Koreatanne (Abies koreana) – Pflege, Nadelfall & Krankheiten

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Die Koreatanne: die am häufigsten gepflanzte Tanne in deutschen Gärten

Koreatanne (Abies koreana) - Pflege, Nadelfall & Krankheiten

Koreatanne (Abies koreana) – Pflege, Nadelfall & Krankheiten

Ein pflegeleichter, überaus winterharter und immergrüner Baum, der durch seine zweifarbigen Nadeln und die interessante Färbung der Zapfen ein echter Hingucker ist – kein Wunder, dass die Koreatanne in deutschen Gärten die am häufigsten anzutreffende Tanne ist.

Einen Preis für das ausgefallenste Nadelgehölz kann man mit ihr daher sicherlich nicht gewinnen, aber dafür bietet sie einen sehr attraktiven Anblick, mit dem viele andere Nadelgehölze nicht aufwarten können. Langweilig, einfarbig grün, das gibt es nicht bei der Koreatanne, Farbe ist angesagt und zwar in vielen verschiedenen Farbtönen und Schattierungen.

Die Koreatanne – wichtige Fakten auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: Abies koreana
  • Familie: Pinaceae (Kieferngewächse)
  • Ordnung: Coniferales (Koniferen)
  • Ursprung: wie der Name bereits vermuten lässt, ist die Koreatanne (Abies koreana) im südlichen Korea beheimatet.
  • Entdeckung: die Koreatanne wurde erst im Jahr 1905 auf der koreanischen Insel Quelpart entdeckt und ist um 1910 nach Großbritannien eingeführt worden.
  • Vorkommen: der Nadelbaum wächst in Korea in Höhenlagen bis zu 1.000 Metern und ist daher sehr winterhart.
  • Zuchtformen: seit ihrer Einführung nach Europa sind zahlreiche Zuchtformen der Koreatanne mit teilweise sehr auffälligen Nadel- und Zapfenfärbungen entstanden.
  • Getrenntgeschlechtig: die Korea-Tanne ist eine einhäusig getrenntgeschlechtige (monözische) Pflanze. Das bedeutet, an jedem Baum befinden sich sowohl männliche als auch weibliche Zapfen. Die Tanne bildet bereits als junger Baum Zapfen.
  • Optik: typisch für die Koreatanne ist ihr kegelförmiger Wuchs. Die Nadeln der Koreatanne weisen an der Unterseite zwei breite weiße Streifen auf, sodass die Nadeln von unten her weiß wirken. Die weiblichen Zapfen der Koreatanne sind auffällig bunt und wechseln während der Reifung mehrfach die Farbe.
  • Höhe: die Koreatanne erreicht eine Höhe von 10 bis 15 Metern, ist aber auch in zahlreichen Zwergzüchtungen erhältlich, die nur 40 bis 60 Zentimeter hoch werden.
  • Wachstum: die Koreatanne wächst eher langsam und ist auch gut als Kübelpflanze geeignet.

Der optimale Standort für die Koreatanne

Die Koreatanne liebt einen hellen, halbschattigen und etwas geschützten Standort. Sie verträgt auch einen vollsonnigen Standort, hat dort aber einen erheblich größeren Wasserbedarf und muss unter Umständen regelmäßig gegossen werden.

Durch ihren kegelförmigen Wuchs benötigen vor allem die größeren Arten im unteren Bereich recht viel Platz, sie sollten daher nicht zu nah an Mauern, Zäune, Wege oder andere Hindernisse gepflanzt werden. In kleineren Gärten sollte man eher auf eine der Zwergzüchtungen zurückgreifen.

Bei der Auswahl des Standorts sollte man die Nähe von Rohren und Leitungen vermeiden, da die Tanne diesen mit ihren flachen, aber starken Wurzeln Schäden zufügen kann. Das gilt auch für Straßen, Auffahrten und Wege.

