Pelargonien, Pelargonium richtig überwintern und vermehren



Pelargonie, Pelargonium, Geranie

Pelargonie, Pelargonium, Geranie

Gibt es beliebtere Sommerpflanzen als die Pelargonien, Geranien? Wohl kaum. Sie sind in der warmen Jahreszeit in nahezu jedem Garten, auf jedem Balkon und in unzähligen Blumenkästen zu finden, und wurden bereits mehrfach zur „Balkonblume des Jahres“ gewählt. Pflanzenfreunde lieben diese Blumen – manche sogar so sehr, dass sie sich zum Ende des Sommers nicht von ihr trennen möchten. Was liegt in solchen Fällen also näher, als die Pelargonien überwintern zu lassen? Solch ein Procedere ist durchaus möglich. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Pflanzen zuvor richtig gepflegt worden sind. Was ist bei der richtigen Pelargonien Pflege und Überwinterung zu beachten?

Pelargonien, Pelargonium überwintern – Anleitung von Gartenbista

Pelargonien überwintern – Anleitung für Schnellleser

  • Vorteile: frühblühend; kostensparend
  • Voraussetzungen: gesunde, gepflegte Pflanzen
  • Zeitpunkt: Blätter verfärben sich, fallen ab; Blütenstände sind verblüht
  • Methoden: in Pflanzkästen; in Tüten; in Zeitungspapier; in Tontöpfen; in Gruben
  • Vorbereiten: auf 10-15 cm einkürzen; aus Pflanzgefäßen nehmen; Erde abschütteln
  • Pflanzkästen: gestutzte Pelargonien in Gefäße zurücklegen; leicht mit Erde-Sand-Gemisch bedecken; hell und frostfrei aufstellen; nicht austrocknen lassen
  • Tüten: gestutzte Pelargonien in kleine Plastiktüten stecken; Luftlöcher hineinstechen; kopfüber an dunklem, frostfreien Platz aufhängen; nicht gießen
  • Zeitungspapier: Pflanzen in Zeitung einrollen; unten verschließen; Pelargonien in luftdurchlässiges Gefäß legen oder stellen; triebe regelmäßig einsprühen
  • Tontopf: Topf mit Erde-Sand-Gemisch füllen; jeweils drei oder vier Pflanzen in ein Gefäß setzen; leicht mit Substrat bedecken; hellen, frostfreien Standort wählen; gelegentlich gießen
  • Grube: 80 cm tiefe Grube ausheben; mit Laub, Stroh oder Zeitungspapier auslegen; Geranien hineinlegen; Loch mit Aushub auffüllen
  • Pflegetipps: nicht düngen; Schädlings- und Krankheitskontrolle; gegebenenfalls gießen
  • Krankheiten: Grauschimmel
  • Schädlinge: Schmier- und Wollläuse
  • Vorbereitung auf Frühling: zurückschneiden; in Pflanzgefäße einpflanzen; hell und warm stellen; gießen; düngen
  • Vermehren: durch Stecklinge
Blühende Pelargonie

Blühende Pelargonie

Wissenswertes über Pelargonien

Pelargonien, Pelargonium gehören zur Familie der Storchenschnabelgewächse, innerhalb derer sie mit mehr als 200 verschiedenen Arten vertreten sind, die sowohl stehend als auch hängend sein können. Gemeinhin werden sie als „Geranien“ bezeichnet.

Ihr Blattwerk ist sattgrün; die Blätter jedoch können in unterschiedlichen Formen auftreten: rund, länglich, herzförmig… Sie verströmen einen würzigen Duft, der für Menschen angenehm ist, einige Schädlinge jedoch abschreckt.

Geranien sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich; auch zweifarbige Arten sind möglich. Sie blühen von April bis zum ersten Frost, danach ist ihr Leben in der Regel beendet, da sie nicht winterhart sind. Unter Berücksichtigung einiger Tipps ist eine Pelargonien Überwinterung jedoch möglich.

