Pimpernuss, Staphylea pinnata – Pflanzen, Pflegen & Verwendung



Pimpernuss, Staphylea pinnata

Pimpernuss, Staphylea pinnata

Die Pimpernuss, Straphylea pinnata, gehört durch ihre wunderschönen Blüten und den außergewöhnlichen Früchten zu den dekorativsten Ziergehölzen überhaupt. Leider ist sie weder in heimischen Gärten noch in freier Natur noch häufig zu finden. Sie ist so selten, dass sie unter Naturschutz steht. Die Pimpernuss Pflege ist nicht ganz einfach; erfahrene Gartenbesitzer können diesen interessanten Baum jedoch unter Berücksichtigung einiger Pflegetipps gut in ihrem Garten kultivieren.

Pimpernuss, Straphylea pinnata – Steckbrief von Gartenbista

Pimpernuss Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig; windgeschützt
  • Boden: durchlässig; nährstoffreich; kalkhaltig; humos
  • Pflanzen: später Frühling bis Frühsommer; Solitär, als Hecke
  • Umtopfen: wenn Wurzeln herauswachsen; im Frühling
  • Kübelhaltung: bei jungen Pflanzen möglich
  • Vermehrung: Aussaat; Ausläufer
  • Gießen: nach der Pflanzung; in Trockenperioden
  • Düngen: einmalig im Frühjahr mit Kompost oder Langzeitdünger
  • Schneiden: beschädigte Pflanzenteile entfernen; Formschnitt nicht notwendig
  • Überwintern: ältere winterhart; jüngere schützen; Kübelpflanzen ins Winterquartier bringen
  • Verwendung: Kerne; Blüten
  • Krankheiten: keine bekannt
  • Schädlinge: Rüsselkäfer; Drahtwürmer; Engerlinge
Staphylea pinnata

Staphylea pinnata

Wissenswertes über die Pimpernuss

Bei der Pimpernuss, Straphylea pinnata, handelt es sich um einen kleinen sommergrünen Strauch oder Baum, der ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt. Mit Wuchshöhen von 3 m als Strauch beziehungsweise maximal 5 m als Baum ist dieser Ziergewächs eher klein und findet somit auch auf nicht sehr ausladenden Grundstücken Platz.

Die dunkelgrünen Laubblätter sind gefiedert und besitzen einen gesägten Blattrand, wodurch eine besonders interessante Optik entsteht. Zwischen Mai und Juni bildet die Pimpernuss dekorative, zart duftende Blüten, die mehrere Wochen bestehen bleiben. Aus ihnen bilden sich Früchte. Diese sind zunächst hellgrün; später verfärben sie sich hellbraun. Das eigentlich besondere sind jedoch die Geräusche, die sie produzieren: die im Inneren dieser Früchte befindlichen Pimpernüsse bewegen sich, besonders bei Wind. Durch diese Bewegungen schlagen sie an die Fruchthülsen, wodurch klappernde, „pimpernde“ Geräusche entstehen, weswegen das Gehölz auch als „Klappernuss“ bezeichnet wird.

Erklingt dieses Pimpern im Garten, so sind die Kerne reif. Die Früchte können geerntet und die Pimpernüsse entnommen werden. Sie werden roh gegessen, geröstet und können wahlweise sofort verzehrt oder aber zu Likör weiterverarbeitet werden. Wer seine Klappernuss vermehren möchte, kann diese Nüsse aufbewahren und zur Aussaat verwenden, denn es handelt sich bei diesen um die Samen des interessanten Gehölzes.

Pimpernuss Standort: sonnig

Die Straphylea pinnata bevorzugt einen warmen, sonnigen bis halbschattigen Standort, der zudem etwas windgeschützt sein sollte. Gerne kann dieser Schutz durch eine Hauswand oder ein anderes Gebäude gegeben sein. Zu beachten ist jedoch die ausladende Wuchsform der Pimpernuss: bis zu 2,5 m kann das Ziergewächs breit werden, so dass es nicht in unmittelbarer Nähe eines Gebäudes gepflanzt werden sollte.

Pimpernuss braucht nährstoffreichen Boden

Um sich optimal entwickeln zu können, benötigt die Straphylea pinnata ein Substrat, welches

  • durchlässig,
  • nährstoffreich,
  • humos und
  • kalkhaltig

ist.

Erfüllt der Boden am gewählten Standort diese Anforderungen nicht, so kann er mit

  • Kalk,
  • Kies,
  • Kokosfasern und/oder
  • Sand

untergemischt werden.

Gartenbista-Tipp: Mulch untermischen; dieser sorgt nicht nur für eine gute Durchlässigkeit, sondern versorgt die Pflanze gleich noch mit Nährstoffen.

