Samen selbst ernten: So gewinnen Sie Saatgut von bestehenden Pflanzen



Saatgut selbst ernten

Saatgut selbst ernten

Als Gartenbesitzer möchte man in der Regel viele Zierpflanzen sowie Gemüsesorten selbst züchten, wofür das betreffende Saatgut erforderlich ist. Nun ist es ja einfach, in einen Fachhandel zu gehen und sich derartige Sämereien zu besogen. Viel schöner ist es jedoch, wenn man dieses Saatgut von bestehenden Pflanzen aus dem eigenen Garten gewinnt und somit für einen Fortbestand dieser sorgt. Was ist beim Samen selbst Ernten zu beachten?

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Samen selbst ernten und was dabei zu beachten ist.

Qualität der Pflanze zur Samengewinnung erkennen

Möchte man aus bestehenden Pflanzen Samen gewinnen, so sollten diese Pflanzen samenfest sein. Dies ist leider nicht einfach so zu erkennen, sondern es erfordert Kenntnisse über die betreffenden Pflanzen. Wurde eine Pflanze beispielsweise jahrelang immer wieder durch Samen vermehrt, so kann sie als samenfest bezeichnet werden.

Zu beachten ist zudem, dass F1-Hybride für eine weitere Zucht vollkommen ungeeignet sind. Bei gekauftem Saatgut muss angegeben werden, ob es sich um eine F1-Hybride handelt. Ist dies der Fall, sollte man als Gartenbesitzer auf ein Sammeln des Samens verzichten.

Grundsätzlich sollten nur Samen von gesunden und kräftigen Pflanzen (sowohl Zierpflanzen als auch Gemüse) eingesammelt werden, da sich diese optimal zur Aussaat und somit zum Vermehren eignen.

Beim Samen selbst Ernten die Reife beachten!

Das A und O beim Samen Ernten ist die Beachtung der Reife. Werden die Samen zu früh geerntet, sind sie nicht keimfähig. Verpasst man jedoch den Zeitpunkt, hat die betreffende Pflanze schon selbst für ihre Vermehrung gesorgt und ihr Saatgut in die Umgebung hinausgeschleudert.

Optimal ist es also, wenn man den Samen in dem Moment erwischt, wenn die Pflanze ihn für reif befindet. Dies lässt sich daran erkennen, dass die reifen Kapseln aufplatzen.

Samen in Teebeuteln auffangen

Nun ist es aber leider oftmals so, dass durch Aufplatzen der Samenkapseln das Saatgut bereits herausgeschleudert wird, so dass ein Auffangen gar nicht mehr möglich ist. Hier hilft ein einfacher Trick: einen unbenutzten Teebeutel über die Kapsel stülpen, wenn diese fast reif ist, und diesen am Stängel festbinden. Platzt die Samenkapsel auf, landen die Samenkörner schön ordentlich in dem Teebeutel und können so einfach aufgefangen werden.

Achtung!
Bitte keine Plastikfolie oder andere undurchlässige Materialien verwenden, da es wichtig ist, dass die Kapseln Luft bekommen.

Samen nach dem Sammeln reinigen

Viele Samen – beispielsweise von Tomaten – befinden sich in einer gelartigen Hülle. Diese muss vor dem Trocknen entfernt werden, was am einfachsten geht, wenn man das Saatgut in Zuckerwasser legt. Die Hülle sinkt ab, während das Saatgut oben schwimmt und dort eingesammelt werden kann.

Ist der Samen von derartigen Zusätzen befreit, kann er getrocknet werden.

Saatgut, welches nicht in einer gelartigen Hülle ist, braucht nur abgewaschen zu werden. Dies geschieht am besten dadurch, dass man es in ein Sieb legt und unter fließendes Wasser hält.

Tipps zur Saatgewinnung

Nach dem Trocknen Saatgut auf ein Küchenkrepp legen und pusten. Dadurch verschwinden nicht nur etwaige verbliebene Reste der Frucht, sondern auch sogenannte „taube“ Samen, also solche, die nicht keimfähig sind.

Das Saatgut nicht in einem luftdicht verschlossenen Behälter lagern, da es dort schimmeln könnte. Empfehlenswert ist eine Lagerung in Papiertüten oder Briefumschlägen.

Eine regelmäßige Kontrolle auf Schädlinge ist sinnvoll.

Wichtig ist es, die Samen sortenrein zu sammeln. Dies bedeutet, dass für jede Sorte Samen sowohl ein eigener Reinigungs- als auch ein Trocknungsvorgang stattfinden sollte. Demzufolge sollte der Samen auch sortenrein gelagert werden.

Graphik: © igor – Fotolia.com

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