Birnbaum pflanzen: Standort, Schneiden & Krankheiten



Birnen, BirnenbaumDie Birne gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Kein Wunder also, dass ein Birnbaum fast schon ein Muss in vielen heimischen Gärten ist. Der Birnen Anbau an sich ist überhaupt nicht schwer – vor allem nicht, wenn einige grundlegende Tipps beachtet werden…

Birnbaum –  Steckbrief von Gartenbista:

Birnbaum Standort: Warm und sonnig

Birnen lieben die Wärme. Bei der Wahl des Standorts sollte zum einen Rücksicht darauf genommen werden, dass Birnbaum keine Staunässe schätzen. Der Boden muss deshalb unbedingt trockener Natur sein. Es bietet sich daher an, ihnen einen sonnigen Standort anzubieten. Optimal ist es, den Birnenbaum in südlicher Ausrichtung zu pflanzen. Die Sonne dient jedoch nicht nur dazu, das Wohlfühlgefühl eines Birnenbaumes zu gewährleisten, sondern auch dem Schutz des Baumes: je mehr Sonne ein Birnenbaum tanken kann, umso größer werden seine Früchte, und umso resistenter ist er gegenüber Krankheiten.

Auch sollte beim Birnbaum Pflanzen bedacht werden, dass sich Birnbäume nicht selbständig befruchten können. Ein weiterer Birnbaum sollte also unbedingt in der Nähe sein.

360°-Video von dem Birnenbaum (Pyrus)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie der Birnenbaum (Pyrus) aussieht.

360°-Video von dem Birnenbaum (Pyrus)- Gartenbista-Videostudio, gedreht im April

Birnenbaum pflanzen im Frühjahr oder Herbst

Birnenbäume sollten entweder im Frühjahr oder im Herbst gepflanzt werden. Sollten mehrere Bäume in den Garten kommen, so muss zwischen ihnen ein Abstand von mindestens drei Metern eingehalten werden. generell ist es sinnvoll, sich beim Kauf des Birnenbaumes darüber zu informieren, ob es sich bei diesem um einen Selbstbefruchter handelt. Ist dies nämlich nicht der fall, muss zwingend ein zweiter Birnenbaum gepflanzt werden – ansonsten sieht es sehr, sehr schlecht aus mit einer Birnenernte…

Zum Pflanzen eines Birnbaumes wird zunächst ein Pflanzloch ausgehoben, welches gewässert werden muss. In dieses kommt dann der Birnenbaum hinein. Mit Erde wird nun das Loch aufgefüllt, diese wird dann festgetreten. Es empfiehlt sich, zunächst dem Birnenbaum einen Pfahl zur Verfügung zu stellen, an dem er festgebunden wird und er ihn stützen soll.

Anleitung:

  • Zunächst muss ein Pflanzloch gegraben werden, welches größer als der Topf- beziehungsweise Wurzelballen ist.
  • Danach sollten die Wurzeln des Birnbaums auf etwaige Beschädigungen hin kontrolliert werden. Sind solche vorhanden, sollten die betroffenen Wurzeln abgeschnitten werden.
  • Generell ist es sinnvoll, die Wurzelenden ein wenig zu kappen, da dies das Wachstum neuer Wurzeln fördert.
  • Bevor der Birnbaum gepflanzt wird, sollte zunächst ein Stützpfahl in das Pflanzloch gesetzt werden.
  • Der Birnbaum wird nun vorsichtig in das Pflanzloch gesetzt, welches mit Erde zugeschüttet wird. Es ist empfehlenswert, dies vorher mit Kompost anzureichern.
  • Danach wird die Erde gut festgetreten und kräftig angegossen.
  • Zum Schluss wird der Birnbaum an dem Stützpfahl angebunden. Dabei ist zu beachten, dass natürliche Materialien wie Hanf als Befestigung verwendete werden sollten, und keinesfalls solche, die irgendwann in den Stamm einschneiden und den Birnbaum verletzen könnten.

