennoch muss man sich darüber im Klaren sein, dass selbst der hellste Ort innerhalb einer Wohnung gerade in den Wintermonaten niemals eine derartige Helligkeit erreichen wird, wie sie in den Tropen der Fall ist. So ist es unabdingbar, für die Wintermonate spezielle Pflanzenleuchten aufzustellen.

Die Luftfeuchtigkeit sollte 75-90% betragen – auch dies ist in heimischen Wohnungen nicht möglich; maximal 70% können erreicht werden. Dieser Wert ist zum einen nicht ausreichend für die Kakaobäume, zum anderen führt eine derart hohe Luftfeuchte leicht zu Schimmelbildung an den Wänden. Es ist sinnvoll, Luftbefeuchter oder sogar einen Luftnebler aufzustellen, um die Luftfeuchte so hoch wie möglich zu halten.

Die Temperaturen sollten mindestens bei 18°C liegen; je wärmer es ist, desto besser gedeihen die Theobroma.

Während viele andere Pflanzen sich im Sommer darüber freuen, im Freien stehen zu dürfen könnte solch ein Ausflug den Tod für den Theobroma bedeuten: während dieser Zeit bildet er seine neuen Blätter aus. Diese sind noch sehr zart und empfindlich – vor allem gegenüber Winden, so dass bereits eine leichte Brise dazu führen könnte, dass sie abfallen.

Kakaobaum gedeiht in handelsüblicher Pflanzenerde

So anspruchsvoll der Kakaobaum bezüglich seines Standorts ist, so anspruchslos ist er bezüglich seines Substrats: er kann in handelsüblicher Pflanzenerde kultiviert werden. Diese sollte jedoch mit etwas Sand vermischt werden, um durchlässig zu werden.

Optimal ist es jedoch, ein Substrat zu verwenden, welches sowohl

  • feucht als auch
  • tiefgründig

ist und zudem keinen Kalk enthält.

Gartenbista-Tipp: Substrat in verschiedenen Schichten in das Pflanzgefäß einfüllen: Unten eine Lehmschicht oder eine Ton-Lehm-Schicht; oben eine Humusschicht.

Kakaobaum Blüte

Kakaobaum Blüte

Kakaobaum pflanzen und umtopfen

Da der Kakaobaum lange Pfahlwurzeln bildet, muss das Pflanzgefäß dementsprechend hoch sein. Unten wird eine Drainage aus Kies oder Blähton gelegt, um Staunässe zu vermeiden. Optimal ist zudem, einen Untersetzer zu verwenden, in den das Gießwasser gegeben wird.

Ein Umtopfen ist immer dann notwendig, wenn die Wurzeln unten aus dem Pflanzgefäß herauswachsen. Dies ist in der Regel alle drei Jahre der Fall. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr.

Gartenbista-Tipp: Das neue Pflanzgefäß sollte nur etwas größer sein als das bisherige!

Kakaobaum Vermehrung durch Aussaat

Kakaopflanzen können sehr gut durch Aussaat vermehrt werden; dies ist ganzjährig möglich. Bei dieser Methode sind einige Kriterien zu beachten:

  • Saatgut muss frisch sein, da es bereits nach zwei Wochen seine Keimfähigkeit verliert
  • Kakaobohne für einen Tag in warmes Wasser legen
  • Anzuchtgefäß oder Minigewächshaus mit humosem, torfhaltigen Substrat füllen
  • Samen hineinlegen und etwa 1 cm mit Erde bedecken
  • Gefäß an einen hellen und warmen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen
  • Für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen

Nach circa zwei Wochen zeige sich die ersten Keimlinge; haben die jungen Kakaobäume zwei Blattpaare gebildet, werden sie in größere Pflanzgefäße umgetopft.

Kakaobaum Vermehrung durch Stecklinge

Alternativ kann der Theobroma auch durch Stecklinge vermehrt werden:

  • 20 cm langen Seitentrieb abschneiden
  • Pflanzgefäß mit Stecklingserde füllen
  • Steckling zu einem Drittel in das Substrat stecken
  • Gefäß mit einer Plastiktüte überziehen
  • Warmen, geschützten Standort wählen

Nun dauert es mehrere Wochen, bis der Steckling einwurzelt. Ist dies geschehen, zeigt er es durch Bildung neuer Blätter an. Die Plastiktüte kann entfernt werden, der Kakaobaum wird in ein größeres Pflanzgefäß umgetopft.

Gartenbista-Tipp: Vorsicht bei den jungen Wurzeln! Sie sind noch sehr zart und können leicht versehentlich beschädigt werden.

