Currykraut – Pflanzen, Pflege, Schneiden, Ernten & Trocknen



Currykraut, Helichrysum

Currykraut, Helichrysum

Currykraut gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Gewürzen weltweit. Manch eine Speise wäre nicht das, was sie ist, ohne Curry. Wenig bekannt ist jedoch die Tatsache, dass das Currykraut, Helichrysum, auch in heimischen Gärten kultiviert werden kann. Dort bietet es zunächst einen schönen Anblick. Später kann es geerntet und zur Verfeinerung von Speisen sowie zur homöopathischen Behandlung verwendet werden. Die Currykraut Pflege ist nicht besonders schwer; werden einige diesbezügliche Tipps beachtet, können auch Anfänger dieses interessante Gewächs problemlos im eigenen Garten anbauen.

Currykraut, Currystrauch, Helichrysum – Steckbrief von Gartenbista

Currykraut Pflegetipps für Schnellleser

  • Kaufen: Helichrysum italicum; keine nasse Erde; silbrige, aufrechte Blätter
  • Standort: sonnig; trocken
  • Boden: trocken; sandig
  • Pflanzen: nach den Eisheiligen ins Freiland; Kübelhaltung
  • Vermehrung: Aussaat im Januar; Stecklinge im Mai/Juni
  • Gießen: junge Pflanzen; in Kübelhaltung; in langen Trockenperioden
  • Düngen: nur ältere Pflanzen im Frühjahr
  • Schneiden: nach Bedarf
  • Ernten: für die Küche vorzugsweise vor der Blüte; als Tee mit oder ohne Blüten
  • Trocknen: gebündelt kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort
  • Verarbeiten: Tee; Öl
  • Überwintern: winterhart bis -10°C; Kübelpflanzen ins Winterquartier bringen
  • Krankheiten: Staunässe als Folge von Pflegefehlern
  • Schädlinge: keine bekannt
  • Heilwirkung: entzündungshemmend; schmerzstillend; pilztötend
Currykraut Blüte

Currykraut Blüte

Wissenswertes über das Currykraut

Currykraut, Helichrysum gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Die auch als „Currystrauch“ bekannte Pflanze erreicht Wuchshöhen bis einen Meter. Die hierzulande kultivierten Sorten können durchaus auch kleiner ausfallen: der Zwerg-Currystrauch beispielsweise wird gerade mal 50 cm hoch.

Die immergrüne Currypflanze besitzt silbrige, leicht klebrige Blätter und Triebe. Von Juni bis in den August hinein bildet sie gelbe Blüten, die einen sehr angenehmen, orientalischen Geruch verströmen. Dieser kommt besonders gut an leicht regnerischen Tagen zum Tragen. Aus diesen Blüten bilden sich Früchte mit Samen, die sehr gut zur Currypflanzen Vermehrung verwendet werden können. Auch werden sie als Gewürz sowie in der Homöopathie eingesetzt.

Entgegen landläufiger Meinung ist das Currykraut nicht mit dem Curry verwandt. Nichtsdestotrotz ist es geschmacklich mit diesem zu vergleichen, wobei noch eine Salbei-Note hinzukommt. Besonders gerne wird das Helichrysum zur Verfeinerung von

  • Hühnchen
  • Lammgerichten
  • Nudelgerichten
  • Paella
  • Reisgerichten
  • Suppen

verwendet. Entweder werden frische ganze Triebe mitgekocht und vor dem Verzehr wieder entfernt, oder aber das Kraut wird kleingehackt und unter die Speisen gemischt.

360°-Video von dem Currykraut (Helichrysum italicum)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie das Currykraut (Helichrysum italicum) aussieht.

360°-Video von dem Currykraut (Helichrysum italicum) – Gartenbista-Videostudio, gedreht im Oktober

Currykraut kaufen

Im Fachhandel ist das Helichrysum in kleinen Töpfen erhältlich. Leider sind die Pflanzen nicht immer von guter Qualität, so dass sie nach kurzer Zeit bereits eingehen. Um dies zu vermeiden, sollte beim Kaufen auf folgende Kriterien geachtet werden:

  • Ausschließlich Helichrysum italicum kaufen, keine anderen Arten
  • Substrat darf nicht zu nass sein
  • Blätter sollten silbrig sein und aufrecht stehen

 

Currykraut Standort: Warm und trocken

In Anlehnung an ihre mediterrane Heimat gedeihen Currysträucher an Standorten besonders gut, die

  • warm und
  • trocken

sind. Demzufolge sollte ein möglichst vollsonniges Plätzchen gefunden werden.

Bei der Wahl des Standorts ist zudem der ausufernde Wuchs der Pflanzen zu bedenken: das Currykraut kann durchaus einen Durchmesser von 100 cm und mehr erreichen. Aufgrund dessen sollte auf ausreichend Abstand zu bestehenden Pflanzen geachtet werden.