Gärtner, GartenarbeitBirnenbaum Pflege Tipps

Nach dem Pflanzen haben Birnenbäume einen hohen Wasserbedarf – später dann nicht mehr. Dann werden sie nur noch bei starker Trockenheit gegossen. Birnenbäume sollten nicht übermäßig gedüngt werden. Eine einmalige Düngegabe pro Jahr ist vollkommen ausreihend.

Birnbaum schneiden

Das Schneiden eines Birnenbaums ist – im Gegensatz zum Schneiden vieler anderer Obstbäume – nicht gerade einfach. Hier erfahren Sie, wie es geht.

Wichtig ist, Wunden, welche beim Schneiden des Birnenbaums entstanden sind, sofort zu verschließen. Ab besten eignet sich hierfür ein handelsübliches Wundverschlussmittel.

Birnen: Krankheiten, Schädlinge

Birnenbäume sind leider etwas anfällig für Pilzkrankheiten, welche insbesondere bei feuchter Witterung auftreten:

Der Birnengitterrost zeigt sich an orange-roten Flecken an den Blättern, welche immer größer werden.

Beim Birnenschorf bilden sich auf den Blättern dunkle Flecken; zudem weisen die Birnen Risse in ihrer Schale auf.

Der Obstbaumkrebs tritt ebenfalls häufig an Birnenbäumen auf. Die Rinde der von diesem Pilz befallenen Bäume verfärbt sich orange oder braun und wird ganz trocken. Dazu bilden sich kugelige rote Sporenablagerungen, die – besonders bei jüngeren Bäumen – den gesamten Stamm befallen können.

Bei allen diesen Pilzerkrankungen ist es zwingend notwendig, die betroffenen Pflanzenteile tief in das gesunde Holz abzuschneiden und zudem ein spezielles Pflanzenschutzmittel einzusetzen.

Der Feuerbrand hingegen ist eine bakterielle Erkrankung, die als eine Art Seuche anzusehen ist. Für den Menschen ist der Feuerbrand ungefährlich – für Birnenbäume leider nicht. Die Blätter und Blüten welken und werden so schwarz oder braun, dass sie wie verbrannt aussehen. Tritt der Feuerbrand bei jungen Birnenbäumen auf, haben diese eine Lebenserwartung von circa drei Wochen; alte Birnenbäume leben noch mehrere Jahre. Tritt diese Erkrankung auf, müssen die befallenen Pflanzenteile bis tief in das gesunde Holz hinein abgeschnitten werden – so hat der Birnenbaum noch eine Chance.

Die Maden der Birnengallmücke leben in den Früchten, die dann entsorgt werden müssen.

Der Birnblattsauger legt seine Eier in den Triebspitzen der Birnen ab. Die Larven scheiden honigartigen Rußtau aus, welcher wiederum zu Pilzerkrankungen führen kann. Wird ein derartiger Befall festgestellt, müssen die betroffenen Triebspitzen abgeschnitten und umgehend entsorgt werden.

Birnen Ernte, Birnen lagern

In der Zeit von August bis Oktober – je nach Sorte – sind die Birnen erntereif. Wann es individuell so weit ist, erkennt man daran, dass sich reife Birnen leicht vom Baum lösen.

Birnen lassen sich sehr gut zu Kompott verarbeiten. Doch das ist längst nicht alles: Tolle Rezepte für Birnen finden Sie hier.

Sollen die Birnen lieber roh verzehrt werden, können sie bei 8°C einige Wochen gelagert werden. Wichtig ist jedoch, dass nur heile Früchte zur Lagerung kommen. Auch sollten die Birnen regelmäßig auf Schadstellen kontrolliert werden; sobald sich solche zeigen, sollte die betreffende Birne verzehrt werden.

