Schwiegermutterstuhl-Kaktus (Echinocactus grusonii) pflegen



Schwiegermutterstuhl-Kaktus, Echinocactus grusonii

Schwiegermutterstuhl-Kaktus, Echinocactus grusonii

Der Schwiegermutterstuhl-Kaktus, Echinocactus grusonii, gehört zu den besonders pflegeleichten Kakteen, der zudem noch eine interessante Optik aufweist: er ist nahezu rund mit einer leicht abgeflachten Oberseite, wodurch er etwas an ein Sitzmöbel erinnert. Dass dieses Schwiegermüttern vorbehalten bleiben soll, kann an den langen Stacheln liegen, die der Kugelkaktus besitzt, und die ein Sitzen bestimmt nicht zu einem Vergnügen machen… Der Schwiegermutterstuhl-Kaktus braucht nur ein Minimum an Pflege, um gut gedeihen zu können. Werden einige diesbezügliche Tipps beachtet, hat sein Besitzer über viele Jahre lang Freude an diesem Kaktus.

Schwiegermutterstuhl-Kaktus, Echinocactus grusonii – Steckbrief von Gartenbista

Schwiegermutterstuhl-Kaktus Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig und hell
  • Substrat: durchlässig
  • Pflanzen: Drainage in Pflanzgefäß
  • Umtopfen: jährlich im Frühling
  • Gießen: während der Wachstumszeit regelmäßig und ausgiebig; Substrat darf nicht austrocknen; Staunässe vermeiden; im Winter sehr sparsam
  • Düngen: März bis September alle 14 Tage mit Flüssigdünger
  • Besprühen: gelegentlich
  • Pflegefehler: zu viel Wasser; Überdüngung; Lichtmangel; zu viel Sonne
  • Überwintern: helles, kühles Winterquartier
  • Schneiden: entfällt
  • Krankheiten: Mehltau
  • Schädlinge: Spinnmilben; Wollläuse

360°-Video vom Schwiegermutterstuhl

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie der Schwiegermutterstuhl aussieht.

360°-Video vom Schwiegermutterstuhl – Gartenbista-Videostudio, gedreht im Oktober

Wissenswertes über den Schwiegermutterstuhl-Kaktus

Der Schwiegermutterstuhl-Kaktus, Echinocactus grusonii, gehört zur Familie der Kakteengewächse (Cactaceae) und stammt ursprünglich aus Mexiko. Dort kann er unter optimalen Bedingungen eine Größe von 1,20 m erreichen. Er steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten, obwohl er sich unter den Kakteenliebhabern großer Beliebtheit erfreut. Nicht umsonst wurde er zum Kaktus des Jahres 2008 gekürt.

Der kugelförmig wachsende Kaktus besitzt auf seiner gesamten Oberfläche spitze, gelbe Dornen, die bis zu 5 cm lang werden können. Die Gefahr, sich an ihnen zu verletzen, ist nicht gering, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Echinocactus grusonii zu seinem Trivialnamen „Schwiegermutterstuhl-Kaktus“ oder „Schwiegermuttersitz“ gekommen ist. Der Wunsch, Schwiegermüttern einen Platz auf den Dornen anbieten zu können, scheint sich in dem Namen verwurzelt zu haben…

Schwiegermutterstuhl-Kaktus

Schwiegermutterstuhl-Kaktus

Im fortgeschrittenen Alter bildet der hellgrüne Kugelkaktus gelbe Blüten, aus denen sich bis zu 2 cm lange Früchte entwickeln. Diese enthalten Samen.

Schwiegermutterstuhl-Kaktus braucht sonnigen Standort

Um sich optimal entwickeln zu können, benötigt der Echinocactus grusonii einen vollsonnigen Standort. Nur dort werden seine Stacheln die typische goldgelbe Färbung annehmen, welche ihm auch den Beinamen „Goldkugelkaktus“ einbrachten. Temperaturen zwischen 19° und 24°C wären perfekt.

Den Sommer kann der Kugelkaktus gerne im Freien verbleiben. Er sollte allerdings langsam an die dort herrschenden Sonneneinstrahlungen gewöhnt werden: zunächst verbleibt der Kaktus einige Tage im Halbschatten, bevor er an seinen endgültigen Platz gestellt werden kann. Dieser muss weder wind- noch regengeschützt sein; der eine oder andere Regenschauer wird den Echinocactus grusonii nicht umbringen. Dennoch sollte natürlich darauf geachtet werden, dass sich keine Staunässe bildet.

