Essigbaum, Rhus typhina pflanzen, pflegen und vernichten



EssigbaumDer Essigbaum, Rhus typhina, zählt zu den dekorativsten Ziergehölzen in heimischen Gärten: sein dichtes, gefiedertes Laub verfärbt sich im Herbst in die schönsten Gelb- und Rottöne, und sticht so in beeindruckender Art und Weise aus der Masse der sich verabschiedenden Pflanzen hervor. Dem Gartenbesitzer macht er kaum Arbeit, denn er ist robust und pflegeleicht. Kein Wunder also, dass der Essigbaum in vielen heimischen Gärten anzutreffen ist. Doch Vorsicht: der Rhus typhina vermehrt sich rasend schnell, so dass sich aus einem einzelnen, liebevoll gepflanzten Bäumchen innerhalb weniger Jahre eine ganze Kolonie bilden kann. Dies wiederum ist in den meisten Fällen nicht im Sinne des Hobbygärtners, und so muss sich manch einer eher Gedanken darüber machen, wie er seinen Essigbaum wieder loswerden kann, als über dessen Pflege…

Essigbaum, Rhus typhina – Steckbrief von Gartenbista

Essigbaum Pflege-Tipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig oder halbschattig; nicht in der Nähe von sensiblen Pflanzen, Gartenteichen und Wegen
  • Boden: durchlässig, kalkfrei; ansonsten keine Ansprüche an das Substrat
  • Pflanzen: ganzjährig, wenn frostfrei; Wurzelsperre errichten
  • Kübelhaltung: möglich, jedoch nur in den ersten Lebensjahren eines Essigbaums ratsam
  • Vermehrung: Stecklinge, Wurzelstecklinge, Samen
  • Gießen: nur in längeren Trockenperioden
  • Düngen: April bis August gelegentliche Kompostgaben
  • Überwinterung: Winterschutz nur bei Kübelpflanzen erforderlich
  • Schneiden: kein Formschnitt; Erhaltungsschnitt im Herbst oder Frühjahr
  • Schädlinge: keine bekannt
  • Krankheiten: keine bekannt, lediglich empfindlich gegenüber Kalk
  • Entfernen: junge Pflanzen abmähen oder abstechen; ältere mit der kompletten Wurzel weiträumig entfernen
  • Giftwirkung: leicht giftig in allen Pflanzenteilen für Menschen und Haustiere; Magen-Darm-Beschwerden, Hautreizungen, Schwindel

Wissenswertes über den Essigbaum

  • Der Essigbaum zählt zur Familie der Sumachgewächse. Er kann sowohl als mehrstämmiger Baum als auch als Strauch kultiviert werden und erreicht eine Höhe zwischen 3 m und 5 m.
  • Rhus typhina wird im Volksmund gerne als „Hirschkolbensumach“ bezeichnet. Dieser Name rührt von der Tatsache her, dass Triebe junger Essigbäume mit einem braunen, filzartigen Bewuchs überzogen sind. aus der Ferne betrachtet wirkt dieser wie ein Hirschgeweih.
  • Essigbäume stammen ursprünglich aus den USA und sind heutzutage hierzulande vielerorts anzutreffen, was vor allem an ihrer schnellen Vermehrung liegt. Diese erfolgt zweigleisig: zum einen über Samen, zum anderen aus Trieben, welche aus seinem breitgefächerten Wurzelwerk emporwachsen.
  • Im Frühjahr, noch vor dem Blattaustrieb, bilden weibliche Essigbäume rote Kolbenblüten. Aus diesen entstehen zum Herbst hin kleine Steinfrüchte, die von langen, roten Haaren umhüllt sind. Diese Früchte wurden von den Indianern zur Herstellung von Limonade verwendet; von solche einem Procedere ist jedoch abzuraten, da sämtliche Pflanzenteile des Essigbaumes leicht giftig sind.

