Kaffeepflanze (Coffea) – Pflege, Schneiden, Umtopfen und Überwintern



Kaffeepflanze, Coffea

Kaffeepflanze, Coffea

Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke weltweit – und die Kaffeepflanze, Coffea, steht ihm in punkto Beliebtheit in nichts nach. Die sehr dekorative Zimmerpflanze lässt sich sehr gut kultivieren und wird nach einigen Jahren ihren Besitzer nicht nur mit dem Anblick ihres glänzenden Blattwerkes, sondern auch mit Blüten und sogar Früchten erfreuen. Diese Kaffeekirschen können tatsächlich zur Zubereitung des beliebten Heißgetränks verwendet werden. Um dies zu erreichen, müssen jedoch einige Kriterien bezüglich der Kaffeepflanzen Pflege beachtet werden…

Kaffeepflanze, Coffea – Steckbrief von Gartenbista

Kaffeepflanze Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig bis halbschattig; hell; warm; hohe Luftfeuchtigkeit
  • Substrat: durchlässig; luftig
  • Anzucht: Samen
  • Vermehrung: Stecklinge
  • Umtopfen: regelmäßig alle 2-3 Jahre; im Frühjahr
  • Gießen: regelmäßig; Wurzelballen darf nicht austrocknen; während der Winterruhe Gießen reduzieren
  • Düngen: März bis September alle zwei Wochen mit organischem Dünger
  • Pflege: bei unregelmäßigem Wuchs einmal wöchentlich um 90° drehen
  • Schneiden: im Frühjahr vor dem Austrieb
  • Überwintern: nicht winterhart; verträgt keine Temperaturen unter 12°C; helles Winterquartier; Gießen reduzieren; nicht düngen
  • Krankheiten: keine bekannt
  • Schädlinge: Schildläuse
  • Ernten: rote Früchte abpflücken; Kaffeebohnen entnehmen; trocknen; rösten

360°-Video von der Kaffee-Pflanze

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie die Kaffee-Pflanze aussieht.

360°-Video von der Kaffee-Pflanze – Gartenbista-Videostudio, gedreht im August

Wissenswertes über die Kaffeepflanze

Kaffeepflanzen, Coffea, sind ursprünglich in der Bergwelt Äthiopiens beheimatet. Die auch als „Kaffeestrauch“ bekannte Pflanzen sind heutzutage in vielen tropischen sowie subtropischen Gegenden zu finden. In freier Natur erreichen sie Wuchshöhen bis zu 9 m. Die heimischen klimatischen Bedingungen sind nicht dafür geeignet, eine Coffea ganzjährig im Freien zu kultivieren; die kalte Jahreszeit über muss sie im Haus verbringen. Alternativ kann sie auch ganzjährig als Zimmerpflanze gehalten werden; nur selten erreicht sie hierzulande eine Höhe über 1,5 m.

Junge Kaffeepflanzen wachsen zunächst einstämmig; erst mit zunehmendem Alter werden sie buschig. Ihre glänzenden, ovalen Blätter können bis zu 13 cm lang und bis zu 6 cm breit werden.

Kaffeepflanze mit Blüten

Kaffeepflanze mit Blüten

So richtig interessant wird die Kaffeepflanze jedoch erst, wenn sie Blüten bildet, was etwa im Alter von fünf Jahren der Fall ist. Diese sind weiß und duften sehr intensiv. Aus diesen Blüten entstehen Beeren, die Kaffeekirschen. Jede von ihnen enthält zwei Kaffeebohnen, welche freigelegt werden können, sobald sich die Beeren intensiv rot färben, was allerdings mehrere Monate dauern kann. Nachdem sie getrocknet worden sind, können diese Kaffeebohnen gemahlen und zur Zubereitung von Kaffee verwendet werden.

Kaffeepflanze mag es sonnig

Die Coffea bevorzugt helle, sonnige Standorte. Im Sommer sollte sie jedoch vor der heißen Mittagssonne geschützt werden. Optimal geeignet ist ein Platz auf der Fensterbank eines Ost- oder Südfensters.

Im Sommer kann die Kaffeepflanze gerne ins Freie gestellt werden, wenn die Temperaturen über 20°C liegen; sehr gut geeignet ist ein halbschattiger Platz unter höheren Gehölzen. Sobald es jedoch kälter wird, muss sie wieder ins Haus geholt werden; während der Wintermonate darf die Temperatur keinesfalls unter 15°C fallen. Geschieht dies, so wird die Pflanze ihr Missfallen darüber dadurch zeigen, dass sie ihre Blätter abwirft.

Da der Kaffeestrauch in seiner Heimat eine hohe Luftfeuchtigkeit kennt, sollte man ihm auch in heimischen Gefilden diese gönnen: ein regelmäßiges Einsprühen mit kalkfreiem Wasser sorgt nicht nur für die benötigte Luftfeuchtigkeit, sondern fördert auch das Wachstum der Zierpflanze. Auch wird dadurch vermieden, dass sich die Blattspitzen dunkel verfärben.

Gartenbista-Tipp: Mit Wasser gefüllte Schalen im Bereich des Kaffeestrauchs aufstellen!