Kakaobaum Früchte

Kakaobaum Früchte

Kakaobaum Pflege Tipps

  • Gießen: Grundsätzlich gilt: je mehr Blätter der Kakaobaum hat desto mehr Wasser benötigt er. Der Theobroma hat zwar einen hohen Wasserbedarf, verträgt aber keine Staunässe. So sollte das Substrat gelichmäßig feucht gehalten werden, ohne dass es allzu nass ist. Verwendet wird kalkfreies Wasser, beispielsweise Regenwasser, da die Kakaopflanze keinen Kalk verträgt.
  • Düngen: Von April bis September alle zwei Wochen organischen Dünger verabreichen, um den Nährstoffbedarf zu decken.
  • Besprühen: Um die dringend benötigte hohe Luftfeuchtigkeit zu bekommen, muss der Kakaobaum regelmäßig – am besten mehrmals täglich –  besprüht werden. Verwendet wird kalkfreies Wasser. Beim Besprühen ist jedoch Fingerspitzengefühl gefragt: zu viel Wasser führt zur Schimmelbildung auf den Blättern.

Gartenbista-Tipp: Kakaobaum von unten gießen!

Kakaobaum schneiden?

Der Theobroma cacao sollte nach Möglichkeit nicht geschnitten werden, da er so eine schöne, gleichmäßige Wuchsform behält. Allerdings kann es manchmal notwendig sein, einen Schnitt anzusetzen, beispielsweise wenn die Zierpflanze zu hoch geworden ist. Ist dies der Fall, sollten einige Topps zum Kakaopflanzen Schneiden beachtet werden:

  • Geschnitten wird zum Ende der Winterruhe
  • Zu lange Triebe einkürzen
  • Auf gleichmäßige Form achten

Kakaobaum richtig überwintern

Eine Kakaopflanze bleibt ganzjährig an ihrem Standort stehen; die dortigen Temperaturen ändern sich nicht. Das Gieß- und Düngeverhalten hingegen schon:

  • Ab September wird das Düngen eingestellt
  • Wassergaben werden im Herbst reduziert
  • Wirft der Theobroma seine Blätter ab, so wird er noch weniger gegossen

Keinesfalls darf jedoch der Wurzelballen austrocknen; auch auf eine hohe Luftfeuchtigkeit ist weiterhin zu achten. Es ist demzufolge notwendig, den Kakaobaum weiterhin täglich zu besprühen.

Kakaofrüchte am Baum

Kakaofrüchte am Baum

Kakaobohnen ernten

Ein Kakaobaum wird nur dann Früchte hervorbringen können, wenn seine Blüten bestäubt werden. In freier Natur geschieht dies durch Trauermücken – im Haus hingegen ist eine derartige Bestäubung eher unwahrscheinlich. So wird dem Besitzer der Zierpflanze nichts Anderes übrigbleiben, als die Vermehrung im wahrsten Sinne des Wortes selbst in die Hand zu nehmen.

Zunächst müssen zwei Bäume vorhanden sein. Dann ist die Unterstützung seitens des Pflanzenfreundes gefragt:

  • Morgens die Pollen einer Pflanze abnehmen
  • Abends die andere Pflanze mit den Pollen befruchten

Dies geschieht vorzugsweise mit Hilfe eines Pinsels, jedoch muss dieser nach der Pollenentnehme in einen Beutel gesteckt werden, damit die wertvollen Pollen nicht verlorengehen.

Dennoch kommt es in heimischen Wohnzimmern nicht besonders häufig vor, dass sich auch tatsächlich Kakaobohnen bilden. Selbst wenn, werden sie sehr häufig von den Pflanzen wieder abgeworfen. Sollte jedoch tatsächlich eine Frucht heranreifen, so wird sie in ihrem Besitzer den Wunsch nach einer Kakaoherstellung wecken. Dabei handelt es sich jedoch um einen ebenso komplizierten wie fast nur für Profis geeigneten Prozess, so dass es sinnvoller ist, die Früchte roh zu essen: die Kakaofrucht, die den Samen umschließt, besitzt ganz viel süßes, weißes Fruchtfleisch. Dieses ist nicht nur gesund, sondern auch lecker, so dass es sehr gut verzehrt werden kann.

Kakaobaum Krankheiten und Schädlinge

In der Regel haben sämtliche Kakaopflanzen braune Blattränder. Diese sind kein Anzeichen für eine Erkrankung, sondern eine natürliche Reaktion der Pflanze. Färben sich hingegen die ganzen Blätter braun, so könnte dies die Folge zu starker Sonneneinstrahlung sein.

Während der Theobroma in seiner Heimat sehr krankheitsanfällig ist und ständig unter Pilz- sowie Viruserkrankungen leidet, sind die hierzulande kultivierten Exemplare eher robust:

  • Pilzkrankheiten treten auf, wenn der Kakaobaum zu nass steht.
  • Spinnmilben: Dieser Schädling befällt die Kakaopflanzen, wenn eine zu geringe Luftfeuchtigkeit herrscht. Zu erkennen sind sie an weißen, spinnenartigen Geweben auf den Pflanzenteilen.

 

 

Graphiken: © PixieMe – Fotolia.com; Melastmohican – Fotolia.com; Florian Rink – Fotolia.com; Евгений Кожевников – Fotolia.com; GNNick – Fotolia.com

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