Kirschbaum pflanzen, Kirschbaum schneiden und andere wichtige Tipps für den Umgang mit Kirschbäumen

Kirschen gehören zu den beliebtesten Früchten hierzulande; fast in jedem heimischen Garten steht mindestens ein Kirschbaum.

Doch Kirschbaum ist nicht gleich Kirschbaum: bevor der Hobbygärtner sich entschließt, einen solch zu pflanzen, muss er sich erst einmal mit grundlegenden Fragen beschäftigen:

  • Süßkirsche oder Sauerkirsche?
  • Kleinwüchsig oder groß?
  • Selbstbefruchter (notwendig, falls kein zweiter Kirschbaum in einem Umkreis von 150 m2 vorhanden ist)

Sind diese Fragen geklärt, steht der Pflanzung eines Bäumchens nichts mehr im Weg.

Kirschbaum pflanzen: so geht´s!

Kirschbäume lieben einen sehr sonnigen Standort. Ist dieser gefunden, muss das Pflanzloch so tief und so breit ausgehoben werden, dass der Wurzelballen beim kirschbaum pflanzen darin bequem Platz findet. Dann die Erde gut festtreten und in einem Abstand von 15-20 cm einen Stab neben das Bäumchen in den Boden rammen, um es daran zu befestigen. Junge Kirschbäume sind sehr zart und müssen durch das Anbinden vor bösen Windböen geschützt werden. Danach den Baum gut wässern und in den ersten beiden Jahren keinesfalls düngen. Generell sollten Obstbäume nur alle 5 Jahre ein wenig Naturdünger bekommen, da die Früchte ansonsten einen wässrigen Geschmack bekommen. Was Kirschbäume aber unbedingt benötigen, ist nach dem Kirschbaum pflanzen regelmäßiges Gießen!

Kirschbaum schneiden: was ist zu beachten?

Der Baumschnitt von Kirschbäumen ist extrem wichtig, denn sie neigen dazu, sehr zu wuchern und scheinbar  ins Unendliche zu wachsen. Insbesondere Süßkirschen können 25 oder 30 m hoch werden. Doch dies sieht  nicht nur gewöhnungsbedürftig aus, sondern die Triebe nehmen den Früchten auch das Sonnenlicht weg. Von daher sollten die Kirschbäume unbedingt geschnitten werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist der Sommer, gleich nach der Ernte, denn dies erhöht die Fruchtbarkeit im Folgejahr. Nach Möglichkeit einen trockenen Tag wählen, um die Schnittstellen vor dem Eintritt von Bakterien und Pilzen zu schützen; zusätzlich sollte auf Schnittstellen mit einem Durchmesser von mehr als 2 cm ein Wundverschlussmittel aufgetragen werden.

Die Seitentriebe des Kirschbaums werden komplett abgeschnitten, ebenso die, die in die Krone wachsen. Stark verzweigte Äste, an denen weitere Seitentriebe hängen, sollten ebenfalls zurückgeschnitten werden. Generell wird immer über einem jungen Trieb geschnitten. Bukett-Triebe, die aussehen wie ein Quirl, sollten hingegen nach Möglichkeit stehengelassen werden, da sie besonders blütenreich sind und somit viele Früchte tragen.

Die Baumkrone sollte immer sehr ausgelichtet werden, um nach Regenfällen eine schnelle Trocknung des Blätter und Früchte zu gewährleisten.

Kirschbaum: welche Schädlinge stellen eine Gefahr dar?

Die Schwarze Kirschenlaus sitzt dicht an dicht auf den Blättern des Kirschbaumes, die sich dadurch einrollen und durch die honigartigen Ausscheidungen verkleben. Im März/April schlüpfen die jungen Blattläuse und beginnen sofort zu saugen. Dies stellt für größere Bäume kein Problem dar; kleinere müssen hingegen mit einem geeigneten Pflanzenschutzmittel behandelt werden.

Gegen die Kirschfruchtfliege hingegen gibt es momentan kein zugelassenes Pflanzenschutzmittel. Sie legt circa 200 Eier unter die Schale der Kirschen. Nach 5 – 14 Tagen schlüpfen die Larven und fressen das Fruchtfleisch, welches dadurch anfängt zu faulen. Wenn die Larven nach einem Monat ausgewachsen sind, verlassen sie die Früchte – doch diese sind nicht mehr essbar. Teilweise wird der Einsatz von Nematoden empfohlen, welche mit dem Gießwasser in die Erde eingebracht werden und die Schädlinge vernichten sollen.

Krankheiten am Kirschbaum

Bei der Blattbräune handelt es sich um eine Pilzerkrankung. Die Blätter des Kirschbaums zeigen im Frühsommer matte Fleckenbleiben, die im Juli/August gelb oder braun werden. Sie rollen sich vom Rand her ein und bleiben über den Herbst hinaus am Kirschbaum hängen. Der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels gegen diesen Pils ist nur im Erwerbsanbau gestattet; dem Hobbygärtner bleibt nichts anderes übrig, als die betroffenen Zweige abzuschneiden.

Die Monilia-Fruchtfäule ist ebenfalls ein Pilz. Die betroffenen Kirschen bilden einen ringförmigen Pilzfruchtkörper und sind mit einem Polsterschimmel überzogen. Besonders anfällig sind Früchte, die bereits eine kleine Verletzung besaßen. Der Pilz ist sehr resistent und breitet sich schnell weiter aus, deswegen ist eine rigorose Beschneidung des betroffenen Kirschbaums unerlässlich.

Die Monilia-Spitzendürre äußert sich in verwelkten Neutrieben während oder kurz nach der Blüte. Die Triebe werden dürr und mumifizieren schließlich, zudem zeigen sich flüssige Abstoßreaktionen des Baumes an Übergangsstellen von gesundem zu krankem Holz. Auch hierbei hilft nur ein rigoroser Schnitt, wobei mindestens 20 cm tief in das gesunde Holz hineingeschnitten werden sollte. Zusätzlich sollte ein Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Beim Bakterienbrand sehen Blüten und Blätter des Kirschbaumes aus wie verbrannt; die Kirschen weisen einige braune Stellen auf. Diese Krankheit kann während der gesamten Vegetationsperiode auftreten, und nur ein Rückschnitt der betroffenen Pflanzenteile kann eine extreme Verbreitung verhindern.

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