Kaffeepflanze braucht luftiges Substrat

Optimal für eine Coffea ist ein Substrat, welches luftig und somit durchlässig ist. Keinesfalls darf sich Staunässe bilden. Um diese zu verhindern, wird

  • Blähton,
  • Lavagranulat oder
  • Perlite

unter

  • Kakteenerde oder
  • Rhododendronerde

gemischt. Zudem sollte unten in das Pflanzgefäß eine Drainage aus Kies oder Tonscherben gelegt werden.

Junge Kaffeepflanze

Junge Kaffeepflanze

Kaffeepflanzen Anzucht: So geht´s!

Die Kaffeepflanzen Anzucht ist denkbar einfach; alles, was man dafür benötigt, ist das passende Saatgut, also Kaffeebohnen. Jene, die bereits geröstet sind und nur darauf warten, zu Kaffee verarbeitet zu werden, sind jedoch nicht geeignet. Um Kaffeesträucher selbst zu züchten, werden Samen für Rohkaffee benötigt. Diese sind im Fachhandel sowie in mediterranen Lebensmittelläden als komplette Steinfrüchte in den Sorten „robusta“ und „arabica“ erhältlich.

  • Steinfrüchte öffnen
  • Samen entnehmen
  • Samen für 24 Stunden in lauwarmes Wasser legen
  • Torf-Sand-Gemisch in Anzuchttöpfe füllen
  • Pro Topf einen eingeweichten Samen 1-2 cm tief in die Erde drücken
  • Leicht angießen
  • Kalkarmes Wasser verwenden
  • Plastiktüte über die Töpfe ziehen
  • Töpfe bei Temperaturen zwischen 22°C und 25°C aufstellen
  • Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden

Nun dauert es vier bis acht Wochen, bis das Saatgut zu keimen beginnt. Haben die jungen Coffea eine Höhe von etwa 5 cm erreicht, wird die Abdeckung entfernt; die Pflanzen werden nun ebenso kultiviert wie ausgewachsene Exemplare.

Kaffeepflanze Vermehrung durch Stecklinge

Wer bereits eine Kaffeepflanze besitzt, kann diese auch mithilfe von Stecklingen vermehren. Hierfür werden im Frühsommer 20 – 25 cm lange Mitteltriebe abgeschnitten die bereits leicht verholzt sein müssen:

  • Bis auf das obere Blattpaar sämtliche Blätter entfernen
  • Pflanzgefäße mit Anzuchterde füllen
  • In jedes Gefäß einen Steckling zu drei Vierteln stecken
  • Mit kalkarmem Wasser gießen
  • Töpfe mit einer Plastikhaube überziehen

Bei Temperaturen um 25°C an einem halbschattigen Standort dauert es einige Wochen, bis eine Wurzelbildung erfolgt. Wichtig dabei ist, dass das Pflanzsubstrat nicht austrocknet. Da sich jedoch auch keine Staunässe bilden darf, ist es empfehlenswert, die Pflanzgefäße nur von unten zu wässern. Dies geschieht, indem sie in eine Schale mit Wasser gestellt werden.

Wenn ersichtlich ist, dass der Kaffeestrauch das komplette Anzuchtgefäß durchwurzelt hat, wird er umgetopft und wie ein ausgewachsenes Exemplar kultiviert.

Kaffeepflanze, Coffea arabica, mit grünen Kaffeebohnen

Kaffeepflanze, Coffea arabica, mit grünen Kaffeebohnen

Kaffeepflanze regelmäßig umtopfen

Da die Coffea zu starker Wurzelbildung neigt, muss sie regelmäßig in ein größeres Pflanzgefäß umgetopft werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das zeitige Frühjahr, kurz nach der Winterruhe.

Beim Umtopfen sind folgende Tipps zu beachten:

  • Unten in das Pflanzgefäß eine Drainage aus Tonscherben oder Kies legen
  • Gefäß bis zur Hälfte mit dem Substrat auffüllen
  • Coffea vorsichtig aus dem bisherigen Pflanzgefäß nehmen
  • Wurzeln kontrollieren
  • Kaffeestrauch mittig in das neue Gefäß einsetzen
  • Gefäß mit Erde auffüllen; leicht andrücken

Gartenbista-Tipp: Kaffeestrauch umtopfen, wenn der Wurzelballen trocken ist, da er sich dann leichter aus seinem Pflanzgefäß löst!

Kaffeepflanze Pflege Tipps

  • Gießen: Die Coffea verträgt absolut kein kalkhaltiges Wasser und sollte demzufolge keinesfalls mit Leitungswasser gegossen werden. Optimal geeignet ist Regenwasser. Während der Vegetationsphase muss der Wurzelballen gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne dass sich Staunässe bildet; während der Winterruhe hingegen wird der Kaffeestrauch nur so viel gegossen, dass er nicht verdurstet.
  • Düngen: Von März bis September wird die Kaffeepflanze alle zwei Wochen gedüngt; von Oktober bis Februar ist es nicht notwendig, die Zimmerpflanze zu düngen. Grundsätzlich sehr gut geeignet ist ein organischer Dünger, da dieser das Pflanzsubstrat nicht versalzt.
  • Pflege: Sollte die Coffea ungleichmäßig wachsen, so kann dies an einem unregelmäßigen Lichteinfall liegen. Ist dies der Fall, sollte die Pflanze einmal wöchentlich um 90° gedreht werden.

