Affenbaum, Araucaria – Pflege: Ableger, Schneiden und Blüte



Der Affenbaum, Araucaria – ein extravaganter Blickfang für jeden Garten

Affenbaum AraucariaFür alle, die es extravagant mögen und einen echten Hingucker für den Garten suchen, ist der Affenbaum bestens geeignet.

Die außergewöhnliche Form der Nadeln und die auffällige Wuchsform machen den Affenbaum zu einem Gartenschmuck, der garantiert für Aufmerksamkeit sorgt.

Der Affenbaum oder Araucaria araucana

Der Affenbaum, dessen botanischer Name Araucaria araucana lautet und der unter anderem auch unter den Bezeichnungen Andentanne oder Schlangentanne bekannt ist, gehört zu den Koniferen und ist ursprünglich in Chile beheimatet. Weitere Bezeichnungen für den Affenbaum sind Chilenische Schmucktanne, Schuppentanne oder Affenschwanzbaum.

Im englischsprachigen Raum ist der Affenbaum unter dem Namen Monkey Puzzle Tree bekannt. Dieser Name, der im Deutschen später zu der Bezeichnung Affenbaum führte, stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert, als ein englischer Betrachter des Baums feststellte, selbst für einen Affen müsse es wohl unmöglich sein, diesen Baum mit seinen spitzen Nadeln zu erklimmen. Da es in Chile, wo der Baum beheimatet ist, gar keine Affen gibt, dürfte er damit ins Schwarze getroffen haben.

Die wichtigsten Informationen zum Affenbaum im Überblick

  • Wuchshöhe: der Affenbaum erreicht in seiner Heimat Chile Wuchshöhen von über 40 Metern. In Deutschland wird er im Durchschnitt 5 Meter hoch.
  • Lebensdauer: Affenbäume sind sehr langlebig und können bis zu 2.000 Jahre alt werden
  • Alter: Fossile Funde belegen, dass es Bäume aus der Familie der Araukariengewächse bereits vor 90 Millionen Jahren gab.
  • Wachstum: mit maximal 30 Zentimetern pro Jahr wächst der Affenbaum sehr langsam.
  • Rinde: der Affenbaum hat eine bis zu 15 Zentimeter dicke Rinde, die ihn nach Vulkanausbrüchen vor Feuer und Hitze schützt.
  • Blattoptik: die immergrünen Blätter des Affenbaums wachsen spiralförmig am Zweig. Ab einem Alter von etwa 100 Jahren verliert der Affenbaum alle unteren Zweige und trägt nur noch oben an der Spitze Zweige und Blätter.
  • Blätter: die Blätter sind dreieckig und fest und laufen zu einem sehr spitzen Dorn zu
  • Samen: die Samen des Affenbaums sind essbar, sie werden etwa drei bis fünf Zentimeter lang und schmecken gekocht nach einer Mischung aus Kartoffeln, Erdnüssen und Mandeln
  • Blüte: der Affenbaum blüht erst ab einem Alter von etwa 30 Jahren. Die Blüten gestalten sich bei weiblichen und männlichen Bäumen unterschiedlich.
  • Gefährdungsstatus: das Holz des Affenbaums ist sehr hochwertig und wurde in Chile lange als Bauholz genutzt. Aufgrund dieser kommerziellen Nutzung ist der Affenbaum in Chile vom Aussterben bedroht und wird auf der Roten Liste als „stark gefährdet“ geführt.

Idealer Affenbaum Standort

Der Affenbaum bevorzugt einen hellen Standort und Wärme. Andererseits verträgt er die Wintersonne nicht gut, sodass er nicht in vollsonniger Südlage stehen sollte. Ein heller, nach Norden oder Westen ausgerichteter Platz ist ideal.

Da der Affenbaum vor allem als junge Pflanze auch gegenüber starkem Wind und Zugluft sehr empfindlich ist, ist es ratsam, ihn an einer geschützten Stelle in der Nähe einer Wand oder Mauer zu pflanzen. Dabei muss der Baum allerdings noch genügend Raum haben, um nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Breite wachsen zu können.

Da die Zweige kreisförmig und nahezu waagerecht vom Stamm wachsen, kann der Affenbaum einen Umfang von mehreren Metern erreichen und braucht dementsprechend viel Platz.

An seinen Standort stellt der Affenbaum also durchaus gewisse Ansprüche, dafür ist er in Bezug auf den Boden etwas anspruchsloser.

Staunässe muss vermieden werden

Der Affenbaum verträgt außerdem keine Staunässe und sollte daher in einem gut durchlässigen Boden stehen. In zu schwere Böden kann Kies und Sand eingearbeitet werden, um sie leichter zu machen und ein besseres Abfließen des Wassers zu ermöglichen. Außerdem sollte der Boden nicht zu sauer und zu kalkhaltig sein.