Essigbaum Sorten

Es gibt mehr als 150 Arten von Essigbäumen, wobei lediglich drei in heimischen Gärten vorkommen:rote Essigbaum Bltter im Herbst

  • Rhus typhina Dissecta, bilde bis zu 30 cm lange gefiederte Blätter und erreicht eine Wuchshöhe von 3-2,50 m
  • Rhus typhina Laciniata wird bis zu 5 m hoch und ist in der Regel als Baum erhältlich
  • Rhus Typhina Tiger Eyes ist besonders für die Kübelpflanzung geeignet, da er maximal 2,50 m hoch wird

Essigbaum Standort

Kaum ein Gehölz ist derart anspruchslos bezüglich seines Standorts wie der Essigbaum: obwohl er sonnige Plätze bevorzugt, gedeiht er an einem halbschattigen Standort genauso gut. Demzufolge muss sich der Gartenbesitzer keine Gedanken darüber machen, ob seine Neuanschaffung denn auch optimale Bedingungen zum gedeihen vorfindet. Dennoch sollten bei der Standortwahl einige Kriterien berücksichtigt werden:

  • Essigbäume bilden Tellerwurzeln, die kräftig sind und sich weit ausbreiten. Dies führt dazu, dass sie andere Pflanzen verdrängen beziehungsweise ihnen Nährstoffe und Wasser wegnehmen. Besonders zarte Zierpflanzen sollten also vorsorglich besser nicht in der Nähe sein, wenn ein Essigbaum gepflanzt werden soll.
  • Auch sollte der Rhus typhina nicht in die Nähe eines Gartenteichs gepflanzt werden: die Wurzeln können leicht die Teichfolie durchbohren.
  • Ein Essigbaum sollte ebenfalls weit weg von gepflasterten Wegen stehen, da die kräftigen Wurzeln die Platten und Pflastersteine anheben können.

Essigbaum braucht durchlässigen Boden

Genauso bescheiden wie bei den Ansprüchen bezüglich seines Standorts ist der Essigbaum bezüglich des Bodens, in dem er wachsen soll. Gewöhnliche Gartenerde ist ihm ebenso genehm wie nährstoffarmer, lehmiger oder sandiger Boden. Lediglich zwei Kriterien sind zu berücksichtigen:

  • Boden muss durchlässig sein, damit sich keine Staunässe bildet
  • Boden darf nicht zu viel Kalk enthalten, da ansonsten der Rhus typhina verkümmert und im schlimmsten Fall sogar eingeht

Essigbaum pflanzen

Essigbäume sind im Fachhandel als Containerware erhältlich und können ganzjährig gepflanzt werden, solange es frostfrei ist. Optimal ist jedoch eine Pflanzung im Frühjahr oder Herbst:

  • Wurzelballen des Essigbaums in einen Eimer Wasser stellen
  • Das Pflanzloch sollte doppelt so groß sein wie der Wurzelballen
  • Die Erde in dem Loch gut auflockern, den Aushub mit Kompost oder Hornspänen mischen
  • Gegebenenfalls eine Wurzelsperre in einem Umkreis von 2 m errichten
  • Nach dem Einsetzen des Baums das Pflanzloch mit Erde füllen; diese festtreten und gut wässern

Gartenbista-Tipp: Anstelle einer herkömmlichen Wurzelsperre eine große Regentonne, deren Boden entfernt worden ist, am gewünschten Standort in den Boden vergraben. In diese Tonne dann den Essigbaum pflanzen.

Essigbaum - Rhus hirtaWurzelsperre für Essigbäume

Bei Gewächsen, die derart viele Wurzelausläufer bilden und sich durch diese vermehren, ist die Verwendung einer Wurzelsperre (Rhizomsperre) ratsam. Bei dieser handelt es sich um eine stabile Kunststofffolie, die so tief wie möglich senkrecht in die Erde eingebuddelt werden muss. Optimal ist eine Tiefe zwischen 40 und 60 cm. Die Enden der Folie sollten sich um mindestens 10 cm überlappen; geschlossen wird die Wurzelsperre mit einer Aluminium-Schiene.

Wichtig ist, dass diese Sperre in einem Umkreis von circa 2 m um das Pflanzloch erreichtet wird. Steht sie zu eng, verkümmert der Essigbaum und geht ein.

Essigbaum im Kübel pflanzen?