Vorteile einer Pelargonien Überwinterung

Ein echter Geranienfreund wird immer versuchen, seine Pelargonien über den Winter zu bringen, da sein Herz an diesen Pflanzen hängt. Dies ist zwar emotional sehr rührend, aber kein echter Vorteil. Viel wichtiger ist, dass die mehrjährig kultivierten Geranien früher blühen als ihre frisch gezüchteten Verwandten, so dass bereits zeitig im Jahr der Garten beziehungsweise der Blumenkasten farbenfroh erstrahlt.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der finanzielle Aspekt: eine Pelargonie in Gärtnerqualität kostet einige Euro, und wenn diese Pflanze mehrere Jahre lang kultiviert wird, kann auf lange Sicht gesehen einiges gespart werden.

Voraussetzungen zum Pelargonien Überwintern

Manch übermotivierter Gartenbesitzer möchte gleich sämtliche seiner Geranien über den Winter bringen und sich somit im Folgejahr erneut an ihnen erfreuen. Leider ist nicht jede Pflanze auch tatsächlich für eine Überwinterung geeignet. Damit eine Pelargonie den Winter übersteht, muss sie

  • gesund,
  • kräftig und
  • frei von Schädlingen

sein. Erfüllt sie diese Voraussetzungen nicht oder nur zum Teil, so ist davon abzuraten, sie in weiteres Jahr zu kultivieren, denn die Schädigungen werden nicht unbedingt besser (falls die Pelargonie den Winter überhaupt überlebt).

Kranke Pflanzen sind nicht nur selbst zu schwach, um weiterzuleben, sondern können auch noch andere anstecken. Dies sollte dadurch vermieden werden, dass offensichtlich angeschlagene Geranien gar nicht erst zur Überwinterung vorbereitet werden. Dasselbe gilt für sehr schwache Pflanzen, die nur dünne Triebe (Geiltriebe) bilden und/oder im abgelaufenen Gartenjahr keine oder nur sehr kleine Blüten gebildet haben.

Auch dürfen Pelargonien nicht von Schädlingen befallen sein. diese ungebetenen Gäste ins Winterquartier zu schleppen, wäre nicht nur fahrlässig den anderen Pflanzen gegenüber. Die betroffene Geranie selbst wird nicht genügend Kräfte besitzen, die Wintermonate zu überstehen, wenn sie zugleich noch ausgesogen wird.

Gartenbista-Tipp: Pelargonien den ganzen Sommer über gut pflegen, damit sie die Voraussetzungen für eine Überwinterung erfüllen!

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Pelargonien Überwintern?

Grundsätzlich ist es so, dass Geranien im Spätherbst in ihr Winterquartier gebracht werden. Wann genau, ist abhängig von verschiedenen Faktoren:

  • Blätter der Geranie sind weitestgehend abgefallen
  • Bestehendes Blattwerk ist herbstlich verfärbt
  • Blütenstände sind verblüht

Doch nicht nur die Pflanzen, sondern auch die Witterung ist ausschlaggebend: liegen die Temperaturen um den Gefrierpunkt, ist es höchste Zeit, die Geranien in den Winterschlaf zu versetzen. Kurzzeitig vertragen Pelargonien zwar Temperaturen unter 0°C, jedoch sollte dies besser eine Ausnahme bleiben.

Methoden zum Pelargonien Überwintern

Von der Überwinterung zu sprechen, ist eigentlich nicht ganz korrekt, denn es stehen hierfür verschiedene Methoden zur Verfügung:

  • Pflanzkasten
  • Plastiktüte
  • Zeitungspapier
  • Tontopf
  • Grube

Für welche sich individuell entschieden wird, ist in erster Linie abhängig von dem zur Verfügung stehenden Platz, aber auch von dem Arbeitseifer des Pflanzenfreundes: manche Methoden erfordern mehr Arbeitseinsatz und zeitlichen Aufwand als andere.

Empfehlenswert sind sie alle.

