Birkenbäume: dekorative Bäume mit einer tollen Heilwirkung

Wohl kaum ein heimischer Baum polarisiert so sehr wie die Birke: die einen lieben sie aufgrund ihrer schönen Optik (nicht zuletzt deshalb wurde die Hängebirke Baum des Jahres 2000), die anderen sind froh, sie nicht in ihrer unmittelbaren Umgebung zu haben, da sie ungeniert ihre vielen Samen und Pollen weit verbreitet. Dies führt nicht nur zu einer argen Verschmutzung des Grundstücks, sondern auch zu unerwünschten Jungpflanzen. Doch man sollte nie vergessen, dass die Birke zu den wichtigsten Pflanzen für heimische Tiere zählt: Insekten und Säugetiere haben in und an Birkenbäumen ihren Lebensraum; ihre Knospen und Samen dienen Vögeln als Winternahrung.

Birken: schnellwachsend und dekorativ

Es gibt über 150 verschiedene Birkenarten, die sowohl ein- als auch mehrstämmig wachsen können. Birken wachsen sehr schnell; bereits nach fünf Jahren können sie eine Höhe von acht Metern erreichen. Eine ausgewachsene Birke wird 30 m und höher und kann über 120 Jahre alt werden.

Im Frühjahr (April/Mai) blüht die Birke. Während die männlichen Blüten (länglich und gelb) wie Weidenkätzchen aussehen und an der Spitze der langen Triebe hängen, sind die weiblichen Blüten (grüne Zapfen) an den kurzen Seitentrieben desselben Baumes zu finden.

Aus diesen Blüten, die immer bereits vor dem Blattaustrieb vorhanden sind, bilden sich später die Früchte der Birke (unscheinbare, grünlich-braune Kätzchen).

Birken Standort

Birken wachsen eigentlich überall. Sie bevorzugen einen hellen, sonnigen Platz, an dem keine nassen Bodenverhältnisse herrschen, denn obwohl die Birke viel Wasser zieht, mag sie keine nassen Füße. Bei der Wahl des Standorts sollte unbedingt die zu erwartende Höhe der Birke bedacht werden. auch sollten Birken nicht zu nahe am Haus oder an der Garage gepflanzt werden, da sie bei Sturm umfallen und somit Schäden an den Gebäuden hervorrufen können.

Birken pflanzen: so geht´s!

Ist der passende Standort gefunden, sollte der kleine Birkenbaum, der in der Regel als Containerware erhältlich ist, einige Stunden gewässert werden, bevor er in die Erde kommt.

Das Pflanzloch sollte einen Durchmesser von circa 50 cm haben. Nachdem der Birkenbaum eingesetzt worden ist, wird das Loch mit erde aufgefüllt, welche gut festgetreten werden muss, danach den Baum noch einmal gründlich wässern.

Birken vermehren

Wer gerne einen weiteren Birkenbaum haben möchte, kann entweder eine der vielen kleinen Pflanzen ausgraben, die sich zwangsläufig aus den verstreuten Samen bilden werden, und diese an der gewünschten Stelle wieder einpflanzen. Sollte aus irgendwelchen Gründen keine Jungpflanze vorhanden sein, ist eine Vermehrung durch Stecklinge möglich: Im Juni oder Juli einen 5 – 10 cm langen Steckling abschneiden und diesen bis zur Hälfte an dem gewünschten Platz in die Erde oder in einen Blumentopf stecken. Dabei ist zu beachten, dass bis auf die oberen sämtliche Blätter entfernt werden müssen.

Wenn die kleinen Birken gewurzelt haben, können sie aus dem Topf ins Freiland gepflanzt werden.

Schädlinge und Krankheiten an Birkenbäumen

Birken sind recht anfällig für Pilz- sowie Moosbefall. Allerdings ist nur in seltenen Fällen der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels notwendig.

Blattläuse und Thripse können ebenfalls eine Birke befallen, doch auch hierbei ist es meistens so, dass es sich nicht um eine für den Baum lebensbedrohliche Invasion handelt und somit seitens des Gartenbesitzers nicht eingegriffen werden muss.

Birke Heilwirkung

In der Naturheilkunde finden Teile der Birke gerne Anwendung; insbesondere bei

  • Nierenbeschwerden/Nierenschwäche
  • Blasenbeschwerden
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Ekzemen (äußere Anwendung)
  • Haarproblemen wie Schuppen oder Haarausfall (äußere Anwendung)
  • Durchfall
  • Frühjahrsmüdigkeit
  • Lungenerkrankungen

Verwendet werden neben den Blättern (Sammelzeit: Mai – Juni) und den Blattknospen (Sammelzeit: März) auch der Birkensaft (Sammelzeit: März – Mai), welcher durch Anzapfen des Stammes gewonnen wird.

Birkenblättertee herstellen

Für die Herstellung eines Birkenblättertees werden zwei Teelöffel getrocknete Birkenblätter in eine Tasse gegeben und mit kochend heißem Wasser übergossen. Nach 10 Minuten die Blätter abseihen; nun ist der Tee trinkfertig.

Gewinnung von Birkensaft

Um an den Birkensaft zu gelangen, sollten zum einen ausschließlich Birken genommen werden, die einem selbst gehören, und zum anderen nur Bäume verwendet werden, die in einem Meter Höhe eine Stammdicke von mindestens 20 cm haben.

Ist ein solcher Baum gefunden, wird sein Stamm in einer Höhe von circa 30 cm zwei bis drei Zentimeter tief mit einem Holzbohrer angebohrt. In das nun entstandene Loch wird ein Röhrchen geschoben, unter welches ein Gefäß gestellt wird, das keinesfalls aus Metall sein darf. Nach und nach tropft nun Birkensaft in dieses Gefäß. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass niemals mehr als drei Liter Saft von einem einzigen Baum entnommen werden dürfen; eine zu große Menge schädigt die Birke nachhaltig. Auch müssen mindestens zwei Jahre vergehen, bis die Birke erneut angezapft werden darf.

Ist die gewünschte Menge erreicht, wird das Röhrchen vorsichtig herausgezogen und – immens wichtig! – das Loch mit Baumwachs wieder verschlossen.

 

Bitte beachten Sie, dass gartenbista-Artikel nicht den fachlichen Rat eines Arztes, Heilpraktikers oder Physiotherapeuten ersetzen können. Außerdem übernehmen weder der Autor noch gartenbista das Risiko für eine Eigenbehandlung aufgrund dieses Artikels.

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