Pimpernuss richtig pflanzen

Die Straphylea pinnata als Strauch kultiviert eignet sich hervorragend zur Heckenpflanzung; auch in kleinen Gruppen mit anderen Gewächsen kommt sie sehr gut zur Geltung.

Soll die Pimpernuss hingegen als Baum kultiviert werden, so kann sie sehr gut solitär stehen. Wichtig ist, dass ausreichend Abstand gelassen wird.

Damit sich die Pimpernuss bis zum Winter eingewurzelt hat, sollte sie im späten Frühjahr beziehungsweise Frühsommer gepflanzt werden. Dies sollte jedoch erst geschehe, wenn das Ziergehölz mindestens 30 cm hoch ist.

  • Pflanzloch ausheben, welches doppelt so groß wie der Wurzelballen ist
  • Gegebenenfalls unten eine Drainage aus Kies oder Steinen legen
  • Aushub mit Kompost vermischen
  • Pimpernuss einsetzen
  • Pflanzloch einschwämmen
  • Loch mit Aushub auffüllen

Auch in der Folgezeit muss die Straphylea pinnata regelmäßig gegossen werden. Eine erneute Wassergabe erfolgt jedoch immer erst dann, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist.

Gartenbista-Tipp: Die Pimpernuss wirkt sehr optisch zwar sehr schön als Solitärpflanze, da sie von unten her jedoch schnell verkahlt, sollte sie unbedingt andere Gewächse als Unterpflanzung bekommen.

Pimpernuss

Pimpernuss

Pimpernuss in Kübelhaltung

Sehr gut kann die Pimpernuss auch in einem Pflanzgefäß kultiviert werden; zumindest in jungen Jahren ist dies möglich. Dabei ist folgendes zu beachten:

  • Pflanzgefäß muss ausreichend Platz für die Wurzeln bieten und im Boden Löcher haben
  • Unten in das Pflanzgefäß Drainage aus Kies oder Blähton legen
  • Durchlässiges, nährstoffreiches Substrat verwenden, beispielswies Gartenerde mit Sand, Kies und Mulch vermischt
  • Regelmäßig gießen; Staunässe vermeiden
  • Im Frühjahr mit Langzeitdünger düngen
  • In einem kalten, aber frostfreien Winterquartier überwintern lassen

Gartenbista-Tipp: In sehr kalten Regionen sollte die Pimpernuss generell zunächst als Kübelpflanze kultiviert werden, da sie erst in späteren Jahren komplett winterhart wird.

Pimpernuss umtopfen

Zeigen sich Wurzeln am Boden des Pflanzgefäßes, muss die Straphylea pinnata umgetopft werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr nach der Überwinterung:

  • Pimpernuss vorsichtig aus dem Pflanzgefäß nehmen
  • Altes Substrat weitestgehend von den Wurzeln entfernen
  • Wurzeln auf Schädlinge und Beschädigungen kontrollieren
  • Neues Pflanzgefäß vorbereiten
  • Straphylea pinnata in das neue Gefäß einsetzen
  • Angießen

Pimpernuss Vermehrung durch Aussaat

Die Straphylea pinnata kann sehr gut durch Aussaat vermehrt werden. Saatgut kann im Fachhandel erworben, jedoch auch aus den Früchten bestehender Gewächse gewonnen werden: wird die Schale der Früchte braun, werden diese abgenommen und geöffnet. Die Kerne können sowohl verzehrt als auch zur Anzucht neuer Pflanzen verwendet werden.

Die Vorbereitung zur Aussaat erfolgt direkt nach der Ernte:

  • Durchsichtiges Gefäß mit 1 cm feuchtem Sand füllen
  • Pimpernusskerne auf das Substrat legen; 2-3 cm Abstand zwischen den einzelnen Kernen lassen
  • Erneut 1 cm feuchten Sand einfüllen
  • Kerne auflegen
  • Feuchten Sand einfüllen

Diese Schichtung kann so lange fortgesetzt werden, bis sämtliche Pimpernusskerne untergebracht sind. Es empfiehlt sich allerdings, nur wenige Schichten innerhalb eines Gefäßes zu legen, da ansonsten die Gefahr der Schimmelbildung zu groß ist.

Das Gefäß wird nun an einen dunklen Ort gestellt, an dem Temperaturen zwischen 10°C und 15°C herrschen. Während des Winters muss der Sand gleichmäßig feucht gehalten werden; eine regelmäßige Kontrolle der Kerne auf Fäulnis ist zudem sinnvoll (aus diesem Grund sollte das Gefäß auch transparent sein).