Pelargonien schneiden

Pelargonien schneiden

Pelargonien zur Überwinterung vorbereiten

Ist der Zeitpunkt gekommen, die Überwinterung zu beginnen, müssen die Geranien für diese vorbereitet werden:

  • Blätter und Blütenstände müssen restlos abgeschnitten werden, da sie die Pflanzen anfälliger für Krankheiten und Schädlinge machen (auch, wenn sie noch grün sind)
  • Triebe um mindestens ein Drittel, höchstens jedoch um zwei Drittel einkürzen
  • Bestehende Triebe dürfen nicht kürzer als 10 cm sein
  • Wichtig ist auch, dass die gekürzten Triebe mindestens 2-3 Blattknoten besitzen
  • Nur scharfe, saubere Schnittwerkzeuge verwenden
  • Sind die Pelargonien eingekürzt, werden sie vorsichtig aus ihren Pflanzgefäßen genommen:
  • Pflanzen schütteln, so dass die Blumenerde aus den Wurzeln fällt
  • Substrat an den Feinwurzeln lassen

Gartenbista-Tipp: Die abgeschnittenen Pflanzenteile können sehr gut zur Stecklingsvermehrung verwendet werden. Diese kann den Winter über stattfinden, so dass im folgenden Frühjahr die jungen Geranien eine angenehme Größe haben.

Pelargonien in Pflanzkästen überwintern

Diese Methode ist die beliebteste, da sie relativ zeitsparend ist. Allerdings ist zu beachten, dass ausreichend Platz für die Pflanzgefäße vorhanden sein muss. Das Winterquartier muss folgende Kriterien erfüllen:

  • Hell
  • Temperaturen zwischen 5°C und 10°C

Sehr gut geeignet sind helle Kellerräume, Garagen oder Gartenhäuschen.

Nach dem Einkürzen werden die Pelargonien wieder in die Balkonkästen, Schalen, etc. zurückgelegt und leicht mit einem Erde-Sand-Gemisch bedeckt. Dieses Substrat darf während der Überwinterung nicht austrocknen.

Gartenbista-Tipp: Pflanzen vor direkter Sonne schützen, da sie ansonsten zu früh austreiben.

Pelargonien in Tüten überwintern

Auch auf kleinstem Raum kann die Überwinterung in Plastiktüten praktiziert werden:

  • Die Wurzeln der beschnittenen Geranien auf eine Länge einkürzen
  • Wurzelballen in kleine Frischhaltetüten stecken
  • Tüten mit Luftlöchern versehen
  • Dunklen, frostfreien Platz wählen, beispielsweise in einer dunklen Kellerecke
  • Pelargonien kopfüber aufhängen

Während dieser Art der Überwinterung benötigen die Geranien kein Wasser.

Pelargonien in Zeitungspapier überwintern

Genauso platzsparend wie die Überwinterung von Geranien in Plastiktüten ist die Überwinterung in Zeitungspapier. Die Pflege ist jedoch wesentlich zeitaufwändiger:

  • Pelargonien in Zeitungspapier einrollen
  • Papier unten verschließen, oben offenlassen
  • Geranien liegend oder stehend in einem luftdurchlässigen Behälter überwintern, beispielsweise in einer Holzkiste
  • Dunklen, frostfreien Standort wählen

Die Pelargonien müssen regelmäßig kontrolliert werden, da sie leicht austrocknen können. Es ist notwendig, alle paar Tage die verbliebenen Triebe mit Wasser zu besprühen; die Wurzeln dürfen jedoch nicht nass werden.

Geranien Stecklinge

Geranien Stecklinge

Pelargonien im Tontopf überwintern

Erfahrene Pflanzenfreunde lassen ihre Geranien sehr gerne in einem Gefäß aus Ton überwintern. Dieses bietet den Vorteil, dass es die Wurzeln sehr gut belüftet. Auch verhindert das Material, dass die Pflanzen zu nass stehen:

  • Tongefäß mit einem Erde-Sand-Gemisch füllen
  • Beschnittene Geranien zu dritt oder viert in das Gefäß setzen
  • Pflanzen leicht mit dem Substrat bedecken
  • Hellen Standort wählen, an dem Temperaturen zwischen 5°C und 10°C herrschen
  • Gelegentlich gießen

Pelargonien in einer Grube überwintern

In Gegenden, in denen kaum Frost zu erwarten ist, können Pelargonien auch sehr gut in einer Erdgrube überwintert werden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn es nicht über einen längeren Zeitraum kälter als -2°C wird.