Currykraut braucht trockenen Boden

Auch bezüglich der Bodenbeschaffenheit ist das Currykraut sehr eigen: es benötigt einen trockenen, möglichst sandigen Boden, der zudem noch durchlässig sein sollte. Ist das Substrat zu feucht und/oder bildet sich gar Staunässe, wird das mediterrane Gewächs nicht nur nicht gedeihen, sondern im schlimmsten Fall sogar eingehen.

Helichrysum italicum

Helichrysum italicum

Currykraut richtig pflanzen

Currysträucher werden erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freiland ausgepflanzt, wenn keine Spätfröste mehr zu erwarten sind. Beim Pflanzen ist zu beachten, dass das Currykraut sehr ausladend wächst und demzufolge viel Platz braucht. Werden mehrere Currysträucher gesetzt, sollte ein Abstand von 50 – 60 cm zwischen den einzelnen Pflanzen gelassen werden.

Auch ist es möglich, die Currypflanze in einem Pflanzgefäß zu kultivieren:

  • Pflanzgefäß sollte ausreichend Platz für das Wurzelwerk bieten
  • Gefäß sollte unten Löcher haben
  • Drainage aus Kies legen, um Staunässe zu vermeiden
  • Gefäß mit Erde-Sand-Gemisch füllen
  • Pflanzgefäß an einen sonnigen Standort stellen
  • Regelmäßig gießen

Im Winter sollten Currypflanzen in Kübelhaltung in ein Winterquartier gebracht werden. Dieses sollte hell, jedoch nicht zu warm sein. Temperaturen bis zu 10°C sind vollkommen ausreichend zur Überwinterung.

Gartenbista-Tipp: Im Frühjahr nach der Pflanzung Kompost unter die Erde mischen.

Currykraut Vermehrung durch Aussaat

Helichrysum kann sehr gut durch Aussaat vermehrt werden. Hierfür wird im Herbst der Samen von bestehenden Pflanzen entnommen und an einem kühlen und trockenen Ort gelagert. Alternativ kann das Saatgut auch im Fachhandel erworben werden.

Die Currystrauch Aussaat erfolgt bereits Ende Januar:

  • Kleine Töpfe mit Anzuchterde füllen
  • Saatgut auf dem Substrat verteilen
  • Leicht mit Erde bedecken
  • Angießen
  • Bei Temperaturen um 20°C aufstellen
  • Substrat gleichmäßig feucht halten; Staunässe vermeiden

Es wird einige Wochen dauern, bis sich die ersten Keimlinge zeigen. Stehen sie zu dicht, sollten sie bei einer Größe von etwa 5 cm pikiert werden. Ins Freiland werden sie jedoch erst gepflanzt, wenn keine Spätfröste mehr zu erwarten sind.

Gartenbista-Tipp: Junge Currypflanzen nach dem Ausbringen ins Freiland regelmäßig gießen!

Currypflanze Vermehrung durch Stecklinge

Auch durch Stecklinge kann der Currystrauch vermehrt werden. Hierfür werden im Mai/Juni (vor der Blüte) holzige Triebe abgeschnitten und am gewünschten Standort in die Erde gesteckt. Zeigen sich neue Blätter und Triebe, so ist dies ein Indiz für eine erfolgreiche Bewurzelung.

Alternativ kann auch eine Bewurzelung im Wasserglas erfolgen.

Ausgewachsenes Currykraut

Ausgewachsenes Currykraut

Currykraut Pflege Tipps

Ist das Kraut einmal gepflanzt, so muss es kaum noch gepflegt werden.

  • Gießen: Nur sehr junge Pflanzen sowie jene in Kübelhaltung müssen regelmäßig gegossen werden; Staunässe ist dabei unbedingt zu vermeiden. Auch erfolgt eine Wassergabe erst, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist. Ältere Exemplare brauchen nicht zwingend zusätzliche Wassergaben, freuen sich aber in langen Trockenperioden, wenn sie gegossen werden. Auch dabei gilt: nicht zu viel!
  • Düngen: Es ist nicht notwendig, Currysträucher zu düngen. Ältere Pflanzen vertragen jedoch eine kleine Düngegabe im Frühjahr; empfehlenswert sind Kompost oder Hornspäne.

Currykraut schneiden

Ob und in welcher Form ein Currykraut einen Schnitt bekommen sollte, ist abhängig von seiner Verwendung:

  • Werden die Blüten und Stiele zur Verfeinerung von Speisen gebraucht, so können sie jederzeit abgeschnitten werden.
  • Werden die Blüten zur Herstellung eines Tees oder Öls benötigt, werden sie spätestens im August abgeschnitten, während das Kraut stehenbleibt.
  • Das Kraut kann (auch ohne Blüten) in Bodennähe abgeschnitten und getrocknet werden.

Wird jedoch das Currykraut ausschließlich zu dekorativen Zwecken kultiviert, können die Pflanzenteile entweder bis zum folgenden Frühjahr stehengelassen oder im Herbst 1/2 bis 1/3 abgeschnitten werden. Erstere Methode ist besonders für Pflanzen empfehlenswert, die im Freiland ausgepflanzt sind. Werden die Currysträucher in Pflanzgefäßen kultiviert und in ein Winterquartier im Haus gebracht, so können sie durchaus eingekürzt werden.