Übrigens: Birnen besitzen auch eine Heilwirkung: sie wirken entwässernd und verdauungsfördernd.

still life with fresh pearsBirnensorten für heimische Gärten

  • Abbé Fétel
  • Alexanderbirne
  • Boscs Flaschenbirne
  • Bürgermeisterbirne
  • Clapps Liebling
  • Conférence
  • Gellerts Butterbirne
  • Gute Luise
  • Petersbirne
  • Williams Christ

Abbé Fétel

Die Abbé Fetel – auch: Abate Fetel – ist eine lange und keulenförmige Birnensorte mit weißem Fruchtfleisch und einem süßen Geschmack. Ab September wird sie geerntet, wobei sie ihren vollen Geschmack erst nach einigen Wochen Lagerung erreicht.

Alexanderbirne

Die Alexanderbirne zählte zu den beliebtesten heimischen Birnensorten, nicht zuletzt aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit. Die sehr saftigen Früchte haben ein süßes Aroma und können von August bis September geerntet werden.

Boscs Flaschenbirne

Die Boscs Flaschenbirne erhielt ihren Namen aufgrund der Tatsache, dass sie flaschenförmig wächst. Sie schmeckt süßsauer und wird im September geerntet. Leider ist diese Birnensorte etwas anfällig für Pilzkrankheiten.

Bürgermeisterbirne

Die Bürgermeisterbirne schmeckt süßsauer und besitzt ein besonders feines, helles Fruchtfleisch. Sie wird erst spät im Jahr geerntet: von Mitte September bis weit in den Oktober hinein reifen die Birnen heran.

Clapps Liebling

Clapps Liebling – oder: Clapps Lieblingsbirne – ist eine süßsäuerliche Birnensorte, deren Fruchtfleisch etwas körnig ist. Die sehr robuste Birne eignet sich für jeden Standort und wird den ganzen August über geerntet.

Conférence

Bei der Conférance handelt es sich um eine kleine Birne, die etwas anfällig für Pilzerkrankungen ist. Unter ihrer rauen Schale verbirgt sich ein weißes Fruchtfleisch, welches süß und leicht würzig schmeckt. Die Erntezeit für diese Birnensorte ist der September.

Gellerts Butterbirne

Gellerts Butterbirne zählt zu den beliebtesten Tafelbirnen, die eine imposante Größe und ein Gewicht von bis zu 200 g erreichen kann. Die säuerliche Birne, die geschmacklich leicht an Wein erinnert, ist ausgesprochen saftig. Geerntet wird sie ab September.

Gute Luise

Die Gute Luise ist in nahezu jedem heimischen Garten zu finden, denn sie ist eine der beliebtesten Birnensorten. Seit Ewigkeiten erfreut sich die anspruchslose und bescheidene Birne großer Beliebtheit. Ab Mitte September können die süßsauren Birnen geerntet werden.

Petersbirne

Die Petersbirne ist eine besonders süß schmeckende Birne, die bereits seit mehreren Jahrhunderten in heimischen Gärten gezüchtet wird. Sie ist nicht nur eine der robustesten Birnensorten, sondern auch eine der frühesten: bereits ab Juni kann eine Birnenernte erfolgen.

Williams Christ

Die Williams Christ Birne besitzt ein besonders feines, weißes Fruchtfleisch, welches zudem ausgesprochen saftig ist. Vom Geschmack her ist diese Birne, die neben der Alexanderbirne und der Guten Luise zu den beliebtesten Birnensorten hierzulande zählt, süß.

Williams Christ Birnen werden von Mitte August bis in den September hinein geerntet. Leider ist diese beliebte Birnensorte etwas krankheitsanfällig, insbesondere für Pilzkrankheiten.

Graphik: © bofotolux – Fotolia.com; © Trueffelpix – Fotolia.com

Ein Kommentar zu “Birnbaum pflanzen: Standort, Schneiden & Krankheiten

  1. Welches Pflanzenschutzmittel sollte bei Birnengitterrost verwendet werden ?
    Besten Dank im Voraus.
    Mit freundlichen Grüssen
    Dieter Forchheim

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