  • Ansprüche an den Boden

Die Koreatanne bevorzugt einen leicht sauren, am besten humusreichen und durchlässigen Boden. Auch auf kalkhaltigen Böden gedeiht sie gut, was sie jedoch nicht verträgt, sind schwere und lehmige Böden.

Gartenbista-Tipp: Wird die Koreatanne (Abies koreana) in kalkhaltigem Boden gepflanzt, sollte vor der Pflanzung großzügig Sand untergemischt werden, um den Boden leichter und durchlässiger zu machen.

  • Koreatanne: Pflanzung im Kübel

Kleinwüchsige Arten der Koreatanne Abies koreana eignen sich auch gut für eine Kübelpflanzung und aufgrund des langsamen Wachstums müssen die kleinen Nadelbäume nur etwa alle drei bis vier Jahre umgetopft werden. Bei der Auswahl des passenden Pflanzgefäßes sollte man einem eher breiten Gefäß den Vorzug geben, damit sich die Wurzeln gut ausbreiten können.

An einem hellen Standort auf dem Balkon oder der Terrasse gedeiht die Koreatanne sehr gut im Kübel und erfreut das Auge auch in geringen Wuchshöhen mit ihren interessant gefärbten Zapfen.

Die Pflege der Koreatanne

Zapfen der Koreatanne (Abies koreana)

Zapfen der Koreatanne (Abies koreana)

Im Großen und Ganzen ist die Koreatanne eine eher anspruchslose Pflanze. Ein Schnitt ist bei den Nadelbäumen weder erforderlich noch ratsam, weshalb schon bei der Pflanzung auf einen geeigneten Standort geachtet werden sollte, denn gerade in den unteren Wuchshöhen können die Bäume mit ihren waagerecht abstehenden Ästen recht ausladend werden.

  • Koreatanne zurückschneiden

Lässt es sich nicht vermeiden, Äste zurückzuschneiden, dürfen nur junge und grüne Triebe geschnitten werden. Schneidet man ins Altholz hinein, wachsen dort keine neuen Triebe nach und die durch den Schnitt entstandene Lücke wird nicht wieder zu wachsen. Solange dieser Effekt nicht ausdrücklich erwünscht ist, sollte man die Koreatanne also besser nicht schneiden.

  • Koreatanne gießen

Etwas Umsicht ist beim Gießen der Koreatanne geboten. Der Baum sollte niemals ganz austrocknen, sodass sich auch bei Koreatannen im Freiland die Notwendigkeit ergeben kann, sie zusätzlich zu gießen. Das gilt während des Sommers vor allem für Bäume an sonnigen Standorten.

Im Herbst steigt während der Reifung der Zapfen der Wasserbedarf der Koreatannen unabhängig vom Standort an und auch im Winter sollte an frostfreien Tagen der Feuchtigkeitsgehalt der Erde geprüft und die Pflanze gegebenenfalls gegossen werden.

Gartenbista-Tipp: Kübelpflanzen sollten das ganze Jahr hindurch regelmäßig kontrolliert und entsprechend gegossen werden. Das Substrat sollte niemals völlig austrocknen, da die Pflanze sonst großen Schaden nehmen kann.

Ein ebenso großes Problem stellt jedoch die Staunässe dar, die auch auf jeden Fall vermieden werden muss. Das gilt für Kübelpflanzen und für Koreatannen im Freiland gleichermaßen.

  • Staunässe vermeiden bei Kübelpflanzung

Bei Kübelpflanzen sollte daher immer eine Drainageschicht aus Kieselsteinen oder ähnlichem eingebracht werden, außerdem sollte man auf Übertöpfe und Untersetzer verzichten, in denen sich das Wasser sammeln kann.

Besser ist es, ein dekoratives Pflanzgefäß mit Ablauflöchern zu wählen, das ohne Übertopf auskommt.