Kaffeepflanze richtig schneiden

Kaffeesträucher haben eine Tendenz dazu, zu wuchern – die Wuchshöhen in freier Natur sind Beweis genug. Da es nicht sinnvoll ist, eine Zimmerpflanze derart ausufernd wachsen zu lassen, muss sie regelmäßig geschnitten werden. Nur so ist es möglich, das Wachstum unter Kontrolle zu halten.

Geschnitten wird grundsätzlich im zeitigen Frühjahr, noch bevor der neue Austrieb erfolgt; beim Schnitt selbst sind folgende Kriterien zu beachten:

  • Triebspitzen einkürzen fördert einen buschigen Wuchs
  • Zu lange Triebe werden oberhalb eines Blattknotens abgeschnitten
  • Hat die Coffea Blätter abgeworfen und weist nun kahle Triebe auf, ist ein Radikalschnitt anzuraten
  • Generell so schneiden, dass das Licht gleichmäßig auf die Pflanze fallen kann

Gartenbista-Tipp: Nur sauberes, scharfes Schnittwerkzeug verwenden!

Kaffeepflanze

Kaffeepflanze

Kaffeepflanze nicht im Freien überwintern lassen!

Der Kaffeestrauch ist absolut nicht winterhart; bereits Temperaturen unter 12°C machen ihm zu schaffen. Demzufolge dürfen Kaffeepflanzen, die den Sommer im Freien verbracht haben, keinesfalls dort bleiben. Sobald die Temperaturen unter 20°C fallen, müssen sie ins Haus geholt werden. Dort bekommen sie ein Winterquartier, in dem es hell ist und mindestens 15°C herrschen. Während der winterlichen Ruhephase, die meist von Oktober bis Februar geht, werden die Pflanzen weniger gegossen und nicht gedüngt.

Nach der Überwinterung ist der beste Zeitpunkt zum Schneiden und Umtopfen.

Eine Coffea, die ganzjährig in Zimmerkultur gehalten wird, legt ebenfalls naturgemäß eine Ruhephase im Winter ein. Diese sollte man ihr auch gönnen, damit sie im folgenden Frühjahr wieder kräftig austreiben kann. Auch für diese Pflanzen gilt: wenig gießen und nicht düngen!

Kaffeepflanze Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten sind bei der Coffea nicht bekannt; gegenüber Parasiten ist sie hingegen nicht immun:

  • Schildläuse können die Kaffeepflanze nachhaltig schädigen, da sie sie nicht nur aussaugen, sondern auch durch ihre honigartigen Ausscheidungen Pilze hervorrufen können. Insbesondere bei zu geringer Luftfeuchtigkeit treten diese Schädlinge auf; eine regelmäßige Kontrolle ist unerlässlich. Sind Schildläuse vorhanden, sollten sie mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel bekämpft werden.

Kaffeebohnen ernten und verarbeiten

Hat die Kaffeepflanze ein gewisses Alter erreicht, wird sie bei guter Pflege Blüten und Früchte hervorbringen. Diese Kaffeekirschen sind zunächst grün und ungenießbar; in den folgenden Monaten verfärben sie sich jedoch Rot. Ist dies der Fall, so sind die in den Früchten enthaltenen Kaffeebohnen reif und können geerntet werden:

  • Kaffeekirschen vorsichtig abpflücken
  • Rotes Fruchtfleisch entfernen
  • Freigelegte Kaffeebohnen an einem warmen Ort trocknen
  • Gelegentlich wenden

Sind die Kaffeebohnen gut getrocknet, werden sie geröstet. Dies geschieht in einer gewöhnlichen Bratpfanne: Bohnen für 10-20 Minuten auf höchster Stufe in der Pfanne rösten.

Auch wenn es verlockend ist, so sollte mit der Verwendung der frisch gerösteten Kaffeebohnen noch etwas gewartet werden: sie entwickeln ihr optimales Aroma erst nach frühestens 12 Stunden nach dem Rösten – Experten warten sogar drei Tage damit, bis sie die Bohnen mahlen und zu Kaffee verarbeiten.

 

 

Graphiken: © Björn Wylezich – Fotolia.com; Liudmila Travina – Fotolia.com; piberger – Fotolia.com; bidaya – Fotolia.com; tunedin – Fotolia.com

2 Kommentare zu “Kaffeepflanze (Coffea) – Pflege, Schneiden, Umtopfen und Überwintern

  1. Guten Tag, meine zwei jungen Pflanzen ärgen mich, weil einige große Blätter vom Rand her beginne schwarz zu werden.
    Waas könnte die Ursache sein ?
    Besten Dank
    Ggerd Eckert

    • Schwarz oder eher braun? Eventuell ist die Luftfeuchtigkeit zu gering; auch könnte ein Nährstoffmangel vorliegen…

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