Kellerassel bekämpfen – Hausmittel zur Bekämpfung im Garten



Die Kellerassel – ein urzeitliche Krebstierchen

Kellerassel (Porcellio scaber) bekämpfen - Hausmittel zur Bekämpfung im Garten

Kellerassel (Porcellio scaber) bekämpfen – Hausmittel zur Bekämpfung im Garten

Eigentlich sind es sehr nützliche Tiere, die weder beißen können noch Krankheiten übertragen, doch bei vielen Leuten lösen sie Ekelgefühle aus.

Unter gewissen Umständen können sie aber auch im heimischen Garten vom Nützling zum Schädling werden und Fraßschäden an Jungpflanzen und Obst und Gemüse verursachen.

Die Rede ist von der Kellerassel, die zu den Ranzenkrebsen gehört.

Innerhalb dieser Überordnung stellen die Landasseln, zu denen auch die Kellerassel gehört, die einzigen dauerhaft an Land lebenden Krebstiere dar.

Ihr lateinischer Name Porcellio scaber bedeutet so viel wie „unsauberes Schweinchen“ und der deutsche Begriff Assel leitet sich ab vom lateinischen asellus für „das Eselchen“.

Die Kellerassel auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: Porcellio scaber
  • Ordnung: Isopoda (Asseln)
  • Gattung: Porcellio
  • Arten: Kellerasseln gehören zu den Landasseln, weltweit gibt es über 3.500 verschiedene Arten, 50 davon sind in Deutschland heimisch.
  • Aussehen: Kellerasseln haben 14 Beine, einen flachen, ovalen Körper. Die Oberseite des Körpers ist grau bis braungrau. Die Körperränder sind hell gesäumt.
  • Alter: die Kellerassel ist ein wahrer Dinosaurier – die ältesten Fossilienfunde sind über 50 Millionen Jahre alt, entwickelt haben sich die Tiere aber schon vor etwa 160 Millionen Jahren.
  • Größe: Kellerasseln werden bis zu zwei Zentimeter groß.
  • Lebenserwartung: Kellerasseln haben eine Lebenserwartung von etwa zwei Jahren.
  • Vorkommen: mit Ausnahme der Antarktis leben Kellerasseln auf allen Kontinenten der Welt.
  • Bevorzugter Lebensraum: Kellerasseln bevorzugen ein feuchtes Klima und leben gerne an Orten mit hoher Luftfeuchtigkeit. Wie der deutsche Name bereits sagt, sind Kellerasseln oft in Kellerräumen anzutreffen, ebenso in Ställen, Gewächshäusern, zwischen totem Holz und unter Steinen.
  • Fressfeinde: Fressfeinde der Kellerasseln sind unter anderem Frösche, Kröten, Mäuse, viele Singvögel und Maulwürfe.
  • Nahrung: Kellerasseln sind sogenannten Destruenten, die in der Ökologie auch als Reduzent oder Zersetzer bezeichnet werden, und ernähren sich von abgestorbenen organischen Substanzen. Auf ihrer Speisekarte stehen jedoch auch Kartoffeln, Obst, Gemüse oder junge Pflanzen.
  • Fortpflanzung: Kellerasseln gehören zusammen mit den anderen Arten der Landasseln zu den einzigen Krebstieren, die sich außerhalb des Wassers fortpflanzen können.

Kellerassel: Schädling oder Nützling?

Eigentlich ist die Kellerassel kein Schädling im Garten, sondern ein Nützling, und sie recycelt tagtäglich weltweit Tonnen von abgestorbenen Pflanzenresten.

Überall dort, wo sie nicht stört, sollte man die Kellerassel im Garten daher einfach ihre Arbeit tun lassen, denn diese Arbeit ist sehr wichtig für das Ökosystem und sorgt dafür, dass die Nährstoffe aus abgestorbenen Pflanzenteilen dem natürlichen Kreislauf wieder zugeführt werden.

Die Kellerassel im Garten

Hausmittel gegen Kellerasseln (Porcellio scaber) im Garten

Hausmittel gegen Kellerasseln (Porcellio scaber) im Garten

Im Garten ist die Kellerassel allgegenwärtig und durchschnittlich leben auf einem Quadratmeter in einer Tiefe bis zu 30 Zentimetern etwa 100 bis 200 Tiere.

Meist bekommt man sie nur dann zu Gesicht, wenn man einen Stein umdreht oder in einem feuchten Laubhaufen wühlt. Auch im Kompost finden sich viele Kellerasseln und dort sind sie überaus nützlich und helfen dabei, den wertvollen und geschätzten Humus herzustellen.