Den Winter sollte der Kugelkaktus in einem hellen Winterquartier verbringen, in dem Temperaturen zwischen 5° und 10°C herrschen. Wird ihm regelmäßig solch eine Pause gegönnt, so wird er im fortgeschrittenen Alter Blüten bilden können; bei einer Kultivierung ausschließlich in warmen Räumen werden diese Blüten ausbleiben.

Goldkugelkaktus - Echinocactus grusonii

Goldkugelkaktus – Echinocactus grusonii

Schwiegermutterstuhl-Kaktus Substrat: Durchlässig!

Der Echinocactus grusonii benötigt ein Substrat, welches sowohl durchlässig ist als auch Wasser speichern kann. Diese Kriterien, die im ersten Moment etwas paradox klingen, sind in Kakteenerde vereint. Wer eine Alternative zu dieser Erde sucht, der kann auch sein eigenes Substrat herstellen:

  • 4 Teile Humus
  • 1 Teil Lehm
  • 1 teil Sand

mit Blähton oder Perlite mischen.

Schwiegermutterstuhl-Kaktus pflanzen

Der Kugelkaktus benötigt ein Gefäß, welches ausreichend Platz für die Wurzeln bietet. In dieses wird eine Drainage aus Kies oder Blähton gelegt. Danach wird der Echinocactus grusonii in das Gefäß gesetzt, welches danach mit Substrat aufgefüllt wird. Leicht angießen.

Sehr gut geeignet sind Tontöpfe oder Schalen, sofern diese unten Löcher haben.

Gartenbista-Tipp: Da die Stacheln Verletzungen hervorrufen können, ist es sinnvoll, beim Umgang mit dem Schwiegermutterstuhl-Kaktus feste Handschuhe zu tragen.

Schwiegermutterstuhl-Kaktus jährlich umtopfen

Das Umtopfen dient nicht nur dazu, dem Kaktus ein größeres Pflanzgefäß zu bieten, sondern auch der Erneuerung des Substrats.

Optimaler Weise wird der Echinocactus grusonii jedes Jahr umgetopft; spätestens jedoch dann, wenn die Wurzeln den Topf durchwurzelt haben. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr nach der Winterruhe:

  • Neues Pflanzgefäß auswählen, welches höchstens einen 10 cm größeren Durchmesser hat als das bisherige
  • Unten in das Pflanzgefäß eine Drainage aus Kies oder Blähton legen
  • Schwiegermuttersitz vorsichtig aus dem Pflanzgefäß heben
  • Wurzeln weitestgehend vom alten Substrat befreien
  • Wurzeln auf Beschädigungen kontrollieren
  • Gegebenenfalls beschädigte Wurzelteile entfernen
  • Kugelkaktus vorsichtig in das neue Pflanzgefäß einsetzen
  • Gefäß mit Substrat auffüllen
  • Erde andrücken, damit keine Hohlräume entstehen
  • Gründlich angießen

Gartenbista-Tipp: Soll der Kaktus nach der Erneuerung seines Substrats wieder in sein bisheriges Pflanzgefäß gesetzt werden, so ist es ratsam, dieses vorher gründlich mit warmem Wasser auszuwaschen.

Großer Schwiegermutterstuhl-Kaktus

Großer Schwiegermutterstuhl-Kaktus

Schwiegermutterstuhl-Kaktus Vermehrung durch Aussaat

Der Echinocactus grusonii kann sehr gut durch Aussaat vermehrt werden. Es ist empfehlenswert, entsprechendes Saatgut im Fachhandel zu besorgen. Zwar bildet der Kugelkaktus eigene Samen aus seinen Blüten, jedoch ist es sehr selten, dass er überhaupt zum Blühen kommt.

  • Anzuchtgefäß mit Aussaaterde füllen
  • Substrat anfeuchten
  • Samen auf dem Substrat verteilen, leicht andrücken
  • Nicht mit Erde bedecken (Lichtkeimer)
  • Gefäß mit Plastikfolie überziehen, täglich lüften
  • Schale an einen hellen Platz stellen, an dem Temperaturen von etwa 25°C herrschen, aber keine volle Sonneneinstrahlung gegeben ist

Nun dauert es wenige Tage, bis das Saatgut zu keimen beginnt. Zunächst bilden sich zwei Keimblätter, in deren Mitte eine kleine Kugel entsteht.

Stehen die jungen Kakteen zu dicht, müssen sie pikiert werden. Dies geschieht mithilfe eines Stäbchens, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die kleine Kugel zerstört wird.

Die Kakteen werden nun einzeln in Pflanzgefäße mit Kakteenerde gesetzt und behandelt wie ausgewachsene Exemplare.