Im folgenden Frühjahr kann die eigentliche Aussaat praktiziert werden:

  • Anzuchtschalen mit dem oben beschriebenen Substrat füllen
  • Pimpernusskerne auf das Substrat legen und leicht mit Erde bedecken
  • Gefäß an einen hellen Platz stellen, an dem Temperaturen von etwa 20°C herrschen
  • Substrat leicht feucht halten

Nun wird es nicht lange dauern, bis die Kerne zu keimen beginnen. Haben die kleinen Pflänzchen eine Höhe von 8-10 cm erreicht, werden sie in Einzeltöpfe pikiert. Dort sollten sie möglichst ihre ersten Lebensjahre verbringen, denn sie können zwar ab einer Höhe von 30 cm ins Freiland ausgepflanzt werden, haben aber noch nicht ihre komplette Winterhärte ausgebildet.

Pimpernuss Vermehrung durch Ausläufer

Einige Straphylea pinnata bilden Ausläufer, aus denen neue Pflanzen gewonnen werden können. Dies kommt zwar sehr selten vor, ist aber durchaus möglich. Ist das der Fall, können die kleinen Pflanzen ausgegraben, von der Mutterpflanze abgetrennt und an den gewünschten Standort ausgepflanzt werden. Sinnvoll ist jedoch auch hier zunächst eine Kultivierung im Kübel.

Pimpernuss Pflege Tipps

  • Gießen: Nach dem Einpflanzen sowie in längeren Trockenperioden sollte die Straphylea pinnata gegossen werden. Steht sie zu trocken, so zeigt sie dies durch schlaffe, leicht zusammengerollte Blätter an.
  • Düngen: Im Frühjahr sollte Kompost in die Erde eingearbeitet werden; alternativ kann auch ein Dünger für Ziergehölze verwendet werden. In Kübelhaltung wird im Frühjahr einmalig Langzeitdünger verabreicht.
Pimpernuss, Klappernuss, Staphylea pinnata

Pimpernuss, Klappernuss, Staphylea pinnata

Pimpernuss schneiden?

Die Straphylea pinnata wächst jährlich etwa 20 – 30 cm. So besteht kein Grund, das Wachstum durch einen Schnitt einzudämmen.

Ein Formschnitt ist bei dem dekorativen Ziergehölz nicht notwendig, da er per se eine sehr dekorative Form besitzt. Sollten sich jedoch irgendwo störende Triebe oder Äste zeigen, so können diese problemlos entfernt werden.

Geschnitten werden lediglich:

  • Abgestorbene Pflanzentele
  • Beschädigte Triebe
  • Kranke Triebe
  • Nach innen wachsende Triebe

Dieser Schnitt sollte im zeitigen Frühjahr erfolgen.

Pimpernuss richtig überwintern

Ältere Straphylea pinnata, die im Freiland ausgepflanzt sind, sind winterhart und benötigen keinen speziellen Winterschutz. Jüngere hingegen schon: die ersten Jahre sollten sie ein Frostschutzvlies um den Stamm gewickelt bekommen.

Pimpernuss in Kübelhaltung sollte grundsätzlich im Haus überwintert werden. Als Winterquartier eignet sich ein kalter Raum, in dem keine Minustemperaturen herrschen und der nicht vollkommen dunkel ist. Während der Überwinterung wird nur sehr sparsam gegossen; gedüngt wird erst im Frühjahr. Die im Haus überwinterten Straphylea pinnata sollten erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) wieder ins Freie gestellt werden.

Pimpernuss Verwendung

Die Kerne der Straphylea pinnata, die Pimpernüsse, erinnern von der Optik her an Haselnüsse und geschmacklich an Pistazien. Sie können so verzehrt, geröstet oder zu Likör verarbeitet werden.

Doch nicht nur die Nüsse, sondern bereits die Blüten sind nicht nur essbar, sondern auch schmackhaft. Sie können beispielsweise kandiert werden, sind aber auch roh verzehrbar.

Pimpernuss Krankheiten und Schädlinge

Gegenüber Krankheiten ist die Straphylea pinnata sehr resistent; gegenüber Schädlingen hingegen weniger:

Rüsselkäfer, Drahtwürmer und Engerlinge siedeln sich gerne an der Pimpernuss an. Das Schadbild ist identisch:

  • Verkümmerung des Gehölzes
  • Schwache Jungpflanzen
  • Bildung von Geiltrieben
  • Verblassen der Krone

Zeigen sich solche Schadbilder, muss ein spezielles Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, wobei der Rat eines Fachmanns einzuholen ist. Bei Pflanzen in Kübelhaltung können die Schädlinge auch im Wurzelbereich gesucht und abgesammelt werden.

 

 

Graphiken: © Alexander Morozov – Fotolia.com; Kanusommer – Fotolia.com (2); fedsax – Fotolia.com

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