  • Staunässe vermeiden bei Freilandpflanzung

Im Freiland sollte schwerer, undurchlässiger Boden vor der Pflanzung der Koreatanne großzügig mit groben Kieselsteinen versetzt werden. Dadurch ist der Boden weniger kompakt und das Wasser kann besser ablaufen.

Von der Pflanzung von Bodendeckern um den Stamm der Koreatanne herum sollte ebenfalls abgesehen werden, da dadurch der Boden wieder weiter verdichtet wird. Am besten ist es, die Fläche um den Stamm herum frei von jedem Bewuchs zu halten.

Ein Gießrand, der entweder frei geformt oder mit Hilfe eine Kunststoffbarriere aus dem Handel angelegt werden kann, erleichtert das Gießen der Koreatanne und regelmäßiges Mulchen sorgt dafür, dass der Boden nicht zu schnell austrocknet. Auch Koreatannen, die im Kübel kultiviert werden, profitieren von diesen Maßnahmen.

Koreatanne düngen

Als Dünger ist für die Koreatanne Blaukorn gut geeignet, als giftiger, mineralischer Kunstdünger ist dieser Dünger jedoch durchaus umstritten.

Vorsicht ist auf jeden Fall geboten, wenn Kinder und Haustiere Zugang zu dem gedüngten Bereich haben und auch wer es lieber natürlich und organisch mag, wird auf Blaukorn eher verzichten wollen.

In diesem Fall kann alternativ ein organischer Volldünger mit hohem Magnesiumanteil verwendet werden.

Vermehrung der Koreatanne

Junge Koreatanne (Abies koreana)

Junge Koreatanne (Abies koreana)

Die Koreatanne wird ausschließlich über Samen vermehrt und der Vorgang ist nicht ganz einfach.

Im Dezember können die Zapfen der Koreatanne geerntet werden. Sie sollten einige Tage auf einer warmen, sonnigen Fensterbank gelagert werden, damit sich die Samenkammern öffnen.

Mit den nun leicht zu entnehmenden Samen sollte eine Wasserprobe durchgeführt werden, um die keimfähigen Samen zu ermitteln. Dazu werden die Samen über Nacht in ein Gefäß mit Wasser gelegt.

Diejenigen Samen, die am nächsten Tag noch am Boden des Gefäßes liegen, sind keimfähig. Sie werden nun in einer Schale auf ein Erde-Sand Gemisch gelegt und leicht bedeckt. Jetzt brauchen die Samen eine Kältebehandlung, in der Botanik spricht man von einer Stratifikation, um die Keimung anzuregen.

Dazu wird die Anzuchtschale mit den Samen einfach nach draußen gestellt. Jetzt ist Geduld gefragt, denn bis sich die ersten Triebe zeigen, können durchaus einige Monate vergehen.

Koreatanne überwintern

Koreatannen sind sehr winterhart und überstehen einen deutschen Winter problemlos. Auch mit größeren Schneelasten auf den Ästen kommen sie gut klar. Bei Kübelpflanzen sollten lediglich die Kübel mit einem schützenden Vlies umwickelt werden, damit der Boden nicht durchfriert.

An frostfreien Tagen sollte immer der Feuchtigkeitsgehalt der Erde kontrolliert werden und falls erforderlich gegossen werden.

Koreatanne Krankheiten und Schädlinge

Obwohl die Koreatanne eine recht robuste Pflanze ist, kann sie von einigen Krankheiten und Schädlingen befallen werden.
Am häufigsten sind die folgenden Krankheitsbilder und Schädlinge zu beobachten:

  • Rindenläuse
    Die nur wenige Millimeter großen, dunkel gefärbten Schädlinge sitzen auf der Rinde der Koreatanne und ernähren sich von den Zellsäften der Pflanze. Sie lassen sich leicht mit Brennnesselsud bekämpfen oder können einfach mit einem harten Wasserstrahl abgespült werden.
  • Wollläuse
    Einen Befall mit Wollläusen erkennt man an einem hellen, wollartigen Belag, der sich auf den Trieben und den Nadeln der Koreatanne ausbreitet. Dieser Belag kann sich so weit ausbreiten, dass die befallenen Teile der Tanne aussehen wie von Watte umhüllt. In Kombination mit den Wollläusen tritt oft auch ein Pilz, der Rußtau, auf, der sich von den Ausscheidungen der Wollläuse ernährt. Der Rußtau-Befall führt zu einem grau-schwarzen Belag auf den Nadeln.
    Wollläuse und Rußtau lassen sich am besten mit einer Seifenlösung bekämpfen, bei geringem Befall mit Wollläusen können die einzelnen Tiere auch abgesammelt werden. Auch natürliche Fressfeinde der Wollläuse wie die Schlupfwespe oder die Florfliege können zur Bekämpfung der Schädlinge eingesetzt werden. Sind die Wollläuse beseitigt, lässt der Rußtau-Befall von selbst nach, da der Pilz keine Nahrung mehr findet.
    Im Handel sind auch Mittel gegen die Schädlinge erhältlich, die jedoch allesamt recht giftig sind und nur im Notfall eingesetzt werden sollten.
  • Grauschimmelfäule
    Die Grauschimmelfäule wird ebenfalls von einem Pilz hervorgerufen und sie führt zum Absterben der jungen Triebe. Besonders häufig kommt es zu einem Befall mit dem Pilz, wenn die Koreatanne nicht ausreichend belüftet wird. Die Bäume sollten daher nicht zu eng aneinander oder an andere Bäume und Sträucher heran gepflanzt werden. Auch ein schwerer, schlecht durchlässiger Boden kann die Grauschimmelfäule begünstigen. Bei einem Befall sollten die betroffenen Pflanzenteile großzügig herausgeschnitten werden und der Baum mit einem chemischen Mittel aus dem Handel behandelt werden.
  • Nadelfall
    Der Nadelfall, also das Abwerfen der Nadeln und Verkahlen der Bäume, ist bei Koreatannen nicht ganz unüblich und kann verschiedene Ursachen haben.
    Vor allem durch Mangelerscheinungen kann es zum Nadelfall kommen, daher sollte immer auf einen ausreichend durchlässigen Boden geachtet werden sowie regelmäßig der Feuchtigkeitsgehalt des Erdreichs geprüft werden. Auch wenn die Koreatanne ein Schwachzehrer ist, der keinen besonders nährstoffreichen Boden benötigt, sollte auf eine regelmäßige Düngung mit Blaukorn oder einem Magnesiumhaltigen Volldünger nicht verzichtet werden, um dem Nadelfall der Koreatanne entgegenzuwirken.

Pflegeleicht und attraktiv, jedoch nicht sehr außergewöhnlich

Für Freunde attraktiver und pflegeleichter Nadelgehölze ist die Koreatanne ein absolutes Must-have. Die dunkle, grünlich-schwarze Rinde des Stamms, die hellere, bis ins grau-rosafarbene schimmernde Rinde der Äste, die zweifarbigen Nadeln mit ihrer silbrig-weißen Unterseite und nicht zuletzt die Zapfen, die im frühen Wachstum ein weites Farbspektrum von gelblichgrün, hellrosa und schwach rot aufweisen und die sich bei Reifung dunkelblau bis violett verfärben, machen die Koreatanne unter den Nadelgehölzen zu einem auffälligen Blickfang.

Wer es dagegen eher ausgefallen und exotisch liebt, der ist mit der Koreatanne, die man inzwischen schon als in Deutschland heimisch erklären könnte, vielleicht nicht ganz so gut beraten. Unter den vielen Züchtungen gibt es jedoch immer noch Arten, die noch nicht so verbreitet sind und für einen etwas exotischeren Anblick sorgen.

Fotos: © Roman Milert, Karin Jähne, hdmphoto – Fotolia.com

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