Schwiegermutterstuhl-Kaktus Pflege Tipps

  • Gießen: Echinocactus grusonii hat einen hohen Wasserbedarf; keinesfalls darf sein Substrat austrocknen. Staunässe ist jedoch zu vermeiden, deswegen sollte der Kugelkaktus keinesfalls auf einen Untersetzer gestellt werden. Eine regelmäßige, großzügige Wassergabe ist ratsam. Sobald die oberste Schicht des Substrats angetrocknet ist, wird erneut gegossen. Während der winterlichen Ruhezeit wird nur so viel Wasser verabreicht, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.
  • Düngen: Von März bis September bekommt der Echinocactus grusonii alle 14 Tage Flüssigdünger; im Winter wird er nicht gedüngt.
  • Besprühen: Wird der Schwiegermutterstuhl-Kaktus ganzjährig im Haus kultiviert, so sollte er gelegentlich mit Wasser besprüht werden.

Schwiegermutterstuhl-Kaktus Pflegefehler

Der Kugelkaktus ist zwar sehr robust, leidet aber unter wiederholten und/oder andauernden Pflegefehlern. Sein Missfallen gegenüber falscher Behandlung zeigt er klar und deutlich:

  • Zu viel Wasser: Kaktus verfärbt sich gelb und fault von innen
  • Zu viel Dünger: Echinocactus grusonii wirkt wie aufgedunsen
  • Kein runder Wuchs: Kugelkaktus leidet unter Lichtmangel
  • Oberes Gewebe ist rötlich verfärbt: Kaktus hat zu viel Sonne abbekommen

Werden die Pflegefehler rechtzeitig erkannt und abgestellt, so kann der Echinocactus grusonii meistens noch gerettet werden. Bei der Fäulnis hingegen kommt in der Regel jede Hilfe zu spät.

Schwiegermutterstuhl Blüte

Schwiegermutterstuhl Blüte

Schwiegermutterstuhl-Kaktus richtig überwintern

Der Echinocactus grusonii ist nicht winterhart und muss demzufolge ins Haus gebracht werden, bevor die Gefahr von Nachtfrösten akut wird. Zunächst kann er in einen Wohnraum gestellt werden, bevor er im November in sein Winterquartier gebracht wird. Dieses sollte hell und kühl sein; Temperaturen zwischen 5° und 10°C sind optimal.

  • Während der Winterruhe nur so viel gießen, dass das Substrat nicht vollständig austrocknet
  • Nicht düngen

Ab Februar werden die Wassergaben wieder erhöht; nun kann der Kugelkaktus an einen hellen Platz innerhalb der Wohnung gestellt werden. Ab März wird er wieder gedüngt.

Schwiegermutterstuhl-Kaktus schneiden?

Es gibt weder einen Grund noch die Möglichkeit, den Kugelkaktus zu schneiden. Ausnahmen bestehen lediglich bei den Wurzeln: wird beim Umtopfen festgestellt, dass das Wurzelwerk beschädigt ist, so werden die betroffenen Teile entfernt.

Schwiegermutterstuhl-Kaktus Krankheiten und Schädlinge

Gegenüber Krankheiten ist der Echinocactus grusonii weitestgehend resistent; viel mehr machen ihm die oben erwähnten Pflegefehler zu schaffen. Dennoch kann auch er erkranken:

  • Mehltau: Zeigt sich ein weißer, mehliger Belag auf der Oberseite des Kugelkaktus, so kann dies auf Mehltau hindeuten. Da dieser von alleine nicht verschwinden wird, ist der Einsatz eines speziellen Pflanzenschutzmittels sinnvoll.

Auch Schädlinge können gelegentlich am Echinocactus grusonii auftreten:

  • Spinnmilben siedeln sich überwiegend während der Wintermonate an, wenn der Kaktus in trockenen, überheizten Räumlichkeiten kultivier wird. Zu erkennen sind die Schädlinge, an spinnwebenartigem Belag, der sich zwischen den Stacheln zieht.
  • Wollläuse lassen sich daran erkennen, dass der betroffene Kaktus winzige weiße Gespinste aufweist. Deren Larven saugen die Pflanze komplett aus, so dass sie eingehen wird. Verfärbt sich der Echinocactus grusonii braun, ist dies ein sicheres Indiz für den Befall. Betroffene Kakteen müssen umgehend separiert werden, damit die Schädlinge nicht auch auf andere Pflanzen übergehen. Zusätzlich muss er mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel behandelt werden; diese Behandlung muss zwingend wiederholt werden.

 

 

Graphiken: © E. Schittenhelm – Fotolia.com; laguna35 – Fotolia.com; M. Schuppich – Fotolia.com; bill_17 – Fotolia.com; Andrea Geiss – Fotolia.com

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