Jakobsleiter, Polemonium – Pflege-Anleitung für die Pflanze



Jakobsleiter, Polemonium

Jakobsleiter, Polemonium

Die Jakobsleiter, Polemonium, – auch als „Himmelsleiter“ bekannt –  ist eine der dekorativsten Zierpflanzen überhaupt. Leider auch eine der seltensten. In freier Natur ist sie nur noch ausgesprochen selten zu finden, und auch in heimischen Gärten wird sie nicht sehr häufig kultiviert. Dies ist insofern nicht nachvollziehbar, als dass die Jakobsleiter Pflege nicht besonders schwierig ist und es somit auch Anfängern im Bereich der Gartengestaltung möglich ist, die Himmelsleiter zu kultivieren.

Jakobsleiter, Polemonium – Steckbrief von Gartenbista

Jakobsleiter Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: durchlässig; feucht; nährstoffreich
  • Pflanzen: Herbst oder Frühjahr
  • Kübelhaltung: gut möglich
  • Vermehrung: Aussaat; Teilung
  • Gießen: regelmäßig; Staunässe vermeiden
  • Düngen: Frühjahr mit Kompost; im Kübelhaltung MärzAugust alle 2-3 Wochen mit Flüssigdünger
  • Schneiden: Ausschneiden; Pflegeschnitt; Remontierschnitt
  • Überwintern: winterhart; Kübelpflanzen ins Winterquartier bringen oder mit Frostschutz versehen
  • Krankheiten: keine bekannt
  • Schädlinge: gelegentlich Wühlmäuse
  • Giftig: nein
Jakobsleiter, Polemonium Blüte

Jakobsleiter, Polemonium Blüte

Wissenswertes über die Jakobsleiter

Die Jakobsleiter, Himmelsleiter, Polemonium gehört zur Familie der Sperrkrautgewächse (Polemoniaceae), der weltweit etwa 30 Arten angehören. In Deutschland kommt nur eine einzige davon vor: Polemonium caeruleum. Da sie nur noch sehr selten vorkommt, wird sie als stark gefährdet eingestuft.

Ursprünglich stammt die mehrjährige Zierpflanze aus den USA, Asien sowie Nordeuropa. Dort wächst sie überwiegend an Bachläufen, Auen, feuchten Wiesen sowie in den Bergen.

Die bis zu 80 cm hohe Pflanze bildet filigrane Blätter, die leiterartig an den grünen Stängeln sitzen. Von Mai bis in den Juli hinein bildet sie zarte, duftende Blüten, die blau, violett oder weiß sein können. Diese sind sehr zahlreich vertreten, und das aus gutem Grund: sie dienen der Samenbildung und somit dem Fortbestand des Polemoniums. Insbesondre in freier Natur ist dies immens wichtig, denn es ist zwar mehrjährig, aber kurzlebig.

Doch nicht nur Menschen erfreuen sich an der dekorativen Wildstaude, sondern auch Insekten wie Bienen, Schmetterlinge und Hummeln, für die der Nektar eine sehr begehrte Nahrungsquelle darstellt.

Übrigens: Die Jakobsleitern sind sehr gut als Schnittblumen für die Vase geeignet!

Jakobsleiter Standort: sonnig bis habschattig

Da es sich bei der Wildstaude um ein sehr natürlich aussehendes, robustes Gewächs handelt, wirkt es besonders gut in Gärten, die naturbelassen sind:

  • Bauerngärten
  • Staudengärten
  • Feuchtwiesen

Auch als Randbepflanzung von Gartenteichen sind Jakobsleitern sehr gut geeignet.

Darüber hinaus sollte der Standort sonnig bis halbschattig sein. An zu sonnenarmen Plätzen wird es dem Polemonium nicht gelingen, seine wunderschönen, prachtvollen Blüten zu bilden.

Jakobsleiter braucht feuchten Boden

Bezüglich der Bodenverhältnisse ist die Wildstaude etwas anspruchsvoller. Sie benötigt ein Substrat, welches

  • durchlässig,
  • feucht und
  • nährstoffreich

ist. Keinesfalls darf der Boden zu trocken sein, da dort keine Entwicklung möglich ist. Auch Staunässe ist nicht erwünscht.