Aufgrund der Tatsache, dass die vielen Wurzeln mit ihren Ausläufern im Garten Probleme bereiten können, kommt manch Hobbygärtner auf die Idee, seinen Essigbaum in einen Kübel zu pflanzen. Doch ist dies wirklich eine gute Idee?

Junge Essigbäume können durchaus ihre ersten Lebensjahre in einem Kübel verbringen, vorausgesetzt, es werden einige Kriterien beachtet:

  • Pflanzgefäß zunächst in Form eines10-Liter-Kübels auswählen; alle zwei Jahre in einen größeren Kübel umpflanzen
  • Substrat muss hochwertig sein: durchlässig und nährstoffreich
  • Wasserablauf muss gewährleistet sein
  • Regelmäßig gießen

Auch, wenn eine Kübelhaltung möglich ist, so wird dies auf Dauer den Ansprüchen des Essigbaums nicht gerecht: da er daran gehindert wird, stark zu wuchern, wird er vorzeitig vergreisen, so dass er keinen schönen Anblick mehr bietet.

Essigbaum Vermehrung durch Stecklinge, Wurzelstecklinge, Samen

Der Essigbaum nimmt seine Vermehrung selbst in die Hand, und zwar in einem Ausmaß, dass er schnell zur Plage werden kann. Er treibt überall aus seinen Wurzeln neu aus und verteilt zudem noch großzügig seine Samen. Als ob dies nicht schon ausreichend wäre, werden diese Samen von Vögeln gegessen und ausgeschieden, so dass an den unmöglichsten Stellen neue Essigbäume entstehen. Diese können einfach ausgegraben und an den gewünschten Standort verpflanzt werden.

Wer jedoch die Essigbaum Vermehrung selbst in die Hand nehmen möchte, sollte dies mithilfe von Stecklingen oder Wurzelstecklingen tun. Die Vermehrung durch Samen ist zwar ebenfalls möglich, jedoch ist diese Methode ausgesprochen umständlich und nicht unbedingt von Erfolg gekrönt.

Vermehrung durch Stecklinge

  • Im Winter zweijährige Triebe abschneiden, die circa 15 cm lang sind
  • Unteren Teil schräg anschneiden und bis zur Hälfte in ein Pflanzgefäß mit einem Torf-Sand-Gemisch stecken
  • Gefäße an einem hellen Standort bei Temperaturen zwischen 6°C und 12°C aufstellen
  • Mäßig gießen

Wenn die Stecklinge gewurzelt haben, werden sie an dem gewünschten Standort im Garten ausgepflanzt; besondere Aufmerksamkeit bezüglich der Witterung bedarf es nicht, da der Essigbaum winterhart ist und demzufolge Frost verträgt.

Vermehrung durch Wurzelstecklinge

Die Essigbaum Vermehrung durch Wurzelstecklinge erfolgt ebenfalls im Winter:

  • Im späten Winter mehrere Wurzeln freilegen
  • 1 – 2 cm dicke Wurzelstücke mit einem Spaten abstechen
  • Die Wurzelstücke in jeweils 10 cm lange Stücke schneiden
  • Unteren Teil schräg anschneiden und in ein Pflanzgefäß mit nährstoffarmer Erde stecken
  • Der obere Teil des Wurzelstücks muss mit der Oberfläche des Pflanzsubstrats abschließen
  • Dünne Schicht Sand auf die Erde geben
  • Pflanzgefäße an einen Ort stellen, an dem maximal 12°C herrschen
  • Erst gießen, wenn sich erste Triebe zeigen

Achtung: Höchstens ein Drittel der Wurzeln der Mutterpflanze abschneiden, da sie ansonsten eingehen könnte!

Essigbaum Pflege Tipps

Kaum ein anderes Ziergehölz ist derart anspruchslos, was seine Pflege angeht, wie der Rhus typhina. Einmal gepflanzt, bedarf es kaum irgendwelcher Unterstützung seitens des Gartenbesitzers.