Kellerasseln auf Balkon und Terrasse

Nicht ganz so angenehm sind die Asseln jedoch, wenn sie sich unter Blumenkübeln, unter dem Ständer des Sonnenschirms, unter Deko-Artikeln auf der Terrasse oder in Blumenbeeten angesiedelt haben oder wenn sie Fraßschäden an Kartoffeln, Obst und Gemüse oder an jungen Pflanzen verursachen.

Um die an sich sehr nützlichen Tiere nicht zu töten, sondern eher umzusiedeln, sollte man jedoch auch in diesen Fällen nicht zur chemischen Keule greifen, sondern versuchen, die Kellerasseln mit sanften, ökologisch vertretbaren Mitteln zu vertreiben oder umzusiedeln.

Hausmittel gegen Kellerasseln

Kellerasseln unter Blumentöpfen

Häufig sind Kellerasseln unter Blumentöpfen und anderen Pflanzgefäßen auf dem Balkon oder der Terrasse zu finden. Unter den Gefäßen ist es oft dunkel und oft feucht, genau das Klima, das die Kellerassel bevorzugt.

Das Problem lässt sich sehr leicht lösen, indem man im wahrsten Sinne des Wortes etwas Licht in die Sache bringt: Werden die Blumentöpfe oder Pflanzgefäße auf Steine oder kleine Holzlatten gestellt, sodass es darunter nicht mehr dunkel ist, werden die Kellerasseln von selbst das Weite suchen und sich einen besseren Lebensraum suchen.

Außerdem sollte man darauf achten, dass es unter Blumenkübeln und anderen Pflanzgefäßen nicht feucht ist und das Gießwasser immer gut ablaufen kann.

Damit löst man gleich zwei Probleme auf einen Schlag: die Kellerasseln fühlen sich in dem trockenen Klima nicht mehr wohl und man vermeidet die für viele Pflanzen sehr schädliche Staunässe.

Gartenbista-Tipp: Da Kellerasseln sich in erster Linie von abgestorbenen und faulenden Pflanzenteilen ernähren, ist ein Befall mit Kellerasseln auch oft ein Zeichen dafür, dass die Wurzeln der Pflanze durch zu hohe Feuchtigkeit bereits anfangen, abzusterben. So sollte man den Tieren eigentlich noch dankbar sein, wenn man die Pflanze noch rechtzeitig trockener stellen kann.

Kellerasseln in Blumenbeeten

Auch in Blumenbeeten, in denen man immer mal wieder Hand anlegen muss, um beispielsweise Unkraut zu jäten, möchten viele Gartenbesitzer keine Kellerasseln sehen, da sie sich vor den kleinen Nützlingen ekeln. Ein feines Gesteinsmehl, das über die Beete gestäubt wird, schafft schnelle Abhilfe und veranlasst die kleinen Krabbler dazu, sich einen neuen Wirkungskreis zu suchen.

Zusätzlich wirkt das Gesteinsmehl auch noch langfristig bodenverbessernd, sodass auch hier wieder zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden.

Kellerasseln im Garten als Schädlinge

Unangenehmer wird es, wenn die Kellerasseln Fraßschäden an Obst, Gemüse und jungen Pflanzen verursachen. Zwar stehen in erster Line faulige Abfälle auf ihrem Speiseplan, doch Kellerasseln sind keine Kostverächter und eine Kartoffel, einen Apfel oder junges frisches Grün verschmähen sie oftmals nicht.

  • Kellerasseln mit einer Fressfalle bekämpfen

Auch hier ist eine Umsiedlung das erste Mittel der Wahl. Wenn es möglich ist, sollten die Objekte der Begierde, die von den Asseln befallen werden, entfernt werden und an ihrer Stelle eine Falle aufgestellt werden, der die Tiere nicht widerstehen können.

Das kann beispielsweise eine leicht ausgehöhlte Kartoffel oder ein leicht ausgehöhlter Apfel sein, der über Nacht liegen gelassen wird.

Bis zum Morgen haben es sich viele der Asseln inmitten dieser Delikatesse bequem gemacht und der Apfel oder die Kartoffel können zusammen mit den Tierchen auf den Kompost befördert werden, wo sie ein so reiches Nahrungsangebot vorfinden, dass sie diesen Ort freiwillig nicht mehr verlassen werden.

  • Auslegen eines feuchten Handtuchs

Alternativ kann man ein feuchtes Handtuch oder ähnliches zusammenknüllen und auf den Boden legen. Dazu muss die Umgebung allerdings trocken sein, sodass die Asseln dort keinen anderen feuchten Unterschlupf finden.

Das Tuch kann nun über einige Tage immer wieder mit einer Sprühflasche befeuchtet werden und über kurz oder lang wird sich die gesamte Population an Kellerasseln dort niederlassen. Dann kann man das Tuch bequem aufnehmen und abtransportieren und die Asseln an geeigneterer Stelle wieder aussetzen.