Um die optimalen Bodenverhältnisse zu schaffen, können folgende Aufwertungen durchgeführt werden:

  • Lehm bei zu sandigen Böden
  • Kies als Drainage bei Gefahr von Staunässe
  • Sand bei zu verdichteten Böden
Jakobsleiter, Himmelsleiter

Jakobsleiter, Himmelsleiter

Jakobsleiter richtig pflanzen

Die beste Pflanzzeit für das Jakobskraut ist der Herbst; alternativ kann es jedoch auch im Frühling gepflanzt werden:

  • Wurzelballen des Polemoniums in einen Wassereimer stellen
  • Erde am gewählten Standort auflockern
  • Unkraut, Steine und Wurzeln entfernen
  • Pflanzloch ausheben, welches 1,5-mal so groß wie der Wurzelballen ist
  • Aushub mit Kompost vermischen
  • Jakobsleiter ins Pflanzloch setzen
  • Loch mit Aushub auffüllen
  • Erde festtreten
  • Gründlich wässern

Werden mehrere Jakobsleitern gepflanzt, so sollte ein Abstand von mindestens 40 cm zwischen den einzelnen Pflanzen gelassen werden.

Gartenbista-Tipp: Einige Hornspäne in das Pflanzloch geben!

Jakobsleiter in Kübelhaltung

Sehr gut kann das Polemonium auch in Kübelhaltung kultiviert werden. Dabei ist folgendes zu beachten:

  • Pflanzgefäß muss unten Löcher haben
  • Zur Vermeidung von Staunässe unten eine Drainage aus Kies oder Blähton legen
  • Handelsübliche Blumenerde mit Humus und etwas Sand verwenden
  • Regelmäßig gießen
  • Vor Frosteinbruch in ein Winterquartier bringen; alternativ Winterschutz anlegen

Jakobsleiter Vermehrung durch Aussaat

Die Vermehrung durch Aussaat wird durch die Jakobsleiterpflanze weitestgehend selbst übernommen: aus ihren zahlreichen Blüten entstehen ebenso zahlreiche Samen, die bei Erreichen der Reife zu Boden fallen und dort zu keimen beginnen. So kann es durchaus passieren, dass eine einmal gepflanzte Jakobsleiter innerhalb kürzester Zeit eine wahre Dynastie hervorbringt. Häufig wird das Saatgut jedoch auf Opfer von hungrigen Vögeln oder Schnecken.

Wer das Glück hat, selbstausgesäte Polemoniums in seinem Garten vorzufinden, kann diese ausgraben und am gewünschten Standort wieder einpflanzen. Alternativ kann er eine kontrollierte Aussaat vornehmen:

  • Anzuchtschalen mit einem Torf-Sand-Gemisch füllen
  • Samen auf dem Substrat verteilen, leicht mit Erde bedecken
  • Anfeuchten
  • Gefäß mit Folie abdecken (Täglich lüften!)
  • Substrat gleichmäßig feucht halten

An einem hellen, warmen Ort dauert es etwa zwei Wochen, bis die Samen zu keimen beginnen. Zeigen sich zusätzlich zu dem Keimblättern Laubblätter, müssen die jungen Jakobsleitern vereinzelt werden. In Einzeltöpfen bleiben sie bis zum Herbst; dann werden sie im Freiland ausgepflanzt.

Jakobsleiter mit weißer Blüte

Jakobsleiter mit weißer Blüte

Jakobsleiter Vermehrung durch Teilung

Bestehende Polemonium-Stauden können auch sehr gut durch Teilung vermehrt werden; dies geschieht im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb:

  • Mutterpflanze ausgraben
  • Wurzelballen mit einem scharfen Messer oder Spaten in Stücke teilen, von denen jedes mindestens zwei Triebknospen besitzt
  • Wurzeln auf Beschädigungen und Krankheiten kontrollieren
  • Kranke und beschädigte Wurzelteile entfernen
  • Teilstücke an neuen Standorten auspflanzen
  • Gut angießen

Die jungen Jakobsleitern werden gleich so kultiviert wie ausgewachsene, ältere Exemplare.

Gartenbista-Tipp: Zur Verjüngung der Jakobsleitern alle zwei bis drei Jahre eine Teilung vornehmen!

