Anzuchtmethoden für Saatgut



Manche Samen haben eine sehr lange Keimdauer und/oder reagieren äußerst empfindlich auf Bodenfröste. Deswegen empfiehlt es sich, diese bereits im zeitigen Frühjahr (oder sogar noch eher; den genauen Zeitpunkt entnimmt man der Anzuchtanweisung auf den Samentüten) an einem geschützten Ort vorzuziehen, um sie dann als bereits größeres Pflänzchen an Ort und Stelle ins Freie zu bringen. Um Gemüse- oder Blühpflanzen vorzuziehen, gibt es zwei verschiedene Methoden; ansonsten empfiehlt sich die Direktsaat.

Anzuchtmethoden für Saatgut – Checkliste Gartenbista.de

Anzucht von Saatgut im Haus

Diese Methode erfolgt in Schalen, Töpfen oder Kästen. Als Erde sollte entweder gewöhnliche Blumenerde verwendet werden, oder ein Sand-Torf-Gemisch. Wichtig: keinen Dünger beigeben! Die Gefäße werden mit ein wenig Erde gefüllt, die leicht angedrückt wird. Dann das Saatgut hinzugeben und vorsichtig andrücken. Von Zeit zu Zeit sprengen (am besten mit einem Blumensprenger); die Erde muss immer feucht, aber nicht nass sein. Idealer Standort für diese Gefäße ist ein heller, zimmerwarmer Platz, der aber nicht der vollen Sonnenstrahlung ausgesetzt sein darf (Ausnahme: wenn der Hersteller ausdrücklich auf seinen Samentüten einen anderen Standort wünscht). Wenn sich die Blätter der jungen Pflanzen berühren, müssen sie pikiert werden. Dies sollte nach Möglichkeit dann geschehen, wenn die Außentemperaturen eine Auspflanzung ins Freie gestatten; ansonsten ist es nicht nur doppelte Arbeit, die Pflänzchen zunächst in größere Gefäße und danach nach draußen zu setzen, sondern auch Stress für die jungen Pflanzen – nicht wenige reagieren darauf, indem sie eingehen…

Anzucht von Saatgut im Frühbeet

Frühbeete sind bei Hobbygärtnern sehr beliebt. Sie nehmen nicht so viel Platz ein wie beispielsweise Gewächshäuser, der Deckel schützt die Pflänzchen vor Frost und anderen Witterungseinflüssen und sie können auch mit wenigen Handgriffen selbst gebaut werden: einfach vier Bretter im Viereck in die Erde rammen und mit einer Glasscheibe abdecken. Die Erde in so einem Frühbeet muss feingeharkt sein; dann den Samen nach Herstellerangaben einbringen. Auch hier muss die Erde ständig feucht gehalten werden. Sobald sich die ersten Keime zeigen, den Deckel des Frühbeets stundenweise entfernen oder zumindest weit öffnen, um die Pflänzchen abzuhärten. Wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind (Faustregel sind immer noch die Eisheiligen, die am 15.05. eines jeden Jahre enden), kann das Frühbeet entfernt werden beziehungsweise können die Pflänzchen ins Freie umgesetzt werden.

Direktsaat oder Freilandsaat

Das A und O bei der Direktsaat ist die Vorbereitung des Bodens, der so locker wie möglich geharkt werden sollte, um den Samen das Keimen beziehungsweise Anwachsen so einfach wie möglich zu machen. Danach werden feine Saatrillen gezogen, in die der Samen so dünn wie möglich gestreut wird (je enger die Pflanzen hinterher stehen, desto mehr müssen pikiert werden). Dies Saatrillen vorsichtig zustreichen und mit einer Gießkanne mit Tülle (oder vergleichbarem Gießwerkzeug) fecht halten. Wichtig: auch bei dieser Aussaatmethode auf die Herstellerangaben auf den Samentüten achten, denn jedes Saatgut benötigt eine andere Saattiefe, einen anderen Abstand oder Wasserbedarf.

Welche Pflanzen eignen sich für welche Anzuchtmethode?

Pflanzen, die sehr gut vorgezogen werden können, sind unter anderem

  • Kohlrabi
  • Blumenkohl
  • Rosenkohl
  • Porree
  • Kopfsalat
  • Sellerie
  • Tomaten
  • Weiß- und Rotkohl
  • Chinakohl

Pflanzen, bei denen eine Direktsaat angebracht ist, sind unter anderem

  • Bohnen
  • Erbsen
  • Möhren
  • Radieschen
  • Rettich

 

Graphik: © Lavizzara-Fotolia.com

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