Haltung als Kübelpflanze

Der Affenbaum kann auch als Kübelpflanze gehalten werden, dabei muss jedoch auf eine gute Drainage geachtet werden, damit er keine „nassen Füße“ bekommt. Das würde schnell zu einer Wurzelfäule und im schlimmsten Fall zum Absterben des Baums führen.

Außerdem muss das Wachstum der Wurzeln im Auge behalten werden, damit der Baum bei Bedarf in einen größeren Topf umgepflanzt werden kann.

Pflanzen des Affenbaums

Affenbäume mit Wurzelballen oder getopft sind im Handel in verschiedenen Größen erhältlich. Das Wichtigste beim Pflanzen des Affenbaums ist sicher die Wahl des Standorts.

Er sollte den Bedürfnissen des Affenbaums entsprechend und genügend Raum für die Entwicklung der Pflanze bieten. Wichtig wäre hier noch, darauf zu achten, ob es sich um eine männliche oder weibliche Pflanze handelt, da die weiblichen Affenbäume um einiges größer werden als die männliche.

Bester Pflanzzeitpunkt

Der beste Pflanzzeitpunkt für den Affenbaum ist im Frühling, wenn die Pflanze genügend Licht und Wärme bekommt. Der Affenbaum wird in ein genügend großes Pflanzloch eingesetzt, das anschließend mit Substrat aufgefüllt wird. Nach dem Pflanzen muss der Affenbaum gründlich gegossen werden.

Affenbaum Pflege und Rückschnitt

Der wichtigste Punkt bei der Pflege des Affenbaums ist das Gießen.
Zwar ist der Baum sehr empfindlich für Staunässe, doch genauso wenig verträgt er ein Austrocknen der Wurzeln. Das bedeutet vor allem für heiße Sommermonate, dass der Affenbaum regelmäßig gegossen werden muss und wenn es sehr heiß und trocken ist, auch mehrmals täglich.

Gartenbista-Tipp: Sie wissen, dass der Affenbaum gegossen werden muss, wenn die oberste Erdschicht gut abgetrocknet ist. Wenn Sie den Affenbaum zu eben diesem Zeitpunkt gießen, vermeiden Sie, dass es im Bereich der Wurzeln zu einer Staunässe kommt und der Affenbaum trocknet trotzdem nie ganz aus.

Die Affenbaum Pflege im Überblick

  • Feuchtigkeitsgehalt der Erde überprüfen: Im Sommer darf der Affenbaum im Garten nicht einfach sich selbst überlassen werden, sondern der Feuchtigkeitsgehalt der Erde sollte morgens und abends kontrolliert werden.
  • Düngung: Ist der Boden von sich aus nicht besonders nährstoffreich, sollte der Affenbaum außerdem etwa alle acht Wochen mit einem geeigneten Flüssigdünger gedüngt werden, bei einer Kultivierung im Kübel auch durchaus öfter.
  • Rückschnitt: Was den Rückschnitt angeht, sollte man mit dem Affenbaum dafür keine Arbeit haben, denn er braucht keinen Schnitt und sieht am attraktivsten aus, wenn man ihn einfach natürlich wachsen lässt. Werden die Äste des sehr auffälligen Baums geschnitten oder zurechtgestutzt, sieht er schnell zerrupft und unnatürlich aus und verliert viel von seiner exotischen Schönheit. Der Schnitt des Affenbaums sollte, wenn überhaupt, nur im Sommer bei trockenem und warmem Wetter vorgenommen werden.

Gartenbista-Tipp: Lässt sich ein Schnitt nicht vermeiden, weil ein Ast im Weg ist, sollte er direkt am Stamm ohne Rückstand abgeschnitten werden. Soll der Zweig nur gekürzt werden, sollte der Schnitt an einer Verzweigung vorgenommen werden.

Blüte und Vermehrung

Der Affenbaum hat entweder männliche oder weibliche Blüten

Affenbaum BlüteAffenbäume kommen erst ab einem Alter von etwa 30 Jahren zur Blüte. Dabei ist Pflanze einhäusig (monözisch) oder zweihäusig (diözisch), was bedeutet, dass auf einem Baum entweder männliche und weibliche Blüten vorkommen können (einhäusig) oder das männliche und weibliche Blüten auf zwei verschiedenen Pflanzen wachsen (zweihäusig).

Die männlichen Blüten sind dunkelbraun, haben die Form von Tannenzapfen und hängen unter den Zweigen. Weibliche Blüten sind grün, kugelförmig und wachsen auf der Oberseite der Zweige. Sie können einen Durchmesser von etwa 20 Zentimetern erreichen, während die männlichen Zapfen etwa 10 Zentimeter lang werden.

Die männlichen Blüten fallen einige Monate nach dem Pollenflug im Juni ab, die weiblichen Blüten bleiben am Baum. Nach etwa einem Jahr färben sie sich braun und brechen auf und geben die etwa fünf Zentimeter langen, rotbraunen Samenkörner frei.