  • Gießen: Nur in längeren Trockenperioden sollte der Thus typhina gegossen werden; ansonsten sorgt sein weit verzweigtes Wurzelsystem dafür, dass sämtliche Pflanzenteile mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt werden.
  • Düngen: In der Zeit von April bis August kann gelegentlich etwas Kompost in die Erde rund um den Essigbaum eingearbeitet werden.
  • Überwinterung: Ein spezieller Winterschutz ist nicht notwendig, da Essigbäume bis -30°C winterhart sind. Ausnahmen bestehen bei jenen Pflanzen, die im Kübel gehalten werden: deren Wurzeln sind kälteempfindlicher, deswegen sollte das Pflanzgefäß in Folie oder Jute gehüllt und auf einen Holz- oder Styropurblock an einem geschützten Ort gestellt werden. Optimalerweise wird der komplette Kübel ins Haus gebracht, wo er an einem kühlen, aber frostfreien Ort überwintern kann.

Gartenbista-Tipp: Zum Gießen des Essigbaumes kalkarmes Wasser verwenden!

Essigbaum richtig schneidenBaum verschneiden 07

Der Rhus typhina besitzt von Natur aus eine sehr ansprechende Wuchsform, so dass der Gartenbesitzer keinen Formschnitt machen muss. Es ist lediglich sinnvoll, ab und zu einen Erhaltungsschnitt durchzuführen, der verhindern soll, dass der Essigbaum von innen her verkahlt. Geschnitten wird im Frühjahr oder Herbst:

  • Vertrocknete Äste entfernen
  • Äste, die sich kreuzen, entfernen
  • Schnitt grundsätzlich schräg über einem Auge ansetzen

Gartenbista-Tipp: Die Äste so entfernen, dass zwischen den verbliebenen ein Abstand von mindestens 20 cm vorhanden ist!

Essigbaum Schädlinge und Krankheiten

Weder Schädlinge noch Krankheiten sind bei Essigbäumen bekannt. Das einzige Problem, was dieses Ziergewächs hat, ist Kalk: ist sein Pflanzsubstrat zu kalkhaltig, zeigt er seinen Unmut darüber durch eine Braunfärbung seiner Blätter, die zudem noch frühzeitig abfallen.

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So dekorativ Essigbäume auch sind – irgendwann werden sie aufgrund ihrer maßlosen Vermehrung zur Plage. Da hilft nur eines: Vernichten! Doch wie kann man einen unerwünschten Essigbaum wieder loswerden?

  • Abmähen: Die einfachste Methode zur Essigbaum Bekämpfung ist das Abmähen junger Bäumchen, die sich überall auf dem Grundstück zeigen werden. Dabei gilt: je jünger eine Pflanze ist, desto einfacher ist dies Procedere. Dabei ist jedoch zu beachten, dass dieser Vorgang regelmäßig wiederholt werden muss.
  • Abstechen: Essigbäume, die bereits etwas größer geworden sind, können abgestochen werden. Hierbei sollte großzügig um die Pflanze herum gestochen werden, um so viele Wurzeln wie möglich entfernen zu können.
  • Essigbaum roden: Sollen nicht nur junge Essigbäume, sondern bereits bestehende entfernt werden, so kann dies nur in Form einer kompletten Entfernung der kompletten Wurzel geschehen. Da diese nach Möglichkeit in einem Umkreis von 5 m um den Stamm herum geschehen sollte, ist es ratsam, hierfür einen Fachmann zur Hilfe zu holen, der das nötige Werkzeug besitzt.

Gartenbista-Tipp: Vorbeugen ist besser als vernichten! Bereits beim Essigbaum Pflanzen sollte eine Wurzelsperre eingebaut werden, die die Vermehrung weitestgehend eindämmt!

Essigbaum Giftwirkung

Der Pflanzensaft des Rhus typhina ist leicht giftig. Sowohl bloßer Kontakt als auch Verzehr der Pflanzenteile kann zu Vergiftungserscheinungen führen:

  • Bindehautentzündungen
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Hautreizungen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit

Diese toxische Gefahr besteht nicht nur für Menschen, sondern auch für Haustiere.

Gartenbista-Tipp: Beim Schneiden oder Entfernen eines Essigbaums sollten grundsätzlich Handschuhe getragen werden!

 

 

Graphiken: © M. Schuppich – Fotolia.com (2); dietwalther – Fotolia.com; LianaM – Fotolia.com; emer – Fotolia.com

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