Gartenbista-Tipp: Ältere, verholzte Currysträucher vertragen auch einen Radikalschnitt, bei dem im Frühjahr tief in das alte Holz hineingeschnitten wird.

Currykraut ernten

Wann die Currystrauch Ernte erfolgen soll, ist abhängig davon, wofür die Pflanzenteile verwendet werden:

Soll das Helichrysum als Gewürzpflanze für die Küche verwendet werden, können jederzeit Triebe geerntet werden. Dabei ist zu beachten, dass das Currykraut am aromatischsten kurz vor der Blüte ist. Während sowie nach der Blüte sollten demzufolge mehr beziehungsweise längere Triebe verwendet werden, um dieselbe Intensität zu erzielen.

Wird das Currykraut zur Herstellung eines Tees benötigt, kann es sowohl mit als auch ohne Blüten geerntet werden. Besonders gut geeignet sind jedoch die Blütenköpfe. Experten im Bereich der Teeherstellung ernten deswegen im Sommer zunächst die Blüten und im Herbst dann die Stiele der Kräuter.

Currykraut trocknen

Egal, ob das Currykraut mit oder ohne Blüten geerntet wird: die abgeschnittenen Zweige werden gebündelt und kopfüber an einem luftigen und schattigen Platz getrocknet. Ist das Kraut trocken, kann es aufgebröselt in einer luftdichten Dose oder einem Tontopf aufbewahrt und bei Bedarf verwendet werden.

Getrocknetes Currykraut

Getrocknetes Currykraut

Currykraut verarbeiten

Das getrocknete Currykraut kann sehr gut zu Tee verarbeitet werden. Hierfür wird ein Esslöffel der Blüten oder Pflanzenteile mit 250 ml kochendem Wasser übergossen. Fünf Minuten ziehen lassen und danach abseihen.

Auch zu Öl (Immortellenöl) kann das Helichrysum sehr gut verarbeitet werden, allerdings lohnt sich dies Herstellung für gewöhnliche Hobbygärtner kaum: um ein einziges Gramm Öl zu erhalten, werden 2 kg Kraut benötigt. Zudem erfolgt die Herstellung durch Wasserdampfdestillation, was ein sehr umständliches Procedere ist – zumindest für Laien.

Currykraut überwintern

Das hierzulande angebaute Currykraut ist bis maximal -10°C winterhart. Ist es im Freiland ausgepflanzt, sollte es demzufolge vorsorglich einen Winterschutz aus Stroh oder Reisig bekommen. Dieser wird im folgenden zeitigen Frühjahr wieder entfernt, wenn keine derart kalten Temperaturen mehr zu erwarten sind.

In Kübelhaltung kultivierte Currysträucher hingegen sollten in ein Winterquartier gebracht werden. Dieses sollte möglichst hell und kühl sein; Temperaturen über 10°C sind nicht empfehlenswert. Während der Überwinterung muss das Helichrysum so viel gegossen werden, dass der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet. Sobald keine Spätfröste mehr zu erwarten sind, kann das Kraut wieder ins Freie gestellt werden.

Currykraut Krankheiten und Schädlinge

Gegenüber Krankheiten und Schädlingen ist das Helichrysum sehr resistent. Im Gegenteil: es wirkt sogar abschreckend auf manche Insekten, beispielsweise auf Motten. Ein kleines Bündel Currykraut im Schrank hat dieselbe Wirkung auf sie wie Lavendel.

Lediglich zu viel Wasser macht dem robusten Kraut zu schaffen: steht es zu nass, bildet sich Staunässe, welche wiederum zum Eingehen der kompletten Pflanze führen kann.

Currykraut Heilwirkung

Helichrysum wirkt

  • abschwellend
  • entzündungshemmend
  • hautberuhigend
  • insektenabwehrend
  • pilztötend
  • schmerzstillend

und wird deswegen gerne unterstützend bei

  • Ekzemen
  • Gelenkschmerzen
  • Hautjucken
  • Husten
  • Pilzen
  • Prellungen
  • Verstauchungen
  • Zerrungen

eingesetzt. In der Regel wird das Helichrysum als Tee angewandt, da die Herstellung von Öl mühsam ist. Gegen Prellungen sowie bei Hautproblemen ist es jedoch empfehlenswert, Öl zu verwenden.

Achtung: Nicht zu viel des Currykrauts verzehren! Übermäßiger Verzehr kann zu Magenschmerzen und anderen Magenproblemen führen!

Bitte beachten Sie, dass Gartenbista-Artikel nicht den fachlichen Rat eines Arztes, Heilpraktikers oder Physiotherapeuten ersetzen können. Außerdem übernehmen weder der Autor noch Gartenbista das Risiko für eine Eigenbehandlung aufgrund dieses Artikels.

 

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