Vermehrung mittels Samen

Über diese Samen, die auch im Handel gekauft werden können, kann der Affenbaum relativ problemlos vermehrt werden. Sie können entweder im frühen Herbst direkt ins Freiland gesät werden oder über den Winter vorgezogen und im Frühjahr ausgepflanzt werden. Die Samen sollten am besten direkt nach der Reifung gepflanzt werden und dürfen nicht austrocknen.

Kauf einer vorgezogenen Pflanze

Aufgrund des langsamen Wuchses des Affenbaums mit nur 10 bis 30 Zentimetern pro Jahr sollte man sich überlegen, ob man einen Affenbaum aus einem Samen ziehen oder lieber eine erwachsene Pflanze kaufen möchte. Allerdings haben die exotischen Bäume ab einer Größe von etwa eineinhalb Metern auch durchaus ihren Preis und können mehrere hundert Euro kosten. Kleinere Exemplare sind jedoch wesentlich günstiger zu bekommen.

Gartenbista-Tipp: eine Vermehrung des Affenbaums über Ableger oder Stecklinge wird eher nicht gelingen, da diese Art der Vermehrung grundsätzlich bei Pflanzen die keinen Rückschnitt brauchen oder vertragen, nicht gut funktioniert.

Affenbaum Krankheiten und Schädlinge

Wurzelfäule

Als Nadelbaum ist der Affenbaum, Araucaria generell eher unempfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Was ihm wirklich zu schaffen machen kann, ist die Wurzelfäule, die schnell entsteht, wenn sich Staunässe bildet und der Baum zu nass steht. Verfärben sich die Blätter braun, ist das beim Affenbaum daher auch oft kein Zeichen für Trockenheit, sondern ein Anzeichen von Wurzelfäule.

Pilzbefall

Die Staunässe kann auch zu einen Pilzbefall begünstigen, der sich durch abfallende, braune Blätter äußert. Der Pilzbefall des Affenbaums ist nur schwer, wenn überhaupt, zu behandeln, wichtig ist es daher, immer auf genügend Durchlässigkeit des Bodens zu achten und bei Kübelpflanzen eine Drainage einzubringen. Im Winter jedoch kann der Affenbaum auch durchaus vertrocknen, wenn er in dem gefrorenen Boden nicht genügend Wasser aufnehmen kann.

Den Affenbaum überwintern

In gemäßigten Breiten haben gerade erwachsene Affenbäume, die schon einige Jahre alt sind, kaum Probleme mit dem Überwintern. Sie sind frosthart und halten durchaus einigen kalten Wochen stand. Schwieriger wird es in Gegenden, in denen harte und strenge Winter mit starken und langanhaltenden Minusgraden die Regel sind. Hier muss dem Affenbaum, Araucaria, vor allem den jüngeren Pflanzen, auf jeden Fall beim Überwintern geholfen werden.

Affenbaum schneidenDie größte Gefahr droht dem Affenbaum im Winter durch Vertrocknen. Ist der Boden dauerhaft gefroren, kann der Baum kein Wasser mehr über die Wurzeln aufnehmen. Kommt noch die Wintersonne hinzu, durch die die spärliche Flüssigkeit verdunstet, wird der Affenbaum schnell braun und kann im schlimmsten Fall ganz vertrocknen. Für Gegenden mit strengen Wintern, in denen die Temperaturen regelmäßig für längere Zeiträume unter -15° C fallen, ist der Affenbaum daher eher weniger geeignet.

Gartenbista-Tipp: die Pflanzen sollten mit einem Vlies, Schilfrohrmatten oder Jutesäcken vor der Kälte geschützt werden, Kübelpflanzen sollten am besten im Wintergarten oder einem anderen hellen, kühlen Raum überwintert werden. Die Temperatur sollte dort jedoch 5° C nicht überschreiten.

Affenbaum, Araucaria – ein beliebter Exot in deutschen Gärten

In Großbritannien ist der Affenbaum in Parkanlagen und in privaten Gärten sehr häufig anzutreffen, doch auch in deutschen Gärten erfreut sich der mit seinen ausladenden Zweigen manchmal schon etwas bizarr anmutende Exot einer großen Beliebtheit. Wer ein wenig Mühe in der Pflege nicht scheut und dem Affenbaum vor allem einen geeigneten Standort bieten kann, der wird an diesem außergewöhnlichen Nadelbaum sicher viel Freude haben.

Fotos: © assy, Svenja98, Olaf Rauch – Fotolia.com

Ein Kommentar zu “Affenbaum, Araucaria – Pflege: Ableger, Schneiden und Blüte

  1. Hallo,
    unser Baum hat 5 große Blüten, mit so vielen kann ich doch nichts anfangen. Gibt es Baumschulen die uns die Samen abkaufen?

    Mit freundlichen Grüßen

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