  • Etwa 80 cm tiefe Grube ausheben
  • Laub, Stroh oder Zeitungspapier in das Loch legen
  • Beschnittene Geranien in die Erdgrube setzen
  • Loch mit dem Aushub auffüllen
  • Tannenzweige über der Grube ausbreiten

An frostfreien Tagen müssen die Pelargonien alle paar Wochen gründlich gegossen werden.

Pelargonien Pflege Tipps während der Überwinterung

Auch während des Winters sind einige Tipps bezüglich der Pelargonien Pflege zu beachten:

  • Nicht düngen
  • Regelmäßig auf Schädlinge und Krankheiten kontrollieren
  • Gegebenenfalls gießen

Pelargonien Krankheiten und Schädlinge

Während der Geranien Überwinterung können sowohl Krankheiten als auch Schädlinge auftreten; eine regelmäßige Kontrolle ist deshalb unabdingbar.

  • Grauschimmel: Zeigt sich ein grauer Belag auf den Pflanzenteilen, so kann dies ein Indiz für Grauschimmel sein. diese Pilzkrankheit entsteht in der Regel dann, wenn die Pelargonien während der Überwinterung zu feucht stehen. Ist die der Fall, müssen betroffene Pflanzen umgehend separiert werden. Erkrankte Pflanzenteile werden abgeschnitten. Meistens sind diese Maßnahmen jedoch nicht ausreichend, so dass die komplette Geranie entsorgt werden muss.
  • Woll- und Schmierläuse: Die saugenden Schädlinge sind nur wenige Millimeter groß, so dass sie oft erst sehr spät entdeckt werden. Erst, wenn sich ganze Scharen von ihnen zeigen, sind sie gut erkennbar – und dann ist es oft schon zu spät. Betroffene Pflanzenteile werden umgehend abgeschnitten; die Pelargonie wird isoliert. Auch ein spezielles Pflanzenschutzmittel sollte angewendet werden.
  • Spinnmilben: Die kleinen Schädlinge saugen die Pelargonien aus und rauben ihnen so die ganze Kraft. Zeigen sich feine, spinnwebenartige Gespinste auf den Pflanzenteilen, sollte umgehend ein spezielles Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Pelargonien auf den Frühling vorbereiten

Bereits im Februar/März werden die überwinterten Pelargonien auf ihre erneute Kultivierung vorbereitet:

  • Triebe auf 10 cm zurückschneiden
  • Schnitt muss über einer Knospe angesetzt werden
  • Pflanzgefäße mit frischem Substrat auffüllen
  • Pelargonien in das Substrat pflanzen
  • Gefäße an einen hellen, warmen Platz im Haus stellen, an dem keine direkte Sonneneinstrahlung herrscht
  • Regelmäßig gießen
  • Ab März mit dem Düngen beginnen

Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) können die überwinterten Geranien ins Freiland gestellt werden, wo sie eine erneute Saison verbringen dürfen – sehr zur Freude ihres Besitzers.

Pelargonien Steckling im Wasserglas

Pelargonien Steckling im Wasserglas

Pelargonien vor dem Überwintern vermehren

Die Triebe, die den Geranien vor der Überwinterung entfernt worden sind, lassen sich sehr gut zur Vermehrung der Pflanzen verwenden:

  • Stecklinge schneiden, die etwa 10 cm lang sind und 4-5 große Blätter besitzen
  • Blüten, untere sowie kleinere Blätter entfernen
  • Stecklinge in ein Wasserglas zum Bewurzeln stellen
  • Alternativ Triebe 2 cm tief in Pflanzgefäße mit Anzuchterde stecken
  • Gefäß beziehungsweise Glas an einen hellen und warmen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen
  • Substrat gleichmäßig feucht halten (nicht nass!)

Nach etwa 3-4 Wochen haben die Stecklinge im Glas Wurzeln gebildet und können ebenfalls in ein Pflanzgefäß gesetzt werden. Im kommenden Frühjahr werden die jungen Geranien bereits Blüten bilden und können wie jede andere Pelargonie kultiviert werden.

Gartenbista-Tipp: Auch während der Vegetationszeit lassen sich Pelargonien durch Stecklinge vermehren!

 

Graphiken: © eqroy – Fotolia.com; geraldas1 – Fotolia.com; 7monarda – Fotolia.com (2); v – Fotolia.com

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.