Erst wenn diese beiden Alternativen nicht zur Verfügung stehen, weil man das Nahrungsangebot nicht entfernen kann oder die Umgebung zu feucht ist und die Köder daher nicht angenommen würden, sollte man zu drastischeren Maßnahmen greifen.

  • Kellerasseln mit Weingeist, Spiritus, Äthanol bekämpfen

Erstaunlicherweise sind Kellerasseln dafür bekannt, gern mal etwas tiefer ins Glas zu schauen und ein Weg, um die Tiere unschädlich zu machen ist es, einen Behälter mit Weingeist, Spiritus, Äthanol oder anderem hochprozentigen Alkohol auszuschwenken und so zu platzieren, dass die Asseln hinein, aber möglichst nicht wieder hinauskrabbeln können.

Gartenbista-Tipp: Im Garten können dazu beispielsweise eingegrabene Flaschen oder Becher verwendet werden. Die so gefangenen und betäubten Tiere können ebenfalls an anderer Stelle wieder freigelassen werden, allerdings überleben auch viele Tiere diese feuchtfröhliche Fangaktion nicht.

Weitere Hausmittel, um Kellerasseln fernzuhalten

Zusätzlich gibt es noch einige weitere Hausmittel, die gegen einen Befall mit Kellerasseln im Garten helfen.

  • Salbei: so mögen die Tiere beispielsweise den Geruch von Salbei nicht, wer die Asseln also von bestimmten Orten fernhalten möchte, der sollte dort Salbei pflanzen oder viele Salbeiblätter auslegen.
  • Backpulver: auch Backpulver soll zu den Substanzen gehören, die Kellerasseln nicht mögen, sodass man um Stellen, die man vor den Asseln schützen möchte, eine Barriere aus Backpulver ziehen kann. Draußen im Garten, wo es immer mal wieder regnet, ist diese Methode jedoch nicht sehr praktisch.

Hausmittel, um Kellerasseln zu töten

 Kellerassel (Porcellio scaber)

Kellerassel (Porcellio scaber)

Zu diesen Mitteln sollte man nur im Notfall greifen, denn wie bereits erwähnt, handelt es sich bei den Kellerasseln um wichtige Nützlinge und nicht um Schädlinge.

In jedem ökologisch intakten Boden befinden sich die kleinen Tiere und leisten dort wertvolle und wichtige Arbeit beim Recycling organischer Stoffe und bei der Produktion von wertvollem Humus.

Da sie in keiner Weise gefährlich sind, nicht beißen oder stechen können und keine Krankheiten übertragen, besteht kein Grund, die nützlichen kleinen Tierchen zu töten, vor allem nicht, wenn sie sich im Freien aufhalten.

Das klassische Hausmittel, um die Kellerassel zu töten, dürfte wohl der Hausschuh oder Badeschlappen oder die zusammengerollte Zeitung sein.

Was im Haus, zum Beispiel im feucht-warmen Badezimmer, vielleicht noch vertretbar ist, wenn man sich nicht in der Lage sieht, die Tiere einzufangen und auszusetzen, macht im Freiland keinen Sinn, schon allein, weil man der Tiere niemals in entsprechender Stückzahl habhaft würde.

Kellerasseln mit Lockfallen bekämpfen

  • Biologische Lockfallen

Lässt es sich aus irgendeinem Grund jedoch nicht vermeiden, massiv gegen die Kellerasseln vorzugehen, so gibt es im Handel biologische Lockfallen.

In diesen Fallen befinden sich winzige Fadenwürmer, wissenschaftlich Nematoden genannt. Die nur einen Zehntel Millimeter großen Nematoden befallen die Kellerasseln und setzen dann Bakterien frei, die die Kellerasseln abtöten.

  • Klebefallen und Köderdosen

Weiterhin gibt es Klebefallen und Köderdosen, die mit einem Nervengift bestückt sind, wobei all diese Mittel eher für den Einsatz im Haus gedacht sind.

Leben und leben lassen

Gerade im Freiland macht es wenig bis gar keinen Sinn, den nützlichen und harmlosen Kellerasseln nach dem Leben zu trachten. Mit Hilfe diverser Hausmittelchen können die Tiere jedoch durchaus überzeugt werden, die Plätze zu verlassen, an denen sie dem Menschen nicht willkommen sind und sich stattdessen auf dem Kompost und in entlegeneren Winkeln des Gartens ihren wichtigen Aufgaben zu widmen.

So können Mensch und Kellerassel friedlich und ungestört miteinander leben und der Gärtner profitiert sogar noch von dem gesunden Humus, den die Asseln herstellen.

 

Fotos: © Johann Heldebrand, scubaluna, martin filzwieser – Fotolia.com

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