Jakobsleiter Pflege Tipps

  • Gießen: Aufgrund ihres hohen Wasserbedarfs muss das Jakobskraut regelmäßig gegossen werden; an heißen Tagen kann dies morgens und abends notwendig sein. In Kübelhaltung ist der Wasserbedarf sogar noch höher; Staunässe ist jedoch unbedingt zu vermeiden. Beim Gießen ist zudem darauf zu achten, dass kein Wasser aus Blüten und Blätter gerät, sondern ausschließlich auf die Wurzeln.
  • Düngen: Im zeitigen Frühjahr eine Gabe Kompost unter die Erde mischen. Mehr ist nicht notwendig, jedoch kann eine weitere Kompostgabe im Laufe des Jahres erfolgen. In Kübelhaltung bekommen die Polemoniums von März bis August alle 2-3 Wochen Flüssigdünger zusammen mit dem Gießwasser verabreicht.

Jakobsleiter schneiden?

Bei Polemonium wird zwischen drei verschiedenen Schnittmaßnahmen unterschieden:

  • Ausschneiden
  • Pflegeschnitt
  • Remontierschnitt

Das Ausschneiden erfolgt ganzjährig während der Vegetationszeit. Es dient dazu, verwelkte Pflanzenteile zu entfernen. Wird dies regelmäßig praktiziert, so werden dadurch die Blühfreudigkeit sowie die Vitalität der Pflanze gefördert. Wichtig dabei ist, auch verblühte Blüten umgehend zu entfernen, da dies nicht nur eine Selbstaussaat verhindert, sondern auch die Blütezeit auf lange Sicht verlängert.

Der Pflegeschnitt – auch als „Nachblütenschnitt“ bezeichnet – wird kurz vor der Winterruhe durchgeführt und ist eigentlich ein Rückschnitt: die Jakobsleiter wird kurz über der Erde radikal zurückgeschnitten, wodurch die Lebensdauer verlängert wird. Auch Krankheiten werden vermieden. Sollte jedoch eine Selbstaussaat erwünscht sein, so wird dieser Schnitt erst im späten Winter durchgeführt.

Der Remontierschnitt dient dazu, eine zweite Blüte im Herbst hervorzubringen. Hierbei wird direkt nach der Blüte die Pflanze auf etwa 10 cm zurückgeschnitten. Danach wird eine weitere Gabe Kompost verabreicht.

Gartenbista-Tipp: Neben den oben erwähnten Schnittmaßnahmen ist auch ein sogenannter Ernteschnitt möglich. Dieser dient der Gewinnung von Schnittblumen für die Blumenvase.

Jakobsleiter im Frühjahr

Jakobsleiter im Frühjahr

Jakobsleiter überwintern

Im Freien ausgepflanzte Jakobsleitern sind winterhart und benötigen keinen speziellen Schutz in der kalten Jahreszeit. Anders hingegen ist die Situation bei Jakobsleitern in Kübelhaltung: bei ihnen besteht die Gefahr, dass ihr Wurzelballen durchfriert und somit die Pflanze eingeht. Um dies zu verhindern, stehen zwei verschiedene Optionen zur Verfügung:

  • Polemonium in ein Winterquartier bringen
  • Pflanzgefäß mit Frostschutz versehen

Der Umzug in ein frostfreies Quartier sollte bereits vor Frosteintritt geschehen. Ende April/Anfang Mai kann die dekorative Staude wieder ins Freie gebracht werden.

Sollen die Pflanzgefäße hingegen im Freien überwintern, müssen sie zwingend vor Frost geschützt werden:

  • Gefäß auf einen Holz- oder Styropurblock stellen
  • Wintervlies, Jute oder Luftpolsterfolie um die Triebe wickeln
  • Wurzelballen mit Laub oder Stroh bedecken

Achtung: Sobald die Temperaturen im Folgejahr um den Gefrierpunkt liegen, muss der Winterschutz komplett entfernt werden, da die Jakobsleiter ansonsten faulen kann!

Jakobsleiter Krankheiten und Schädlinge

Gegenüber Krankheiten und Schädlingen ist die Jakobsleiter ausgesprochen resistent. Lediglich Wühlmäuse nagen gelegentlich an den Wurzeln, jedoch können diese Nager effektiv bekämpft werden. Wie dies möglich ist, erfahren Sie hier.

Ist die Jakobsleiter giftig?

Entgegen der Annahme mancher Gartenbesitzer ist das Polemonium nicht giftig. Im Gegenteil: in früheren Zeiten wurde die Wildstaude unterstützend in der Homöopathie eingesetzt.

 

 

Graphiken: © carmenrieb – Fotolia.com (2); Eileen Kumpf – Fotolia.com; Jutta Adam – Fotolia.com; Elena Blokhina – Fotolia.com

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